Kategorie: Hintergrund / Daten & Fakten

Modernisieren und Vererben mit Mehr-Wert

Dienstag, Februar 21st, 2017

Vortrag über Finanzierung und Vererben: Modernisieren und Vererben mit Mehr-Wert

am 06.03.2017, 19.00 Uhr Großer Sitzungssaal im Landratsamt
Das Eigenheim altersgerecht und energetisch modernisieren und rechtzeitig ans Vererben denken

Kurzbeschreibung:
Junge Familien, aber auch ältere Menschen, die ein Haus kaufen, sanieren oder neu bauen wollen, waren bis vor kurzem gern gesehene Kunden bei der Bank. Heute aber verweigern die Kreditinstitute ihnen oft die Finanzierung. Schuld daran ist die EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie, der zufolge ein Kunde nachweisen muss, dass er seinen Kredit auch bis zum Lebensende tilgen kann. Damit ältere Eigenheimbesitzer trotzdem die Modernisierung ihres Hauses oder den altersgerechten Umbau finanzieren können, gibt es erprobte Wege des vorzeitigen Vererbens. Sich rechtzeitig damit auseinandersetzen und gegebenenfalls auch früh eine Lösung mit den Erben entwickeln, schafft Wohn- und Lebensqualität im Alter und vermeidet Streit sowie unnötige Steuerlasten.
Referenten: Markus Rainer, Fachanwalt für Erbrecht, Olching Vertreter einer örtlichen Bank und eine Energieberaterin

Speicher für die Energiewende

Dienstag, Januar 17th, 2017

Photovoltaik und Windkraft werden künftig den Großteil unserer Energieversorgung decken. Dadurch werden aber die Fluktuationen bei der Stromversorgung erheblich zunehmen, wodurch der Speicherbedarf um den Faktor 1000 steigen wird. Das Video erklärt mit Pumpspeicherkraftwerken, Power-to-Gas-Speichern und Batteriespeichern die wichtigen Stromspeicher für die Energiewende.

 

„Aufschrei zum EEG“ verabschiedet!

Freitag, Juli 8th, 2016
Das neue EEG wurde am 6. Juli vom Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie verabschiedet. Das ist ein Desaster für Energiewende und Klimaschutz, die damit um Jahre zurückgeworfen werden. Und ein Hohn angesichts des historischen Beschlusses der Klimakonferenz von Paris, die Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen zu wollen und der Bekundungen von Kanzlerin und Umweltministerin, dieses Ziel auch in Deutschland mit wirksamen Maßnahmen umsetzen zu wollen.
 
Die Delegiertenversammlung des Vereins Energiewende Landkreis Starnberg e.V. schließt sich daher dem „Aufschrei“ von Protect the Planet an und fordert die Akteure in Politik und Gesellschaft auf, ihrer Verantwortung nachzukommen, für die Einhaltung der Zusagen von Paris einzustehen und die Lösung überlebenswichtiger Probleme anzugehen.“

Wildpoldsried macht sein Stromnetz fit für die Energiewende

Dienstag, Mai 3rd, 2016

Ein Microgrid-Test zeigt, wie eine Stromversorgung mit Erneuerbaren funktionieren kann

In Deutschland sollen in etwa 35 Jahren etwa 40 Millionen Haushalte und fast 4 Millionen Unternehmen zu 80 Prozent mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden können. Bislang wurde in aufwendigen Simulationen gezeigt, dass das funktionieren kann. In Wildpoldsried wurden nun die Erzeugungskapazitäten und das lokale Stromnetz für die Energiewende-Zukunft vorbereitet.
Die komplette News lesen Sie unter hier
Quelle: bine informationsdienst.

Bild: Kesseler/Pixelio

Protest gegen die Verzögerungstaktik bei der Energiewende!

Donnerstag, April 28th, 2016

Gemeinsamer Protest gegen die vorsätzliche Verzögerung der Energiewende durch das Wirtschaftsministerium

Eine große Zahl von Energiewende- und Klimaschutz-Organisationen setzt sich für die Beschleunigung der Energiewende gemäß den Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz ein. Und auch die Bürger sprechen sich mehrheitlich für eine schnellere Energiewende aus (Rebpräsentative Umfrage von TNS_Emnid 03-2016). Doch das Bundeswirtschaftsministerium bremst die Energiewende aus.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung protestieren nun zahlreiche Organisationen gegen die Verzögerung der Energiewende durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Eine der Verzögerungsmaßnahmen besteht in der kostentreibenden Fehlleitung der EEG-Umlage in die Taschen der fossilen Stromwirtschaft. Wie diese Fehlleitung zu Stande kommt, ist Thema dieser Pressemitteilung.

