Kategorie: Hintergrund / Daten & Fakten

Kleinwindanlage dreht sich oberhalb von Herrsching

Mittwoch, Mai 15th, 2013

Herrsching, 15.05.2013: Die Energie-Genossenschaft Fünfseenland eG hat im Weiler Rausch, oberhalb von Herrsching, die erste Kleinwindanlage errichtet. Die Anlage mit einer Nennleistung von 0,6 kW ist in Betrieb und liefert bereits gute Erträge. Den Standort dafür stellt die Familie Otto Bauer zur Verfügung. Auf dem Dach von einem Gebäude des Pferdebetriebes wurde ein ertragreicher Platz für die Windenergie-Nutzung gefunden. Sponsor, Planer und Erbauer war das Herrschinger Planungsbüro Companion. Die Firma Elektro Saegmüller aus Starnberg installierte die Anlage fachkundig an das Hausnetz und übernahm dafür die Kosten.

Die Anlage hoch über Herrsching und dem Ammersee dreht sich nahezu pausenlos und produziert damit grünen Strom für den Eigenverbrauch. Viele der Spaziergänger und Reiter am Pferdehof von Bauers sind erstaunt darüber, wie oft und wie leise sich die Anlage dreht, auch an windarmen Tagen. Es gibt sogar bereits Anfragen von Interessenten für weitere Anlagen. Dies zeigt, dass Windkraft nicht nur eine Stromerzeugungsart in Küstennähe ist, auch im Landkreis Starnberg kann sie ertragreich genutzt werden – und interessant anzusehen ist sie allemal. “Irgendwie gehört eine Windanlage zu jedem Bauernhof”, so Otto Bauer, der sich mit allen Reitern am Hof gleich am ersten Tag mit dem Rad auf dem Dach angefreundet hat.

Für die Kleinwindanlage fielen inklusive Generator und Schaltelektronik etwa 1.800 Euro an. Die weiteren Kosten ergeben sich abhängig von Mast und Installationsaufwand. Mit der Installierung von Windenergieanlagen kann die Umstellung auf Erneuerbare Energien und die Energiewende erfolgreich weiter vorangetrieben werden. Rentabel wird die Anlage vor allem dann, wenn der Strom im eigenen Betrieb genutzt werden kann.

Technische Daten der Kleinwindanlage in Rausch:

  • Kleinwindanlage Black 600
  • Nennleistung 0,6 kW
  • 3 Blatt RotorEinschaltwind 1 m/s
  • Nenngeschwindigkeit bei 11 m/s
  • Rotordurchmesser 1,59 m
  • Rotorfläche 1,97 m²

Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
www.companion-energy.de  Tel.: 08152-9991381

Verfasser: Energiegenossenschaft Fünfseenland eG und Energiewende Starnberg e. V.

Bild: Bernhard Vogel

Der Recyclingkreislauf einer Solaranlage

Dienstag, April 30th, 2013

Nach Ablauf der Nutzungsdauer nimmt die Leistungsfähigkeit einer Solaranlage ab. Dies ist nach etwa 30 Jahren der Fall. Die PV-Module müssen ausgetauscht werden. Doch was geschieht mit den alten Modulen? Sie können einem Recyclingkreislauf zugeführt werden!

Der Recyclingkreislauf einer Solaranlage ist für Wirtschaft und Umwelt von großem Nutzen. 95% der verbrauchten Materialen können für den Bau neuer Anlagen wiederverwendet werden. Daraus ergibt sich ein stabiler Photovoltaik-Markt der gewährleistet, dass erneuerbare Energien eine Zukunft haben.

