Bauen & Modernisieren

Auf dieser Seite finden Sie Info rund um Bauen, Modernisieren und Sanieren sowie Studien und Analysen, die sich mit Themen wie Solararchitektur, Passivhaus und energetische Gebäude-Sanierung beschäftigen.

Zum Einstieg finden Sie das Thema Förderung und Kredite – denn ohne finanzielle Mittel geht eben nix.

Hier finden Sie das Wichtigste zu KfW in Kürze

Das Thema Dämmung hat bei der energetischen Sanierung den größten Stellenwert, weil damit die höchsten Einsparungen erzielt werden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen für ein rundum gut gedämmtes Haus.

Informationen und Tipps für Bauherren, Planer und Handwerker

Spezielle Information für Verbraucher

Die Deutsche Energieagentur (dena) bietet Hauseigentümern und Bauherren auf ihrer Internetseite sehr gute Informationen rund um energieeffizientes Bauen und Modernisieren an.

Vortrag „Neubau nach EnEV 2014 und Passivhaus im Vergleich“

“Passivhaus und Energie-Effizienzhaus plus: Den besseren Standard gibt es quasi umsonst”, so lautet die Botschaft des Architekten und Passivhausplaners Gernot Vallentin. Die Begleitfolien zu seinem Vortrag „Neubau nach EnEV 2014 und Passivhaus im Vergleich“ zum Herunterladen finden Sie hier:

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Studien und Untersuchungen aus dem Bereich Bauen und Sanieren

Neue UBA-Studie untersucht rechtliche Aspekte klimafreundlicher Gebäudesanierung

Die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie „Konzepte für die Beseitigung rechtlicher Hemmnisse des Klimaschutzes im Gebäudebereich“ ist ab sofort als Download verfügbar. Die Ausarbeitungen des Ökoinstitut Berlin und Stefan Klinski von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht befasst sich mit Rechtskonzepten für die Finanzierung energetischer Gebäudesanierungsmaßnahmen und identifiziert konkrete juristische Barrieren. Hier finden Sie sowohl eine Kurz- sowie eine Langfassung des Berichtes.

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Passivhausstudie der Stadt Frankfurt

Eine neue Studie des Energiereferats der Stadt Frankfurt vergleicht die Kosten von Standard- und Passivhaus anhand eines gebauten Objekts. Die Investitionskosten eines Passivhauses liegen ca. 7,3 % über den Investitionen eines Standardhauses (EnEV 2009). Langfristig liegen die Gesamtkosten (inklusive Heizung) beim Passivhaus weit unterhalb der Kosten des Standardhauses. Der Gesamtkostenvorteil des Passivhauses – über 50 Jahre aufsummiert – beträgt in der Modellrechnung mehr als € 75.000! Die Ergebnisse sind hier anzusehen:

www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3076&_ffmpar[_id_inhalt]=6978859

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dena-Sanierungsstudie – Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierung im Mietwohnungsbestand

Begleitforschung zum dena-Projekt „Niedrigenergiehaus im Bestand“

Die dena-Sanierungsstudie untersucht die Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungen im Mietwohnungsbestand bei stark sanierungsbedürftigen Häusern, von Vorkriegsbauten bis hin zum 70er-Jahre-Wohnblock. Das Ergebnis: Die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern rechnet sich – sowohl für Vermieter als auch für Mieter. Demnach kann der Energiebedarf bei Gebäuden, die ohnehin saniert werden müssen, ohne Mehrbelastungen für Mieter oder Vermieter um rund 75 Prozent (Effizienzhaus 70) gesenkt werden. Selbst eine Einsparung von 80 Prozent (Effizienzhaus 55), was den Klimaschutzzielen der Bundesregierung für 2050 entspricht, würde nur eine geringe Mieterhöhung  nach sich ziehen. Steigen die Energiepreise weiter an, ist auch diese Variante warmmietenneutral. Die Studie basiert auf dem dena-Modellprojekt „Niedrigenergiehaus im Bestand“, in dem rund 350 Wohngebäude hocheffizient saniert wurden.

