Kleine Energiesparlampenkunde: Lumen, Kelvin, LED und Halogen

Die EU-Mitgliedstaaten haben das Ende der klassischen Glühlampe eingeläutet, um energiesparenden Leuchtmitteln den Weg zu ebnen. Seit dem 1. September 2009 ist das Inverkehrbringen mattierter Glühlampen sowie klarer Glühlampen mit 100 Watt und mehr EU-weit verboten. Modelle zwischen 75 und 25 Watt werden bis 2012 folgen.

Die EU regelt auch die umweltgerechte Gestaltung von Beleuchtungstechnik mit einer Reihe von Verordnungen. Über die Verordnung zu sogenannten Haushaltslampen haben viele Medien berichtet. Demgegenüber wenig beachtet wurde bisher die Verordnung, die auf üblicherweise in der Straßen- und der Bürobeleuchtung eingesetzte Lampen, Vorschaltgeräte und Leuchten zielt. Beide Verordnungen sorgen nicht nur dafür, daß Lampen mit geringer Stromeffizienz vom Markt genommen werden, sondern auch dafür, daß die Verbraucher mehr Informationen erhalten. Auf den Internetseiten des Umweltbundesamts können Sie sich UBA-Informationen zu Umweltfragen der Lichttechnik und unter anderem auch die EG-Verordnung zu Haushaltslampen herunterladen. Grundlage dieser Verordnungen ist eine EG-Rahmenrichtlinie für die umweltgerechte Gestaltung von Produkten.

Tatsache ist: Die Verbraucher wissen meist nur wenig über die Energiesparlampen und haben zudem – oft vom Handel geschürte – Ängste und Vorurteile. Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. möchte mit seiner Information zu einem differenzierten Wissen beitragen – damit Sie sich ein Bild machen können.

Und keine Angst: Es gibt für Jede/n die passende Alternative zur herkömmlichen Glühlampe! Ob warmes Licht oder eher kühles, ob Kerze oder Tropfenform, ob Leuchtstofflampe oder LED – auf alle Fälle empfehlen wir Ihnen, sich unbedingt mit ein wenig Warenkunde zu rüsten, bevor Sie sich im Laden oder Online-Shop mit Energiesparlampen eindecken. Auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz empfiehlt, bei Stiftung Warentest nachzusehen und auch nur geprüfte Qualitätsprodukte zu kaufen.

Mehr Lumen pro Watt

Wer von einer billigen No-Name-Lampe Wunder erwartet, kann schmerzvoll erfahren: Auch Energiespar- oder LED-Lampen gleicher Wattstärken unterscheiden sich in ihrer Effizienz. So sagt die Watt-Angabe nichts über die Helligkeit aus. Orientieren Sie sich an der Lumenangabe (lm), die oft auf der Verpackung notiert ist. Schon die Helligkeit einer 60-Watt-Glühlampe kann zwischen 550 und 710 Lumen schwanken. Gute Energiesparlampen leuchten pro Watt bis zu fünfmal heller. Und LED-Lampen sind auf dem besten Weg, ähnlich effizient zu werden. Noch sind sie sehr teuer, aber für Manchen lohnen sie sich bereits. Und erstmals sind LED beim Test als Sieger hervorgegangen!  Mehr Info zu LED-Leuchtmitteln und den aktuellen Testergebnissen finden Sie hier, bei Stiftung Warentest.

Energiesparlampen geben auch warmes Licht

Es gibt warmweiße Lampen mit geringem Blauanteil (2700 Kelvin entsprechen etwa dem Farbeindruck von Glühlampenlicht), neutralweiße (bis 5000 K) und tageslichtweiße (über 5000 K). Für den Wohnbereich ist die Farbwiedergabe guter Energiesparlampen meist ausreichend. Müssen Sie am Arbeitsplatz Farbnuancen unterscheiden, achten Sie auf die dreistellige Kennzahl beginnend mit 9… – etwa 965 für tageslichtweißes Licht (6500 K) mit sehr guter Farbwiedergabe (größer als 90 von 100, wobei 100 für die Farbwiedergabe bei Tageslicht steht).

Sondereinsatzbeleuchtung

Einige hochwertige Energiesparlampen überstehen laut Stiftung Warentest selbst 210.000-maliges Ein- und Ausschalten. Für Treppenhäuser eignen sich sogenannte „Hausmeisterlampen“, die sehr schnell die volle Helligkeit erreichen. Sie eignen sich ebenso für Bad und Toilette – es sei denn, Sie bevorzugen langsames Hellwerden am Morgen. Energiesparlampen mit dem Hinweis „dimmable“ lassen sich mit normalen Drehdimmern verwenden. Modelle mit der Aufschrift „DorS“ (Dimming or Switching) sogar mit normalen Lichtschaltern durch mehrmaliges Betätigen. Für Kronleuchter gibt es Energiesparlampen in Kerzenform, für offene Leuchten Lampen in Glühlampenform. Für Spots sind Reflektorlampen mit und ohne Stecksockel erhältlich. Hierfür und für die Außenbeleuchtung sind LED-Lampen inzwischen sehr gut geeignet. Wo Kinder toben, können Lampen mit Splitterschutz aus Silikon Verletzungen und das Austreten von Quecksilber verhindern. Einzelne Hersteller verwenden anstelle flüssigen Quecksilbers ein Amalgam, das erst bei hohen Temperaturen flüchtigen Quecksilberdampf bildet.

Stromwolf im Sparpelz

Halogenlampen in Glühlampenform haben eine sehr gute Farbwiedergabe und enthalten kein Quecksilber. Obwohl die Werbung sie als „energy saver“ vermarktet, ist ihr Stromverbrauch mit unter 15 Lumen pro Watt erheblich höher als der von Energiespar- und LED-Lampen (die auf bis zu 58 bzw. 48 Lumen pro Watt kommen). Nur wo echte Energiesparlampen unerwünscht sind, sind sie eine Alternative.

Quellen: BUND (www.bund.net), Stiftung Warentest, Umweltbundesamt

Stand: 19. Juli 2010

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