Energiewende im Landkreis zahlt (sich) aus

Die Energie-Genossenschaft Fünfseenland (EGF) kann erstmals seit ihrer Gründung eine Dividende von 2,5 Prozent an ihre aktuell 365 Mitglieder ausschütten. Der ehrenamtliche EGF-Vorstand Gerd Mulert und der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Vogl zogen für das Berichtsjahr 2015 auf der Generalversammlung eine positive Bilanz in Sachen Energiewende. Diese spiegle sich in zahlreichen neuen Vorhaben auf kommunaler Ebene wider. Landrat Karl Roth erneuerte als Hausherr der Versammlung in seinem Grußwort sein Bekenntnis zu den Energiewende-Zielen des Landkreises.

Zu den wichtigsten Aktivitäten der EGF zählt das von Gemeinde und Schulzweckverband gemeinsam getragene Schulenergie-Projekt an Gymnasium und Mittelschule: Eine Fotovoltaikanlage mit 70 Kilowatt bzw. ein Blockheizkraftwerk. Die Investitionssumme beträgt zirka 600 000 Euro, eingespart werden ca. 10 Prozent Energiekosten pro Jahr.

In Seefeld wird zusammen mit der Peter Schlecht GmbH ein Nahwärmekonzept entwickelt, das zunächst Wärme und Strom für die Chirurgische Klinik liefern soll.

Projektbezogen Kapital zu generieren, sei allgemein nicht das Problem, bestätigte der EGF-Vorstand. Derzeit generieren mehr als 2300 Anteile zu je 200 Euro allein ein Kapital von 463 400 Euro, das selbstverständlich in laufende und künftige Vorhaben investiert wird. Zu den Ideen zählt auch das so genannte „Balkonkraftwerk“, das man von der Energiegenossenschaft für 500 Euro kaufen oder auch mieten kann: „Es besteht aus einem einzigen Modul und hat am Ende eine Steckdose“, stellte Mulert eines der auch „Piraten-Kraftwerk“ genannten Exemplare vor. Die allgemeine Versorgung mit sauberem „Fünf-Seen-Land-Strom“ ist gesichert, erzeugt als „Wasserstrom“ von den Stadtwerken Landsberg oder in Zusammenarbeit mit dem Regionalwerk Würmtal.

Auch die Initiative „E-Start“ und das „e-Carsharing“ kommen voran: Nach einem bereits im Bayerischen Wald von einigen Gemeinden praktizierten Konzept wurde ein Kooperationsvertrag mit der Wunjoo GmbH unterzeichnet: Die EGF kauft Elektro-Fahrzeuge und vermietet sie an Hausgemeinschaften oder Gemeinden. Derzeit gibt es laut Landrat Roth im Landkreis erst 157 „reine“ E-Fahrzeuge und weitere 437 „hybride“ (also mit verschiedenen Antriebsformen) – mehr als 20 Ladestationen stehen zur Verfügung. Der EGF-Vorstand wurde einstimmig entlastet, nur bei der Dividende gab es vier Gegenstimmen und sechs Enthaltungen: Manche hätten die zu verteilende Summe am liebsten gleich reinvestiert.

Quelle: Starnberger Merkur

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