Kategorie: Hintergrund / Daten & Fakten

Ein Jahr nach Fukushima: Atomausstieg macht noch keine Energiewende

Dienstag, März 13th, 2012

„Ein Atomausstieg macht noch keine Energiewende, er kann aber ein zusätzlicher Antrieb sein“, sagt Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), zum Stand der Energiewende ein Jahr nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima.

„Das Ziel der Energiewende ist die Umgestaltung der Energieversorgung hin zu einem intelligenten Energiesystem, in dem sich Energieeffizienz und erneuerbare Energien ergänzen. Dafür benötigen wir in der Energiepolitik einen klaren Paradigmenwechsel: Einsparung muss künftig vor Erzeugung gehen. Deshalb sollten wir die Priorität entschlossen auf die Themen setzen, auf die es wirklich ankommt: Energieeffizienz, Energieeffizienz, Energieeffizienz – und der Umbau des Energiesystems. Die Energiewende entscheidet sich im Heizungskeller, im Elektromarkt und beim Autohändler genauso wie beim Bau neuer Stromleitungen, Gaskraftwerke, Stromspeicher und Hochsee-Windparks.

Beim Thema Energieeffizienz sind wir nicht im Plan. Der Streit um die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung verhindert Investitionen. Auch bei der Reduzierung des Stromverbrauchs tut sich viel zu wenig. Wir brauchen einen sinnvoll abgestimmten Mix von Förderprogrammen, Ordnungsrecht und wirksamen Marktinstrumenten, wie zum Beispiel den bedarfsbasierten Gebäudeenergieausweis. Dann können die Verbraucher ihre Investitionen richtig steuern und die Märkte für Energieeffizienz endlich mehr Fahrt aufnehmen. Jeder Euro, der in Energieeffizienz investiert wird, trägt zur nachhaltigen Wertschöpfung bei und fließt überwiegend in regionale Ingenieurs- und Handwerksleistungen sowie in Qualitätsprodukte deutscher Unternehmen.

Deutschland hat die Energiewende angestoßen. Jetzt müssen wir tatkräftig in die Umsetzung gehen und den  Umbau des Energiesystems vor allem zu einem europäischen Projekt machen.“

Quelle: dena

Solarkürzung ab 1. April

Montag, März 12th, 2012

Die Kürzung der Solarförderung ab 1. April wurde nun debattiert. Begründet wird die Gesetzesänderung von der Bundesregierung durch die stark gesunkenen Anlagenkosten für Solarenergie. Dadurch sei es vor allem 2010 und 2011 zu einem enormen Zuwachs gekommen. Mit den derzeitigen Vergütungssätzen und den gesunkenen Preisen komme es zu einer Überförderung und es müsste nachgesteuert werden. Laut Gesetz wird die Förderung je nach Größe der Anlagen um bis zu 30 Prozent abgesenkt. Von den Ministern Rösler und Röttgen wurde im ersten Entwurf sogar eine Kürzung zum 9. März vorgesehen.

Von der Solarbranche wird die Verschiebung des Inkrafttretens der geplanten Einschnitte als Augenwischerei bezeichnet und die Bundesregierung zu wirklicher Nachbesserung aufgefordert. Es ist lediglich der Zeitpunkt, nicht aber der Inhalt geändert worden und steht damit im Widerspruch zur Zielsetzung der Energiewende.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar): „Das ist nur eine Galgenfrist. Entscheidend ist nun, dass die gravierenden Einschnitte nach dem 1. April auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Denn: Diese Einsparungen sind unverhältnismäßig und hätten fatale Folgen: eine Insolvenzwelle, die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze sowie das Scheitern der Energiewende.“

