Kategorie: Allgemein

Der Weg zur Energiewende ist frei

Dienstag, August 2nd, 2011

Deutschlands Atomausstieg bis 2022 ist jetzt amtlich: Bundespräsident Christian Wulff hat das Gesetz für den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie unterschrieben. Wulff habe nach sorgfältiger Prüfung der Verfassungsmäßigkeit das 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes ausgefertigt, teilte das Bundespräsidialamt am Montag in Berlin mit.

Mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt kann das Gesetzt in den nächsten Tagen in Kraft treten. Auch die sieben weiteren Gesetze für die Energiewende habe Wulff in den vergangenen Tagen bereits unterzeichnet, bestätigte das Präsidialamt auf Anfrage des Tagesspiegels. Dem neuen Atomgesetz hatten im Bundestag Union, FDP,  SPD und Grüne nach der Fukushima-Katastrophe gemeinsam in einem breiten Konsens für die radikale Kehrtwende in der Energiepolitik zugestimmt.

Anfang Juli passierte das Gesetzespaket den Bundesrat.

Quelle: Der Tagesspiegel

Bundestag beschließt Atomausstieg bis 2022

Freitag, Juli 1st, 2011

Am Donnerstag, 30. Juni 2011, wurde vom Deutschen Bundestag mit großer Mehrheit der Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 beschlossen. Der Beschluss wurde von Umweltminister Norbert Röttgen als „nationales Gemeinschaftswerk“ bezeichnet. Tatsächlich konnten auch die Oppositionsparteien das gestrige Ereignis als historisch verbuchen, weil das Parlament die Entscheidung zum Atomausstieg fast einstimmig fasste.

Ab 2015 stufenweise Abschaltung der AKW

Spätestens am 31. Dezember 2022 soll also das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Aufgrund des Atommoratoriums wurden bereits 8 Kraftwerke abgeschaltet und sollen auch nicht mehr in Betrieb genommen werden. Neun Kraftwerke verbleiben noch am Netz und werden laut Plan schrittweise ab 2015 abgeschaltet.

Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag insgesamt 8 Gesetze, darunter auch das novellierte und in seiner neuen Fassung heftig umstrittene Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Energiewende light oder die Logik des Misslingens?

Bis 2020 soll nach dem Willen der Bundesregierung der Anteil von Strom aus Wind, Biomasse und Sonne von derzeit 17 auf 35 Prozent gesteigert werden. Dieses Ziel, das vergangenes Jahr zusammen mit der Laufzeitverlängerung festgesetzt wurde, wird von Experten und Oppositionsparteien ebenfalls als unzureichend erachtet, weil es nicht dem jetzt beschlossenen Ausstieg Rechnung trägt und nicht zu einer beschleunigten Energiewende führt.

Außerdem soll nach der Vorstellung der Bundesregierung der Netzausbau insbesondere die Verlegung neuer Überland-Trassen für den Transport von Strom z.B. aus Offshore-Windkraftanlagen beschleunigt und dies ebenfalls gesetztlich verankert werden.

Am 8. Juli wird sich der Bundesrat mit dem Gesetzespaket zur Energiewende befassen. Bereits die Entwurffassung war im Bundesrat einstimmig durchgefallen. Die Länder sehen erheblichen Nachbesserungsbedarf und beklagen ebenso wie Umweltschutzorganisationen Mängel in der strategischen Weichenstellung für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Die falsche Richtung würde mit dem jetzigen Gesetzespaket zementiert, argumentieren die Experten.

Das letzte Wort in der Energiewende ist also offenbar noch nicht gesprochen.

Auch das jetzt beschlossen Ausstiegsdatum scheint angesichts der Ergebnisse des Sonderparteitags der Grünen vom vergangenen Samstag, den 25. Juni 2011, noch nicht in Stein gemeiselt. Das jetzt beschlossene Ausstiegsdatum könnte demnach zwar der  spätest mögliche Zeitpunkt für den endgültigen Atomausstieg werden, ein früherer Ausstieg ist aber längst nicht ausgeschlossen …