Das Recycling alter Photovoltaik-Module wird weiter perfektioniert, sodass die Kosten immer mehr sinken. In der Infografik „Der Recyclingkreislauf einer Solaranlage“ zeigt die einzelnen Schritte einer Photovoltaikanlage.Recyclingkreislauf einer Photovoltaikanlage_Vorschau

Quelle: Käuferportal, Sonnenseiten
Grafik: Käuferportal

Spitzenstellung Deutschlands bei Stabilisierung des Stromsystems

Dienstag, April 16th, 2013

Deutsche Unternehmen sind Weltmarktführer bei Technologien, mit denen das Stromsystem stabilisiert und optimiert werden kann. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie des Büros für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (BET Aachen) im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) und der Hannover Messe. Mit diesen Technologien können die steigenden Anteile Erneuerbarer Energien im Energiemix ausgeglichen werden.

Zu diesen Technologie-Spitzenreitern zählen Hersteller von Pumpen, Turbinen und Generatoren,  vor allem aber Unternehmen, die intelligente Steuerungs- und Speichertechnologie entwickeln.

Der Studie zufolge stehen in Deutschland genügend Technologien und Handlungsoptionen zur Verfügung, um auch hohe Anteile wetterabhängig einspeisender erneuerbarer Energien auszugleichen, erklärte der BEE. Das reiche vom Lastmanagement über bedarfsgerecht stromerzeugende Biomasseanlagen bis hin zur verstärkten Nutzung von Speichern. Von großer Bedeutung für den Ausgleich von Wind- und Solarkraftwerken seien Biomasseanlagen“, meint der BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. In Deutschland gebe es rund 180 Hersteller und Planer solcher Anlagen. Das Ausland setzt hingegen fast ausschließlich deutsche Technik ein. Ebenfalls unerlässlich als künftige Ausgleichsoption seien Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK), die sowohl mit Erd-, als auch mit Biogas betrieben werden können.

Selbst bei einer vollständigen Versorgung aus Erneuerbaren werden in Zukunft Gaskraftwerke benötigt, denn diese können bei Bedarf Strom aus gespeichertem Biogas oder Wasserstoff erzeugen, unterstreicht der BEE. Gasturbinen besitzen niedrigsten Investitionskosten und sind daher bei geringen Laufzeiten am kostengünstigsten. „Zusammen mit den Herstellern von Pumpen für Speicherkraftwerke gehören auch Gas- und Dampfturbinen aus Deutschland zu den Weltmarktführern“, so Falk.

Quelle: euwid

Bild: Fotolia

Bürgerkraftwerke in Gefahr

Mittwoch, März 27th, 2013

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird aktuell erneut bedroht. Diesmal will das Bundesfinanzministerium mit einem neuen Kapitalanlagengesetz die Finanzierung von Fonds regulieren. Von den hohen Auflagen sind letztlich aber auch Bürgerbeteiligungsmodelle betroffen. Um dem entgegen zu wirken, hat nun die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „energie neu denken“ eine Kampagne gestartet.

Gesetz macht Bürgerbeteiligungen unmöglich

Das Gesetz soll zum Sommer 2013 beschlossen werden. Sollte es in der geplanten Form umgesetzt werden, wird die Finanzierung von Bürgerwindparks, Bürgersolaranlagen oder auch ökologischen Unternehmensvorhaben praktisch unmöglich: Nur große Emissionshäuser können dann noch Kapitalanlagen herausgeben.

Durch umfangreiche Auflagen und Vorgaben wird der Finanzierung von gemeinschaftlichen, ökologischen Projekten in Form von Kommanditgesellschaften, so genannten Genussrechten oder ähnlichen Kapitalbeschaffungen wohl ein Ende gesetzt. Bisher haben sich Ökogärtnereien, Biohöfe oder auch Entwicklungsprojekte mit der Ausgabe von Genussrechten unkompliziert Geldmittel beschaffen können. Bürgersolaranlagen und Windparks wählten oft die Gesellschaftsform GmbH & Co. KG. Mit dem neuen Gesetzesentwurf ist dies nahezu unmöglich.