Die Verschiebung des Inkrafttretens helfe nach Branchenangaben überwiegend nur vertraglich bereits vereinbarten Solarprojekten. „Zukünftige Solarstromanlagen werden dadurch nicht wieder rentabel“, so Körnig. Die Kürzungen werden, je nach Marktsegment, zwischen 26 und 39 Prozent betragen. Doch bereits zum 1.01.2012 wurde die Förderung um 15 Prozent reduziert. Ändert sich an der Höhe der Kürzungen nichts mehr, so rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft mit einem Markteinbruch von 75 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid führte eine Befragung der Bundesbürger zu den jüngsten Kürzungsplänen durch. Danach lehnen zwei Drittel die Pläne der Bundesregierung ab. Erst im Sommer vergangenen Jahres wurde nach dem beschlossenen Atomausstieg die Absicht erklärt, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

Quelle: IWR, Bundesverband Solarwirtschaft

Effizientere Computer könnten zwei Kohlekraftwerke einsparen

Freitag, März 2nd, 2012

Die Menge an verwendeten Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt immer mehr zu. Beruflich und privat steigt damit der Verbrauch an Energie und Ressourcen. Die Einsparpotentiale gerade im Bereich Computer sind groß.

Auf der diesjährigen CeBIT fehlen jedoch die ökologisch-technischen Geräte noch, die sich mit dem Umweltzeichen, dem Blauen Engel, und dem Zusatz „schützt das Klima“ kenntlich machen. Dadurch ist es für den Verbraucher schwierig energieeffiziente Geräte zu erkennen. Würden alle darauf umsteigen, könnten jährlich zwischen fünf und sieben Terawattstunden Strom eingespart und drei bis fünf Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Das entspricht der Stromerzeugung von etwa zwei mittelgroßen Kohlekraftwerken.

Diese Zahlen sind das Ergebnis einer vom Bundesumweltministerium geförderten Arbeit des Öko-Instituts. Dabei sollten Kriterien für das Umweltzeichen Blauer Engel mit dem Zusatz „schützt das Klima“ entwickelt werden, damit die Hersteller von Arbeitsplatzcomputern, Laptops oder Monitoren besonders energieeffiziente und umweltfreundliche Geräte auszeichnen lassen können. „Noch gibt es keinen einzigen Hersteller, der sich um den Blauen Engel mit seinen aktuell geltenden Anforderungen beworben hat. Es wäre wünschenswert, dass sich die Industrie stärker für den Umwelt- und Klimaschutz stark macht und Geräte auf den Markt bringt, die energiesparend, langlebig und schadstoffarm sind.“ meint Siddharth Prakash vom Öko-Institut.

Die Studie ergab, dass Desktop Computer, die mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet sind, zwischen 50 und 75 Prozent weniger Energie verbrauchen als Geräte ohne derartige Bemühungen. Unter der Annahme von einem Arbeitsplatzrechnerbestand von 45 Millionen in Deutschland (32 Millionen im Privathaushalt, 13 Millionen im Büro) ergibt sich durch die Verwendung von gekennzeichneten Geräten eine Einsparung von 2,9 bis 4,5 Terawattstunden (TWh).

Auch bei Laptops kann eine ähnliche Größenordnung (Einsparpotential 60 %) erreicht werden. Mit 47 Millionen tragbaren Computern im Land könnten 0,94 bis 1,4 TWh gespart werden. Pro Gerät und Jahr würden zwischen 20 und 30 kWh weniger verbraucht.

Computerbildschirme verbrauchen einen sehr großen Anteil an Energie. Eine Effizienzsteigerung aller in Deutschland vorhandenen PCs könnte den Energieverbrauch um rund 40 Prozent reduzieren und damit circa eine TWh pro Jahr einsparen.

Die Bedeutung des IT-Bereichs steigt zunehmend. Bereits 10 Prozent des deutschen Gesamtstromverbrauchs werden durch Informations- und Kommunikationstechnologien einschließlich Infrastruktur verbraucht. Effiziente IT-Geräte sind die Zukunft!