dena-Sanierungsstudie. Teil 1: Wirtschaftlichkeit energetischer Modernisierung im Mietwohnungsbestand.

dena-Sanierungsstudie_Teil_1_MFH.pdf

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Haus sanieren – profitieren!“

„Haus sanieren – profitieren!“ ist eine Kampagne der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und des Handwerks. Die DBU mit Sitz in Osnabrück ist eine der größten Stiftungen Deutschlands, in Sachen Umwelt die größte der Welt. Mit den Erträgen des Stiftungskapitals von 1,7 Milliarden Euro unterstützt die DBU Projekte aus Umwelttechnik, – forschung, -kommunikation und Naturschutz. Die DBU fördert vor allem die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen bei der innovativen, modellhaften und praktischen Lösung von Umweltproblemen.

Das Portal „Haus sanieren – profitieren“ bietet Informationen rund um das Thema energetische Sanierung und bietet viel Wissenswertes und praktische Tipps für Verbraucher.

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Rund um Dämmen

Dachdämmung

 

Grafik: DBU

Ihr Dach ist noch gar nicht oder nur wenig gedämmt? Dann sollten Sie über diesen Schritt nachdenken.

Die Dämmung des Daches ist meist eine wirtschaftlich lohnende Maßnahme. Denn zurzeit gehen Ihnen hier bis zu 35 Prozent der Heizenergie verloren. Vielleicht wollten Sie Ihr Dach sowieso neu eindecken lassen oder Ihren Dachboden ausbauen? Dann ist jetzt der optimale Zeitpunkt, um auch nach energetischen Gesichtspunkten zu sanieren.

Materialien für Dachdämmung

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke und des Daches können Sie unterschiedliche Materialien nutzen. Bevorzugt kommen Dämmstoffmatten oder -bahnen zum Einsatz. Wenn in der Decke Hohlräume vorhanden sind oder beim Dachausbau geschaffen werden, können Sie auch lose Dämmstoffe einsetzen. Sparen Sie nicht an Material: Die Dämmung sollte 20 bis 30 Zentimeter dick sein. Dabei ist mehr Material empfehlenswert.

Bei Dachdämmung Treppenummantelung nicht vergessen

Wollen Sie den Dachraum auch zukünftig nicht als Wohnraum nutzen, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die kostengünstigste Variante. Sie können beispielsweise Dämmstoffbahnen auf dem Boden ausrollen. Soll der Raum weiterhin begehbar bleiben, dann muss die Dämmung druckbelastbar sein und etwa mit einem Holzboden belegt werden. Auch die Dachbodentreppe sollte entsprechend ummantelt werden.

Zwischenräume am Dach bei Dämmung berücksichtigen

Grafik: DBU

Einige Dachgeschosse werden durch eine Abseitenwand begrenzt. Diese Mauer verläuft senkrecht von der Schräge zum Fußboden und trennt den Innenraum von der Dachhaut. Der Zwischenraum wird oft nicht genutzt. Handwerker müssen ihn bei der Dämmung aber unbedingt berücksichtigen.

Anschlüsse an Mauerwerk und Fenster sorgfältig ausführen

Auch sollten Sie darauf achten, dass die zusätzliche Materialschicht luftdicht abschließt. Besonders die Anschlüsse an Mauerwerk, Fenster oder senkrechten Durchbrüchen wie beim Schornstein müssen Handwerker mit größter Sorgfalt ausführen. Denn: Durch undichte Stellen kann Wasserdampf eindringen, der an einer kalten Stelle kondensiert. Die Wassertröpfchen durchfeuchten den Dämmstoff. Das kann letztlich zu Bauschäden wie Schimmel führen. Die Luftdichtheitsschicht übernimmt gleichzeitig die Funktion einer Dampfbremse oder einer Dampfsperre. Die Dampfbremse ist im Gegensatz zur -sperre eine Folie oder eine Pappe, die Wasserdampf noch kontrolliert durchlässt.