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.  Evelyn Villing

Bundesländer einig: Gesetzentwurf zur Solarförderung muss nachgebessert werden

Mittwoch, Juni 22nd, 2011

Weitere Einschnitte bei der Solarstromförderung darf es nach dem übereinstimmenden Willen aller Bundesländer im Rahmen der aktuellen Gesetzgebungsverfahren zur Energiewende nicht geben. Eine Mehrheit fordert stattdessen sogar Nachbesserungen für die Photovoltaik, darunter auch unionsregierte Bundesländer.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) begrüßt den klaren Appell der Bundesländer, die Solarförderung nicht weiter zu verschlechtern. Der erforderliche beschleunigte Ausbau Erneuerbarer Energien sowie die gewünschte Steigerung der Fördereffizienz seien nur mit Nachbesserungen im Gesetzespaket zu erreichen: So plädiert der Bundesrat in Übereinstimmung mit der Solarbranche für eine umfangreichere Nutzung der günstigsten Solarstrom-Erzeugungsform auf Freiflächen. Bereits in zwei bis drei Jahren werden Freiflächen-Solaranlagen Strom auf dem Kostenniveau von Offshore-Windkraft erzeugen können. Der für die Energiewende notwendige Ausbau der Stromnetze könne damit reduziert werden.

Kosten vermeidend wirke auch die Forderung der Bundesländer nach einer Weiterführung der bisherigen Anreize für den Verbrauch selbst erzeugten Solarstroms. Beim Eigenverbrauch wird Solarstrom nicht mehr in die Stromnetze eingespeist, sondern direkt vor Ort beim Erzeuger verbraucht. Diese Regelung könne ebenfalls die Stromnetze entlasten, da lokal verbrauchte Energie nicht über Stromtrassen transportiert werden muss. Bei einer Ausdehnung der Eigenverbrauchsanreize auf den gewerblichen Bereich ließen sich nach Berechnung der Beratungsunternehmen Roland Berger und Prognos Fördermittel in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro einsparen.

BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig: “Einer der unschlagbaren Vorteile der Solarenergie liegt in ihrer Verbrauchsnähe. Es ist für uns deshalb schleierhaft, warum die Bundesregierung ausgerechnet die Anreize für den Eigenverbauch einschränken und nicht verbessern will.” Wirksame Anreize für Innovationen im Energiemanagement und bei der Speicherung von Solarstrom würden damit gestrichen. Körnig: “Wir hoffen, dass die Bundesregierung der Empfehlung der Länderkammer folgt und die erforderlichen Nachbesserungen am Gesetzesentwurf vornimmt.” Bereits in der nächsten Woche wird der Deutsche Bundestag über die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Solarstromförderung abschließend beraten.

Quelle:  Bundesverband Solarwirtschaft in: pttext – Lokale Pressemitteilungen

Sackgasse: Atomausstieg ohne Energiewende

Donnerstag, Juni 9th, 2011

Offshore Anlage Alpha VentusProtestbriefe an die Kanzlerin und die Ankündigung von rechtlichen Klagen – so reagiert die Atombranche, wie z.B. RWE,  auf den Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung. Die Energiewende ist augenscheinlich eingeläutet – doch ist sie das wirklich? Mit welcher Konsequenz wird sie nun umgesetzt und auf welche Energiezukunft steuern wir tatsächlich zu? Die Skepsis überwiegt sowohl bei Branchenverbänden wie BSW-Solar oder BWE, als auch bei Organisationen wie EUROSOLAR oder dem KLIMABÜNDNIS und den großen Umweltschutzorganisation, und auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen ist mit der in der EEG-Novelle festgeschriebenen Marschrichtung nicht einverstanden.

Ein breiter gesellschaftlicher Konsens wird beschworen – doch wie glaubwürdig ist die geplante Energiewende?

Ein Blick in die aktuellen Gesetzesvorlagen schafft Klarheit: Statt weiterhin auf eine dezentrale, kleinräumige und damit flexible Energieversorgung in den Regionen der Republik zu setzen – samt wissenschaftlicher Fortschritte und technologischer und elektronischer Innovationen, die bereits jetzt Exportschlager sind (und künftig noch werden können), wie Wechselrichter, Wind-Rotoren, Generatoren, Smart Grid, kleine und mobile Speicher, alternative Energietechnik eben – und einem umweltverträglichen Netzausbau, um die dezentralen Energieerzeugungsanlagen einzubinden, knickt die Bundesregierung unter dem Druck der Energieriesen ein.

Mächtige Interessen stehen hinter dem  Widerstand gegen den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien in unserem Land. Nur vordergründig geht es dabei den Atom-Energiekonzernen um Geld und Recht. Es geht um nicht weniger als die Frage: zentral oder dezentral und damit die künftige Vorherrschaft auf dem Energiemarkt.