Die EEG-Umlage soll eigentlich einen finanziellen Beitrag zur Einspeisevergütung von Solar- und Windanlagen und anderen Anlagen der erneuerbaren Energien liefern. Tatsächlich aber kommt sie den konventionellen Stromherstellern zu Gute. Von Seiten des BMWi werden dann die vorsätzlich erhöhten Kosten psychologisch als Argument für die Verlangsamung der Energiewende genutzt.

Im Jahr 2015 hat Deutschland mit über 80 TWh so viel Strom exportiert wie nie zuvor. Strom aus Deutschland kann im Ausland konkurrenzlos billig angeboten werden, weil ausländische Stromkunden keine EEG-Umlage zahlen müssen. Die nur in Deutschland erhobene EEG-Umlage subventioniert somit indirekt die deutschen Kohlestromexporte.

Deutsche Braunkohlekraftwerke werden mit Rücksicht auf ihre technisch begrenzte Abregelfähigkeit nicht heruntergefahren, wenn Solar- oder Windstrom ausreichend zur Verfügung stehen. Ihr Weiterbetrieb zu Jahreszeiten, in denen zunehmend Solar- und Windstromüberschüsse zu erwarten sind, ist ein klimapolitischer Skandal und grober Verstoß gegen die Pariser Dekarbonisierungsbeschlüsse!

Betreiber von konventionellen Kraftwerken haben zudem (nur noch historisch begründbar) das Vorrecht, ihren Strom bereits Monate oder Jahre im Voraus in zeitlich gleichbleibenden „Bändern“ (baseload oder peakload) am Terminmarkt oder im außerbörslichen Handel zu verkaufen. Dieses Recht sehen sie als Selbstverständlichkeit an. Strom aus Erneuerbaren Energien jedoch, der nach EEG vergütet wird, muss am Spotmarkt verramscht werden. Oder seine Lieferanten müssen Verpflichtungen eingehen, ihre Anlagen „freiwillig“ herunterzuregeln, wenn ansonsten die Spotmarktpreise negativ würden. Das ist eine massive Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Erneuerbaren Energien.

Warum steigt die EEG-Umlage?

Da am Spotmarkt alle jene Kunden fehlen, die sich bereits im Vorab-Handel mit konventionell erzeugtem Strom eingedeckt haben, ist die Nachfrage am Spotmarkt gering. Geringe Nachfrage führt dazu, dass das Niveau der Spotmarkt-Strompreise sinkt.

Bei hohem Solar- oder Windstromangebot (wenn also eigentlich viel Geld für die gesetzliche Einspeisevergütung bezahlt werden müsste) sinken die Spotmarktpreise noch weiter ab, teilweise sogar in den negativen Bereich. Der EE-Strom erzielt am Spotmarkt dann keine Verkaufserlöse mehr, mit denen die Einspeisevergütungen bezahlt werden könnte. Die Fehlbeträge sind nach den Bestimmungen des EEG und der Ausgleichsmechanismusverordnung durch die EEG-Umlage auszugleichen.

Was geschieht bei weiterem Zubau von Solar- und Windanlagen?

Die EE-Strommengen nehmen weiter zu. Der Spotmarktpreis wird immer öfter negativ. Das heißt, die Lieferanten des Stroms müssen den Empfängern der Stromlieferungen noch Geld dazu zahlen. Der Verkauf des EE-Stroms am Spotmarkt führt dann zu „negativen Erlösen“.

Damit die EEG-Umlage trotzdem nicht ins Unermessliche ansteigt und damit selbst ihre Fehlkonstruktion offenbart, sieht der Referentenentwurf des EEG 2016 in Paragraf 51 sogar vor, dass die Einspeisevergütung auf Null abgesenkt wird, wenn die Spotmarktpreise mehr als sechs Stunden lang negativ waren. So werden die Symptome anstatt der Ursachen bekämpft. Die eigentliche Ursache ist die Beibehaltung des Vorab-Handels zugunsten der fossilen Energien.

