Deutsche Kommunen siegen in der Champions League für Erneuerbare Energien

25.05.2010. Nun ist es amtlich: Mit Schalkham, Neckarsulm und Ulm stehen ab sofort auch drei deutsche Kommunen auf dem Siegertreppchen der Champions League für Erneuerbare Energien.

Die RES Champions League ist ein von der Europäischen Union mitfinanzierter Wettbewerb, der von Organisationen aus bislang sieben Ländern getragen wird.

Die Marktgemeinde Prato allo Stelvio aus Südtirol liegt in der Gesamtwertung am Ende dieser Saison an der Spitze: hier wird nicht nur regenerativ erzeugter Strom, sondern auch Wärme exportiert. Das bayerische Schalkham konnte sich den zweiten Platz sichern. Neckarsulm und Ulm landeten in ihrer Größenklasse auf dem jeweils 1. Platz.

Ein Blick in die ständig aktualisierte Tabelle der RES Champions League unter der Adresse www.res-league.eu zeigt allerdings die Dominanz deutscher Städte und Gemeinden. Hier bestimmt sich das Ranking nach den pro Einwohner installierten Anlagen. Und das obere Tabellenfeld ist von deutschen Kommunen besetzt. „Beim Finale der RES Champions League zählt allerdings nicht nur der reine Punktestand“, sagt Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der Deutschen Umwelthilfe. So hätten sich die ersten drei deutschen Kommunen in der jeweiligen Größenklasse für das Halb-Finale qualifiziert.

„Das ist so ähnlich wie in der Fußball-Champions-League“, meint Robert Spreter. Die Tabellenspitze der jeweiligen Länder tritt dann gegeneinander an. Und von den Kommunen wurden im Finale weitere Aussagen zu ihrem Engagement in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz erwartet. Eine Jury mit Vertretern aus sieben Ländern ermittelte die Gewinner.

In Schalkam ist die Sonnenenergie schon lange ein Thema. Bereits in den 90er Jahren organisierte der damalige Bürgermeister Johann Noppenberger Sammelbestellungen für Solarkollektoren. Und auch heute hat keine an der RES Champions League beteiligte Gemeinde mehr Solarkollektorfläche zur Wärmeerzeugung auf den Dächern: in Schalkham sind es mehr als 1,5 Quadratmeter je Einwohner. Ein komplettes Dorf duscht hier nur mit Sonnenwärme. Und auch der jetzige Bürgermeister Lorenz Fuchs führt das Engagement fort, betreibt sogar selbst einige Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Auch Neckarsulm ist ein Pionier der Sonne. Bereits seit einigen Jahren gibt es dort eine Wohnsiedlung, die über große Kollektorflächen und einen riesigen saisonalen Speicher zu einem nennenswerten Anteil mit Solarwärme versorgt wird. Schon an den Stadtzufahrten weist Solarkunst darauf hin, was den Neckarsulmern wichtig ist. Solarwärme- und Solarstromanlagen sind auf vielen Dächern zu finden. Und über die Stadtwerke versorgt die Kommune viele ihrer Bürger mit Wärme aus Holz. Punkten konnte Neckarsulm auch durch sein kontinuierliches Angebot zur Information, Beratung und Motivation der Bürger.

Auch die Stadt Ulm bezieht die Bürger ins Engagement für die Solarenergie mit ein. Hier existiert sogar eine von der Stadt initiierte Solar-Stiftung, die die Aktivitäten unabhängiger vom städtischen Haushalt macht. Die Stadt unterstützt zudem über zwei Stiftungsprofessuren im Bereich erneuerbarer Energien an der Universität. Sie optimiert kontinuierlich die städtischen Gebäude und setzt hier – wenn möglich – auch erneuerbare Energien ein. Alle geeigneten Dächer stehen für die Nutzung der Sonne zur Verfügung.

Quelle: Champions League für Erneuerbare Energien (RES Champions League) 2010, Deutsche Umwelthilfe (DUH) 2010, www.sonnenseite.com

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