Dachdämmung bei Flachdächern

Grafik: DBU

Bei Flachdächern müssen Sie oft die Dachhaut komplett erneuern, um zusätzlich zu dämmen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es aufgrund der Raumhöhe nicht möglich ist, Material von innen anzubringen. Gibt es allerdings zwischen der obersten Geschossdecke und dem Dach einen Hohlraum – dann können Sie diesen auch mit Dämmmaterial ausfüllen.

Hinweise:

  • Die Kosten für Dämmung und Innenausbau betragen etwa 60 bis 90 € pro Quadratmeter. Wird das Dach neu eingedeckt, dann kann das 140 bis 200 € pro Quadratmeter kosten.
  • Achten Sie darauf, dass der U-Wert der Dachdämmung nach der Sanierung kleiner als 0,2 W/m²K ist.
  • Auch beim Innenausbau und der späteren Nutzung der Räume sollten Sie daran denken, dass Sie die luftdichte Schicht nicht durch Schrauben oder Nägel beschädigen.

Quelle: Haus sanieren – profitieren, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bilder: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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Außenwanddämmung

Dämmung sorgt für Wärmeschutz

  1. Grundlagen
  2. Wärmedämmverbundsystem
  3. Vorhangfassade
  4. Kerndämmung
  5. Innendämmung
  6. Dämmung mit nachwachsenden Rohstoffen
  7. Details beachten

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1. Grundlagen

 

Gerade wenn Ihr Haus neu gestrichen oder der Putz erneuert werden muss, dann bietet sich eine zusätzliche Dämmung der Außenwand an. Auch wenn Sie Fenster erneuern möchten, sollten Sie unbedingt die Außenwände mit dämmen lassen. Denn mit ungedämmten Flächen gehen bis zu 30 Prozent der Heizenergie verloren.

Auch hier gilt: Dämmen Sie so gut wie möglich. Die Dämmstärke kann 16 bis 20 Zentimeter oder auch mehr betragen. Der U-Wert liegt dann bei etwa 0,2 W/m²K und darunter. Zum Vergleich: Eine ungedämmte Außenwand hat einen  Wärmedurchgangs-koeffizienten von 1,5 W/m²K. Welche Dämmung die geeignete ist, hängt von der vorhandenen Wandkonstruktion und von der Fassadengestaltung ab.

Gängige Varianten einer Außenwanddämmung:

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
  • hinterlüftete Vorhangfassade
  • Kerndämmung
  • Innendämmung

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2. Wärmedämmverbundsystem

Beim Wärmedämmverbundsystem (WDVS) handelt es sich um vorgefertigte Dämmkomponenten, die direkt auf die Außenwand aufgebracht und anschließend verputzt werden. Die Platten können Handwerker vollflächig verkleben oder mit Tellerdübeln verankern. Je nach System und Dämmstärke kommen beide Befestigungsvarianten zum Einsatz.

Wichtig ist, dass die verwendeten Materialien genau aufeinander abstimmt sind. So müssen Sie etwa einen Kleber verwenden, der zum System passt. Ein Vorteil: Der Altputz kann, soweit er tragfähig ist, erhalten bleiben.

Kosten:
Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem liegen bei etwa 80 bis 140 € pro Quadratmeter.

Hinweis:

  • Lassen Sie sich von Ihrem Handwerker die Systemzulassung für das Wärmedämmverbundsystem geben. Sie garantiert, dass die einzelnen Komponenten zueinander passen und von einem Lieferanten stammen.
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3. Vorhangfassade

Die hinterlüftete Vorhangfassade bietet eine weitere Möglichkeit der nachträglichen Außenwanddämmung. Dabei bringen Handwerker zunächst eine Unterkonstruktion an der Mauer an. Den Dämmstoff verlegen sie dann lückenlos in die Zwischenräume. Der so genannte Vorhang wird im Abstand von etwa vier Zentimetern zur Dämmschicht angeordnet, um über diese Hinterlüftung eventuell entstehende Feuchtigkeit abzuführen.

Vorhangfassaden lassen interessante Gestaltungsmöglichkeiten zu: Oft wollen Eigentümer Holz als Fassade nutzen. Es können aber auch andere Materialien zum Einsatz kommen. Vorhangfassaden sind in der Regel teurer und haben eine größere Tiefe als Wärmeverbundsysteme. Auch hinterlüftete Klinkerfassaden sind möglich.