Quelle: BINE Informationsdienst

Bild: bine.info

So lohnt sich die Solaranlage auch künftig noch

Donnerstag, März 1st, 2012

Bundesweite Proteste vonseiten der Solarindustrie machen die Unzufriedenheit über die neuesten Kürzungen der Förderung deutlich. Ist mit der Gesetzesänderung überhaupt noch eine ökonomische Installation einer Solaranlage möglich? Die Antwort ist: Ja. Wer eine Anlage bauen oder in eine solche investieren möchte, kann – unter Beachtung einiger Grundregeln – auch künftig noch satte Gewinne machen.

Kleinanlagen

Für Kleinanlagen mit bis zu zehn Kilowatt Leistung sinkt die Förderung voraussichtlich zum 9. März, vielleicht auch erst zum 1. April, das ist noch nicht abschließend geklärt. Die Kürzung beträgt einmalig 20 Prozent. Klingt hart, tatsächlich ist sie nur leicht stärker und kommt etwas früher als die bislang geplante Kürzung von 15 Prozent zum 1. Juli.

Analysten sehen die Kürzung entspannt. “Wer eine Anlage “Made in Germany” kauft, kann im Schnitt noch mit einer Rendite von fünf Prozent rechnen”, so Patrick Hummel von der UBS. “Wer eine Anlage mit chinesischen Modulen kauft, sogar mit sieben oder acht Prozent.” Bei seinen Berechnungen geht Hummel davon aus, dass der Betreiber einer kleinen Solaranlage einen Teil des Stroms selbst verbraucht. Damit ist eine zweite Neuerung der Bundesregierung schon berücksichtigt: Betreiber kleiner Solaranlagen bekommen künftig für 15 Prozent ihres Jahresverbrauchs keine Förderung mehr.

Tatsächlich liegt in dieser Neuerung eine große Chance. So muss der Selbstversorger keinen teuren Strom zukaufen. Der Preisunterschied beträgt nach der Kürzung noch 4,5 Cent. Bei relativ höherem Eigenverbrauch steigt somit auch die Rendite des Anlagenbetreibers. Theoretisch können Kleinanlagenbesitzer bis zu 50 Prozent ihres Stroms selbst verbrauchen. Wer diesen Wert erreicht, wird sich auch in den kommenden Jahren noch profitabel Solaranlagen aufs Dach schrauben können. Laut Berechnungen des Instituts Prognos läge die Rendite selbst bei einem Fördersatz von 15 Cent noch bei bis zu 6,2 Prozent. Dieser Fördersatz wird nach den neuen Plänen der Regierung am 1. Oktober 2014 erreicht – und bis dahin dürften die Preise für Solarmodule kräftig gefallen sein, was wiederum die Rendite anhebt. Außerdem wird erwartet, dass die Anlagenpreise kräftig nach unten gehen werden.

Großanlagen

Bei Großanlagen, woran Privatpersonen meist über Fonds oder Bürgerkraftwerke beteiligt sind, sollte in Zukunft genau hingeschaut werden. Die Einspeisevergütung sinkt zum 9. März oder erst zum 1. April von rund 18 auf 13,5 Cent. Außerdem werden künftig nur noch 90 Prozent des Stroms vergütet. Die restlichen 10 Prozent müssen an der Börse verkauft werden und können nicht wie bei Kleinanlagen selbst verbraucht werden. Daraus ergeben sich rund sechs Cent weniger Gewinn, also weniger als sie durch die Einspeisevergütung bekommen hätten. De facto sinkt die Förderung dadurch auf rund 12,75 Cent.

Expertenmeinungen zufolge sollen Solarkraftwerke trotzdem rentabel bleiben. Nach brancheninternen Berechnungen besteht bereits bei einer Förderung von 11 Cent eine Rentabilität dieser Anlage – unter Verwendung eines Systempreises von 1,23 Euro pro Watt, 1000 Sonnenstunden im Jahr, und wenn man berücksichtigt, dass die Anlage eine durchschnittliche Lebensdauer von 30 Jahren hat.

