Biodiesel in Deutschland hauptsächlich aus Rapsöl

Biodiesel wird in Deutschland hauptsächlich aus Rapsöl hergestellt. Diese Erkenntnis ergibt sich durch einer aktuellen Mitgliederbefragung des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Danach lag der Anteil an Rapsöl im Jahr 2010 bei 87,5 Prozent. An zweiter Stelle sind Abfälle wie Altspeiseöle und Tierfette mit über sieben Prozent zu finden. Für die Herstellung des alternativen Kraftstoffes wird kaum Soja verwendet (2,5 Prozent) und nur 0,5 Prozent Palmöl. Elmar Baumann, Geschäftsführer des VDB meint: „Die deutschen Biokraftstoffproduzenten verwirklichen den Anspruch, Mobilität zu sichern, den ländlichen Raum zu stärken und Rohstoffe fast ausschließlich aus Deutschland und Europa zu beziehen.“

Biokraftstoffe verhindern die umweltschädliche Produktion von fossilen Kraftstoffen aus unkonventionellem Erdöl, das besonders aufwändig zu fördern ist, hohe Treibhausgas-Emissionen bei der Herstellung freisetzt und daher sehr teuer ist. „Deshalb fordern wir seit langem, dass statt eines Durchschnittswertes unterschiedliche Emissionswerte je nach Herstellungsart des fossilen Kraftstoffs festgesetzt werden. Dann würde etwa Erdöl aus Teersanden in Kanada einen deutlich höheren Treibhausgaswert zugewiesen bekommen. Es ist zu begrüßen, dass sich der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages in seiner Sitzung an diesem Mittwoch mit der Frage befassen will“, so Baumann.

„Biodiesel muss mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als fossiler Kraftstoff – gemessen wird der gesamte Produktionsprozess vom Ackerbau über die Düngung bis zur Herstellung des Kraftstoffes.“ Sagt die BDB-Geschäftsführerin. 23.000 Menschen seien in Deutschland im Sektor Biokraftstoffe tätig.

In den vergangenen Jahren wurde der Einsatz von Biokraftstoffen stark durch die Einführung der Nachhaltigkeitsverordnung in Deutschland beeinflusst. Danach müssen weltweit die Landwirte dokumentieren, welche Flächen sie zur Rohstoffherstellung für Biokraftstoffe verwenden. Im Jahr 2011 kamen die zertifizierten Rohstoffe jedoch größtenteils aus Deutschland. Baumann: „Wir gehen davon aus, dass sich die Rohstoffzusammensetzung für Biodiesel wieder leicht ändern kann, wenn mehr nachhaltige, zertifizierte Ware aus anderen Regionen der Welt im Markt verfügbar ist“. Bisher sei Deutschland der europäische Vorreiter in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsverordnung. Nun müssten auch die anderen europäischen Länder folgen. „Die Einführung von gesetzlichen Nachhaltigkeitsanforderungen für andere Bereiche wie zum Beispiel die Lebensmittelindustrie ist sachlich geboten und sollte selbstverständlich sein“, sagte Baumann.

Quelle: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V.

Ein „Factsheet“ rund um Biokraftstoffe in Deutschland vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V. finden Sie hier!

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