Kosten:
Die Kosten sind stark abhängig von der gewählten Fassade. Sie betragen in der Regel 80 bis 150 € pro Quadratmeter.

Hinweise:

  • Achten Sie darauf, dass Handwerker Kunststoffdübel verwenden und zwei Lagen Dämmstoff mit einer kreuzweisen Verlattung anbringen. So vermeiden Sie Wärmebrücken.
  • Viele Tierarten wie Mauersegler, Haussperlinge oder Fledermäuse benötigen Gebäude als Niststätten. Durch Gebäudesanierungen können diese Quartiere zerstört werden. Bestände einiger Arten gehen daher zurück. Sie können sich für Nistplätze einsetzen, ohne dass der Bauablauf gestört wird. Wenden Sie sich für weitere Infos an die örtlichen Naturschutzverbände.
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4. Kerndämmung

Ihre Außenwand besteht aus einem zweischaligen Mauerwerk mit Luftschicht, und Ihre Fassade soll nicht neu gestaltet werden? Dann bietet sich als kostengünstige Variante die Kerndämmung an. Hierbei schütten oder blasen Handwerker einer Fachfirma loses Dämmmaterial in den Hohlraum. Vor Beginn der Arbeiten müssen sie untersuchen, ob die Hohlschicht durchgängig erhalten ist. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie von einer Kerndämmung absehen, da Dämmlücken zu Bauschäden führen können. Auch wenn die Außenwand nicht mehr intakt ist oder aus einem dampfdichten Material wie Hartbrandklinker besteht, sollte diese Dämmvariante nicht durchgeführt werden.
Durch den Hohlraum ist die Dicke des Dämmstoffes begrenzt. Typisch ist eine Schicht von sechs bis acht Zentimeter. Der U-Wert liegt dann bei etwa 0,4 bis 0,5 W/m²K.

Kosten:
Die Kosten einer Kerndämmung betragen etwa 20 bis 30 € pro Quadratmeter.

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5. Innendämmung

Generell sollte versucht werden, ein Gebäude von außen zu dämmen. Dies ist in der Regel einfach zu realisieren. Wärmebrücken lassen sich ohne größeren Aufwand vermeiden oder in ihrem Einfluss erheblich verringern und die Baustelle bleibt außen vor der Wohnung.

Allerdings gibt es Häuser, bei denen diese einfache Variante nicht möglich oder nicht gewünscht ist:

  • Das Gebäude steht unter Denkmalschutz
  • Es ist ein Fachwerkhaus mit Sichtfachwerk
  • Das Gebäude oder Teile des Gebäudes sind aus sichtbarem Naturstein
  • Aufgrund einer Grnezbebauung kann keine Dämmung außen angebracht werden – sie wäre dann auf dem Nachbargrundstück

Außenbauteile haben unter anderem die Aufgabe, unsere Wohnräume vor Nässe und Kälte von außen zu schützen. Gleichzeitig muss die Feuchtigkeit aus dem Inneren des Gebäudes, die durch unsere Aktivitäten entsteht, schadensfrei nach außen transportiert werden. Dies gilt auch im Falle einer Außendämmung, bei einer Innendämmung hingegen bekommt dieser Aspekt ein größeres Gewicht.

Ihr Energieberater sollte die Innendämmung Ihres Hauses so planen, dass eine dauerhafte Durchfeuchtung der Außenwände vermieden wird. Welche Konstruktion er dabei wählt, hängtvon verschiedenen Faktoren ab:

  • Ist die Außenwand verputzt? Außen wie Innen? Wenn ja, was für ein Putz?
  • Ist es eine Fachwerkwand mit sichtbarem Fachwerk?
  • Ist eine sichtbare Natursteinwand?
  • Wie stark sind die Außenwände durch Schlagregen belastet?

In Abhängigkeit von der Beantwortung dieser Fragen und den Ergebnissen einer Gesamtanalyse Ihres Hauses kann Ihr Energieberater eine Konstruktion wählen, die bauphysikalisch funktioniert.

