Kategorie: Veranstaltungen & Projekte

Innovationspreis für Synthesegasverfahren

Freitag, Januar 20th, 2012

Ein neues Verfahren, das mit Hilfe von Kalk aus schadstoffreichen Abfällen und Biomasse reines Synthesegas herstellen kann zeichneten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt aus. Das von der Projektgesellschaft der Werke GmbH aus Goslar entwickelte Verfahren wandelt in einem Gegenstromvergaser verschiedenste Kohlenstoffträger unter Beigabe von Kalk bei hohen Temperaturen zu Synthesegas um. Kalk dient dabei sowohl als Trägerstoff als auch als schadstoffbindendes Material, wodurch bei dem Verfahren prozessbedingt keine organischen Schadstoffe, wie beispielsweise Dioxine und Furane, entstehen können und die sonst aufwendige Rauchgasreinigung erfordern.

Das Engagement von Wirtschaft und Forschung für Klima- und Umweltschutz wurde seit 2009 zum dritten Mal gewürdigt. Der Preisträger erhielt vom Bundeswirtschaftsministerium eine Fördersumme von 4,5 Millionen Euro in der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“. Die unter dem Namen Ecoloop entwickelten Anlagen können in Zukunft unterschiedlichste industrielle Prozesse ergänzen und den Verbrauch fossiler Ressourcen sowie den CO2-Ausstoß reduzieren. Von der Projektgesellschaft wird derzeit eine Pilotanlage mit einer Nennleistung von 32 Megawatt in einer harzer Gemeinde am Brocken errichtet, wo das hochreine Synthesegas als wertvoller Energieträger effizient eingesetzt werden kann. Die Ecoloop-Technologie sieht vor, energieintensiven Industrieprozessen, den neuartigen Gegenstromvergaser mit zirkulierendem Reaktionswanderbett vorzuschalten.

Quelle: BINE

Klimakonferenz in Durban – Klimaschützer hoffen auf ein Wunder

Mittwoch, November 30th, 2011

Seit vergangenem Montag bis zum 9. Dezember findet der 17. Weltklimagipfel in Durban, Südafrika, statt. 194 Staaten verhandeln erneut über Möglichkeiten die Klimaerwärmung einzudämmen. Christina Figueres, Chefin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC), beschreibt den Grund des Treffens mit „nichts Geringeres als die größte energietechnische, industrielle und verhaltensrelevante Revolution der Menschheitsgeschichte“.

Ein umfassendes, rechtlich verbindliches Abkommen soll das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ablösen. Dies ist nach dem Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen 2010 und dem darauffolgend nur mäßigen Fortschritt in Cancún allerdings schwer zu glauben. Vielmehr werden Beschlüsse zu Klimafonds oder Waldschutz erwartet.

Leider ist ausgerechnet von den energieintensiven Staaten USA und China bisher kaum eine Bereitschaft zu erkennen, sich in absehbarer Zeit auf international verbindliche Abkommen einzulassen. China setzt sich vielmehr dafür ein, gemeinsam mit Entwicklungs- und Schwellenländern, den Industrienationen die Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel zu übertragen. Die Länder Japan, Russland und Kanada fordern eine Beteiligung Chinas und der USA und meldeten bereits Widerstand an. Im Falle einer weiteren Blockade durch die USA verlangt beispielsweise die Umweltorganisation Greenpeace einen neuen Klimavertrag.

Die weltweit tätige Organisation erwartet jedoch eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Alle Staaten müssten sich dazu verpflichten bis zum Jahr 2015 innerhalb eines neuen Vertrags ihren CO2-Ausstoß zu verringern.

Industrienationen als Vorbild

Klaus Töpfer, Ex-Umweltminister, der bis 2006 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen leitete, forderte: “Wir müssen belegen, dass es geht, ohne mehr fossile Energien und ohne Kernenergie wirtschaftliche Stabilität zu erhalten.” und ruft damit die Industrienationen auf mit gutem Beispiel voranzugehen. Gelinge das hierzulande nicht, sei es auch extrem schwer, die Entwicklungsländer davon zu überzeugen. Deutschland befinde sich mit seiner Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von über 20 Prozent bereits auf dem richtigen Weg.

BDI-Präsident fordert Entgegenkommen von China

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, spricht über CO2-Strafmaßnahmen auf Produkte aus Ländern, die beim Klimaschutz nicht mitziehen: „Diese Maßnahmen würden Vergeltungsmaßnahmen provozieren zum Schaden der europäischen und insbesondere der exportstarken deutschen Industrie“. Insbesondere von China forderte er verpflichtende Zugeständnisse zur Minderung der Treibhausgase. „Kyotos alte Zweiteilung der Welt in Industrie- und Entwicklungsländer funktioniert nicht mehr“, so Keitel weiter. In der Klimarahmenkonvention heiße es ausdrücklich, dass die Vertragsparteien das Klima „entsprechend ihren jeweiligen Fähigkeiten“ schützen sollen.

