240 Jahre Eichenallee in Seefeld

Am 15. Mai 2011 findet in Seefeld das Eichenalleefest 2011 statt. Mit dieser Veranstaltung wird das 240-jährige Bestehen der Eichenallee gefeiert. Die Eichenallee steht unter (Bau-)Denkmalschutz und konnte vor allem so lange bestehen, weil sie nachhaltig bewirtschaftet wurde. Der Graf Anton Clemens zu Toerring hatten die Allee mit 765 Eichen im Jahr 1770 nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten, als Zeichen seines gestaltenden Schaffens und Symbol seiner Herrschaft angepflanzt – immerhin entstand so die erste Allee Bayerns -, sondern vor allem auch zur wirtschaftlichen Nutzung: die Eichenmast für die Tiere, das Holz zur baulichen Verwendung. Dabei wurde genau festgelegt, in welchen Zeiträumen welche Bäume reif für den Einschlag waren und wie forstgerecht nachgepflanzt werden musste, damit die Jungbäume gesund aufwachsen konnten. So steht sie auch heute noch – 240 Jahre später, jedoch arg gebeutelt von Autoabgasen, Pneu-Abrieb und Streusalzbelastung – und so geschwächt leider auch von parasitärem Pilzbefall bedroht. Die Eichenallee ist längst ein Fall für den Baumdoktor, schon lange ohne wirtschaftliche Bedeutung für die Allgemeinheit, ein historisches Relikt, das nur aus Sentimentalität erhalten wird und Kosten verursacht?

Mitnichten! Die Eichenallee erfreut uns täglich mit ihren beeindruckenden, zum Teil jahrhundertealten Baumriesen (Experten gehen davon aus, dass einige Eichen aus der Urpflanzung erhalten sind), sie ist ein grünes Symbol für Umwelt- und Klimaschutz vor Ort, für Bewahrung und Nachhaltigkeit, für Leben und Schutz und die Schönheit und Beständigkeit der Natur.

Die Eichen erzeugen lebensnotwendigen Sauerstoff, speichern tonnenweise schädliches CO2, bieten zahlreichen Tieren, wie z.B. dem Hirschkäfer und Ameisen, Vögeln und Spinnen, Würmern und Bodeninsekten Nahrung und Lebensraum und sie beherbergen interessante Pflanzengesellschaften, die andernorts längst verschwunden sind. Rund um die Eichen haben sie einen fast ungestörten Ort zum Wachsen und Gedeihen. So blühen gerade jetzt duftende Schlüsselblumen und Buschwindröschen und bis zum Fest stehen auch Unmengen rotoranger Glöckchen der Bachnelkenwurz (Geum rivale) im Schatten der Eichen. Blumen, die an den meisten Gräben und Bächen unserer Gegend längst verschwunden sind, weil in Bayern entlang der Ufer von Gräben und  Fließgewässern keine Schutzzonen eingerichtet sind und unsere Wiesen und Ackerränder ohnehin zu Agrarwüsten und Gras- und Löwenzahneinöden verkommen sind.  So steht die Eichenallee auch für Artenschutz und Artenvielfalt, ist ein Refugium für Lebewesen, die andernorts wegen der intensiven Landwirtschaft keine Chance mehr haben. Die Eichenallee verdient daher viel mehr Respekt und Beachtung durch uns!

Die Eichenallee muss erhalten werden!

Daher haben die Initiatoren eine autofreie Feier für Jung und Alt auf der denkmalgeschützten Allee auf die Beine gestellt. Das Fest lockt mit umwelt- und energiebewussten Aktionen und Kulinarien zwischen Seefeld und Weßling von 10:00 bis 17:00 Uhrdie Staatsstraße ist deshalb am Sonntag während der Veranstaltung und im Abschnitt Oberalting-Weßling für den Autoverkehr gesperrt!

Auch der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. bietet beim Eichenalleefest eine Attraktion: Rikscha-Fahrten auf der Eichenallee – energiebewußt mit Menschenkraft bewegt, ein garantierter Spaß für die Fahrgäste. Infomaterial zur Energiewende gibt es dann am Stand.

Und hier finden Sie das Programm für das Eichenalleefest 2011

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., E. Villing
Foto: Wolfgang Alexander Bajohr, www.natur-5seenland.de


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