Anstatt die Pariser Beschlüsse zur Dekarbonisation umzusetzen, will das BMWi den Solar- und Windanlagenbetreibern eine regelmäßige Vergütung ihres gelieferten Stromes vorenthalten. Eine Klientel-Politik für die konventionelle Stromerzeugung!
Fazit: Der Vorabhandel am Terminmarkt und im außerbörslichen Handel sowie die Befreiung der Großverbraucher von der EEG-Umlage treiben die EEG Umlage in die Höhe – nicht die Erneuerbaren!
Auf einem anderen Blatt stehen die externen Kosten der konventionellen Stromversorgung, die zumeist in Form von Steuern dem Steuerzahler auferlegt werden. Es geht dabei zum Beispiel um Kosten wie die Entsorgungskosten des radioaktiven Mülls, die Kosten für die Beseitigung der Klimaschäden, für die Eingliederung der Klimaflüchtlinge und viele andere mehr. Doch bei diesen Kosten wird dem belasteten Steuerzahler der Zusammenhang mit der fossilen Energiewirtschaft geflissentlich verschwiegen.

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Unterstützer der Pressemitteilung

  • BBEn Bündnis Bürgerenergie, Dr. René Mono
  • BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU –
    Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie
    Bundesgeschäftsstelle Geschäftsführung: Dr. Stegmayer
    Pressesprecherin: Petra Pauly Sekretariat: Ulla Veith
  • Bürgerinitiative Megatrasse VG Nordendorf, Anita Dieminger
  • BWE – Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, der Vorsitzende, Dr.
    Wilhelm Heye
  • BWE – Regionalverband Oberbayern, der Vorsitzende, Dr. Dirk Bade
  • Energiegemeinschaft Weissacher Tal
    Reinhard Knüdeler, Vorstand
  • Energie-Initiative Kirchberg e. V.
    74592 Kirchberg/Jagst
    Vorsitzender: Gerhard Kreutz
  • Freunde von Prokon, Rainer Doemen, Pressesprecher
  • KAB – Katholische Arbeitnehmer-Bewegung e.V., Rainer Forster, Diözesansekretär
  • Solarenergie-Förderverein Deutschland, Vorstand
  • Sonneninitiative e.V.
    Hans-Christian Quast, 1. Vorsitzender
  • Sonnenkraft Freising, Dr. Andreas Horn, vorsitzender
  • Die SWB GmbH, Karl-Heinz Hüsing

EEG-Novelle gefährdet Arbeitsplätze

Samstag, April 16th, 2016

Der offizielle Referentenentwurf zum EEG 2016 liegt vor. Die Länder- und Verbändeanhörung ist damit eingeleitet worden. Dass die Mindestausschreibungsmenge weiterhin nicht definiert ist, verunsichert die Energiebranche und besonders die  Windbranche massiv. Denn gemäß der als „Weltformel“ verschrieenen Berechnung zur Ausschreibungsmenge wird die kostengünstige Windenergie auf eine Steuerungsgröße reduziert – auf Kosten von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Klimaschutz.

„Dieser Entwurf steht im deutlichen Widerspruch zu der Tatsache, dass inzwischen alle Akteure im Bereich der Energiewirtschaft voll auf Erneuerbare Energien setzen“, kritisierte der Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), Hermann Albers.

Der BWE weißt das Bundeswirtschaftsministerium und Bundeskanzleramt seit mehreren Monaten auf die Defizite im EEG-Entwurf hin, der sowohl den Klimaschutzzielen als auch der Energiewende zuwider läuft und zudem erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen dürfte. So sind Tausende der aktuelle 150.000 Arbeitsplätze und die Spitzenposition der deutschen Windenergie-Branche im internationalen Markt gefährdet. Und auch die hohe Akzeptanz für die bislang günstigste aller erneuerbaren Energieformen – Windstrom – dürfte darunter leiden.

Auch in den kommenden Wochen tritt der Verband dafür ein, dass sich die jährlichen Ausschreibungsvolumina mindestens an der Bund-Länder-Einigung aus dem April 2014 von jährlich 2.500 MW netto orientieren. Ein Festhalten an einer EE-Zielbegrenzung von 45 Prozent am Stromverbrauch hält der BWE angesichts des Potenzials der Windenergie für die Sektoren Elektromobilität und Wärme für falsch.

Stadtwerke und Genossenschaften punkten

Mittwoch, März 30th, 2016

In einem ziemlich undurchschaubaren Energiemarkt fällt es den Kunden nicht leicht sich zu orientieren. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Ökostrom nicht gleich als Ökostrom akzeptiert wird. Wem kann man da überhaupt vertrauen?