“Nach der Absenkung rechnen wir für große Freiflächenanlagen noch mit Renditen von rund sechs Prozent”, sagt Hummel von der UBS. Für einen Privatinvestor sei das noch immer ein akzeptabler Wert. Bislang waren große Solarkraftwerke stark überfördert. “Investoren waren Renditen von 15 Prozent oder mehr gewohnt”, sagt Hummel.

Investoren müssen zudem beachten, dass sich nicht alle freien Flächen gleich sind. Oft werden Solarparks auf brachliegenden Militär-, Industrie- oder Gewerbeflächen gebaut. Diese müssen vor der neuen Nutzung aber erst umgewandelt werden, was die Kosten erhöht – und die Renditen schmälert. Solche Investitionen würden nun “für eine Übergangsphase unattraktiver”, schätzt Karl Kuhlmann, Chef der SAG Solarstrom.

Doch auch bei großen Anlagen gilt: Sinkende Modulpreise machen auch große Kraftwerksprojekte wieder rentabler.

Quelle: Spiegel

Energiewende für Penzberg

Donnerstag, Februar 16th, 2012

Die Stadt Penzberg möchte sich 2035 vollständig selbst mit Energie versorgen. Hauptsächlich soll dies mit dem verstärkten Einsatz von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen geschehen. Den Weg zum gesetzten Ziel soll das Penzberger Energie- und Klimaschutzkonzept weisen.

Insgesamt könnten 65 Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs und 16 Prozent des Wärmebedarfs in Penzberg durch erneuerbare Energien ersetzt werden. 1.200 Megawattstunden, das heißt etwa ein Prozent des Jahresstromverbrauchs im gesamten Penzberger Stadtgebiet kamen im Jahr 2009 von PV-Anlagen. Von der Stadt werden zwei Anlagen betrieben, eine auf dem Dach der Grund- und Hauptschule und eine auf dem des Kinderhortes. Privat wurden zwischen 2000 und 2009 124 Solaranlagen installiert. Die Leistung ist in diesem Zeitraum um das 60-fache angewachsen.

Im Landkreis-Vergleich liegt Penzberg mit diesen Zahlen weit hinten. Durchschnittlich werden im Landkreis 7,6 Prozent der Gebäude und Freiflächen mit geeigneten Süddächern bedeckt. Penzberg nutzt lediglich drei Prozent. Grundsätzlich stehen 500 000 Quadratmeter Dachfläche, ein Fünftel des Stadtgebietes, zur Verfügung. Würden auch die restlichen 97 Prozent genutzt werden, könnten laut Klimaschutzkonzept 30 Prozent des Strombedarfs abgedeckt werden. Nimmt man nur die Privathaushalte, wären es sogar 180 Prozent.

In der Solarthermie sehen Experten eine weitere Chance für Penzberg. Entscheidend sei hierbei, ob in einem Gebäude viel warmes Wasser gebraucht wird. Durch diese Technologie, die bezüglich der Dachausrichtung anspruchsvoller ist als Solarstrom-Anlagen, könnten 28 Megawattstunden Energie erzeugt werden. 20 Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte könnten so mit Solarthermie gedeckt werden. Bisher werden erst drei Prozent dieses Potenzials genutzt. Geheizt wird immer noch fast nur mit fossilen Energieträgern wie beispielsweise mit Erdöl. Die Städte Penzberg und Weilheim sind Spitzenreiter im Landkreis bei den Treibhausgas-Emissionen, die bei der Beheizung der Wohngebäude freigesetzt werden.

Quelle: Merkur online

Photovoltaik deckt Spitzenlast und stabilisiert das Netz

Montag, Februar 13th, 2012

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gilt seit seiner Einführung vor 12 Jahren als wichtiges Instrument zum Marktausbau. Mittlerweile werden rund 20 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien produziert. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien betont: „Dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland die Netzstabilität bedrohen würde, gibt es bislang keinerlei Anzeichen“.