Angesichts der zahlreichen Widerstände und unterschiedlichen Interessen kommt immer wieder die Forderung nach einer Koalition der Willigen auf: Ein kleiner Kreis von Staaten, die sich für den Klimaschutz engagieren wollten, könnte allein vorangehen – in der Hoffnung darauf, dass dadurch eine Sogwirkung auf die Unentschlossenen entstehe. Von Achim Steiner, Chef des Uno-Umweltprogramms Unep, äußert jedoch Bedenken: “Wir brauchen das globale Instrument der Klimarahmenkonvention, um Klimapolitik mittel- bis langfristig auch weltweit umsetzen zu können”.

Steiner befürchtet wenn sich die Staatengemeinschaft nicht auf einen gemeinsamen Ansatz in der Energiepolitik oder der Landwirtschaft verständige, drohe „ein Wettbewerbskampf, der die Klimapolitik nur zurückhalten wird“. Des Weiteren hätte ein Kontinent wie Afrika das Nachsehen, „wenn jeder nur noch für sich selbst agiert“.

Quelle: Spiegel online, Greenpeace

Energieeffiziente Gemeindeprojekte ausgezeichnet

Dienstag, November 29th, 2011

Die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) hat letzte Woche vier vorbildliche kommunale Energiesparprojekte ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs “Energieeffizienz in Kommunen – Gute Beispiele 2011″, den die dena mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft- und Technologie (BMWi) und in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) durchgeführt hat, gingen drei erste und ein Anerkennungspreis an Projekte aus Duisburg, Rastatt, Rastede und Worms. Von den Gemeinden wurden vielfältige Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz in Kommunen gezeigt. Von Informations- und Motivationsaktivitäten, Energiemanagement, energetische Gebäudesanierung bis hin zur Integration von Energieeffizienz in das Schulleben reichten die dabei angewandten Maßnahmen, die sich auch in anderen Städten und Gemeinden sehr gut umsetzen lassen. In Berlin wurde wurden Preisgelder von insgesamt 25.000 Euro verteilt.

Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung zum Wettbewerb: “Mit Projekten zum Energiesparen können Kommunen ihre Haushalte langfristig entlasten und damit ihren Handlungsspielraum erhöhen. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele in Deutschland”.

Die Stadtwerke Duisburg AG erhielt die Auszeichnung für ihr Energiesparprogramm “e²”. Mit dem Projekt wird ein breites Spektrum an Informations- und Motivationsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz bei Privatpersonen und Unternehmen abgedeckt. Einführende Informationen im Internet, Aktionstage, persönliche Beratung und das Aufzeigen individueller Energieeinsparpotenziale gehört alles mit dazu. Zudem wird die Umsetzung konkreter Energieeffizienzmaßnahmen durch Förderungen oder Darlehen unterstützt.

Für das bereits über zehn Jahre erfolgreiche “Fifty-Fifty-Energiesparprojekt” wurde die Stadt Rastatt ausgezeichnet. Das Projekt wird gemeinsam mit den Rastatter Schulen durchführt. Durch Verankerung des Themas im Schulunterricht und einer Bildung von Arbeitsgruppen aus Lehrern, Schulbediensteten und Schülern wurden konkrete Energiesparmaßnahmen umgesetzt und Energieeffizienz fester Bestandteil des Schullebens. Über die eine Hälfte der eingesparten Energiekosten können die Schulen frei verfügen, die andere Hälfte wird von der Stadt für Investitionen in energiesparende Maßnahmen an den Schulen verwendet. Allein in den Jahren von 2002 bis 2009 konnten die teilnehmenden Schulen zusammen über 750.000 Euro an Energie- und Wasserkosten einsparen.

Mit der Generalsanierung einer großen Sporthalle aus dem Jahr 1978 konnte der Gebäudebewirtschaftungsbetrieb der Stadtverwaltung Worms die Jury überzeugen. Es wurde eine umfangreiche energetische Sanierung der Gebäudehülle vorgenommen, sowie die Gebäudetechnik energetisch optimiert erneuert, wodurch das Gebäude einen Energieeffizienzstandard erreicht, der die gesetzlichen Vorgaben für Neubauten um über 40 Prozent unterschreitet.

