Energie-Label für Heizungen ab sofort verbindlich

Was bei Kühlschränken und Waschmaschinen schon länger gilt, hält nun auch in Heizungskellern Einzug: Neue Heizungen müssen in der EU seit 26. September ein Energielabel tragen.

Walter Kellner vom Verein Energiewende Landkreis Starnberg dazu: „Das Label nach ErP Richtlinie soll Auskunft darüber geben, wie energieeffizient die Heizungsanlage und ihre Komponenten sind. Die Bandbreite reicht von A++ bei sehr guter bis G bei mangelnder Effizienz. 2019 wird noch die Klasse A+++  hinzukommen, die Klasse G entfällt dann.“

Das Energielabel wird für Heizungen und die dazugehörige Bauteile vergeben. So sieht es die Ökodesignrichtlinie der Europäischen Union vor. Mit ihm soll einfacher ersichtlich werden, wie effizient ein Heizkessel tatsächlich arbeitet. So einfach wie vormals bei Leuchtmitteln oder Haushaltsgeräten stellt sich die Lage hier allerdings leider nicht dar.

Das Energielabel für Heizungen sagt nur indirekt etwas über die Kosten aus

Gerade bei der Heiztechnik gibt es im Zusammenhang mit der ErP Richtlinie im Unterschied zu Leuchtmitteln oder anderen Stromverbrauchern ein Problem: der tatsächliche Verbrauch und die Heizkosten lassen sich hieraus nicht direkt ableiten. Denn in der Praxis kommt das gesamte Umfeld der Heizung zum Tragen. Wie hoch der tatsächliche Wärmebedarf eines Hauses ausfällt, hängt nämlich von einem großen Bündel Faktoren ab: Wie groß ist die Immobilie? Ist sie wärmegedämmt? Welche Verglasung haben die Fenster? Heize ich mit Erdgas oder einer Kombination aus Gas und Wärmepumpe mit ihrer jeweils eigenen Kostenstruktur? Die Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen.

Dazu gesellen sich variable Gesichtspunkte wie die aktuelle Außentemperatur oder ganz einfach das individuelle Wärmebedürfnis und wie gut die Heizung schlussendlich geregelt wird. Hier ist also ein wenig Vorsicht geboten.

Es gibt noch viele weitere Label für die verschiedenen Heizungssysteme, die wir an dieser Stelle nicht alle abbilden wollen. Wenn Sie sich selbst ein genaueres Bild über die Label oder die Details zu den Energieeffizienzklassen machen wollen, finden Sie mehr auf den Seiten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hier.

Zusammenfassung von E. Villing

Quelle: rp-online, Baunetzwissen u.a.

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