EU Richtlinie würde Ausnahmen erlauben

Hintergrund des Gesetzes ist eine europäische Richtlinie, die in nationales Recht umgewandelt werden soll. Drin werden allerdings die EU Kleinfonds mit maximal 500 Mio. € bewusst ausgenommen. Die Bundesregierung sieht jedoch derzeit noch keine Ausnahmemöglichkeiten für Bürgerbeteiligungen vor. Was ursprünglich als Lehre aus der Lehman-Pleite gedacht war, trifft nun auch kleine regionale Fonds. Dies ist ein weiterer schwerer Schlag gegen eine demokratische Energiewende und erschwert auch die Kapitalbeschaffung kleinerer ökologischer Unternehmen.

Protestkampagne energie neu denken

Die gemeinnützige Gesellschaft energie neu denken hat nun mit einem breiten Partnernetzwerk eine E‑Mailaktion gestartet, bei der Besucher einen Appell an die Regierung und den Bundesrat unterzeichnen können. Neben dem Protestschreiben ruft die Organisation auch zu Protestanrufen im Ministerium auf. So soll das Bundesfinanzministerium zum Umdenken gebracht werden.

Quelle: energie neu denken gUG

Bild: “Windräder im Allgäu”, Energiewende Starnberg e. V.

Bayern: Schon 33 % des Stroms aus erneuerbaren Energien

Montag, März 18th, 2013

In Bayern wurden im vergangenen Jahr etwa 33 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien aus unmittelbarer Umgebung gewonnen. Dies ergaben erste Berechnungen des Verbands Bayerischen Energie- und Wasserversorgung e. V. (VBEW). Im Jahr 2009 waren es noch 25 %, was vor allem auf den Ausbau der Photovoltaik zurückzuführen ist. Aber auch die Windkraft liefert einen immer größeren Beitrag. Bis zum Jahr 2021 sollen nach Bayerischer Staatsregierung ein Anteil von 50 % erreicht werden.

2012 wurden 81 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 200 MW errichtet. Durchschnittlich beträgt eine Anlage eine Leistung von 2.475 kW und eine Nabenhöhe von 134 m. Insgesamt sind nun 559 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 880 MW in Bayern angeschlossen.

Photovoltaikanlagen gibt es in Bayern über 431.000 mit rund 9.500 MW Spitzenleistung. Davon wurden allein 2012 50.000 Anlagen mit 1.500 MW neu installiert.

Erfreulich zeigte sich auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft im Jahr 2012. Aufgrund der im Vergleich zum Vorjahr höheren energetisch verwertbaren Wassermenge in den Flüssen hat sich die Wasserkraft erfreulich entwickelt und bleibt damit die mit Abstand wichtigste erneuerbare Stromquelle in Bayern. Zusammen mit der Stromerzeugung aus Biomasse wurden im Jahressaldo rund 33 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gedeckt.

„Der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt damit genau im Plan“, sagte Norbert Breidenbach, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. – VBEW. „Wir berücksichtigen bei dieser vereinfachten Statistik aber nicht, dass ein immer größer werdender Anteil des in Bayern erzeugten Stroms aus Photovoltaik und Wind gar nicht in Bayern verbraucht werden kann, da dieser witterungs- und tageszeitabhängig anfällt und nicht mit der aktuellen Stromnachfrage zusammenpasst“, so Detlef Fischer, Geschäftsführer des VBEW.

Die Stromerzeugung aus Sonne und Wind leiste zweifelsfrei ihren Beitrag zur Stromversorgung. Jetzt gelte es, diese unter Beachtung von technischen, marktwirtschaftlichen und administrativen Erfordernissen in das Energieversorgungssystem zu integrieren. „Jede Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus ist eben doch mehr als ein Wertpapier und muss ihren Beitrag zu einer bedarfsgerechten und bezahlbaren Stromversorgung leisten. Das hat in grundsätzlich erfreulicher Weise auch der Bundesumweltminister Peter Altmaier mit seinen Vorschlägen zur „Strompreis-Bremse“ kürzlich öffentlichkeitswirksam deutlich gemacht“, meint Fischer.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler, Quelle: Verbund der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. VBEW