Der Anerkennungspreis ging an die Gemeinde Rastede für ihr gutes, kommunales Energiemanagement. 2009 wurde von der Gemeinde ein Energiekonzept und ein darauf aufbauendes Maßnahmenhandbuch erstellt, das alle kommunalen Einrichtungen betrachtet. Aufbauend auf den Energieverbräuchen der Liegenschaften entwickelten die Rasteder einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Einsparzielen für die nächsten fünf Jahre. Auch kleinere Kommunen können in Verbindung mit einem strategischen Energiemanagement die Grundlagen für eine nachhaltige Senkung von Energieverbrauch und Energiekosten schaffen.

Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB, bemerkte: “Die vier ausgezeichneten Projekte zeigen, wie die öffentliche Hand ihre Vorbildrolle bei der Steigerung der Energieeffizienz wahrnehmen kann. Andere kommunale Einrichtungen können sich an den Preisträgern ein Beispiel nehmen, denn alle vier Projekte lassen sich gut übertragen.”

Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie unter www.energieeffizienz-online.info

Heizungspumpenaktion im Landkreis gestartet

Freitag, November 25th, 2011

Die Heizungspumpen-Austauschaktion, die seit 1. Oktober im Landkreis Starnberg stattfindet, vermeldet einen erfolgreichen Start. Innerhalb der Sonderaktion, die von 1. Oktober 2011 bis 31. März  2012 dauert, sollen alte Heizungspumpen von den teilnehmenden örtlichen Handwerkern zu einem Sonderpreis durch moderne Hocheffizienzpumpen ersetzt werden. Alte ungeregelte Pumpen sind die Energiefresser Nummer Eins in privaten Haushalten und ein Ausstausch spart nicht nur Strom und damit Geld, sondern schont zusätzlich unsere Umwelt.

Die Aktion findet derzeit in den Gemeinden Seefeld, Gilching, Weßling, Herrsching, Wörthsee, Feldafing und Pöcking statt, weitere Gemeinden haben ihr Interesse bekundet und werden in Kürze ebenfalls an der Aktion teilnehmen.

Die aktuelle Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier!

Weitere Informationen zur Heizungspumpen-Austauschaktion sowie eine vollständige Liste der teilnehmenden Installateure finden Sie unter Aktionen & Kampagnen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – Daniela Köhler

Foto: H. Schwarz, Landratsamt Starnberg

Begeisterung beim Besuch der Windanlagen in Wildpoldsried

Dienstag, November 15th, 2011

Vergangenen Samstag besuchten mehrere Starnberger Kreisräte, Landrat Karl Roth, Ratsmitglieder sowie der Bürgermeister Rupert Monn aus der Gemeinde Berg die Gemeinde Wildpoldsried im Oberallgäu. Wildpoldsried gilt als Vorzeigegemeinde hinsichtlich kommunaler, regenerativer Energieversorgung und betreibt in diesem Zuge erfolgreich neun Windenergieanlagen. Dies ist auch der Grund für den Besuch aus dem Landkreis Starnberg: Die Umsetzung der Energiewende und das unlängst abgeschlossene Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie. Die ersten vier Windenergieanlagen werden aktuell in der Gemeinde Berg geplant, sie sollen bereits kommendes Jahr umgesetzt werden. Damit betritt der Landkreis Neuland – denn Windenergie stand trotz des Kreistagsbeschlusses von 2005, bis 2035 rechnerisch energieautark sein zu wollen, bislang nicht auf der Agenda. Und auch im Klimaschutzkonzept des Landkreises und der Landkreisgemeinden ist die Windkraft im Szenario einer zukünftigen Energieversorgung nicht berücksichtigt. Das soll sich nun ändern.

In der 2.500-Seelen-Gemeinde im Allgäu funktioniert das mit der Windkraft schon sehr gut. Aus regenerativen Energien wie Sonne, Wasser, Wind und Biomasse wird inzwischen 350 Prozent mehr Strom pro Jahr erzeugt, als selbst verbraucht wird. „Dabei haben immer die Bürger den Vorteil – für die Umwelt, aber vor allem für den Geldbeutel“, so Bürgermeister Zengerle in tiefstem Allgäuer Dialekt. Fünf der neun Windkraftanlagen wurden allein von Wildpoldsriedern finanziert, die selbstverständlich vom Ertrag der Anlage profitieren. Die ersten Windräder wurden im Jahr 2000 gebaut, nächstes Jahr stehen dann schon elf. Die Berger können darüber nur staunen, doch die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Windkraft ist in der Allgäuer Gemeinde mit 92 Prozent sehr hoch.

