Kategorie: Energieversorgung

Contra FakeNews zur Energiewende

Freitag, Juli 21st, 2017

Mit bislang unbekannter Aggressivität werden in jüngster Zeit Behauptungen, Mythen und Fehlinformationen zum ökologischen Umbau unserer Energieversorgung verbreitet. Die Energiewende wird teuer gerechnet, der Klimawandel geleugnet. Claudia Kemfert geht mit ihrem neuen Buch in die Gegenoffensive: Sie stellt den fatalen Irrtümern und gezielt falschen Informationen, die vor allem im Internet hartnäckig die Runde machen, sachliche Argumente und wissenschaftliche Fakten gegenüber. Verständlich und anschaulich erklärt die Expertin die politischen und ökonomischen Zusammenhänge, erläutert die dramatischen Entwicklungen der letzten Jahre und zeigt auf, was Verbraucher, Politiker und Unternehmen jetzt tun müssen, um die erneuerbare Zukunft zu sichern.

 

Wildpoldsried macht sein Stromnetz fit für die Energiewende

Dienstag, Mai 3rd, 2016

Ein Microgrid-Test zeigt, wie eine Stromversorgung mit Erneuerbaren funktionieren kann

In Deutschland sollen in etwa 35 Jahren etwa 40 Millionen Haushalte und fast 4 Millionen Unternehmen zu 80 Prozent mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden können. Bislang wurde in aufwendigen Simulationen gezeigt, dass das funktionieren kann. In Wildpoldsried wurden nun die Erzeugungskapazitäten und das lokale Stromnetz für die Energiewende-Zukunft vorbereitet.
Die komplette News lesen Sie unter hier
Quelle: bine informationsdienst.

Bild: Kesseler/Pixelio

Protest gegen die Verzögerungstaktik bei der Energiewende!

Donnerstag, April 28th, 2016

Gemeinsamer Protest gegen die vorsätzliche Verzögerung der Energiewende durch das Wirtschaftsministerium

Eine große Zahl von Energiewende- und Klimaschutz-Organisationen setzt sich für die Beschleunigung der Energiewende gemäß den Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz ein. Und auch die Bürger sprechen sich mehrheitlich für eine schnellere Energiewende aus (Rebpräsentative Umfrage von TNS_Emnid 03-2016). Doch das Bundeswirtschaftsministerium bremst die Energiewende aus.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung protestieren nun zahlreiche Organisationen gegen die Verzögerung der Energiewende durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Eine der Verzögerungsmaßnahmen besteht in der kostentreibenden Fehlleitung der EEG-Umlage in die Taschen der fossilen Stromwirtschaft. Wie diese Fehlleitung zu Stande kommt, ist Thema dieser Pressemitteilung.

Die EEG-Umlage soll eigentlich einen finanziellen Beitrag zur Einspeisevergütung von Solar- und Windanlagen und anderen Anlagen der erneuerbaren Energien liefern. Tatsächlich aber kommt sie den konventionellen Stromherstellern zu Gute. Von Seiten des BMWi werden dann die vorsätzlich erhöhten Kosten psychologisch als Argument für die Verlangsamung der Energiewende genutzt.

Im Jahr 2015 hat Deutschland mit über 80 TWh so viel Strom exportiert wie nie zuvor. Strom aus Deutschland kann im Ausland konkurrenzlos billig angeboten werden, weil ausländische Stromkunden keine EEG-Umlage zahlen müssen. Die nur in Deutschland erhobene EEG-Umlage subventioniert somit indirekt die deutschen Kohlestromexporte.

Deutsche Braunkohlekraftwerke werden mit Rücksicht auf ihre technisch begrenzte Abregelfähigkeit nicht heruntergefahren, wenn Solar- oder Windstrom ausreichend zur Verfügung stehen. Ihr Weiterbetrieb zu Jahreszeiten, in denen zunehmend Solar- und Windstromüberschüsse zu erwarten sind, ist ein klimapolitischer Skandal und grober Verstoß gegen die Pariser Dekarbonisierungsbeschlüsse!

Betreiber von konventionellen Kraftwerken haben zudem (nur noch historisch begründbar) das Vorrecht, ihren Strom bereits Monate oder Jahre im Voraus in zeitlich gleichbleibenden „Bändern“ (baseload oder peakload) am Terminmarkt oder im außerbörslichen Handel zu verkaufen. Dieses Recht sehen sie als Selbstverständlichkeit an. Strom aus Erneuerbaren Energien jedoch, der nach EEG vergütet wird, muss am Spotmarkt verramscht werden. Oder seine Lieferanten müssen Verpflichtungen eingehen, ihre Anlagen „freiwillig“ herunterzuregeln, wenn ansonsten die Spotmarktpreise negativ würden. Das ist eine massive Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Erneuerbaren Energien.