Bild: Agentur Erneuerbare Energien

Bundesregierung will Fracking regeln

Dienstag, Februar 19th, 2013

Das Förderverfahren Fracking soll demnächst von der Regierung geregelt werden. Die Explorationsart ist höchst umstritten, da über die Bohrungen Chemikalien in den Untergrund gebracht werden und damit das Grundwasser verschmutzen könnten. In Deutschland besteht momentan eine unzureichende Gesetzeslage, die durch die neuen Gutachten präzisiert werden soll, so der Bundesumweltminister Peter Altmaier. In Trinkwasserschutzgebieten soll das Verfahren künftig komplett verboten werden. “Für alle anderen Bereiche wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben”, kündigte Altmaier an.

Schätzungen zufolge könnte die zur Verfügung stehende Schiefergasmenge ausreichen, um Deutschland für 13 Jahre mit Erdgas zu versorgen. Die Importabhängigkeit von Russland oder Norwegen würde durch den Einsatz der Fracking-Technologie sinken und Deutschland mehr Gestaltungsspielraum bei der Energieversorgung geben. Dem entgegen stehen große Umweltbefürchtungen. Auch eine verfahrensbedingte Initiierung von Erbeben wird nicht ausgeschlossen.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler, Quelle: IWR, sonnenseite.com

Bild: brainding

Neuer Potenzial-Atlas Bioenergie verdeutlicht Chancen

Freitag, Februar 15th, 2013

Keine Energiewende ohne Bioenergie – so das Fazit von Experten. Der neue Potenzialatlas verdeutlicht die Chancen für Biomasse zur Energiegewinnung in den einzelnen Bundesländern.

Energie aus Biomasse hat mit einem Anteil von mehr als acht Prozent am deutschen Endenergieverbrauch den größten Anteil an der Bereitstellung regenerativer Alternativen zum fossil-atomaren System. Die Rohstoffe, die dies ermöglichen, reichen von Energiepflanzen über Wald- und Resthölzer bis hin zu Abfällen aus Landwirtschaft und Biotonne. Der neu erschienene Bundesländer-Potenzialatlas Bioenergie der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeigt Status Quo und Möglichkeiten zur Nutzung von Holz, Raps, Mais, Gülle und Co. auf. Je nach regionalen Gegebenheiten sind die Bioenergie-Potenziale in Deutschlands Regionen unterschiedlich groß. Für alle Regionen gilt: Die Vielfalt des Multitalents Bioenergie wird vor Ort gerade erst entdeckt.

Potenzial für Biomassenutzung kann noch steigen

In den einzelnen Bundesländern kann die Nutzung der Biomasse noch steigen. Das macht der neue AEE-Potenzialatlas ebenso deutlich wie die Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten für die Biomasse. Entwickelt wurde der Band auf Basis von Untersuchungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ). „Als vielseitig einsetzbare Energiequelle hat Biomasse für die Energiewende einen hohen Stellenwert“, erklärte die DBFZ-Bereichsleiterin Bioenergiesysteme, Prof. Dr. Daniela Thrän, heute bei der Präsentation des Atlas in Berlin. „Das Potenzial für einen weiteren Ausbau ist vorhanden; das gilt für Reststoffe ebenso wie für die Verwertung von Energiepflanzen und Holz“, betonte Prof. Dr. Thrän. „Der AEE-Atlas zeigt: Nutzungskonkurrenzen in wenigen Regionen dürfen nicht dazu führen, die Bioenergie infrage zu stellen. Dort, wo Monokulturen auftreten, werden diese häufig nicht durch Energiepflanzen verursacht“, sagte die Wissenschaftlerin, die auch das Department Bioenergie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) leitet.

