Best Practice beim Bauen und Sanieren

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen Wohnhäuser und gewerblich genutzte Gebäude aus dem Landkreis Starnberg vor, die entweder vorbildlich energetisch saniert oder im Passivhaus- bzw. Plus-Energiehaus-Standard gebaut wurden. Sie zählen zu den Gewinnern der Energiepreisverleihung 2010 und 2011 in Starnberg.

Energiepreisträger 2011

Der herausragende Gewinner des Energiepreises 2011 ist das Naturschutz- und Jugendzentrum in Wartaweil am Ammersee. Die zentrale Umweltbildungsstätte des Bund Naturschutzes Bayern bietet ein vielfältiges Bildungsangebot für alle Altersgruppen, mit dem Schwerpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung. Innerhalb verschiedener Projekte werden Kinder und Jugendliche an Themen wie Energiezukunft und Klimaschutz herangeführt. Das ehemalige Wohnhaus wurde seit 1990 nach strengen ökologischen und energetischen Gesichtspunkten komplett saniert. Neben der Umstellung der Heizung auf Hackschnitzel, sind eine Photovoltaikanlage sowie eine thermische Solaranlage zur Warmwasserbereitung installiert. Das Konzept eines „Kinder-Klima-Camps“ besitzt einen sehr hohen Bildungs- und Multiplikatoreffekt und kann von anderen Regionen gut nachgeahmt werden.
Projektbeschreibung: Energiepreis 1. Platz – Regionales Kinder-Klima Camp am Ammersee

Die Blu Martin GmbH wurde für ihr neu entwickeltes Frischluftsystem (kontrollierte, dezentrale Lüftungs- und Klimaanlage) sowie ihr im Passivhaus-Standard errichtetes Bürogebäude mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Mit dem Baujahr 2003 ist das Passivhaus bereits zu einem frühen Zeitpunkt sehr fortschrittlich und gilt daher auch heute noch als vorbildlich. Das innovative Frischluftsystem von Blu Martin eignet sich insbesondere für die Sanierung von Altbauten und erreicht eine Wärmerückgewinnung von über 90 %. Raumspezifische Sensoren messen CO2– und Feuchtegehalt sowie Temperatur und passen diese Bedarf und Nutzung individuell an. Dadurch ergibt sich eine Einsparung der Heizenergie gegenüber manueller Lüftung von bis zu 25%. Der große Vorteil ist, dass sich auch ein nachträglicher Einbau relativ einfach realisieren lässt und die Kosten in einem überschaubaren Rahmen liegen.
Projektbeschreibung: Energiepreis 2. Platz – Frischluftsystem sowie Passivhaus-Bürogebäude

Die Gemeinde Gilching erreichte mit dem Neubau des Kinderhots St. Johannes im Jahr 2011 den dritten Platz. Innerhalb von 3 Monaten wurde das Gebäude in Modulbauweise aus 16 vorgefertigten Massivholzcontainern errichtet. Dabei wurde ein nachhaltiges Energiekonzept erarbeitet, das seinen Nutzern die maximale Behaglichkeit bietet, und gleichzeitig wirtschaftlich umsetzbar ist. Als Baumaterialen wurden ökologische Stoffe unter Berücksichtigung der Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit verwendet. Die bürgerfinanzierte Photovoltaikanlage (Leistung: 12,5 kWp) macht das Nichtwohngebäude zu einem Plusenergiehaus. Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEv 2009) wurden mit 28 % deutlich übertroffen.
Projektbeschreibung: Energiepreis 3. Platz – Neubau eines Kinderhorts

Weitere ausgezeichnete Projekte:

  • Christian Ufer – Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung
  • Gemeinde Weßling mit der Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit Bürgersolarkraftwerk
  • Zukunftswerkstatt Pöcking geführte Tour mit Ausstellung
  • Gemeinde Herrsching – Energetische Sanierung Stadtvilla mit Kinderhort