Warum steigt die EEG-Umlage?

Da am Spotmarkt alle jene Kunden fehlen, die sich bereits im Vorab-Handel mit konventionell erzeugtem Strom eingedeckt haben, ist die Nachfrage am Spotmarkt gering. Geringe Nachfrage führt dazu, dass das Niveau der Spotmarkt-Strompreise sinkt.

Bei hohem Solar- oder Windstromangebot (wenn also eigentlich viel Geld für die gesetzliche Einspeisevergütung bezahlt werden müsste) sinken die Spotmarktpreise noch weiter ab, teilweise sogar in den negativen Bereich. Der EE-Strom erzielt am Spotmarkt dann keine Verkaufserlöse mehr, mit denen die Einspeisevergütungen bezahlt werden könnte. Die Fehlbeträge sind nach den Bestimmungen des EEG und der Ausgleichsmechanismusverordnung durch die EEG-Umlage auszugleichen.

Was geschieht bei weiterem Zubau von Solar- und Windanlagen?

Die EE-Strommengen nehmen weiter zu. Der Spotmarktpreis wird immer öfter negativ. Das heißt, die Lieferanten des Stroms müssen den Empfängern der Stromlieferungen noch Geld dazu zahlen. Der Verkauf des EE-Stroms am Spotmarkt führt dann zu „negativen Erlösen“.

Damit die EEG-Umlage trotzdem nicht ins Unermessliche ansteigt und damit selbst ihre Fehlkonstruktion offenbart, sieht der Referentenentwurf des EEG 2016 in Paragraf 51 sogar vor, dass die Einspeisevergütung auf Null abgesenkt wird, wenn die Spotmarktpreise mehr als sechs Stunden lang negativ waren. So werden die Symptome anstatt der Ursachen bekämpft. Die eigentliche Ursache ist die Beibehaltung des Vorab-Handels zugunsten der fossilen Energien.

Anstatt die Pariser Beschlüsse zur Dekarbonisation umzusetzen, will das BMWi den Solar- und Windanlagenbetreibern eine regelmäßige Vergütung ihres gelieferten Stromes vorenthalten. Eine Klientel-Politik für die konventionelle Stromerzeugung!
Fazit: Der Vorabhandel am Terminmarkt und im außerbörslichen Handel sowie die Befreiung der Großverbraucher von der EEG-Umlage treiben die EEG Umlage in die Höhe – nicht die Erneuerbaren!
Auf einem anderen Blatt stehen die externen Kosten der konventionellen Stromversorgung, die zumeist in Form von Steuern dem Steuerzahler auferlegt werden. Es geht dabei zum Beispiel um Kosten wie die Entsorgungskosten des radioaktiven Mülls, die Kosten für die Beseitigung der Klimaschäden, für die Eingliederung der Klimaflüchtlinge und viele andere mehr. Doch bei diesen Kosten wird dem belasteten Steuerzahler der Zusammenhang mit der fossilen Energiewirtschaft geflissentlich verschwiegen.

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Unterstützer der Pressemitteilung

  • BBEn Bündnis Bürgerenergie, Dr. René Mono
  • BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU –
    Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie
    Bundesgeschäftsstelle Geschäftsführung: Dr. Stegmayer
    Pressesprecherin: Petra Pauly Sekretariat: Ulla Veith
  • Bürgerinitiative Megatrasse VG Nordendorf, Anita Dieminger
  • BWE – Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, der Vorsitzende, Dr.
    Wilhelm Heye
  • BWE – Regionalverband Oberbayern, der Vorsitzende, Dr. Dirk Bade
  • Energiegemeinschaft Weissacher Tal
    Reinhard Knüdeler, Vorstand
  • Energie-Initiative Kirchberg e. V.
    74592 Kirchberg/Jagst
    Vorsitzender: Gerhard Kreutz
  • Freunde von Prokon, Rainer Doemen, Pressesprecher
  • KAB – Katholische Arbeitnehmer-Bewegung e.V., Rainer Forster, Diözesansekretär
  • Solarenergie-Förderverein Deutschland, Vorstand
  • Sonneninitiative e.V.
    Hans-Christian Quast, 1. Vorsitzender
  • Sonnenkraft Freising, Dr. Andreas Horn, vorsitzender
  • Die SWB GmbH, Karl-Heinz Hüsing

Stadtwerke und Genossenschaften punkten

Mittwoch, März 30th, 2016

In einem ziemlich undurchschaubaren Energiemarkt fällt es den Kunden nicht leicht sich zu orientieren. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Ökostrom nicht gleich als Ökostrom akzeptiert wird. Wem kann man da überhaupt vertrauen?