Es ist offensichtlich, dass eine Verschiebung der Machtverhältnisse in der Energiebranche um jeden Preis verhindert oder zumindst so lange wie möglich hinausgezögert werden soll. Wie sonst ist zu erklären, dass die Bundesregierung mit ihren jüngsten Gesetzentwürfen die Versorgungshoheit an die Energiekonzerne zurückgibt, obwohl diese sich stets als Bremser der Erneuerbaren Energien profiliert haben und bisher nur marginal an der Versorgung mit nachhaltiger Energie (5 %) beteiligt sind?

Während viele Stadtwerke und Kommunalversorger die vorhandenen Netze mit Auslaufen der Konzessionsverträge bereits übernehmen und vor Ort die Energieversorung mit Windparks an Land, Biogasanlagen, Biomassekraftwerken und Solaranlagen samt Netzausbau sicherstellen – und dies auch können -, forciert die Bundesregierung zentralistische Versorgungsstrukturen auch beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Sie investiert und subventioniert munter in Großtechnologie, wie Offshore-Windparks oder Desertec, die die Strompreise in die Höhe treiben werden,  samt dem Bau tausender Kilometer von Überlandleitungen. Was Wunder, dass die fossilen Kraftwerke im Konzept der Bundesregierung weiterhin eine wesentliche Rolle spielen. Warum? Weil die damit einhergehenden zu entwickelnden Technologien zur Abgasreinigung und CO2-Verpressung (CSS-Technologie) von den großen Konzernen dann auch noch gewinnbringend ins Ausland exportiert werden können. CSS – das ist so ähnlich wie Endlagerung. Mit höchstem Energieaufwand wird ein Gas in seinem Aggregatzustand verändert und in der Erde “eingesperrt” in der Hoffnung, dass es nicht wieder an die Oberfläche kommt. Wenn das passiert, kann es ungehindert seine Wirkung als Treibhausgas entfalten. Aber das ist dann in einer fernen Zukunft und zudem wieder eine Frage der technischen Beherrschbarkeit und Risikoabschätzung. Wie war das nochmal mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie??? Absolut sicher!

Nicht bedacht wird offenbar, dass Deutschland im Bereich der Erneuerbaren Energien weltweit führend ist und gerade eben der große Abstand in der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Ausland im Photovoltaik-Bereich weitgehend wett gemacht werden konnte. Windstrom an Land erzeugt ist schon längst zu Marktpreisen erhältlich, PV-Strom in Kürze. Deutsche PV-Unternehmen können sich mit globalen 12 % Marktanteil stabil behaupten, in der Windkraft sind deutsche Unternehmen ohnehin führend.  Nicht zuletzt wegen ihrer hohen Qualität wird Technik Made in Germany sogar nach China exportiert.  Das alles wird nun aufs Spiel gesetzt für Konzerninteressen. Von der Möglichkeit der “Bürgerbeteiligung” an der Energieerzeugung ganz zu schweigen. Kleine Biogasanlagen, die ökologisch besser verträglich sind und keine Agrarwüsten erzeugen und kleine Biomasse-Blockheizkraftwerke werden künftig nicht mehr gefördert. Stattdessen: Big is beautiful!

Fazit: Eine zentralistische Energiewende ist keine Energiewende! Sie zerstört Marktvielfalt und Wettbewerb und damit auch die Chance auf bezahlbare Strompreise für die Bürger. Und: Eine solche Energiewende  ist vor allem nicht in kurzer Zeit umzusetzen. So kann also unter dem Deckmantel einer proklamierten Energiewende (angeblich aus erlangter Überzeugung durch das Desaster von Fukushima!) der Umbau der Energieversorgung solange hinausgezögert werden, bis die großen Energiekonzerne in aller Ruhe das Feld von hinten aufgerollt haben. Den Bürgern wird versichert, dass die Technik eben noch nicht soweit sei und dass es, als die Entscheidung getroffen wurde, leider, leider nicht absehbar war, dass es so langsam vorangehen würde. Damit alles beim Alten bleibt. Die Zeche zahlt dann der deutsche Steuerzahler, unser innovativer  Erneuerbare-Energien-Mittelstand wird, so steht zu befürchten, an dieser Politik zugrunde gehen, unser Know how geht damit ebenfalls verloren und Hundertausende von Arbeitsplätzen werden gefährdet.