Welche Materialien zum Einsatz kommen, ob eine Konstruktion mit Dampfbremse/-sperre oder ohne gewählt wird, muss Ihr Energieberater nach den Erfordernissen vor Ort entscheiden. Denn Außenwand und Art der Innendämmung müssen zueinander „passen“.

Dann können Sie sich langfristig an einer effektiven Wärmedämmung erfreuen, ohne Tauwasser- und Schimmelpilzschäden.

Kosten:
Die Kosten für die Innendämmung liegen bei etwa 60 bis 120 € pro Quadratmeter.

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6. Dämmung mit nachwachsenden Rohstoffen

Es gibt eine ganze Reihe von Herstellern, die Dämm-Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen anbieten. Einen guten Überblick über die Anwendungsbereiche unterschiedlicher Materialien liefert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

Wärmeleitzahl ist entscheidend
Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben in der Regel eine Wärmeleitzahl zwischen 0,035 und 0,050. Die Wärmeleitzahl gibt an, wie viel Wärme durch den Stoff entweichen kann. Je niedriger der Wert, desto besser wird bei gleicher Dicke gedämmt.

Alternative Dämmstoffe geben gespeicherte Wärme erst nach langer Zeit ab

Die Stoffe können vorübergehend Feuchtigkeit binden, ohne ihre Dämmwirkung einzubüßen. Sie haben eine hohe spezifische Wärmekapazität. Das heißt, dass es lange dauert, bis sie die gespeicherte Wärme weitergeben. Trotz umfangreicher Förderprogramme haben sich aber bei den nachwachsenden Rohstoffen nur Holz und Zellulose behaupten können, alle anderen fristen nach wie vor ein Nischendasein.

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7. Details beachten

Die Dämmung sollte Ihr Haus möglichst lückenlos umschließen. Die Übergänge zwischen unterschiedlichen Bauteilen erfordern daher besondere Sorgfalt. Gerade die Anschlüsse der Außenwanddämmung an das Dach, den Dachüberstand, an Fenster, Türen und andere Öffnungen stellen besonders im Altbau die ausführenden Betriebe vor Herausforderungen.

Im Rahmen einer Abnahme dieser Bauleistungen sollten Sie darauf Ihre Aufmerksamkeit richten.

Im Bereich der Kellerdecke ist die Dämmung der Außenwand rund 50 cm über die Kellerdecke hinaus nach unten zu führen. Dadurch werden Wärmebrücken vermieden. Da sich dieser Bereich oft im Erdreich befindet, muss dort ein Feuchte beständiges Material verwendet werden, da Staunässe oder Spritzwasser Dämmung sowie Fassade beschädigen könnten.

Hinweis:

  • Wenn Sie die Außerwand dämmen, sollten Sie auch den Einbau neuer Wärmeschutzfenster in Erwägung ziehen. Fragen Sie Ihren Energieberater!

Quelle: Haus sanieren – profitieren, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bilder: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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Kellerdecke

Keller und Bodenplatte dämmen

  1. Grundlagen
  2. Kein Keller vorhanden
  3. Keller unbeheizt
  4. Keller beheizt
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1. Grundlagen

Ob Sie Ihren Keller als Heizraum, Büro oder Hobbyraum nutzen – eine zusätzliche Dämmung lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen können Sie etwa zehn Prozent Energie einsparen. Die Kellerdecke oder Bodenplatte zu dämmen, ist technisch einfach und damit vergleichsweise günstig. Die Sanierungsmaßnahme hat noch einen Vorteil: In Ihren Wohnräumen wird es behaglicher, weil der Boden nicht mehr so fußkalt ist. Wo die Dämmung angebracht ist, hängt von seiner künftigen Nutzung ab und natürlich davon, ob Sie überhaupt einen Keller haben.

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2. Kein Keller vorhanden

Haben Sie keinen Keller, muss die Dämmung von innen auf den Erdgeschossboden aufgebracht oder der gesamte Fußbodenaufbau erneuert werden. Einige ältere Häuser haben einen belüfteten Holzfußboden oder in Sand verlegte Fliesen. Hier zu dämmen ist vergleichsweise einfach, weil Sie nur einen neuen Boden mit Dämmung einziehen müssen. Sollten Sie aber schon eine feste Bodenplatte haben, ist die zusätzliche Dämmmöglichkeit etwa durch die Raumhöhe begrenzt. Hinzukommt, dass Türen anzupassen, Heizkörper eventuell anzuheben und Anschlüsse an Treppen anzugleichen sind.