Besonderes Interesse wurde dem Thema Schall beigemessen. Zwar gilt eine Messung mit dem i-Phone, die von einem Kreisrat durchgeführt wurde, nicht als repräsentativ, aber mit 45 dbA in 80 Meter Entfernung kann auch nicht von unerträglichem Lärm gesprochen werden. In 200 m Entfernung, so die einhellige Aussage, konnten die Windräder nicht mehr gehört werden. Besonders aussagekräftig sind die Ausführungen von Anwohnern, so von einer Frau, die 450 Meter von zwei Windrädern entfernt im Weiler Hutoi wohnt: „Die Anlagen stören uns nicht. Die Eisenbahn hinter Wildpoldsried ist lauter“. Den anderen Nachbarn hingegen stören weder Eisenbahn noch Windräder, vielmehr seien der Verkehr und der damit verbunde Parkplatzmangel aufgrund der Informationstouristen ein Problem.

Die Informationsfülle während des Besuchs war offenbar riesig, doch besonders zwei Punkte werden die Berger Kommunalpolitiker und die Kreisräte mit nach Hause nehmen: Um Windkraftanlagen erfolgreich zu betreiben, muss vorher ordentlich an den Standorten gemessen werden, das heißt „Wie stark weht der Wind und in welcher Höhe bläst er am besten“. Außerdem ist eine Umsetzung derartiger Anlagen ohne Bürgerbeteiligung und ohne intensive, transparente Informationspolitik nicht möglich. Schließlich sind die Berger und die Landkreisbürger diejenigen, welche von den Windkraftanlagen profitieren sollen.

Quellen: Münchner Merkur, Süddeutsche Zeitung

Energiewende: 7. Jahreskonferenz Erneuerbare Energie

Dienstag, Oktober 11th, 2011

Energiewende 2.0: Auf dem Weg in die regenerative Zukunft

Die Weichen für eine Energiewende sind gestellt. Wie schnell kann die Branche diese nun realisieren? Welche Herausforderungen stellen sich – und wo muss die Politik noch nachbessern? Diesen Fragen geht die Jahreskonferenz Erneuerbare Energie am 19. und 20.10.2011 in Berlin nach.

Die Key-note spricht am 20.10. Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ebenfalls zu Gast sein werden am 19.10. Philip Lowe,  Generaldirektor Energie der EU-Kommission, Dr. Dolf Gielen, Director Innovation and Technology Centre der IRENA sowie Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, Vorsitzender der Ethikkommission der Bundesregierung.

Die Jahreskonferenz Erneuerbare Energie wird ausgerichtet von den zehn wichtigsten Verbänden der Erneuerbaren. Darunter der Bundesverband Erneuerbare Energie und der Bundesverband Windenergie.

Die Jahreskonferenz wirft einen Blick auf die EU-Ziele sowie eine Roadmap für 2030 und 2050. Die Verbände der Erneuerbaren – europäisch und national – geben eine Einschätzung des Marktes auf dem Weg zu 100% ab und formulieren die Forderungen an die Politik. Ebenso werden Instrumente zum Ausbau der Erneuerbaren dargestellt. Die Teilnehmer erhalten zudem Einblick in die Chancen des Industriestandortes Deutschlands, auch für seine Zulieferer. Ebenso wird illustriert, wie das Marktdesign der Zukunft aussehen kann. Die Foren Strom, Wärme und Verkehr zeigen spartenspezifische Chancen und Lösungen auf.

Zur Anmeldung und zum Programm gelangen Sie hier: http://www.bwe-seminare.de/veranstaltungen/jahreskonferenz

Veranstaltungsdaten
19. und 20.10.2011 in Berlin
Energieforum, Stralauer Platz 34, 10243 Berlin

Quelle: BWE-WindNews / Veranstaltungsinfo

Energiewende: Energiegenossenschaft Fünfseenland in Andechs gegründet

Donnerstag, September 22nd, 2011

Sage und schreibe 128 Mitglieder gründeten am Abend des 19. Septembers im festlichen Ambiente des Bibliothekssaals auf Kloster Andechs die erste Energiegenossenschaft südlich von München, die nun in Eigenregie auf erneuerbare Energien setzt und sich die Ziele der Energiewende 2035 im Landkreis Starnberg auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Enorme Beteiligung bei der Gründung

Der Ansturm auf die Gründungsversammlung war sehr groß. Vor dem Fürstensaal des Klosters stauten sich am Montagabend die Besucher, es wurde recht kuschelig. Sie alle wollten bei der Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland mit dabei sein. So waren unter den Gästen neben Landrat Karl Roth und Vizelandrat Albert Luppart auch viele Bürgermeister, so Wolfram Gum (Seefeld), Michael Muther (Weßling), Anna Neppel (Andechs), Brigitte Servatius (Gauting) und Peter Flach (Wörthsee).