Eine Studie zeigt, dass Stadtwerke und Genossenschaften bei Stromkunden großes Vertrauen genießen und sie sogar bereit sind, für deren Ökostrom mehr zu zahlen.

Eine aktuelle Befragung von mehr als 2.000 Verbraucher/innen in Deutschland zeigt: An Stadtwerke würden die Befragten für Ökostrom über vier Cent und an Genossenschaften 2,7 Cent pro Kilowattstunde mehr zahlen als an Privatunternehmen. Die Studie führten Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und der Universität Erfurt zusammen mit forsa.omninet durch. Projektleiter war Agrarökonom Prof. Dr. Markus Hanisch von der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zahlungsbereitschaft der Kunden von Unternehmensform abhängig

Im Jahr 2011 wechselten nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima viele Stromkunden in Deutschland zu einem Ökostromanbieter. Unter den Ökostromanbietern konnten sich auch viele Genossenschaften etablieren. Doch gibt es verschiedene Arten von Ökostrom und es ist für Endverbraucher nicht immer leicht, sich auf dem Markt zu orientieren. Es stellt sich darum die Frage, ob Kunden auf dem Ökostrommarkt Unterschiede zwischen den Unternehmen wahrnehmen. Die repräsentative Befragung hat nun gezeigt, dass die Unternehmensform einen wichtigen Unterschied macht hinsichtlich der Zahlungsbereitschaft für Ökostrom.

„Da die Verbraucher die Herkunft von Ökostrom nur schwer nachvollziehen können, wird die Glaubwürdigkeit des Anbieters wichtiger“, so Jens Rommel von der HU, Co-Autor der Studie. „Stadtwerken und Genossenschaften gelingt es besser als privaten Anbietern, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.“

Die Autoren der Studie plädieren darum dafür, den Wettbewerb durch Akteursvielfalt auf dem Ökostrommarkt zu erhalten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Identität von Verbraucher und Produzent bei Ökostrom zusätzlichen Nutzen schafft und somit die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Energiewende sinken.“

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Energiewende am Strommarkt davon abhängt, welche Wahl die Verbraucher treffen. „Um diese Entscheidungen auf einer guten Grundlage zu treffen, brauchen die Kunden vor allem einen guten Zugang zu Informationen“, so Markus Hanisch, Projektleiter sowie Professor an der HU am Institut für Agrarwissenschaften. „Die Politik könnte dazu beitragen, dass mehr Transparenz geschaffen und Informationsunterschiede behoben werden.“

Die Autoren der Studie schlagen darum ein europäisches Ökostrom-Label vor, das das Vertrauen, die Glaubwürdigkeit und die Akzeptanz der Verbraucher in Strom aus erneuerbaren Energien europaweit stärken könnte.

Titel der Studie: J. Rommel, et al., Quality uncertainty and the market for renewable energy. Evidence from German consumers, Renewable Energy (2016).

Das Projekt Energeno ist der Frage nachgegangen, warum Menschen Strom von Genossenschaften beziehen oder sogar Eigentümer/innen ihres Elektrizitätsversorgers werden wollen. Die Befragung wurde von der DZ Bank-Stiftung gefördert.

Quelle: Pressemitteilung der Humbold-Universität Berlin

Foto: Colourbox.de

Kohlausstieg München Nord: „Größter anzunehmender Unsinn“ oder „Ökologisch-ethische Notwendigkeit jetzt“?

Montag, Februar 1st, 2016

 

Rund um die Stadt München und Ihre Tochtergesellschaft Stadtwerke München GmbH (SWM) wird heftig diskutiert. Das Thema: Ob und wann man aus der Steinkohleverbrennung im Heizkraftwerk München Nord, Block 2 aussteigen solle.