Grafik: DBU

Dämmen Sie immer so stark wie möglich: 16 Zentimeter bei einer Wärmeleitfähigkeit von 0,040 W/mK. Der U-Wert des Bodens beträgt dann ungefähr 0,2 W/m²K. Höherwertige Dämmstoffe mit einer geringeren Wärmeleitfähigkeit erlauben bei gleichem U-Wert einen dünneren Aufbau.

Kosten: Die Kosten sind vom Fußbodenaufbau abhängig und liegen zwischen 70 und 160 € pro Quadratmeter.

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3. Keller unbeheizt

Grafik: DBU

Wird der Keller nicht beheizt, können Sie den Erdgeschossboden von innen genauso zusätzlich dämmen wie Sie es ohne Keller machen würden. Vielfach ist es aber einfacher und vor allem auch günstiger, die Kellerdecken von unten zu dämmen. Dämmstoffplatten werden von unten an die Decke geklebt oder gedübelt. Heizungs- und Warmwasserrohre unterhalb der Decke können dabei direkt mit „eingepackt“ werden.

Kosten: Die Kosten für diese Maßnahme liegen bei 30 bis 60 € pro Quadratmeter.

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4. Keller beheizt

Auch im Keller müssen beheizte Räume gedämmt werden. Eine Außenwanddämmung ist auch hier, bauphysikalisch betrachtet, das sinnvollste. Nachteil ist, hierfür muss der Keller vollständig freigelegt werden. Aber bei älteren Häusern kann dies eine erforderliche Maßnahme sein. Sperrschichten gegen Feuchtigkeit waren früher nicht immer üblich oder ihre Funktionsfähigkeit hat aufgrund ihres Alters gelitten. Eine funktionierende Sperrschicht erhält die Bausubstanz Ihres Hauses und somit den Wert Ihrer Immobilie.

Grafik: DBU

Alternativ können die Wände auch von innen gedämmt werden. Dabei müssen natürlich die gleichen Punkte beachtet werden wie bei der Innendämmung einer normalen Außenwand. Die Kelleraußenwand muss trocken sein und die Dämmung durch eine Sperre vor aufsteigender Feuchte gesichert werden.

Aufgrund der besonderen Feuchtigkeitsverhältnisse und der baulichen Gegebenheiten im Keller ist es oft nicht möglich, große Dämmstärken einzusetzen. Ihr Energieberater sollte Materialien auswählen, die eine niedrige Wärmeleitzahl haben – etwa 0,025 W/m²K und geringer – und gut mit Feuchtigkeit „umgehen“ können.

Der Kellerboden kann im Bestandsgebäude nur von innen gedämmt werden. Hier gelten die gleichen Anforderungen und Bedingungen wie bei einem Gebäude, das keinen Keller hat.

Quelle: Haus sanieren – profitieren, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bilder: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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Fenster

  1. Grundlagen
  2. Fensterscheiben
  3. Fensterrahmen
  4. U-Wert und g-Wert
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Für den richtigen Durchblick

1. Grundlagen

Sie möchten wirkungsvoll Energie sparen: Dann tauschen Sie auch Ihre alten Fenster aus. Moderne Modelle haben eine rund dreifach verbesserte Wärmeschutzwirkung als ältere 2-Scheiben-Isolierverglasungen. Allerdings sollten Sie diese Maßnahme immer im Zusammenhang mit der Außenwanddämmung sehen. Werden nur die Fenster ersetzt, sollten Sie darauf achten, dass an den Laibungen ausreichend Platz für eine eventuell später angebrachte, zusätzliche Dämmschicht bleibt. Wenn nicht ausreichend Raum da ist, müssten Sie die Fenster an die Vorderkante des Mauerwerkes versetzen, damit die Dämmung später den Fensterrahmen überdecken kann und Wärmebrücken vermieden werden.