Überregionales Interesse an der Starnberger Energiewende

Die Veranstaltung hatte auch Gäste aus anderen bayerischen Landkreisen angezogen, die sich für die Energiewende in ihrer Region einsetzen und gespannt die Versammlung verfolgten, um Anregungen für eigene Aktivitäten mitzunehmen. So waren Vertreter aus den Landkreisen Augsburg, aus dem Donauries und Erlangen-Höchst und Weilheim-Schongau gekommen. “Immer mehr Energiewende-Aktive werden auf unsere Aktivitäten aufmerksam und verfolgen unser Tun über die stark frequentierte Website. Aus allen Teilen Süddeutschlands und selbst Initiativen und Organisiationen aus Österreich wenden sich verstärkt an den Energiewendeverein Starnberg und ersuchen um Unterstützung insbesondere im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Sie fragen auch gezielt nach Best Practice Beispielen für die Umsetzung”, weiß Evelyn Villing, Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit zu berichten.

Künftig viele kleine aber auch große Projekte zu realisieren

Es ging also auf der Gründungsversammlung “eng und zuweilen auch emotional zu”, wie die Süddeutsche die Stimmung treffend wiedergibt. Die Gründung der Energiegenossenschaft markiert immerhin einen Meilenstein in unserem Landkreis und ist damit ein historisches Ereignis. Die Energiegenossenschaft soll nun deutliche Impulse für die Umsetzung der Energiewende setzen. Mit ihrer Hilfe wird sowohl die Realisierung von als auch die Beteiligung der Bürger an Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien möglich werden. So könnten beispielsweise zusammen mit den Gemeinden auch teure Projekte wie etwa Windkraftanlagen finanziert oder sich an Stromnetzen beteiligt werden.
“Ich bin überwältigt”, sagte Hans Wilhelm Knape, der Vorsitzende des Starnberger Energiewendevereins, als er in die Menge sah. Hans Wilhelm Knape bereitete die Gründung maßgeblich mit vor. Und Landrat Roth konstatierte, dass so das “Thema Energiewende die Leute von der Couch hole”.

Vorstand und Aufsichtsrat

Nachdem die umfangreiche Satzung mit 48 Paragraphen leidenschaftlich diskutiert und verabschiedet war, konnten auch Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. gewählt werden.

Zum Vorstand der Energiegenossenschaft gehören Gerd Mulert als Vorsitzender, Klaus Drexler und Horst Reinheimer. Der Aufsichtsrat besteht aus Thomas Vogl (Vorsitzender), Walter Kellner, Michael Padberg, Jürgen Franke, Michael Muther, Karl Roth und Professor Martin Dameris.

Gründung und Finanzierung auf breiter Basis

Stolze 128 Gründungsmitglieder haben während der Versammlung eine Beitrittserklärung unterschreiben und Anteile gezeichnet. Damit konnte die erste Energiegenossenschaft im südlichen Oberbayern erfolgreich aus der Taufe gehoben werden. Als Sitz der Genossenschaft wurde Andechs festgelegt. 200 Euro kostet ein Geschäftsanteil – und so dürfte bereits an diesem Abend eine erkleckliche Summe zusammengekommen sein, die für erste Projekte im Landkreis eingesetzt werden kann. Anbei ein Beitrag von Radio Oberland zur Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Energiegenossenschaft

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. -  Evelyn Villng

Energiewende: Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G

Donnerstag, September 15th, 2011

Energiewende mit Bürgerbeteiligung

Starnberg/Gauting. Am Montag, den 19. September, ist es soweit: Dann wird die Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. gegründet. Sie ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Energiewende im Landkreis Starnberg und soll durch die Möglichkeit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Erneuerbare-Energieanlagen neue Impulse setzen!

Die Gründung der Genossenschaft ist vom Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. initiiert und wird von der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg e.G. unterstützt.

Namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich in Vorsitz und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. aktiv mitzuarbeiten.

Die Nutzung regenerativer Energiequellen im Landkreis Starnberg schont nicht nur Umwelt und Klima, sie ist vor allem wirtschaftlich sinnvoll und unterstützt die Entwicklung unserer Region. Denn sie bedeutet letztlich Erzeugung und Verbrauch von Energie vor Ort – dezentral und bürgernah, mit kurzen Wegen und wenig Leitungsverlusten. Damit wird die kommunale Autonomie gefördert und die Wertschöpfung findet stärker als bisher bei uns statt.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in unserer Region mit Unterstützung der Energiegenossenschaft zahlt sich aber nicht nur für die Region und die Gemeinden aus, die Bürgerinnen und Bürger profitieren mit dem Erwerb von Anteilen an alternativen Energieanlagen bei guten Renditeerwartungen künftig sogar direkt. Die Genossenschaft bietet zudem Mitspracherecht und somit gemeinsame Gestaltungsmöglichkeiten.