Eine Studie zeigt, dass Stadtwerke und Genossenschaften bei Stromkunden großes Vertrauen genießen und sie sogar bereit sind, für deren Ökostrom mehr zu zahlen.

Eine aktuelle Befragung von mehr als 2.000 Verbraucher/innen in Deutschland zeigt: An Stadtwerke würden die Befragten für Ökostrom über vier Cent und an Genossenschaften 2,7 Cent pro Kilowattstunde mehr zahlen als an Privatunternehmen. Die Studie führten Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und der Universität Erfurt zusammen mit forsa.omninet durch. Projektleiter war Agrarökonom Prof. Dr. Markus Hanisch von der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zahlungsbereitschaft der Kunden von Unternehmensform abhängig

Im Jahr 2011 wechselten nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima viele Stromkunden in Deutschland zu einem Ökostromanbieter. Unter den Ökostromanbietern konnten sich auch viele Genossenschaften etablieren. Doch gibt es verschiedene Arten von Ökostrom und es ist für Endverbraucher nicht immer leicht, sich auf dem Markt zu orientieren. Es stellt sich darum die Frage, ob Kunden auf dem Ökostrommarkt Unterschiede zwischen den Unternehmen wahrnehmen. Die repräsentative Befragung hat nun gezeigt, dass die Unternehmensform einen wichtigen Unterschied macht hinsichtlich der Zahlungsbereitschaft für Ökostrom.

„Da die Verbraucher die Herkunft von Ökostrom nur schwer nachvollziehen können, wird die Glaubwürdigkeit des Anbieters wichtiger“, so Jens Rommel von der HU, Co-Autor der Studie. „Stadtwerken und Genossenschaften gelingt es besser als privaten Anbietern, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.“

Die Autoren der Studie plädieren darum dafür, den Wettbewerb durch Akteursvielfalt auf dem Ökostrommarkt zu erhalten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Identität von Verbraucher und Produzent bei Ökostrom zusätzlichen Nutzen schafft und somit die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Energiewende sinken.“

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Energiewende am Strommarkt davon abhängt, welche Wahl die Verbraucher treffen. „Um diese Entscheidungen auf einer guten Grundlage zu treffen, brauchen die Kunden vor allem einen guten Zugang zu Informationen“, so Markus Hanisch, Projektleiter sowie Professor an der HU am Institut für Agrarwissenschaften. „Die Politik könnte dazu beitragen, dass mehr Transparenz geschaffen und Informationsunterschiede behoben werden.“

Die Autoren der Studie schlagen darum ein europäisches Ökostrom-Label vor, das das Vertrauen, die Glaubwürdigkeit und die Akzeptanz der Verbraucher in Strom aus erneuerbaren Energien europaweit stärken könnte.

Titel der Studie: J. Rommel, et al., Quality uncertainty and the market for renewable energy. Evidence from German consumers, Renewable Energy (2016).

Das Projekt Energeno ist der Frage nachgegangen, warum Menschen Strom von Genossenschaften beziehen oder sogar Eigentümer/innen ihres Elektrizitätsversorgers werden wollen. Die Befragung wurde von der DZ Bank-Stiftung gefördert.

Quelle: Pressemitteilung der Humbold-Universität Berlin

Foto: Colourbox.de

Fluchtursachen bekämpfen

Mittwoch, Februar 24th, 2016

Kann Entwicklungshilfe wirklich helfen, Fluchtursachen zu bekämpfen? Eine ganz klare Meinung dazu vertritt Karin Riedl, Lehrbeauftragte am Institut für Ethnologie, Ludwig-Maximilians-Universität in München: „Nein – jedenfalls nicht die Sorte ‚Entwicklungshilfe‘, die bisher geleistet wurde. Fluchtursachen sind vor allem in der global ungerechten Verteilung von Ressourcen zu suchen sowie in Kriegen, die aufgrund dieser ökonomischen Spannungen, aber auch westlicher Einflussnahme  – wie etwa in Afghanistan und im Irak – ausbrechen.“  Und dazu gehört insbesondere auch das Erdöl.  Staaten wie Saudi-Arabien, die radikal-islamische Milizen unterstützen und im eigenen Land ein eisernes Regime mit vielfacher Verletzung von Menschenrechten führen, werden von westlichen Staaten ohne Skrupel unterstützt, weil von dort ‚wertvolles‘ Erdöl kommt.