Vohrer wies damit Behauptungen zurück, die der CDU-Wirtschaftsrat im Umfeld eines Pressegesprächs heute in Berlin aufgestellt hatte. „Vielmehr liefert Deutschland auch in diesem Winter Strom nach Frankreich, um dort das relativ unflexible, stark von der Atomkraft abhängige Stromsystem zu entlasten“, sagte Vohrer. Während Frankreich immer kurz vor dem Blackout steht, sorgen in Deutschland die dezentralen Photovolatik-Anlagen für Ausgleich und Stabilität im Stromnetz.

Den Stellenwert der Photovoltaik für die Netzstabilität zeigen die Daten der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) unter www.transparency.eex.com.

Die aktuelle Photovoltaik-Leistung in Deutschland können Sie hier sehen.

Ziel der gesamten Europäischen Union ist,  20 Prozent des Strombedarfs bis 2020 aus Erneuerbaren Energien bereitzustellen. Dabei können die Mitgliedsländer selbst entscheiden, wie dies erreicht werden soll. Vohrer unterstreicht:  „Der als Menetekel an die Wand gemalte ‚deutsche Alleingang‘ führt nun dazu, dass Deutschland seinen Nachbarn selbst im strengsten Winter jeden Tag Strom abgeben kann – und zwar regelmäßig mehr als importiert wird“.

Das EEG aus Deutschland gilt als Vorbild für viele Länder und wurde deshalb schon in etwa 20 EU-Staaten in ähnlicher Art ebenfalls eingeführt. Für das Quotensystem entschieden sich dagegen nur drei EU-Staaten. Der Erfolg gibt den Befürwortern des EEGs recht: Beispielsweise wurden EU-weit 93 Prozent der nach 1997 installierten Windkraftanlagen in Ländern mit Einspeisevergütung aufgestellt, bei der Biomasse lag diese Quote bei 60 Prozent.

Auch beim Atomausstieg hat Deutschland keine Sonderrolle. Länder wie Italien, Österreich und Belgien wollen künftig ebenfalls auf die Kernenergie für ihre Versorgung verzichten oder tun dies ohnehin bereits. Auf die ungeklärten Kosten künftiger Kernkraftwerksbauten in Frankreich wies dort erst kürzlich der Rechnungshof in Paris hin.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Pläne von Rösler gefährden die Energiewende

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Die Idee des Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler, die Solarförderung zu deckeln, sorgt für zunehmenden Widerstand. Auch der Bundesverband Solarwirtschaft spricht große Bedenken aus und sieht mit der Umsetzung einer derartigen Maßnahme die Energiewende in Deutschland gefährdet. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, betont: „Wenn die Bundesregierung die Rösler-Pläne umsetzt, ist die Energiewende zum Scheitern verurteilt. Ein kraftvoller weiterer Ausbau des Solarstrom-Anteils auf rund zehn Prozent des deutschen Strom-Mixes bis zum Jahr 2020 ist unverzichtbar für den Erfolg der Energiewende“. Außerdem sind damit über 100.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Derzeit liegt der Solarstrom-Anteil bei rund vier Prozent. Rösler möchte diesen durch harte Einschnitte bei der Solarstromförderung bei rund fünf Prozent (33 Gigawatt) einfrieren.

Kritikpunkt sind vor allem die Kosten für die bereits installierten Photovoltaik-Anlagen, deren festgeschriebene Förderung noch in die Zukunft fortwirkt. Körnig spricht die rasante Preissenkung für Solaranlagen an und meint der weitere Solar-Ausbau falle kostenseitig kaum ins Gewicht. Aktuelle Berechnungen der Prognos AG belegten, dass sich der weitere Solarstrom-Ausbau um 70 Prozent bis 2016 kaum auf die Strompreise auswirkt, die um knapp 2 Prozent steigen. Ermöglicht wird das durch erhebliche Anstrengungen der Solarbranche, die in den vergangenen drei Jahren die Kosten für schlüsselfertige Solaranlagen beträchtlich gesenkt hat. Durch technischen Fortschritt, Massenfertigung und einen harten internationalen Wettbewerb sinkt auch die Solarförderung 2012 um 28 Prozent auf das Niveau konventioneller Verbraucher-Stromtarife, im nächsten Jahr auf das Förderniveau von Windkraftanlagen auf dem Meer.