So fließt das Geld für die Energie künftig nicht mehr in die Erdöl- und Erdgas- sowie Uranexportierenden Staaten und beschert diesen Reichtum, sondern bleibt bei uns – für eine nachhaltige Zukunft im Fünfseenland.

Die Energiegenossenschaft möchte den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises die Möglichkeit eröffnen, Teil der kommunalen Energieversorgung zu werden, diese in die eigene Hand zu nehmen und zugleich in zukunftsfähige Projekte der erneuerbaren Energien zu investieren – egal ob Photovoltaik oder Solarthermie, Wind- oder Wasserkraft, Biogas oder Biomasse.

Es gibt schon einige konkrete Projekte, die für die Energiegenossenschaft geeignet sind, andere stehen in Aussicht und der Verein Energiewende erwartet, dass künftig auch die Hauseigentümer im Landkreis dazu bereit sind, ihre Dachflächen für Bürgersolarprojekte zur Verfügung zu stellen. Schließlich können so über die Verpachtung Einnahmen erzielt oder bei Eigennutzung eines Teils der elektrischen Energie weitere finanzielle Vorteile zum Tragen kommen.

Mehr Informationen gibt es auf der Veranstaltung, die im festlichen Ambiente der Alten Bibliothek auf Kloster Andechs ab 19:00 Uhr stattfindet. Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. lädt dazu alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sehr herzlich ein.

Auf der Homepage des Energiewendevereins finden Sie unter dem Menüpunkt Genossenschaft weitere Informationen sowie den Entwurf der Satzung und das Beitrittsformular – oder klicken Sie ganz einfach hier.

Hier noch mal der Termin:

Montag, 19. September 2011, Ort: Kloster Andechs, Alte Bibliothek, Beginn: 19:00 Uhr

Der Zugang zur Bibliothek erfolgt über die große Freitreppe an der Klosterpforte.

Sofern Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind: Es gibt auch einen Lift und es können Parkmöglichkeiten auf dem Klosterhof angeboten werden!

Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie/findet Ihr auf der Homepage des Energiewendevereins:

www.energiewende-sta.de/genossenschaft

Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte:

Hans Wilhelm Knape ▪ 1. Vorsitzender des Vereins ▪ Tel. 089-87 78 84 41
Email: hw.knape@energiewende-sta.de

Evelyn Villing ▪ Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit ▪ Tel. 089-89 45 78 33
mobil: 0160-5 31 02 49 ▪ Email: evelyn.villing@energiewende-sta.de oder

Machen Sie mit! Gemeinsam handeln – jetzt!

News, Informationen und Hintergründe zur Energiepolitik auf www.energiewende-sta.de

Energiewende: Sonderaktion Heizungspumpentausch

Mittwoch, September 14th, 2011

Eine gemeinsame Aktion der  Gemeinden Seefeld, Weßling, Wörthsee und Gilching

Auftakt der Aktion in Seefeld!

Viele wissen es gar nicht: Der Energiefresser Nr. 1 im privaten Haushalt ist die alte Heizungspumpe.

Sie benötigt bis zu 90 Watt elektrische Energie und läuft über 6.000 Stunden pro Jahr, das heißt, sie verbraucht bis zu 800 kWh Strom. Das kostet den Hauseigentümer bei 20 Cent/kWh bis zu 150 Euro im Jahr.

Eine neue Heizungspumpe verbraucht dagegen nur noch bis zu 5 kWh Strom, also übers  Jahr aufsummiert zwischen 60 und 150 kWh – und das kostet dann nur noch ca. 11 bis 29 Euro im Jahr.

Mit einer modernen Hocheffizienzpumpe sparen Hausbesitzer also pro Jahr über 100 € an Stromkosten und sie tragen zusätzlich zum Klimaschutz bei! Warum?

Wenn nur 100 Pumpen erneuert werden, bedeutet das 51.000 kWh weniger Strom. Was heißt das für unser Klima? Pro kWh wird mit einem CO2-Ausstoß von 563 g gerechnet. Werden also 100 Pumpen erneuert, entlastet das um rund 29 Tonnen CO2 pro Jahr. Und das Beste: Der Einbau einer neuen Pumpe zum aktuellen Aktionspreis hat sich bereits nach 3 Jahren amortisiert!