Nur die Geldgeber und westliche Unternehmen profitieren

Und Entwicklungshilfe bedeutet in den meisten Fällen, dass Geld gezahlt wird und zwar unter der Bedingung, dass sich die Unterstützer für den „neoliberalen Weltmarkt“ öffnen. So sollen einerseits Investitionsmöglichkeiten und andererseits Ressourcenzugang für westliche Unternehmen geschaffen werden. Dirk Niebel erklärte 2011 die Bedeutung von  Entwicklungshilfe so:  „Jeder bilateral umgesetzte Euro fließt nach Expertenschätzungen mit 1,80 Euro zurück in die deutsche Exportwirtschaft.“

„Die Probleme, die die ‚Entwicklungshilfe‘ zu bekämpfen vorgibt, sind (…) durch sie mitverursacht.“ (K.Riedl)

Laut Riedl können sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge häufig ihren Lebensunterhalt in den Heimatländern genau deshalb nicht mehr bestreiten, „weil die lokale Produktion nicht mit den billigen Gütern mithalten kann, mit denen der Weltmarkt ihre Märkte überschwemmt“.
Mit Konzessionen für Schlüsselbranchen, wie z.B. Öl in Nigeria oder Minen in Peru, an Konzerne aus den reichen Industrienationen, werden, so Riedls Analyse, auch Umwelt- und Sozialstandards systematisch ausgehebelt. Und so den Menschen vor Ort die Lebensgrundlage entzogen: durch Umweltschäden, Gewässer- und Luftverschmutzung und durch die Klimaveränderung mit regionalen Auswirkungen. Noch weit schwerer wiegt die Tatsache, dass um die Rohstoffe – insbesondere um fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas – fast pausenlos und immer wieder erbitterte Kriege geführt werden. Golfkrieg I+ II, Irakkrieg und Syrienkrieg – es hängt letztlich alles mit dem Energiehunger und der Ausbeutung dieser Ressourcen und den resultierenden Macht-Gemengelagen zusammen. Diese Kriege sind eine Fluchtursache – die mit der eingangs beschriebenen Entwicklungshilfemaßnahmen garantiert nicht bekämpft werden kann.
Wie wäre es mit der Energiewende? Diese kann letztlich dazu beitragen, dass weniger Menschen ihre angestammte Heimat und ihre Region verlassen oder gar bis nach Europa flüchten müssen ….

Dazu auch das Video von Hans-Josef Fell

Zusammenfassung: E. Villing

Quellen: BR24-Nachrichten, 20.02.16; Fluchtursache:Kriege um Energie? in: hlz – Zeitschrift der GEW Hamburg 12/2015:24-26

Foto: WWF-Jugend

Kohlausstieg München Nord: „Größter anzunehmender Unsinn“ oder „Ökologisch-ethische Notwendigkeit jetzt“?

Montag, Februar 1st, 2016

 

Rund um die Stadt München und Ihre Tochtergesellschaft Stadtwerke München GmbH (SWM) wird heftig diskutiert. Das Thema: Ob und wann man aus der Steinkohleverbrennung im Heizkraftwerk München Nord, Block 2 aussteigen solle.

Die Debatte bekommt vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Klimakonferenz Paris COP21 neue Brisanz. Die Argumente für den Ausstieg häufen sich: Das ökonomische Gutachten der SWM sei aufgrund geänderter Rahmenbedingungen (Kohlepreis, CO2-Emissionsrechte-Preis, KWK-Gesetz) nicht mehr haltbar. Der Kreistag München Land hat einstimmig den Beschluss gefasst, dass die Stadt  München möglichst schnell die Kohleverbrennung in Nord2 beenden solle. Gleichwohl befürwortet die neue Umwelt-Referentin der Landeshauptstadt München den schnellen Ausstieg aus der Kohleverfeuerung. Und auch die Münchner Bürgerinnen und Bürger sind aktiv geworden: Während das Münchner Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle“ Unterschriften in der gemeinsamen Sache sammelt, hat sich im Münchner Norden eine Bürgerinitiative aller Parteien und Umweltverbände mit dem Ziel „Ausstieg aus der Kohle“ gebildet.

Passend zum Thema wird von der Umwelt-Akademie München eine öffentliche Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe: „Mutbürger für Energiewende!“ ins Leben gerufen.