Die Debatte bekommt vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Klimakonferenz Paris COP21 neue Brisanz. Die Argumente für den Ausstieg häufen sich: Das ökonomische Gutachten der SWM sei aufgrund geänderter Rahmenbedingungen (Kohlepreis, CO2-Emissionsrechte-Preis, KWK-Gesetz) nicht mehr haltbar. Der Kreistag München Land hat einstimmig den Beschluss gefasst, dass die Stadt  München möglichst schnell die Kohleverbrennung in Nord2 beenden solle. Gleichwohl befürwortet die neue Umwelt-Referentin der Landeshauptstadt München den schnellen Ausstieg aus der Kohleverfeuerung. Und auch die Münchner Bürgerinnen und Bürger sind aktiv geworden: Während das Münchner Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle“ Unterschriften in der gemeinsamen Sache sammelt, hat sich im Münchner Norden eine Bürgerinitiative aller Parteien und Umweltverbände mit dem Ziel „Ausstieg aus der Kohle“ gebildet.

Passend zum Thema wird von der Umwelt-Akademie München eine öffentliche Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe: „Mutbürger für Energiewende!“ ins Leben gerufen.

Es diskutieren:

  • Florian Post, MdB, SPD-Bundestagsfraktion
  • Axel Berg, ehem. MdB, SPD
  • Dominik Krause, Stadtrat, Bündnis 90/ Die Grünen
  • Thomas Prudlo, ÖDP

Wann:

Dienstag, 2. Februar 2016, 19:00 Uhr

Wo:

Saal des Münchner Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München
Achtung: Eingang nur über „Stadt-Café“

Mehr Info unter: Umwelt-Akademie

 

Geisterdebatte um Kosten der Energiewende

Montag, Januar 25th, 2016

geld matttilda #1694790Sind die Erneuerbaren Energien die Ursache für die hohen Energiepreise? Das ist in vielen Köpfen offensichtlich fest verankert. Und dann rutscht auch noch der Ölpreis in den Keller. Brauchen wir also diese irrwitzig teure Energiewende überhaupt noch? Sollten wir sie nicht besser gleich stoppen?

Kritiker und Gegner der erneuerbaren Energien verschweigen allzu gerne, dass auch Atom und Kohle in der Vergangenheit stark subventioniert worden sind. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin spricht von einem dreistelligen Milliardenbetrag, der die Kosten für Rückbau und Endlagerung noch nicht einmal berücksichtigt. Vor allem aber sind diese Kosten – anders als bei der Energiewende – nicht auf die Strompreise umgewälzt worden.

Eine kluge Energiewende ist nicht zu teuer

„Was die Gespensterdebatte um angebliche Kosten und Strompreise vornehmlich verschweigt: Bei den genannten 24 Milliarden Euro handelt es sich nicht um Kosten im klassischen Sinne, sondern um Investitionen, die in der deutschen Volkswirtschaft Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen“, schreibt die Wissenschaftlerin in einem am Mittwoch veröffentlichen Kommentar. Sie kritisiert das Bundeswirtschaftsministerium, das sich „auch dieses Mal dieser hysterischen Debatte“ anschließe.

Vor knapp einer Woche hatte der CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs vor einem „finanziellen Desaster“ bei der Energiewende gesprochen und Sofortmaßnahmen verlangt. Die schnellstmögliche Abschaffung der Einspeisevergütung für erneuerbare Energien und die Umstellung auf Ausschreibungen, wie sie das Bundeswirtschaftsministerium mit der EEG-Reform dieses Jahr plant, ist laut Kemfert eine direkte Reaktion auf diese unseelige Kostendebatte. Zugleich verweist sie darauf, dass sich in anderen Ländern gezeigt habe, dass Ausschreibungen nicht automatisch den Preis für erneuerbare Energien und somit die Kosten senken würden.

Nach Ansicht von Kemfert ist zudem der Strompreis nicht als Indikator für die Kosten der Energiewende geeignet. „Die Strom-Börsenpreise, die immerhin ein Fünftel des Endkundenpreises ausmachen, sind sehr niedrig, sie werden jedoch nur selten an die Stromkunden weitergegeben. Der Strompreis steigt vor allem deswegen, weil der Kohle-Lobby Subventionsgeschenke in Milliardenhöhe gemacht wurden. Die wahren Energiekosten-Tsunamis entstehen ohnehin woanders: durch Altlasten der Atomenergie, Umweltverschmutzung und den Klimawandel.“

Sie plädiert dafür, trotz oder gerade wegen des niedrigen Ölpreises genau jetzt in die Energiewende zu investieren.