Denn die teilnehmenden Installateure haben für sechs ausgewählte Pumpentypen der marktführenden Pumpenhersteller Biral, Grundfos und WILO mit den Händlern günstige Sonder-Konditionen ausgehandelt. Diese Pumpen passen für alle gängigen Heizungsanlagen. Und die Installateure gewähren für die Montage zusätzlich eine ordentliche Ermäßigung. Die so erzielten günstigen Festpreise (Die kleineren Pumpentypen kosten einheitlich 299 Euro, die etwas größeren 329 Euro) sind also inklusive Mehrwertsteuer. Sie beinhalten den Ausbau sowie die Entsorgung der alten Heizungspumpe und den Einbau der neuen Hocheffizienz-Heizungsumwälzpumpe mit der höchsten Energieeffizienzklasse A.

Die Aktion wurde von der Gemeinde Seefeld initiiert und wird nun – unterstützt von den lokalen Umweltgruppen und örtlichen Handwerkern – gemeinsam in den Gemeinden Seefeld, Weßling, Gilching und Wörthsee durchgeführt. Der Energiewende-Verein fördert die Öffentlichkeitsarbeit. So gibt es in Kürze einen Flyer für jede Gemeinde, der die Bürgerinnen und Bürger über den Ablauf der Aktion informiert und einen örtlichen Ansprechpartner nennt. Die Flyer werden in den Gemeinden an alle Haushalte verteilt und die Aktion in den Gemeindeanzeigern sowie auf den Internetseiten der Gemeinden Seefeld, Weßling, Wörthsee und Gilching vorgestellt. Selbstverständlich soll auch über die lokale Presse informiert werden. Und auf der Internetseite des Energiewendevereins gibt es unter dem Menüpunkt Gemeinsam handeln! die Seite Aktionen & Kampagnen. Dort wird über die Heizungspumpenaktion informiert und es werde zudem alle an der Aktion teilnehmenden Handwerker auflistet.

Allerdings ist die Sonderaktion zeitlich begrenzt: Sie findet nur vom 1. Oktober 2011 bis 31. März 2012 statt!

Wie läuft der Pumpenaustausch genau ab?

Die Aktion wird in jeder Gemeinde von örtlichen Handwerkern unterstützt Jeder Handwerker kann mitmachen. Die Liste mit den bis jetzt teilnehmenden Installateuren sind nach Gemeinde sortiert unten aufgelistet. Sobald sich ein weiterer Installateur an der Aktion beteiligt, wird er unter seiner Gemeinde neu in die Liste aufgenommen.

Und es gibt in jeder Gemeinde einen Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger.

Die Initiatoren hoffen, dass sich möglichst viele Handwerker aus den vier Gemeinden und viele Hausbesitzer an der Aktion beteiligen und sie sind davon überzeugt, dass alle Beteiligten von der Aktion profitieren. Schließlich bleibt das Geld im Ort und die Energiewende rückt wieder ein Stück näher.

Wie geht ein/e Hausbesitzerin vor, wenn die Pumpe ausgetauscht werden soll?

  1. Einen Termin mit einem der an der Aktion teilnehmenden Installateure vereinbaren.
  2. Dieser kommt ins Haus und berät Hausbesitzer vor Ort, welche Pumpe für die Heizungsanlage passt.
  3. Binnen einer Stunde montiert er die neue, stromsparende Pumpe und nimmt die alte gleich mit.

Ab jetzt kann richtig viel Strom gespart werden – bei gleichem Komfort!

Anbei der Pumpentausch Flyer für Seefeld und der Link auf die Aktion Heizungspumpentausch auf der Homepage des Energiewendevereins.

Hier finden Sie auch weiterführende Informationen zu den Heizungspumpen der Firma BIRAL, GRUNDFOS und WILO sowie eine neu erschienene Informationsbroschüre des BAFA zu Umwälz- und Solarpumpen


Energiewende Landkreis Starnberg e.V.,

Autor: Evelyn Villing – Fotos: Biral, Grundfos, WILO – Grafik (Nachbau): Evelyn Villing/ Stiftung Warentest

Windparks bringen Millionen in die Gemeindekassen

Mittwoch, August 31st, 2011

Erhebliche regionale und kommunale Wertschöpfung durch Windenergie

40 Millionen Euro pusteten Windkraftprojekte in der Vergangenheit jährlich in die Gemeindekassen des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Durch weitere Anlagen auf den neu ausgewiesenen Windeignungsflächen könnten in den kommenden Jahren noch einmal 30 Millionen Euro dazu kommen, so die Zahlen, die  auf der Konferenz von windWERT, der schleswig-holsteinischen Windkraft-Netzwerkagentur in Kiel präsentiert wurden. WindWERT hatte die Neuordnung der Regionalpläne zum Anlass genommen, um umfassend über Planung, Finanzierung, Versicherungs- und Steuerfragen, Gesellschaftskonstrukte, Neuerungen durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie Service- und Wartungskonzepte für Windkraft-Projekte zu informieren.