Dr. Torsten Gabriel, Sprecher der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), wies darauf hin, dass die Debatte um die Energiewende vom Thema Stromversorgung beherrscht wird. „Im Wärme- und Verkehrssektor, die rund drei Viertel der gesamten Energie verbrauchen, finden erneuerbare Ressourcen bislang nur wenig Beachtung.  Hier liegen jedoch die besonderen Stärken der Bioenergie“, hob Gabriel hervor.

Für Daniel Hölder, Leiter Energiepolitik bei der Clean Energy Sourcing GmbH, wachsen Strom- und Wärmemarkt durch den Erfolg der Erneuerbaren Energien enger zusammen. „Durch eine stärkere Kopplung von Strom- und Wärmeversorgung können erhebliche Flexibilitätsreserven für den Ausgleich der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne gehoben werden. Bioenergieanlagen werden künftig verstärkt die Aufgabe haben, die Netze zu stabilisieren und Strom dann zu erzeugen, wenn nicht genügend Wind und Sonne zur Verfügung stehen“, erklärte Hölder. Im Verkehrssektor werden Biokraftstoffe laut Hölder auf mittlere Sicht die einzige Möglichkeit bleiben, Erneuerbare Energien zu nutzen.

Der AEE-Potenzialatlas bietet mit mehr als 200 Karten und zahlreichen Infografiken einen anschaulichen Überblick über die heutige Bioenergienutzung in den 16 Bundesländern. Zugleich werden in vier Szenarien die Potenziale in den einzelnen Regionen für verschiedene Nutzungspfade entworfen. Damit lässt sich abschätzen, in welchen Bandbreiten Bioenergie im Jahr 2020 zur Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung eines Bundeslandes beitragen kann.

Welche Reserven noch brachliegen, zeigt das Beispiel Stroh: Mehr als 20 Millionen Strohballen können rund 1,3 Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Strom und etwa 2,2 Millionen Haushalte mit Wärme versorgen. AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer: „Der Potenzialatlas bietet eine fundierte Orientierung, welche Beiträge die Bioenergie in den Bundesländern zur Energiewende im Einklang mit Naturschutz und Lebensmittelproduktion leisten kann.“

Die einzelnen Bundesländer-Kapitel des Atlas können hier online abgerufen werden!

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien - www.unendlich-viel-energie.de – 15.02.2013

Bild und Grafik: Agentur für Erneuerbare Energien

Jahresbilanz Windenergie 2012

Freitag, Februar 8th, 2013

Der Anteil der Windenergie in Deutschland verzeichnet im Jahr 2012 erneut ein stabiles Wachstum. Im vergangenen Jahr wurden 1.008 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 2.439 Megawatt neu installiert, womit sich die installierte Leistung zum Jahr 2011 um etwa 20 Prozent vergrößert hat. Diese Daten wurden vom Deutschen WindGuard im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) und VDMA Power Systems (VDMA PS) erhoben.

„Deutschland ist der Fels in der Brandung der Windindustrie in einem turbulenten Weltmarkt. Der absehbare Einbruch des US-Marktes 2013 und die weitgehende Abschottung des schrumpfenden chinesischen Marktes zwingen die Hersteller zur Fokussierung auf die europäischen Kernmärkte. Der dringend benötigte systemische Umbau des EEG und des Strommarktdesigns in Deutschland wird daher umso wichtiger. Wenn uns dies gelingt, werden die Rahmenbedingungen am Heimmarkt auch Vorbild für unsere Exportmärkte sein.“, so Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA PS.

Der Windenergieausbau findet flächendeckend in ganz Deutschland statt. Auch wenn weiterhin Niedersachsen (361 MW) und Schleswig-Holstein (333 MW) die Spitzenländer sind, wird vermehrt auch in den südlichen Bundesländern (Bayern: 201 MW) zugebaut. Baden-Württemberg bildet mit 19 Megawatt das Schlusslicht in der Republik.