Dabei könnten wir gerade jetzt eine schnelle und stabile  Energieversorgung aufbauen, eine transparente, marktorientierte Energiewende umsetzen – und hätten damit Vorsprung in Europa und weltweit! Die Weichen werden falsch gestellt. Der Weg führt in die Sackgasse.

Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – Verfasser: E. Villing

Energie aus Windkraft im Landkreis Starnberg

Freitag, April 8th, 2011

Für eine sichere, risikoarme Energieversorgung müssen wir alle erneuerbaren Energiequellen nutzen, so auch die Windkraft im Landkreis Starnberg.

Doch ist Bayern beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark zurückgefallen; laut Bundesagentur für erneuerbare Energien rangierte der Freistaat 2010 unter 16 Ländern nur auf Platz acht und bei der Windenergie ist Bayern Schlusslicht. Mit 467 Megawatt Leistung sind hier sogar weniger Windräder am Netz als im viel kleineren Nachbarland Niederösterreich.

Eine am Dienstag, dem 5. April,  auf der Hannover Messe vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), sieht in Bayern bei der Windkraft ein riesiges Potenzial mit einem Ertrag von 80 Terrawattstunden im Jahr. Und auch Umweltminister Söder betont: „Ich möchte bei der Windkraft eine Verdopplung der Anlagen, was einer Vervierfachung der Leistung entsprechen würde!“ Derzeit stehen im Freistaat rund 400 Windkraftanlagen. Und es gibt trotz hervorragender Windverhältnisse in den bayerischen Mittelgebirgen, die an die Windausbeute der Nordsee heranreichen, gerade dort kommunal “überplante” Tabuzonen. Diese Gefahr besteht auch in unserer Region: das Scheitern der Windkraft an den Kommunen.

Zwar ist die Erstellung eines Flächennutzungsplans für Windkraftanlagen in unserem Landkreis  sicher sinnvoll, damit ein geordneter Zubau von Windkraftanlagen an geeigneten und für die Windkraft optimalen  Stellen möglich ist. Aber es muss sichergestellt werden, dass dies auch wirklich das Ziel der Kommunen ist. Die Kriterien für den regionalen Plan dürfen nämlich nicht dazu führen, dass dann gar keine Standorte ausgewiesen werden, wie schon in prädestinierten Lagen von Rhön, Steigerwald und Spessart. Die Planungsverbände dürfen nicht zum Blockierer bei einer hoheitlichen Aufgabe werden, die der Landesplanung für die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien entgegensteht. Denn dann kann auch das erklärte neue Ziel der bayerischen Staatsregierung, in 10 Jahren (wenn möglich vollständig) aus der Kernenergie ausgestiegen sein zu wollen, nicht erreicht werden.

Windkraft – Geschichte und Definition

Die Windenergie ist eine der ältesten vom Menschen gebrauchten Energieformen. Das Potential der Windkraft wird schon seit Jahrtausenden genutzt. Bereits die alten Ägypter hatten Segelschiffe, wie ein Fries am Tempel zu Edfu belegt, und auch andere Völker hatten die Kraft des Windes erkannt.

Die ältesten Windmühlen sind aus Persien (zum Getreide mahlen), Tibet (als Gebetsmühlen) und China (zum Wasserpumpen) bekannt. In Europa wurden die ersten Windmühlen zum Mahlen von Getreide und zum Pumpen von Wasser um 1100 gebaut. Sie wurden von Anfang an als Auftriebsläufer mit horizontal liegender Rotordrehachse gebaut, was bis heute das grundlegende Prinzip moderner Windkraftanlagen ist.

Windkraftanlagen (also Anlagen zur Stromerzeugung) entwickelten sich aus der Windmühlentechnik heraus. Der amerikanische Gründer der Elektrizitätswirtschaft Charles F. Brush (1849 – 1929) gilt hier als Pionier. Er entwickelte zum Beispiel einen sehr effektiven Gleichstromgenerator, eine kommerzielle Lichtbogenlampe sowie eine effiziente Methode zur Herstellung von Blei-Säure-Batterien. In den Jahren 1887 bis 1888 baute er die erste vollautomatische Windkraftanlage zur Stromerzeugung.

