Energiewende in den Alpen

Der Deutsche Alpenverein (DAV) sieht für das Jahr 2012 die Energiepolitik als große Herausforderung. „Die Alpen sind sehr stark vom Klimawandel betroffen, und gleichzeitig kommen neue Trends und Interessenlagen auf die Alpen zu“, so der DAV-Präsident Josef Klenner. „Ein besonders wichtiger Punkt ist hier die Energiepolitik. Wie bewältigen wir den schmalen Grat zwischen gelingender Energiewende einerseits und dem Schutz unerschlossener Gebiete andererseits?“

Auf der Hauptversammlung 2011 wurde ein „Grundsatzpapier des DAV zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz des Alpenraumes“ verabschiedet. Ein rascher Umstieg auf erneuerbare Energien soll damit vom DAV unterstützt werden. Es ist eine Gesamtkonzeption zur Energieversorgung in den Alpen notwendig – eine Art „Masterplan“, der in die Landesplanung und in die regionale Raumordnung sowie in den europäischen Kontext integriert ist. Wichtigste Punkte eines solchen Masterplans müssen das Energiesparen und eine höhere Energieeffizienz in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen sein. Darüber hinaus wird es nötig sein, neue regenerative Energiequellen zu erschließen. Dies muss mit Bedacht geschehen, Pauschallösungen gibt es nicht. In den Alpen sind beispielsweise viele neue Wasserkraftwerke geplant – beispielsweise Pumpspeicher im Kühtai oder im Kaunertal. Einerseits ist Energie aus Wasserkraft wünschenswert, und Pumpspeicher sind die derzeit effektivste Möglichkeit, um in großem Maßstab Stromenergie zu speichern. Andererseits geht der Neubau von Wasserkraftwerken mit einem enormen Landschaftsverbrauch (vor allem bei Speicherseen) und Eingriffen in die Gewässerökologie einher. Ähnliches gilt für die Windkraft. Denn eines muss man sich vor Augen führen: Hinter dem abstrakten Begriff „Landschaftsverbrauch“ stehen oft einzigartige Naturräume, die dann für immer verloren sind.

Folgende Punkte zählen zur neuen Energiepolitik des DAV:

  • Ein Masterplan zur Energieversorgung ist notwendig.
  • Transparente und offene Planungsprozesse sind notwendig.
  • Die Energieversorgung sollte aus regenerativen, möglichst regionalen Energiequellen gewährleistet sein.
  • Energieeffizienz und Energiesparen müssen an erster Stelle stehen.
  • Die einzigartige Naturlandschaft in den Alpen muss gesichert werden. Beim weiteren Ausbau muss der Vorrang auf bereits infrastrukturell vorgeprägten Bereichen liegen.

Quelle: Deutscher Alpenverein

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