Energie aus Windkraft im Landkreis Starnberg

Für eine sichere, risikoarme Energieversorgung müssen wir alle erneuerbaren Energiequellen nutzen, so auch die Windkraft im Landkreis Starnberg.

Doch ist Bayern beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark zurückgefallen; laut Bundesagentur für erneuerbare Energien rangierte der Freistaat 2010 unter 16 Ländern nur auf Platz acht und bei der Windenergie ist Bayern Schlusslicht. Mit 467 Megawatt Leistung sind hier sogar weniger Windräder am Netz als im viel kleineren Nachbarland Niederösterreich.

Eine am Dienstag, dem 5. April,  auf der Hannover Messe vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), sieht in Bayern bei der Windkraft ein riesiges Potenzial mit einem Ertrag von 80 Terrawattstunden im Jahr. Und auch Umweltminister Söder betont: „Ich möchte bei der Windkraft eine Verdopplung der Anlagen, was einer Vervierfachung der Leistung entsprechen würde!“ Derzeit stehen im Freistaat rund 400 Windkraftanlagen. Und es gibt trotz hervorragender Windverhältnisse in den bayerischen Mittelgebirgen, die an die Windausbeute der Nordsee heranreichen, gerade dort kommunal „überplante“ Tabuzonen. Diese Gefahr besteht auch in unserer Region: das Scheitern der Windkraft an den Kommunen.

Zwar ist die Erstellung eines Flächennutzungsplans für Windkraftanlagen in unserem Landkreis  sicher sinnvoll, damit ein geordneter Zubau von Windkraftanlagen an geeigneten und für die Windkraft optimalen  Stellen möglich ist. Aber es muss sichergestellt werden, dass dies auch wirklich das Ziel der Kommunen ist. Die Kriterien für den regionalen Plan dürfen nämlich nicht dazu führen, dass dann gar keine Standorte ausgewiesen werden, wie schon in prädestinierten Lagen von Rhön, Steigerwald und Spessart. Die Planungsverbände dürfen nicht zum Blockierer bei einer hoheitlichen Aufgabe werden, die der Landesplanung für die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien entgegensteht. Denn dann kann auch das erklärte neue Ziel der bayerischen Staatsregierung, in 10 Jahren (wenn möglich vollständig) aus der Kernenergie ausgestiegen sein zu wollen, nicht erreicht werden.

Windkraft – Geschichte und Definition

Die Windenergie ist eine der ältesten vom Menschen gebrauchten Energieformen. Das Potential der Windkraft wird schon seit Jahrtausenden genutzt. Bereits die alten Ägypter hatten Segelschiffe, wie ein Fries am Tempel zu Edfu belegt, und auch andere Völker hatten die Kraft des Windes erkannt.

Die ältesten Windmühlen sind aus Persien (zum Getreide mahlen), Tibet (als Gebetsmühlen) und China (zum Wasserpumpen) bekannt. In Europa wurden die ersten Windmühlen zum Mahlen von Getreide und zum Pumpen von Wasser um 1100 gebaut. Sie wurden von Anfang an als Auftriebsläufer mit horizontal liegender Rotordrehachse gebaut, was bis heute das grundlegende Prinzip moderner Windkraftanlagen ist.

Windkraftanlagen (also Anlagen zur Stromerzeugung) entwickelten sich aus der Windmühlentechnik heraus. Der amerikanische Gründer der Elektrizitätswirtschaft Charles F. Brush (1849 – 1929) gilt hier als Pionier. Er entwickelte zum Beispiel einen sehr effektiven Gleichstromgenerator, eine kommerzielle Lichtbogenlampe sowie eine effiziente Methode zur Herstellung von Blei-Säure-Batterien. In den Jahren 1887 bis 1888 baute er die erste vollautomatische Windkraftanlage zur Stromerzeugung.

Der Däne Poul la Cour (1846 – 1908) machte die Entdeckung, dass Anlagen mit weniger Rotorblättern, aber mehr Geschwindigkeit, für die Stromerzeugung wesentlich effizienter eingesetzt werden können.  Schon 1904 hielt la Cour regelmäßig Kurse für angehende Windkraft-Elektroingenieure an der Volkshochschule und baute in diesem Rahmen mehrere Testanlagen. Eine von ihm konzipierte Anlage wurde von der Firma Lykkegaard als kommerzielles Produkt vermarktet, bis 1908 waren bereits 72 Stück in Dänemark zur Versorgung ländlicher Siedlungen installiert. Im Jahre 1918 wurden in Dänemark 120 Elektrizitätswerke durch eine Windkraftanlage mit Energie versorgt. Die Anlagen deckten zu diesem Zeitpunkt rund 3 % des dänischen Stromverbrauches ab.

Der Bau von Wind­kraftanlagen bekam durch die Treibstoffverteuerung und -verknappung im Ersten Weltkrieg noch einmal Aufwind. In den nachfolgenden Jahren ließ das Interesse an der Windkraft nach, bis dann im 2. Weltkrieg wieder Energieversorgungsengpässe auftraten und die Windenergie Zuspruch erhielt. Nach dem Krieg kam dann aber der Ölboom, fossile Energieträger waren günstig und im Überfluss vorhanden. Doch einige Ingenieure entwickelten weiter an Windkraftanlagen und errichteten mit Erfolg Versuchsanlagen. Nach der ersten Ölkrise im Jahr 1973 stieg dann das Interesse an der Windenergie und seit die Verknappung und Endlichkeit der fossilen Energieträger als Fakt akzepiert ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energiewende bis 2050 auch politisches Ziel in Deutschland ist, hat sich Deutschland zum Weltmarktführer in der Windenergie entwickelt.

In den kommenden Jahren wird der Beitrag der Windenergie weiter wachsen. Neben der Entwicklung der Offshore-Windenergie wird für die Onshore-Entwicklung das Repowering – also der Ersatz älterer kleinerer Windenergieanlagen mit geringer Leistung, wie sie vor allem in den 1990er Jahren errichtet worden sind, durch moderne leistungsstärkere Anlagen – ein wichtiger neuer Schwerpunkt sein.

Definition Windkraft

Bei der Windkraft bzw. Windenergie handelt es sich um die kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre. Windenergie ist eine indirekte Form der Sonnenenergie und zählt deshalb zu den erneuerbaren Energien.

Man kann Windkraft auch folgendermaßen beschreiben:

  • als Winddruck, das ist der physikalische Druck, der von strömender Luft auf eine Objektfläche ausgeübt wird
  • oder als Windenergie, als aus der Luftbewegung umgewandelte (meist elektrische) Energie.

Verfasser: Energiewende Starnberg       Fotoquelle: gallery.dralzheimer.stylesyndication.de

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