Der Däne Poul la Cour (1846 – 1908) machte die Entdeckung, dass Anlagen mit weniger Rotorblättern, aber mehr Geschwindigkeit, für die Stromerzeugung wesentlich effizienter eingesetzt werden können.  Schon 1904 hielt la Cour regelmäßig Kurse für angehende Windkraft-Elektroingenieure an der Volkshochschule und baute in diesem Rahmen mehrere Testanlagen. Eine von ihm konzipierte Anlage wurde von der Firma Lykkegaard als kommerzielles Produkt vermarktet, bis 1908 waren bereits 72 Stück in Dänemark zur Versorgung ländlicher Siedlungen installiert. Im Jahre 1918 wurden in Dänemark 120 Elektrizitätswerke durch eine Windkraftanlage mit Energie versorgt. Die Anlagen deckten zu diesem Zeitpunkt rund 3 % des dänischen Stromverbrauches ab.

Der Bau von Wind­kraftanlagen bekam durch die Treibstoffverteuerung und -verknappung im Ersten Weltkrieg noch einmal Aufwind. In den nachfolgenden Jahren ließ das Interesse an der Windkraft nach, bis dann im 2. Weltkrieg wieder Energieversorgungsengpässe auftraten und die Windenergie Zuspruch erhielt. Nach dem Krieg kam dann aber der Ölboom, fossile Energieträger waren günstig und im Überfluss vorhanden. Doch einige Ingenieure entwickelten weiter an Windkraftanlagen und errichteten mit Erfolg Versuchsanlagen. Nach der ersten Ölkrise im Jahr 1973 stieg dann das Interesse an der Windenergie und seit die Verknappung und Endlichkeit der fossilen Energieträger als Fakt akzepiert ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energiewende bis 2050 auch politisches Ziel in Deutschland ist, hat sich Deutschland zum Weltmarktführer in der Windenergie entwickelt.

In den kommenden Jahren wird der Beitrag der Windenergie weiter wachsen. Neben der Entwicklung der Offshore-Windenergie wird für die Onshore-Entwicklung das Repowering – also der Ersatz älterer kleinerer Windenergieanlagen mit geringer Leistung, wie sie vor allem in den 1990er Jahren errichtet worden sind, durch moderne leistungsstärkere Anlagen – ein wichtiger neuer Schwerpunkt sein.

Definition Windkraft

Bei der Windkraft bzw. Windenergie handelt es sich um die kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre. Windenergie ist eine indirekte Form der Sonnenenergie und zählt deshalb zu den erneuerbaren Energien.

Man kann Windkraft auch folgendermaßen beschreiben:

  • als Winddruck, das ist der physikalische Druck, der von strömender Luft auf eine Objektfläche ausgeübt wird
  • oder als Windenergie, als aus der Luftbewegung umgewandelte (meist elektrische) Energie.

Verfasser: Energiewende Starnberg       Fotoquelle: gallery.dralzheimer.stylesyndication.de

Windstrom bringt mehr als doppelt so viel wie Atomkraft

Dienstag, April 5th, 2011

Windenergie an Land kann bis zu 65 Prozent des deutschen Strombedarfs decken, zeigt eine neue Studie. Die Windpotenziale aus dem Offshore-Ausbau kommen noch hinzu.

Allein mit Strom aus Onshore-Windenergie (Windenergie an Land) kann bis zu 65 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) erstellt hat.

In einem aufwendigen Verfahren haben die Wissenschaftler zunächst ermittelt, welche Flächen in Deutschland für die Windenergie nutzbar sind. Auf dieser Grundlage hat das IWES das Windenergiepotenzial bei der Bereitstellung von zwei Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland errechnet.

