EEG für Energiegenossenschaften unverzichtbar

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) führt zu mehr Vielfalt auf dem deutschen Strommarkt und lässt die Verbraucher durch eine größere Auswahl an Stromanbietern davon profitieren. Es konnten sich neue, unabhängige Betreiber etablieren. Diese benötigen weiterhin das EEG mit seinem Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien, um nicht vom Markt ausgesperrt zu werden und zwar für den gesamten ins Netz einzuspeisenden, umweltfreundlich erzeugten Strom.

50 km nordöstlich von Stuttgart haben sich mehr als 200 Genossenschaftsmitglieder mit überschaubaren finanziellen Einlagen in der Energiegemeinschaft Weissacher Tal zusammengetan, um Solarstrom ins Netz zu bringen. „Ohne das EEG mit seinem Einspeisevorrang für die Erneuerbaren Energien hätte uns für den Aufbau der Stromerzeugung aus Solarstrom der Hebel gegenüber dem Netzbetreiber gefehlt“, erklärt Bürgermeister Ian Schölzel, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der 2008 gegründeten Energiegenossenschaft ist. „Die Pflicht des Netzbetreibers, Erneuerbare-Energien-Anlagen unverzüglich und vorrangig an das Netz anzuschließen, hilft neuen Anbietern am Strommarkt und war auch für die Energiegemeinschaft Weissacher Tal unverzichtbar. Für künftige Projekte zum Ausbau der Erneuerbaren Energien benötigen wir das EEG“, betont Bürgermeister Schölzel.

Der Bestand des EEG wird auch für den Ausbau der Windenergie von den dezentral orientierten Stromerzeugern gefordert. Micha Jost, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Starkenburg in Südhessen: „Unsere im Dezember ans Netz gegangene Windenergieanlage mit einer Leistung von 2 Megawatt konnte nur wegen des im EEG geschaffenen Rahmens entstehen“. Die Genossenschaft verzeichnet derzeit knapp 380 Mitglieder und plant weitere Projekte, die vom Engagement der Bürger vor Ort leben. „Das EEG hat eine vergleichsweise preiswerte Form der Förderung Erneuerbarer Energien geschaffen. Für die konkrete Umsetzung der Energiewende brauchen wir die entstandenen mittelständischen Strukturen und Vielfalt in der Energieproduktion. Dazu gilt es, das EEG zu bewahren“, so Jost. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), plädiert für verlässliche politische Rahmenbedingungen beim dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energien. „Mit Erneuerbaren Energien haben Bürger und mittelständische Betreibergesellschaften das Oligopol in der Stromerzeugung aufgebrochen. Insbesondere die Energiegenossenschaften bieten auch Privatpersonen mit schmalem Budget Möglichkeiten, eine saubere und umweltfreundliche Energieversorgung zu unterstützen. Von den jungen, unabhängigen Energieerzeugern kann aber heute noch keine eigenständige Vermarktung ihres Stroms verlangt werden. Dies wäre aufgrund der immer noch herrschenden Machtverhältnisse am Markt verfrüht“, mahnt Vohrer.

Die Zahl der Energiegenossenschafts-Neugründungen hat in letzter Zeit zugenommen, vor allem im Bereich Energie, Umwelt, Wasser. Mehr als die Hälfte, das heißt 150 Energiegenossenschaften wurden allein im Jahr 2011 gegründet. Rund 450 Energiegenossenschaften gibt es bereits rund, etwa 80 Prozent davon sind in der Stromproduktion aktiv. Doch auch von anderen Organisationsformen wird die dezentrale Energieversorgung vorangetrieben: „Es gibt Projekte, die nicht von Energiegenossenschaften oder Bürgervereinen gestemmt werden können, sondern wo große Projektierer gefragt sind“, stellt Vohrer fest. Auch diese seien auf einen durch das EEG geregelten, fairen Marktzugang angewiesen, meint Vohrer.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Foto: i-Stock-Foto

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