Im Offshore-Bereich wurden 16 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von 80 Megawatt installiert. Insgesamt sind es nun 68 Anlagen mit 280 MW Leistung, die in der deutschen Nord- und Ostsee Strom einspeisen. Herdan: „In 2012 wurden allerdings bereits 109 Fundamentstrukturen auf See installiert, sechs Offshore-Windparks mit über 350 Anlagen und einer Leistung von 1700 Megawatt sind in Bau. Ob der gordische Knoten bei der Netzanbindung durch die jüngste Klärung der Haftungsfragen gelöst und die Finanzierung damit gesichert ist, wird sich dieses Jahr zeigen”.

Eine große Spreizung gibt es bei den Turmhöhen im Bundesländervergleich. Anlagen in Schleswig-Holstein besitzen eine relativ niedrige Nabenhöhe mit durchschnittlich 82 Metern, in Baden-Württemberg hingegen liegt sie bei 130, in Bayern sogar bei 134 Metern. „Das zeigt, dass es hier enormes Verbesserungspotenzial gibt. Denn höhere Türme und größere Rotordurchmesser sorgen in ganz Deutschland für eine bessere Windausbeute. Bei optimaler Anlagenkonfiguration können wir im Norden und im Süden für mehr Vollaststunden sorgen und so entscheidend zur Netzstabilität beitragen”, meint Pilarsky-Grosch, BWE-Vizepräsidentin.

Mit geschätzten 13.200 Megawatt Leistung aus neu installierten Windenergieanlagen in den USA in 2012 (2011: 6.800 Megawatt) und voraussichtlich kaum mehr als 5.000 Megawatt in 2013 sowie 14.000 Megawatt in China in 2012 (2011: 17.600 Megawatt) und voraussichtlich stagnierender Installationen in 2013 sind beide Märkte extrem instabil – mit drastischen Folgen für die jeweilige Windindustrie vor Ort. Nach Einschätzungen von VDMA PS kann der Weltmarkt in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent einbrechen. „Wenn die Windenergie nicht in den Mühlen des Wahlkampfes zerrieben wird, sichert der starke Heimatmarkt der Windindustrie Fertigungskapazitäten in Deutschland für den 2014 wieder absehbar wachsenden Weltmarkt“, betonte Herdan.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Inlandsmarkt 2012
Neue Windenergie-Kapazitäten in Deutschland: 2.439 MW
Neue Windenergie-Kapazitäten Repowering: 432 MW (abgebaut 179 MW)
Neue Windenergie-Kapazitäten Offshore: 80 MW
Gesamte Windenergie-Kapazität in Deutschland zum 30.12.2012: 31.332 MW
Gesamte Windenergie-Kapazität Repowering: 1.443 (abgebaut: 627)
Gesamte Windenergie-Kapazität Offshore: 280 MW

Download: Status des Windenergieausbaus in Deutschland 2012

Weitere Informationen zu Energie aus Wind im Landkreis Starnberg finden Sie unter Energie im Fokus/Energie aus Wind und unter www.windenergie-starnberg.de!

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – Daniela Köhler, Quelle: Bundesverband Windenergie e. V.

Bild: AEE

PAK-Entstehung auch bei unsauberer Biomasseverbrennung

Freitag, Januar 18th, 2013

Das Umweltbundesamt hat eine neue Broschüre zum Thema Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe herausgegeben. Die so genannten PAK wirken, wenn sie in die Umwelt gelangen, toxisch und sie sind krebserregend. PAK entstehen zum Beispiel bei der unvollständigen Verbrennung von Holz und anderen Biomassen sowie von fossilen Brennstoffen. Daher sollten vor allem (künftige) Ofen- und Holzheizungsbesitzer beim Kauf eines Ofens oder einer Heizungsanlage darauf achten, dass ihr Modell die gesetztlich vorgeschriebenen Grenzwerte möchlichst sogar deutlich unterschreitet und nachweislich besonders schadstoffarm verbrennt. Je weniger PAK entstehen, die sich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern und daher auch in die Nahrungskette gelangen, desto besser …