Kosten: Die Kosten für einen Fenstertausch liegen je nach Qualität bei etwa 300 bis 500 Euro pro Quadratmeter.

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2. Fensterscheiben

Welche Fenster sollten Sie austauschen? Auf jeden Fall die einfach verglasten Fenster und Doppelfenster, die bis Ende der 60er Jahre eingebaut wurden. Durch sie entweicht bis zu sechsmal mehr Wärme als durch heutige Fenster.

Grafik: DBU

Die Isolierverglasungen, manchmal im Sprachgebrauch auch Thermopane-Scheiben genannt, wurden dann seit den 70er Jahren eingebaut. Isoliergläser sind Doppelscheiben, die am Rand auf Abstand miteinander luftdicht verklebt werden. Erst seit Mitte der 90er Jahre werden flächendeckend die so genannten Wärmeschutzgläser verwendet. Das sind Isolierfenster, bei denen sich noch eine unsichtbare, reflektierende Metallschicht auf einer Scheibe befindet. Dieses Material reflektiert die Wärmestrahlen zurück in den Raum. Moderne

Wärmeschutzgläser sind außerdem im Zwischenraum der Scheiben anstelle von Luft mit Edelgasen befüllt. Das verringert den Wärmedurchgang noch weiter.

Durch die guten Wärmeschutzgläser sind heute auch größere Fensterflächen möglich, ohne dass Sie Energie verschwenden. Im Gegenteil: Wenn Sie die Fenster geschickt ausrichten, können sie das Sonnenlicht im Winter einfangen.

Damit es im Sommer dann nicht zu heiß wird, sollten Sie sich auf der West- und Südseite des Gebäudes über einen Sonnenschutz beispielsweise mit außen liegenden Lamellen oder Jalousien Gedanken machen.

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3. Fensterrahmen

Es gibt Holz-, Kunststoff- und Aluminiumrahmen und Kombinationen von Aluminium mit Holz oder Kunststoff. Besonders die alten ungedämmten Aluminiumrahmen lassen zu viel Wärme nach außen durch. Wegen der niedrigen Oberflächentemperatur des Aluminiums wirkt das auch unbehaglich: Viel Wärme strömt in Richtung der kalten Oberfläche, diese Luftbewegung wird als unangenehme Zugluft empfunden (Frösteleffekt).

Aber auch alte Holz- und Kunststoffrahmen sind nicht immer dicht. Kalte Zugluft und hohe Wärmeverluste sind die Folge. Feuchtigkeit schlägt sich nieder und die Gefahr von Tauwasser- und Schimmelpilzschäden nimmt zu.

Moderne Rahmensysteme sind dagegen thermisch getrennt. Das heißt, dass die äußeren und inneren Rahmenteile nur indirekt über Kunststoff- oder Holzteile verbunden sind. Diese Materialien leiten Wärme schlecht. Zusätzlich schützen heute von außen und innen spezielle, luftdicht verklebte Folien den Übergangsbereich zwischen Fensterrahmen und Wand, damit weder Wind noch Wasser durchdringen können. Dadurch wird ganz oft nebenbei auch der Schallschutz verbessert. Heutige Rahmensystme bieten alle einen nahezu gleich guten Wärmeschutz.

Es sind also rein optische Kriterien und Anforderungen an Pflege und Dauerhaftigkeit, die Ihre Wahl des Materials beeinflussen können.

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4. U-Wert und g-Wert

Der U-Wert des Fensters (Uw/) errechnet sich aus den U-Werten von Verglasung (Ug/) und Rahmen (Uf/). Angegeben wird der U-Wert in der Einheit Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K). Er muss bei einer umfassenden Sanierung der Fenster der jeweils gültigen EnEV entsprechen. Derzeit ist dies die Enev 2009.

  • U-Wert Passivhaus-Standard : 0,80 W/m²K
  • U-Wert EnEV-Standard: 1,7 W/m²K

g-Wert

Der g-Wert bezeichnet den Gesamtgrad des Energiedurchlasses. Sonnenschutzglas lässt nur einen Teil der Wärme durch und reduziert so die Erhitzung im Gebäude. Vorsicht: Mit sinkenden g-Werten reduziert sich auch die Lichtdurchlässigkeit der Fenster.