„Durch die Energiewende werden weniger fossile Energien importiert, dies hat die Energiekosten im letzten Jahr um circa 15 Milliarden Euro gesenkt“, schreibt Kemfert. Weitere Milliarden ließen sich einsparen, wenn man auf konsequentes Energiesparen setzen würde. Je niedriger Preis und Verbrauch, umso geringer die Energiekosten, so die einfache Rechnung. Der derzeit niedrige Ölpreis sei für die Energiewende hinderlich. Damit drohe der Umstieg auf erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Energieeffizienz verschoben zu werden. „Das verteuert den Prozess maßgeblich“, so die DIW-Wissenschaftlerin.

Langfristig seien die fossilen Energien aber keine Option und auch ein Umbruch braucht Zeit, weshalb die heutigen Investitionen elementar seien – auch und gerade für die Zukunft. „Je länger wir sie verschieben, desto teurer wird es tatsächlich. Nicht die Energiewende an sich ist teuer, sondern eine hysterische Kosten-Strompreis-Debatte macht sie teuer: Abrupte Änderungen in der Energiepolitik gefährden den Erfolg, sind ineffizient und teuer. Eine kluge Energiewende schafft hingegen eine langfristig nachhaltige Energieversorgung“, so das Fazit von Claudia Kemfert.

Anbei der vollständige Beitrag von Prof. Claudia Kemfert

Windenergie hat die Nase vorne

Dienstag, Januar 5th, 2016

2015-01-31_02_Windrad_Inninger-Interessengruppe_TFDer Ausbau der Windkraft in Deutschland zeigt Wirkung: Im Dezember war die Windenergie erstmals die wichtigste Energiequelle zur Stromerzeugung – vor Braunkohle, Steinkohle und der Kernenergie. Das zeigen Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) auf Basis der Strombörse EEX.

Demnach erzeugten die Rotoren zwischen Nordsee und Alpen 12,7 Terawattstunden Strom. Braunkohlekraftwerke kamen auf etwa elf, Steinkohle- und Kernkraftwerke auf jeweils knapp acht Terawattstunden. Im November lag die Windenergie noch knapp hinter der Braunkohle.

Für 2015 rechnet der Bundesverband Windenergie (BWE) damit, dass Anlagen mit einer Kapazität von 4250 Megawatt errichtet wurden. Bei vollem Wind erzeugen sie etwa so viel Strom wie vier Atomkraftwerke.

Im Jahr zuvor wurden bereits Windräder mit einer Leistung von knapp 5000 Megawatt zugebaut. Auch der starke Wind in diesem Jahr und effizientere Anlagen haben die Strommenge nun in die Höhe getrieben.

Ausbau der erneuerbaren Energien verläuft so schnell wie nie zuvor

Auch in der Jahresbilanz für 2015 hat die Windkraft einen kräftigen Sprung gemacht. Von Januar bis Dezember produzierten die Rotoren nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen etwa 86 Terawattstunden Strom – das waren 50 Prozent mehr als 2014.

Gleichwohl reicht das nur für Platz vier im Strom-Ranking (13,3 Prozent Anteil an der Stromerzeugung). Vorn rangierte auf Jahressicht die Braunkohle (24 Prozent) vor Steinkohle (18,2 Prozent) und der Kernkraft (14,1 Prozent).

Insgesamt haben die erneuerbaren Energien, zu denen auch Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft gehören, 2015 etwa 32,5 Prozent des inländischen Stromverbrauchs gedeckt. Im Jahr zuvor waren es 27,4 Prozent. Damit wächst die Ökostrom-Produktion in Deutschland so schnell wie nie zuvor.

Quelle: Windindustrie-in-Deutschland.de

Vom Saulus zum Paulus? Aigners Energiekonzept

Montag, Oktober 26th, 2015

Bayern wird seine letzten Atomkraftwerke im Rahmen des Atomausstiegs bis spätestens 2022 abschalten müssen. Auch deswegen ist es notwendig, sich über die künftige Stromversorgung in Süddeutschland Gedanken zu machen. Erneuerbare Energien könnten etwa verstärkt dezentral vor Ort ausgebaut werden. Deshalb braucht Bayern ein Energiekonzept, dass Aussagen dazu macht, wie hoch der Anteil von Wind- oder Solarstrom in Bayern sein soll oder auf welchen Trassen die Erdkabel verlegt werden.

Und nun die überraschende Nachricht: Das neue Energiekonzept der Bayerischen Staatsregierung sieht vor, dass bis zum Jahr 2025 der Anteil der Erneuerbaren Energien an der bayerischen Stromerzeugung auf 70 Prozent ansteigen soll! Das hört sich ja super an!

