Baltic 2: Baubeginn des Umspannwerks – Ausbau der Offshore-Windanlagen sinnvoll?

Am Dienstag wurde bekanntgegeben, dass der Energiekonzern EnBW mit den Bauarbeiten für Umspannstation und Fundament des Offshore-Windpark Baltic 2 beginnt. Die Umspannstation gilt als Herzstück des Windparks, wo später der Strom von 80 Windkraftanlagen zusammenfließen, von 33 auf 150 Kilovolt hoch transformiert und über Seekabel an Land transportiert werden soll. Für den Bau der Umspannstation wurden die Firmen Alstrom Grid GmbH und WeserWind GmbH beauftragt.

„Der Baubeginn der Umspannstation zeigt, dass wir konsequent die Windkraft und damit die erneuerbaren Energien in Deutschland ausbauen. Nachdem wir im Mai unseren ersten Offshore-Windpark EnBW Baltic 1 in Betrieb genommen haben, starten wir jetzt mit unserem zweiten und deutlich größeren Windpark in der Ostsee. Der Bau der Umspannstation für EnBW Baltic 2 ist erst der Anfang: es folgen 80 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt.“, so Hans-Peter Villis, EnBW-Vorstandsvorsitzender.

Ende 2012 soll der Bau des Windparks abgeschlossen und bereits ab dem Jahr 2013 am Netz sein. Der Offshore-Windpark wird jährlich eine Leistung von  1,2 Mrd kWh erzeugen und kann damit 340.000 Haushalte mit Strom versorgen. Baltic 2 ist das zweite von insgesamt vier geplanten Offshore-Windparks der EnBW. Insgesamt plant der Konzern Windkraftanlagen mit insgesamt 1200 MW in Ost- und Nordsee zu errichten.

Matthias Willenbacher, Gründer von JUWI und Greentech Manager des Jahres 2009, sieht den Ausbau der Offshore-Energie kritisch: „Denn bei einem konsequent dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien und insbesondere der Windkraft, könnten wir auf den teuren Bau von Stromtrassen im Meer und auf Überlandleitungen verzichten. Schon heute zahlt der Verbraucher durch die Offshore-Windparks deutlich drauf. Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird der Strom aus Offshore-Anlagen, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen, in den ersten zwölf Jahren mit satten 15 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Die Anfangsvergütung bei Windkraft an Land beträgt 2012 dagegen rund neun Cent und wird nur die ersten fünf Jahre ausbezahlt.

Jeder neue Windpark auf See wird die Kosten der Energiewende in die Höhe treiben! Bei einem dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien werden zudem die Menschen vor Ort ins Boot geholt; durch Beteiligungsmöglichkeiten, Pachteinnahmen für Gemeinden oder Arbeitsplätze vor Ort. Bleibt zu hoffen, dass das auch bei der Politik ankommt!“

Quelle: EnBW, klimaretter.info

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