Allgäuer nehmen Vorreiterrolle in der Energiewende ein

Freitag, Januar 11th, 2013

Während in Oberbayern die Bürgerinnen und Bürger noch unentschieden sind, ob sie die Energiewende vor der eigenen Haustüre überhaupt wollen und vor allem, ob sie die damit einhergehenden Veränderungen am Landschaftsbild ertragen können, drehen sich in anderen, nicht minder schönen Gegenden längst die Windräder. Zum Beispiel im Allgäu: Dort haben sich energieautarke Gemeinden entwickelt, die sich und die umliegende Orte mit 100 % erneuerbarer Energie ausschließlich aus der Region versorgen und die diese Energie gewinnbringend für ihre und mit den Bürgerinnen und Bürgern verkaufen. Von den Bürgerinnen und Bürgern wird der Sinn und die Zukunftsfähigkeit dieser Energie-Projekte längst nicht mehr in Frage gestellt wird.

So gibt es im benachbarten Allgäu bereits zahlreiche Passivhäuser, PV-Kraftwerke, PV-Freiflächen- und  PV-Dach-Anlagen, Wärmepumpen, Biogasanlagen und Biomassekraftwerke. Windräder sind hier im Alltag längst angekommen, Geothermie ist kein Tabu. Der Landkreis Unterallgäu (Planungsverband Iller-Donau) hat derzeit 17 Standorte im Blick,  im Gebiet des Planungsverbands Allgäu (Kempten, Kaufbeuren sowie Oberallgäu, Ostallgäu und Lindau) sind mehr als 30 Windräder in Betrieb, in den Räumen Oberallgäu/Kempten und Ostallgäu/Kaufbeuren sollen weitere 50 – auch so genannte Raumbedeutende Anlagen (bis 200 m hoch) ans Netz gehen.

Pioniere in Allgäu-Schwaben denken seit über 15 Jahren in Richtung Energiewende und packen sie an. Sie investieren in das, was sich bereits jetzt oder in nächster Zukunft rentiert. Bereits 2001 hat die Gemeinde Wildpoldsried das Kommunale Energiemanagement eingeführt. Mit großem Selbstverständnis wird inzwischen die Energiewende im Allgäu von Vielen gelebt, beteiligen sich die Bürgerinnen und Bürger nicht nur an den großen Windenergie-Projekten – und profitieren davon – sondern sind auch eifrig beim Energiesparen im eigenen Haus und im Alltag.

Modellregion für E-Mobilität

Anstatt in das Dritt- und Viertauto wird hier lieber in vernünftige Haustechnik und Dämmung investiert. Schwaben sparen halt gern! Bleiben deshalb die Touristen im Allgäu aus? Mitnichten. Wie auch in anderen Regionen, in denen der Wind den Strom erzeugt, wird das fortschrittliche Denken von den Gästen belohnt – indem sie weiterhin oder gerade deshalb kommen.

So dünkt es nicht Wunder, dass das Allgäu nun auch als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt wurde. Mit dem Projekt eE-Tour Allgäu sollen die Möglichkeiten der Elektromobilität im Tourismus fürs Allgäu erforscht und realisiert werden. Hierbei wird zum einen das Mobilitätsverhalten der Gäste in der Region untersucht, zum anderen ist auch das Angebot der Elektromobilität für Einheimische als sinnvolle Mobilitätsalternative Gegenstand der Forschung.

Urlaubsgäste sollen Geschmack an innovativen, umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten finden und die Botschaft mit nach Hause nehmen: „Wir konnten es im Urlaub probieren. Wir können es auch zu Hause tun.“

Wer sich über die Entwicklung im Allgäu informieren und Anregungen gewinnen möchte, sollte einen Blick  auf  www.umwelt-heute.tv/ und auf das schon legendäre Energiedorf Wildpoldried werfen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – E. Villing

Quellen: www.wildpoldsried.de, www.umwelt-heute.tv