Bürgerwindparks als Modell der Zukunft

Unter dem Titel “MehrWertschöpfung aus Wind” wurden auch Aspekte der regionalen Wertschöpfung durch Windparks vorgetragen: Pachteinnahmen, Steuereinnahmen, Nettolöhne und der Gewinn aus dem Betrieb der Windenergieanlagen (WEA). Ist der Windparkbetreiber in der Gemeinde ansässig, in der die WEA stehen, profitiert die Kommune besonders: durch Gewerbesteuer, höheres Einkommen ihrer Bürger und zusätzliche Arbeitsplätze. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung(IÖW) mit dem Titel Kommunale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien.

Bürgerwindparks haben zudem – besonders an der schleswig-holsteinischen Westküste – entscheidend zur hohen Akzeptanz der Windkraft beigetragen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle. In Schleswig-Holstein sind Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und GmbH & Co. KGs  erfolgreich und werden inzwischen auch in anderen Bundesländern als Beteiligungsmöglichkeit eingeführt, so z.B. eine GmbH & Co.KG beim Windpark Alexanderschanze in Bad Peterstal-Griesbach im Schwarzwald (Baden-Württemberg).

Investoren herzlich willkommen

Viele Windparkprojekte kommen jedoch nicht ohne finanzstarke Großinvestoren aus, wie zum Beispiel Energieversorgungsunternehmen oder Unternehmen, die sich für Erneuerbare Energien engagieren. Dabei ist es wichtig, dass die Investorengruppen zusammenarbeiten und von Anfang an die betroffenen Gemeinden und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger mit einbeziehen. Das zeigt die Erfahrung  aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands.

Für den Bau neuer Windparks in den neuen Windeignungsflächen in Schleswig-Holstein sind Investitionen in Höhe von etwa drei Milliarden Euro erforderlich. Die gute Nachricht für potenzielle Fremdkapitalgeber brachten dort Vertreter der VR-Bank Niebüll und der Nord-Ostsee-Sparkasse zum Ausdruck: “Null Forderungsausfälle bei Windkraftprojekten”. Dasselbe dürfte auch für die Höhenlagen im Schwarzwald oder die Mittelgebirge Bayerns gelten, deren Windhöffigkeit durchaus mit Norddeutschland vergleichbar ist.

Ebenso gibt es im Alpenvorland gute Winderträge und damit ist auch in Oberbayern und dem Allgäu der lukrative Betrieb von Windenergieanlagen und damit eine regionale Wertschöpfung möglich.

Windanlagenhersteller bieten Rundum-Sorglos-Pakete für Service und Wartung

Die großen Windkraftanlagenhersteller bieten den Gemeinden inzwischen meist ein “Rundum-Sorglos-Paket” an, das regelmäßige Wartung, Online-Überwachung und gegebenenfalls den Austausch von Großkomponenten einschließt. Ganz ohne eine zusätzliche Versicherung kommen die Betreiber von Windenergieanlagen jedoch auch künftig nicht aus. Die klassischen Versicherungspolicen sichern Windrad- und Windparkbetreiber gegen Blitzschlag, Brand und ähnliche Ereignisse ab. Interessant dabei: Allein die geringen Haftpflichtbeiträge von jährlich rund 90 Euro belegen, wie sicher Windräder im Betrieb sind.

Strategische Planung bei Erneuerbare Energie-Projekten und zwar von Anfang an

Wichtig für den Projekterfolg und die Akzeptanz ist ein detaillierter, strategisch durchdachter Plan, der von der ersten Einwohnerversammlung über die Informationsveranstaltung für Kommanditisten oder Genossenschafter bis hin zur Inbetriebnahme der WEA reicht.

„Die Kommune sollte schon weit vor Beginn des ordentlichen Planverfahrens eine strategische Bürgerbeteiligung mit professioneller Unterstützung einplanen. Ideal ist es, wenn ein Projekt für erneuerbare Energien auch möglichst wirtschaftliche Vorteile für die Bürger bietet, wie den Erwerb von Anteilen mit guter Rendite”, rät Evelyn Villing, Expertin für Umweltkommunikation, Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Die Kommunikation sollte dann selbstverständlich die Energieerträge und Gewinne aus dem Anlagenbetrieb nicht außer Acht lassen und regelmäßig veröffentlichen – schließlich ist nichts motivierender als der Erfolg.

Quellen: iwr-pressedienst, IÖW-Studie “Regionale Wertschöpfung – bearbeitet von E.Villing, Energiewendeverein

Fotos (von oben nach unten): ENERCON, Raphael Mack, IG Windkraft Österreich