Drastische weitere Einschnitte in die Solarförderung seien nicht tragbar, gefährden Deutschlands Zugang zu einem der größten weltweiten Zukunftsmärkte, die Energiewende und über 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Bereits jetzt schrieben viele Unternehmen rote Zahlen. Eine noch schnellere Absenkung der Solarförderung sei für den überwiegenden Teil der Solarindustrie daher nicht tragbar. Körnig: „Jetzt ist Augenmaß und politische Verlässlichkeit gefragt“.

Quelle: BSW Solar

Nur jeder Dritte kennt die genaue Höhe seiner Stromkosten

Freitag, Januar 27th, 2012

Die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energieagentur GmbH (dena) hat eine Umfrage zum Thema Energieeffizienz gemacht. Darin fanden sie heraus, dass nur jeder dritte Deutsche die genauen Ausgaben für Strom kennt. 33 Prozent hatten eine ungefähre Vorstellung, 32 Prozent gar keine Vorstellung in welcher Höhe sich ihre jährlichen Stromkosten bewegen.

Über 2.000 Privathaushalte wurden vom Meinungsforschungsunternehmen Forsa im Oktober 2011 telefonisch befragt. “Es lohnt sich für jeden Haushalt, bei den Stromkosten genau hinzusehen”, so Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. “Strom ist ein kostbares Gut. Das wird in Zukunft noch mehr gelten als bisher. Wer Strom spart, sichert sich gegen den Anstieg der Stromkosten ab und leistet einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss gar nicht erst hergestellt werden.”

Die EnergieEffizienz stellt den Verbrauchern auf der eigenen Homepage www.stromeffizienz.de umfassende Informationen über Stromeffizienz, -verbrauch und –kosten bereit. Neben Informationsbroschüren und Online-Rechner werden auch Hilfen zur Auswahl für stromsparende Elektrogeräte angeboten. Mit dem kostenlosen Online-Stromsparcheck lässt sich beispielsweise der eigene Haushalt in rund fünfzehn Minuten auf Einsparpotenziale hin untersuchen. Mit den Stromkostenchecks kann der Verbraucher ausrechnen, wie viel Geld er durch den Kauf eines energieeffizienten Fernsehgeräts oder Kühlschranks sparen kann. Ein Blick in die TopGeräte-Datenbank hilft dabei, die energieeffizientesten Modelle zu finden, die derzeit am Markt erhältlich sind.

Quelle: dena

Energiewende in den Alpen

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Der Deutsche Alpenverein (DAV) sieht für das Jahr 2012 die Energiepolitik als große Herausforderung. “Die Alpen sind sehr stark vom Klimawandel betroffen, und gleichzeitig kommen neue Trends und Interessenlagen auf die Alpen zu“, so der DAV-Präsident Josef Klenner. “Ein besonders wichtiger Punkt ist hier die Energiepolitik. Wie bewältigen wir den schmalen Grat zwischen gelingender Energiewende einerseits und dem Schutz unerschlossener Gebiete andererseits?”

Auf der Hauptversammlung 2011 wurde ein „Grundsatzpapier des DAV zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz des Alpenraumes” verabschiedet. Ein rascher Umstieg auf erneuerbare Energien soll damit vom DAV unterstützt werden. Es ist eine Gesamtkonzeption zur Energieversorgung in den Alpen notwendig – eine Art “Masterplan”, der in die Landesplanung und in die regionale Raumordnung sowie in den europäischen Kontext integriert ist. Wichtigste Punkte eines solchen Masterplans müssen das Energiesparen und eine höhere Energieeffizienz in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen sein. Darüber hinaus wird es nötig sein, neue regenerative Energiequellen zu erschließen. Dies muss mit Bedacht geschehen, Pauschallösungen gibt es nicht. In den Alpen sind beispielsweise viele neue Wasserkraftwerke geplant – beispielsweise Pumpspeicher im Kühtai oder im Kaunertal. Einerseits ist Energie aus Wasserkraft wünschenswert, und Pumpspeicher sind die derzeit effektivste Möglichkeit, um in großem Maßstab Stromenergie zu speichern. Andererseits geht der Neubau von Wasserkraftwerken mit einem enormen Landschaftsverbrauch (vor allem bei Speicherseen) und Eingriffen in die Gewässerökologie einher. Ähnliches gilt für die Windkraft. Denn eines muss man sich vor Augen führen: Hinter dem abstrakten Begriff “Landschaftsverbrauch” stehen oft einzigartige Naturräume, die dann für immer verloren sind.