Die Studie kommt zu dem Schluss: Zwei Prozent der Fläche bringen mit heute verfügbarer Anlagentechnik bei einer installierten Leistung von 198 Gigawatt einen Ertrag von 390 Terawattstunden. „Bei einem gegenwärtigen Jahresstromverbrauch von etwa 600 Terawattstunden kann die Windenergie an Land bis zu 65 Prozent des deutschen Strombedarfs bereit stellen. Das zeigt: Die Erneuerbaren Energien können die Atomenergie mühelos ersetzen. Allein das Potenzial der Windenergie ist wesentlich größer als der Anteil des Atomstroms im gegenwärtigen Strommix. Denn die deutschen Atomkraftwerke erzeugten im vergangenen Jahr nur gut 140 Terawattstunden Strom“, fasst BWE-Präsident Hermann Albers das Ergebnis der Studie vor dem Hintergrund der aktuellen Atomdebatte zusammen.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis zeigt sich bei der Verteilung der Potenziale auf die einzelnen Bundesländer: Das Windenergiepotenzial ist in den Bundesländern am größten, in denen die Windenergie heute am schlechtesten ausgebaut ist. Das meiste Potenzial mit einem Ertrag von 80 Terawattstunden hat Bayern. Auf Platz drei steht mit einem Ertrag von immerhin 45 Terawattstunden Baden-Württemberg. Im Ländervergleich bilden diese Bundesländer in Hinblick auf den Windenergieausbau gegenwärtig das Schlusslicht. „Die Studie belegt, dass das große Potenzial der Windenergie an Land in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft ist. Vor allem die süddeutschen Bundesländer müssen den Ausbau der Windenergie endlich vorantreiben. Klar ist: Die Windenergie an Land ist aktuell die kostengünstigste Erneuerbare Energie. Wenn der Umstieg auf Erneuerbare Energien ernsthaft beschleunigt werden soll, ist ihr Ausbau nicht nur ökologisch, sondern auch volkswirtschaftlich am sinnvollsten“, unterstreicht Albers.

Grundlage der Ertragsberechnungen in der IWES-Studie sind Windenergieanlagen der Drei-Megawatt-Klasse. Je nach Standort wurden Anlagen mit einer Nabenhöhe von 100 Metern und von 150 Metern als Berechnungsbasis herangezogen. Im Durchschnitt erreichen diese Anlagen in der Studie 2.000 Volllaststunden. „Diese Turbinen sind besonders wirtschaftlich, deshalb gehen wir davon aus, dass sie schon bald die Zwei-Megawatt-Anlagen als derzeitige ‚Brot-und-Butter-Klasse’ ablösen werden. Wichtig für einen guten Energieertrag ist insbesondere die Kombination aus großem Rotor und hohem Turm, die REpower beispielsweise für die 3.2M114 und 3.4M104 anbietet“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende der REpower Systems AG, Andreas Nauen, aus Herstellersicht die Ergebnisse der Studie. „Erhöhen wir beispielsweise die Nabenhöhe einer 3.2M114 von 93 auf 143 Meter, erreichen wir selbst an einem durchschnittlichen Schwachwindstandort bis zu 50 Prozent mehr Energieertrag.“

In Hinblick auf die anstehenden energiepolitischen Gespräche der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 15. April 2011 betont Albers: „Auf die Tagesordnung dieses Treffens gehört unbedingt die Beseitigung geltender Höhenbeschränkungen für Windkraftanlagen. Das ist volkswirtschaftlich eine äußerst sinnvolle Maßnahme, um die Effizienz der Anlagen voll ausschöpfen zu können.”

Quelle: BWE-WindNews, 05. April 2011

Aktienindex für erneuerbare Energien steigt

Dienstag, April 5th, 2011

Der weltweite Aktienindex für erneuerbare Energien hat im ersten Quartal 2011 deutlich zugelegt. Der 30 internationale Aktientitel umfassende RENIXX World ist seit Jahresbeginn um fast 15 Prozent gestiegen, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. Zwei Drittel der im Index vertretenen regenerativen Einzelaktien haben sich um mehr als 10 Prozent verteuert. Den höchsten Gewinn im RENIXX World erzielt die SolarWorld-Aktie mit einem Zuwachs von 54 Prozent, gefolgt von Nordex (+40%), Meyer Burger (+38%), Vestas (+30%), SMA (+27%) und Gamesa (+26%).

“Die nationalen und internationalen Auswirkungen des Reaktorunglücks in Japan sind für die Branche derzeit nicht absehbar”, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. “Es wird auch noch mindestens bis 2012 dauern, bis aus der jetzigen Stimmung pro erneuerbare Energien überhaupt konkretes operatives Geschäft werden kann”, so Allnoch weiter. Ein Indiz für die verhaltene Einschätzung der deutschen Unternehmen  ist die Entwicklung der Geschäftsstimmung. Die Firmenumfrage im März fand bereits nach dem Unglück in Fukushima statt. Zwar steigt der Geschäftsklima-Index von 93,8 (Februar2011) auf 97,5 im März deutlich an, allerdings sind die Firmen von einer Hochstimmung noch sehr weit entfernt (Werte über 110 Punkte). Auch die Skepsis gegenüber der Politik ist groß: 60 Prozent der befragten Firmen aus der regenerativen Branche glauben derzeit noch nicht, dass die alten Atomkraftwerke in Deutschland dauerhaft vom Netz genommen werden.