Energiepreisträger 2010

Das Bio-Sonnenhaus Ammersee in Buch ist ein sehr ungewöhnlicher Bau und wurde deutlich zum Sieger bei der Vergabe des Energiepreises 2010 für den Landkreis Starnberg erklärt. Der Grund: Hier wurde nicht nur vorbildlich in energetischer Hinsicht gebaut, sondern insbesondere wurde Wert auf 100 Prozent ökologische Baustoffe, deren vollständige Recyclingfähigkeit und die Realisierung mit Firmen aus der Region gelegt. Sogar bereits benutzte Materialien wurden in großem Umfang verbaut, wie z.B. alte Türen aus einem Kloster oder ein altes Bad, das im Internet für 65 Euro ersteigert wurde. Darüber hinaus wurde das Gebäude mit viel Eigenleistung und  Unterstützung von 12 Helfern in ca. 7.000 Stunden errichtet. Das Bio-Sonnenhaus hat einen Warmwasserspeicher, der 14.000 Liter Wasser fasst und das Haus bei schlechtem Wetter über drei Wochen mit Warmwasser versorgen kann. Strom und Wärme werden auf dem 65°-geneigten und gegen Süden ausgerichteten Hausdach erzeugt, das vollständig mit Kollektoren und PV-Modulen belegt ist. Im Innenbereich wurden keinerlei Kunststoffe, Lacke und Stoffe mit Lösungsmitteln oder Chemikalien verwendet – alle verwendeten Baustoffe sind natürlich und naturbelassen. Selbst die 3-fach verglasten Fenster aus Eichenholz sind außen und innen unversiegelt.

Projektbeschreibung: Energiepreis 1. Platz – Das Bio-Sonnenhaus Ammersee

Anbei finden Sie den Link zum Downloadbereich, auf dem Sie die Hauspräsentation von Susanna Kiehling und Thomas Allner-Kiehling als PDF herunterladen können.

Das Passivhaus der Familie Knape in Hausen (Gemeinde Gauting), das den 2. Platz erzielte, wurde ebenfalls für sein Gesamtkonzept gewürdigt. Denn das Gebäude, das in Holzständerbauweise mit Handwerkern aus der Region errichtet wurde, ist nicht nur zum Wohnen da, es beherbergt auch einen gewerblichen Bereich und eine Kindertagesstätte. Das Haus besticht durch eine schlichte Ästhetik, die sich besonders gut in die hiesige Landschaft einfügt und zu den anderen Dorfgebäuden passt und es erzeugt mehr Energie, als es selbst verbraucht. Die Solarmodule wurden gekonnt in die Fassade integriert und liefern auch im Winter Strom. Auch hier wurde auf die Recyclingfähigkeit der verwendeten Baumaterialien geachtet.

Projektbeschreibung: Energiepreis 2. Platz – Passivhaus für Wohnen + Gewerbe in Hausen

Das Haus vom Max Müller aus Herrsching, das den dritten Preis erhielt, dient als außerordentlich gutes Beispiel für Übertragbarkeit auf die vielen Altbauten in unserem Landkreis. Max Müller hat sein Einfamilienhaus energetisch konsequent, mit viel Eigenarbeit und damit in einem überschaubaren finanziellen Rahmen saniert. Dabei wurde der bisherige Charakter des Hauses nicht verändert, sondern vielmehr gekonnt unterstrichen.

Projektbeschreibung: Energiepreis 3. Platz  – Ästhetisch + energetisch vorbildlich saniertes Wohnhaus in Herrsching

Vier weitere Teilnehmer erhielten Urkunden:

  • Werner Grünberger für sein neues Plusenergiehaus auf bestehendem Keller
  • Architekturbüro von Czettritz für eine vorbildliche Sanierung einer Altbau-Doppelhaushälfte in Starnberg
  • Alois Weindler aus Farchach für seine langjährigen energetischen und ökologischen Verbesserungen an Haus und Hof
  • TÜV Süd als gewerbliches Vorbild für die energetische Sanierung seiner Niederlassung in Starnberg und sein Engagement für den Klimaschutz mit dem Aufbau einer Tankstelle für Elektromobile.

Hier die Vorstellung der vier Projekte [PDF: 1,8 MB], die es bis ins Finale schafften.

Fotos: Landratsamt Starnberg

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