Folgende Punkte zählen zur neuen Energiepolitik des DAV:

  • Ein Masterplan zur Energieversorgung ist notwendig.
  • Transparente und offene Planungsprozesse sind notwendig.
  • Die Energieversorgung sollte aus regenerativen, möglichst regionalen Energiequellen gewährleistet sein.
  • Energieeffizienz und Energiesparen müssen an erster Stelle stehen.
  • Die einzigartige Naturlandschaft in den Alpen muss gesichert werden. Beim weiteren Ausbau muss der Vorrang auf bereits infrastrukturell vorgeprägten Bereichen liegen.

Quelle: Deutscher Alpenverein

Wie aus Windstrom Gas wird

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Die Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy bietet als erster Energieversorger seinen Gaskunden eine Belieferung von Erdgas, gemischt mit Wasserstoff, der aus Windstrom erzeugt wurde.

Die Idee ist einfach. Windstrom wird zu Windgas und damit speicherbar. Konkret wird aus Ökostrom – vor allem Windstrom – durch Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff gewonnen. Dieser Wasserstoff kann schon jetzt als kostbarer Energieträger ins reguläre Gasnetz eingespeist werden. Dort lässt sich das Gas wie gewohnt speichern, transportieren und nutzen.

„Windgas ist ein ganz wesentlicher Baustein für das Gelingen der Energiewende in Deutschland“, sagt Greenpeace-Energy-Vorstand Steffen Welzmiller. Ohne geeignete Speichertechnologien kann Deutschland sich nicht zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen. Schließlich schwankt die Stromproduktion von Solar- und Windkraftwerken je nach Wetter. Mit der Nutzung von Windgas geht, auch wenn die Netzkapazitäten bereits gedeckt sind, der regenerative Windstrom nicht verloren.

Durch Windgas kann Ökostrom gespeichert und später jederzeit als Energie genutzt werden: Ob im Wärmemarkt als Gas oder zurückverwandelt in Strom. Damit liefern wir den Beweis, dass die Erneuerbaren tatsächlich in der Lage sind, unsere Energieversorgung zu sichern – auch in Zeiten der Windflaute oder fehlenden Sonnenscheins.

Ist erst mal Wasserstoff gewonnen, so kann in einem weiteren Schritt aus dem Wasserstoff Methan hergestellt werden. Perspektivisch können Wasserstoff und Methan das fossile Erdgas zu 100 % ersetzen. Da es in der Praxis vor allem Windstrom sein wird, mit dem erneuerbarer Wasserstoff und Methan erzeugt werden, hat Greenpeace Energy für diese mit Ökostrom hergestellten Gase den Begriff „Windgas“ geprägt.

Das Windgas kann bis zu fünf Prozent zum Erdgas beigemischt werden. Dieses Gemisch lässt sich wie gewohnt zum Heizen, als Treibstoff und zur Stromerzeugung in Gaskraftwerken verwendet werden.
Seit Oktober 2011 bietet Greenpeace Energy den Tarif proWindgas an. Dabei zahlen die Kunden pro Kilowattstunde Erdgas einen Aufschlag von 0,4 Cent, der in den Ausbau der Windgas-Technologie fließt.

Quelle: Greenpeace Energy