Bundesweite Proteste zum 1. Fukushima Jahrestag

Am 11. März jährt sich die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Dazu werden in Deutschland an fünf Atomkraft-Standorten Großdemonstrationen veranstaltet sowie eine Lichterkette mit einer Länge von 75 km von Braunschweig über die Asse nach Schacht Konrad gebildet. Auch in vielen anderen Ländern gehen Menschen auf die Straße.

Es soll an das schreckliche Reaktorunglück vor einem Jahr erinnert werden sowie Kritik an der Atom- und Energiepolitik der Bundesregierung geäußert werden.

„Der Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima muss eine Mahnung sein, die Energiewende voranzubringen und nicht auszubremsen. Während neun Atommeiler weiterlaufen, versucht die Bundesregierung den Ausbau der alternativen Energieversorgung abzuwürgen, indem die Solarförderung zusammengestrichen wird. Gleichzeitig bleibt die Regierung untätig bei der wichtigen Reduktion des Stromverbrauches und versucht die europäische Energieeffizienzrichtlinie zu verwässern“, so Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Das AKW Gundremmingen soll trotz kritischer Parallelen zu Fukushima noch bis 2021 laufen. Das ist eine Laufzeitverlängerung von insgesamt sieben Jahren für die beiden Reaktoren im Vergleich zum ersten Ausstiegsbeschluss von 2002. Das AKW Neckarwestheim soll bis 2022 laufen, obwohl es auf geologisch instabilem Grund in einem erdbebengefährdeten Gebiet steht. Auch jedes andere AKW hat seine besonderen Risiken“, so Uta Wittich vom Bündnis Atomausstieg jetzt!.

Japan schafft den Ausstieg

Japan hat hingegen von 54 Atomkraftwerken im letzten Jahr nun nur noch zwei am Netz. Und auch die sollen innerhalb der nächsten Wochen heruntergefahren werden. Trotz der Katastrophe und dem Atomausstieg ist die japanische Wirtschaft nicht zusammengebrochen. Noch vor einem Jahr bezog Japan seinen Strombedarf zu 30 Prozent aus Atomkraftwerken. Kreative Energiesparmaßnahmen von Unternehmen und Bevölkerung führten dazu, dass das Stromnetz nicht zusammengebrochen ist. Daran kann sich Deutschland ein Beispiel nehmen. Es besteht ein riesiges Potential für Energieeinsparung und Effizienzsteigerung und damit eine sichere Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit auf Atomstrom zu verzichten.

Auch angesichts der Gefahren, die von den neun weiter laufenden AKW in Deutschland ausgehen, wäre hierzulande ein vollkommener Ausstieg aus der Atomkraft angemessen und machbar. Denn der Weiterbetrieb der Reaktoren bis 2022 birgt unermessliche Risiken.

An den folgenden Atom-Standorten finden Demonstrationen statt: AKW Gundremmingen (Bayern), AKW Neckarwestheim (Baden-Württemberg), AKW Brokdorf (Schleswig-Holstein), in Hannover wegen der Nähe zum AKW Grohnde (Niedersachsen) und an der Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW).

Quelle: www.ausgestrahlt.de, fukushima2012.de

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