Heißt das, 10 H wird zurückgenommen und endlich können wieder Windräder dort errichtet werden, wo es sinnvoll ist? Befürwortet die Staatsregierung nun wieder den Bau von Biogasanlagen und stimmt sie dem Zubau von PV-Anlagen auf bislang „verbotenem“ Gelände wieder zu? Beginnt nun endlich der geplante, konsequente Einstieg in die Energiewende?

Aktuell liegt der Ökostrom-Anteil bei etwa 36 Prozent, will die Staatsregierung den Anteil also tatsächlich verdoppeln? Sind im lange erwarteten Energiekonzept von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) tatsächlich neue ehrgeizige Ziele gesetzt? Nein – natürlich nicht! Im Gegenteil: Von einer Verdoppelung des Ökostromanteils von derzeit 36 % auf 70 % kann nämlich keine Rede sein. Bisher wurde der Anteil der erneuerbaren Energien stets anhand des Stromverbrauchs berechnet angegeben. Nun wird plötzlich vom Anteil an der Stromerzeugung gesprochen.

Tatsächlich soll also der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2025 von derzeit knapp 65 Prozent (ohne Atomkraft) auf 70 Prozent gesteigert werden. Aigner hat also nur die Berechnungsgrundlage geändert – vom Stromverbrauch zur Stromerzeugung.

Dafür hagelt es Kritik. Deshalb beharrte Aigner offenbar darauf, weder vor der Presse noch im Landtag Einzelheiten zu nennen. Doch genauf auf diese Einzelheiten kommt es an …

Quelle: fotolia/Daniel Schönen

Nutzungspfade der Bioenergie – Gibt es den Königsweg?

Donnerstag, Oktober 22nd, 2015

Für einen erfolgreichen Umstieg auf Erneuerbare Energien ist die Bioenergie in Deutschland eine wichtige Stütze. Allerdings bestehen in der Wissenschaft zum Teil sehr unterschiedliche Einschätzungen darüber, in welchem Umfang und mit welchen Schwerpunkten die Bioenergie künftig zum Einsatz kommen sollte. Das geht aus der neu erschienenen Metaanalyse „Nutzungspfade der Bioenergie für die Energiewende“ der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hervor. „Die Metaanalyse zeigt, wie die Vorzüge der Bioenergie im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor künftig verstärkt zur Geltung kommen könnten“, erklärt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer anlässlich der Veröffentlichung des Papiers im Rahmen des Forschungsradars der AEE.

Das Flächenpotenzial zur Nutzung der Bioenergie ist begrenzt. Dennoch zeigt die Metaanalyse, dass der Biomassenutzung in vielen Studien insgesamt noch ein deutliches Steigerungspotenzial zugesprochen wird. Für die verstärkte Nutzung der Bioenergie kristallisieren sich laut der Metaanalyse zwei Hauptströmungen heraus. Zum einen liegen Studien vor, die die Bioenergie vorrangig zur Stromerzeugung in flexiblen Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betrachten. Die Bioenergie kann demzufolge ihre Stärken zum Ausgleich der fluktuierenden Stromproduktion aus Windkraft- und Solaranlagen voll zur Geltung bringen.

Mehr Info hier.

Quelle: AEE
Bildnachweis: AEE

Frust oder Freude? Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner über den Status Quo der Energiewende in Bayern

Montag, April 27th, 2015

Wo steht Bayern heute auf dem Weg zur Energiewende? Nach dem Ende des vielerorts stark kritisierten „Energie-Dialogs mit den Bürgern“ sind nach wie vor viele Fragen offen, beispielsweise in Bezug auf Wärmeerzeugung, dezentrale Strukturen, Energieeffizienz und Suffizienz oder Mobilitätswende. Behandelt wurden dagegen fast ausschließlich Aspekte der Stromerzeugung – doch selbst hier ist nach wie vor äußerst unklar, wie die Zukunft in Bayern, respektive für die Photovoltaik- und Windenergie, aussehen wird.

Ob sich unser Bundesland, wie es Horst Seehofer versprach, tatsächlich zu den „Gewinnern der Energiewende“ zählen darf, darüber spricht Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner von der Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher am 30. April im neuen Rathaus München. Die Veranstaltung aus der Reihe „Mitbürger für Energiewende!“ beginnt um 19:00 Uhr.

Anmeldungen per Mail oder Telefon (089-360 386 85) sind erwünscht.

 

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Quelle:
Die Umweltakademie

Bild:
Andreas Hermsdorf / www.pixelio.de