Anti-Atom-Allianz der Stadtwerke

Die Absicht von rund 150 deutschen Stadtwerken, den Energieriesen E.ON , RWE, EnBW und Vattenfall Paroli zu bieten, wird von der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR e.V. befürwortet und unterstützt. Sie kündigten an, eigene Investitionen in neue, klimafreundliche Kraftwerke zu stoppen, wenn sich die Bundesregierung auf eine Laufzeitverlängerung einlässt und trotzdem alte Kohlekraftwerke nicht stilllegt.

Die Stadtwerke betreiben traditionell viele Gas- und Blockheizkraftwerke und produzieren überdurchschnittlich viel Strom aus regenerativen Quellen. Insgesamt erzeugen sie derzeit rund zehn Prozent des Stroms in Deutschland. Als Folge der von der Bundesregierung angestrebten Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke über das Jahr 2022 hinaus winken den Energiekonzernen vielfache Milliardengewinne.

Die Stadtwerke dagegen würden auf Investitionen im zwestelliger Milliardenhöhe verzichten.

Die Ankündigung wurde von den Energiekonzernen als „Drohung“ empfunden, die bei der Bundesregierung Wirkung zeigen könnte. „Wenn sich eine Laufzeitverlängerung politisch nicht mehr verhindern lässt, müssen entweder sämtliche durch die Laufzeitverlängerung anfallenden Zusatzgewinne bei den Kernkraftwerksbetreibern komplett abgeschöpft werden, oder der Gesetzgeber muss über strukturelle Markteingriffe nachdenken“, wurde Olaf Däuper von der Kanzlei Becker Büttner Held, die hierzu ein Gutachten erstellt hat, im „Handelsblatt“ zitiert.

Wie die Stadtwerke sich aus der Umklammerung der Energiekonzerne lösen und wie sie auf Erneuerbare Energien umsteigen können, wird bei der 4. EUROSOLAR-Stadtwerke-Konferenz in München erörtert. Quelle: Eurosolar

Näheres zu der Tagung „Stadtwerke mit Erneuerbaren Energien“, die am 26. und 27. Mai 2010 in Kooperation mit den Stadtwerken München (SWM) stattfindet, finden Sie hier

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