  • Empfohlener g-Wert Sonnenschutzverglasung: 0,16 – 0,40 Prozent
  • Empfohlener g-Wert Wärmeschutzverglasung: 0,50 – 0,65 Prozent

Beim Glas bietet Zweischeiben-Isolierverglasung einen um 50 Prozent geringeren Wärmeverlust als Einfachverglasung. Fenster mit Wärmeschutzverglasung aus drei Scheiben reduzieren den Wärmeverlust um 85 Prozent im Vergleich zu Einfachverglasung.

Neue Fenster gegen alte ersetzen – Was ist zu beachten?

Isolierverglasungen sind in alte Fensterrahmen nur in Ausnahmefällen einzubauen. Meistens muss beides ausgetauscht werden. Außerdem ist es sinnvoll, bei einer Verbindung von Sanierung der Fenster und Dämmung der Außenwände auch die Lage der Fenster zu überprüfen. Die Fenster sollten bündig mit der Gebäudehülle abschließen. Das vermeidet Wärmebrücken. Da auch die Leibungen gedämmt werden müssen, ist eventuell auch eine Vergrößerung der Fensteröffnungen notwendig.

Als Faustregel kann gelten:

Die Senkung des U-Werts um 0,1 W/m²K spart jährlich einen Liter Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche.

Quelle: Haus sanieren – profitieren, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Bilder: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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Wärmedämmung & Schimmel

Keine kalten Wände mehr bedeutet: kein Feuchtigkeitsniederschlag. Eine Wärmedämmung ist die Maßnahme Nummer eins gegen Feuchtigkeit im Haus und daher das beste Mittel für die Schimmelbekämpfung.

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Eine fachgerechte Wärmedämmung besiegt Schimmel langfristig.
Feuchtigkeit führt oft zu Schimmel

Die Oberflächentemperatur von gedämmtem Mauerwerk ist relativ hoch. Feuchtigkeit im Haus schlägt sich aber nur an kalten Flächen nieder – ein prächtiges Klima für Schimmelpilze! Warmen Flächen bleiben trocken, hier bildet sich kein Schimmel. Am besten eignet sich eine Wärmedämmung von außen, weil die  Raumwärme dann bis in die Außenbauteile vordringen kann und auch diese trocken bleiben.

Vorsicht vor Fehlern bei der Anbringung der Wärmedämmung. Undichte Stellen können die Wirkung zunichte machen!

Wichtig:

ACHTUNG: Bei gleichzeitiger Sanierung von Fenstern und Türen sollten Sie über eine kontrollierte Wohnraumlüftung nachdenken. Möglicherweise ist Ihr Gebäude nach der Dämmung so luftdicht, dass Feuchtigkeit nicht mehr auf natürliche Weise entweichen kann. Auch mehrmals tägliche Fensterlüftung kann die feuchte Luft oft nicht abtransportieren, zudem geht so wertvolle Wärme verloren.

Bei ungenügender Lüftung kann sich trotz Dämmung Schimmel bilden!

Linktipps

  • Hausbau/Wärmedämmung mit vielen interessanten Informationen rund ums Thema Dämmung, insbesondere über verschiedene Dämmstoffe.

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Klimaanlage für zu Hause oft unnötig und teuer

Außen am Haus befestigte Rollläden, Fensterläden oder Markisen und kluge Lüftungsgewohnheiten stellen den kosten- und nutzeneffizientesten Schutz vor Sommerhitze dar. Klimaanlagen dagegen strapazieren die Haushaltskasse in den meisten Fällen. Da der Stromverbrauch mobiler Klimageräte in keinem Verhältnis zur Kühlung steht, ist der Gebrauch zweifelhaft. Im Laufe eines Sommers kann ein solches Gerät rund 100 Euro an extra Stromkosten verursachen. Das hat der Verband der Verbraucherschutzzentralen berechnet.

Quelle: EZA! www.eza.eu

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