Weitere Infos:
RENIXX World online: http://www.iwr.de/renixx-online

Geschäftsklima-Index: http://www.iwr.de/geschaeftsklima

Quelle: iwr-pressedienst

Kombikraftwerk: Stabiler Strom aus Erneuerbaren Energien

Montag, April 4th, 2011

Neues Forschungsprojekt “Kombikraftwerk 2″ testet Netzstabilität bei einer Stromversorgung aus 100 % Erneuerbaren Energien

Berlin, 4. April 2011. Eine sichere und zuverlässige Stromversorgung allein aus Erneuerbaren Energien ist in Deutschland machbar – auch ohne sogenannte Schattenkraftwerke. Das soll das neue Forschungsprojekt “Kombikraftwerk 2″ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft nachweisen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden in Modellen und Feldversuchen verknüpft und zentral gesteuert. Die Forscher erhoffen sich davon Erkenntnisse darüber, wie sich der steigende Anteil von Wind- und Sonnenenergie in die Stromversorgung integrieren lässt. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 den Bei­trag Erneuerbarer Energien im Strombereich auf mindestens 35 Prozent zu erhöhen. Bis spätestens zum Jahr 2050 rechnen Experten mit einer vollständigen Strom­versorgung aus erneuerbaren Quellen.

Darüber hinaus soll untersucht werden, welchen Beitrag Erneuerbare Energien zur Versorgungsqualität leisten können. Bereits heute verfügen Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen über technische Eigenschaften, die zur Netzstabilität beitragen und bei Engpässen das Stromnetz entlasten können. Die Wirksamkeit so genannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung testet das “Kombikraftwerk 2″ unter realen Wetterbedingungen. Mit dem Fokus auf die System- und Netzintegration knüpft das “Kombikraftwerk 2″ an sein Vorgängerprojekt an, das bereits 2007 eine bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nachgewiesen hatte.

“Ein vollständiger Umstieg auf regenerative Energien ist aus Gründen des Klimaschutzes und angesichts endlicher fossiler Ressourcen unumgänglich. Die Frage ist, was das für die heutige Struktur der Stromversorgung bedeutet, für Übertragungsnetze und Energiespeicher”, sagt Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel. “Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen”, ist sich Rohrig sicher.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt “Kombikraftwerk 2″ wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), ÖKOBiT GmbH, Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG und die Agentur für Erneuerbare Energien.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kombikraftwerk.de.

Deutschland entdeckt den Ökostrom!

Samstag, März 19th, 2011

Wird Deutschland öko-energiebewusst?

Zumindest scheinen die Chancen jetzt größer als vor der Atom-Katastrophe in Japan.

Das Energieunternehmen Lichtblick in Hamburg gewinnt nämlich seit einer Woche pro Tag dreimal mehr Ökostrom-Kunden als früher. Lichtblick ist mit 600.000 Kunden der größte Ökostrom-Anbieter in Deutschland. Der kleinere Bruder Naturstrom in Düsseldorf hat aktuell etwa 60.000 Kunden und gewinnt jetzt jeden Tag sogar zehnmal mehr Kunden als bisher.

Die meisten Stromwechsler organisieren ihren Umstieg über das Internet. In drei Minuten ist der bürokratische Aufwand erledigt.  Viele Ökostrom-Anbieter sind mit ihrem Angebot sogar preiswerter als die alten Atomstrom-Anbieter.  Das heißt: Jeder kann, wenn er wirklich will, seinen privaten Atomausstieg in drei Minuten erledigen. Es gibt keine Ausreden mehr!

Quelle: Sonnenseite 2011

Neu erschienen: Energieeffizienz im öffentlichen Sektor

Freitag, März 18th, 2011

Neue dena-Broschüre für Kommunen und öffentliche Hand – ab sofort kostenlos erhältlich!

Die Handlungsfelder und Möglichkeiten zur Initiierung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen im öffentlichen Sektor sind sehr vielfältig. Der neue Mini-Wegweiser gibt Ihnen einen guten Überblick: von der Umsetzung eines strategischen Energiemanagements bis hin zu gezielten Einzelmaßnahmen in den Handlungsfeldern Gebäude, Beschaffung, Straßenbeleuchtung, Verkehr und Nutzermotivation.

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