Es diskutieren:

  • Florian Post, MdB, SPD-Bundestagsfraktion
  • Axel Berg, ehem. MdB, SPD
  • Dominik Krause, Stadtrat, Bündnis 90/ Die Grünen
  • Thomas Prudlo, ÖDP

Wann:

Dienstag, 2. Februar 2016, 19:00 Uhr

Wo:

Saal des Münchner Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München
Achtung: Eingang nur über „Stadt-Café“

Mehr Info unter: Umwelt-Akademie

 

Geisterdebatte um Kosten der Energiewende

Montag, Januar 25th, 2016

geld matttilda #1694790Sind die Erneuerbaren Energien die Ursache für die hohen Energiepreise? Das ist in vielen Köpfen offensichtlich fest verankert. Und dann rutscht auch noch der Ölpreis in den Keller. Brauchen wir also diese irrwitzig teure Energiewende überhaupt noch? Sollten wir sie nicht besser gleich stoppen?

Kritiker und Gegner der erneuerbaren Energien verschweigen allzu gerne, dass auch Atom und Kohle in der Vergangenheit stark subventioniert worden sind. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin spricht von einem dreistelligen Milliardenbetrag, der die Kosten für Rückbau und Endlagerung noch nicht einmal berücksichtigt. Vor allem aber sind diese Kosten – anders als bei der Energiewende – nicht auf die Strompreise umgewälzt worden.

Eine kluge Energiewende ist nicht zu teuer

„Was die Gespensterdebatte um angebliche Kosten und Strompreise vornehmlich verschweigt: Bei den genannten 24 Milliarden Euro handelt es sich nicht um Kosten im klassischen Sinne, sondern um Investitionen, die in der deutschen Volkswirtschaft Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen“, schreibt die Wissenschaftlerin in einem am Mittwoch veröffentlichen Kommentar. Sie kritisiert das Bundeswirtschaftsministerium, das sich „auch dieses Mal dieser hysterischen Debatte“ anschließe.

Vor knapp einer Woche hatte der CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs vor einem „finanziellen Desaster“ bei der Energiewende gesprochen und Sofortmaßnahmen verlangt. Die schnellstmögliche Abschaffung der Einspeisevergütung für erneuerbare Energien und die Umstellung auf Ausschreibungen, wie sie das Bundeswirtschaftsministerium mit der EEG-Reform dieses Jahr plant, ist laut Kemfert eine direkte Reaktion auf diese unseelige Kostendebatte. Zugleich verweist sie darauf, dass sich in anderen Ländern gezeigt habe, dass Ausschreibungen nicht automatisch den Preis für erneuerbare Energien und somit die Kosten senken würden.

Nach Ansicht von Kemfert ist zudem der Strompreis nicht als Indikator für die Kosten der Energiewende geeignet. „Die Strom-Börsenpreise, die immerhin ein Fünftel des Endkundenpreises ausmachen, sind sehr niedrig, sie werden jedoch nur selten an die Stromkunden weitergegeben. Der Strompreis steigt vor allem deswegen, weil der Kohle-Lobby Subventionsgeschenke in Milliardenhöhe gemacht wurden. Die wahren Energiekosten-Tsunamis entstehen ohnehin woanders: durch Altlasten der Atomenergie, Umweltverschmutzung und den Klimawandel.“

Sie plädiert dafür, trotz oder gerade wegen des niedrigen Ölpreises genau jetzt in die Energiewende zu investieren.

„Durch die Energiewende werden weniger fossile Energien importiert, dies hat die Energiekosten im letzten Jahr um circa 15 Milliarden Euro gesenkt“, schreibt Kemfert. Weitere Milliarden ließen sich einsparen, wenn man auf konsequentes Energiesparen setzen würde. Je niedriger Preis und Verbrauch, umso geringer die Energiekosten, so die einfache Rechnung. Der derzeit niedrige Ölpreis sei für die Energiewende hinderlich. Damit drohe der Umstieg auf erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Energieeffizienz verschoben zu werden. „Das verteuert den Prozess maßgeblich“, so die DIW-Wissenschaftlerin.

Langfristig seien die fossilen Energien aber keine Option und auch ein Umbruch braucht Zeit, weshalb die heutigen Investitionen elementar seien – auch und gerade für die Zukunft. „Je länger wir sie verschieben, desto teurer wird es tatsächlich. Nicht die Energiewende an sich ist teuer, sondern eine hysterische Kosten-Strompreis-Debatte macht sie teuer: Abrupte Änderungen in der Energiepolitik gefährden den Erfolg, sind ineffizient und teuer. Eine kluge Energiewende schafft hingegen eine langfristig nachhaltige Energieversorgung“, so das Fazit von Claudia Kemfert.

Anbei der vollständige Beitrag von Prof. Claudia Kemfert