EU-Energiegipfel in Brüssel: Das europäische Energiekonzept

Anlässlich des heutigen EU-Energiegipfels reisen Staats- und Regierungschefs der EU-Länder nach Brüssel, um über Energie und Innovationen zu beraten.

Die deutsche Energiewirtschaft fordert eine absolute Priorität für den Ausbau der Netzinfrastruktur in Deutschland und Europa. „Das deutsche und das europäische Energiekonzept müssen miteinander verzahnt werden. Es dürfen keine unterschiedlichen Ziele und Prioritäten geben“, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Die Finanzierung der neuen Strom- und Gasnetze in Europa stellt einen Kernpunkt der Diskussion dar. Die 26 Mitgliedstaaten müssen beraten, wer die rund 200 Milliarden Euro in den kommenden Jahren bezahlen soll und ob ein Teil davon aus öffentlicher Hand kommt. „Eine EU-Finanzierung von Infrastrukturvorhaben sollte nur in Ausnahmefällen möglich sein. Sie darf nicht dazu führen, dass Deutschland als einer der größten Nettozahler in der Europäischen Union den Ausbau in Ländern mit infrastrukturellen Defiziten mitbezahlt“, sagte Müller.

Mit Blick auf die wachsenden Widerstände von Bürgern gegen Infrastrukturvorhaben nicht nur in Deutschland forder die Energiewirtschaft von der Europäischen Union ebenso wie von der Bundesregierung eine aktivere Rolle. „Die Zusammenarbeit der Staaten in der Energiepolitik ist zentrales Element der Europäischen Integration. Der Ausbau der Energieinfrastruktur eines funktionierenden Binnenmarktes für Energie ist unerlässliche Voraussetzung für den Umbau der Energiesysteme in Europa und Deutschland“, so Müller. Alle Mitgliedstaaten müssen ihre Anstrengungen deutlich erhöhen, die Zustimmung der Bürger zu diesem Projekt zu gewinnen.

Des Weiteren möchte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) beim EU-Energiegipfel Regeln für mehr Energieeffizienz im Bereich Elektrogeräte aufstellen. Ein Verbot soll den Verkauf von Stromfressern unterbinden. Elektrogeräte mit „relevanten Energieverbrauch“ sollen erfasst werden, wie z.B. Kühlschränke, Klimaanlagen oder Computer. Die Regelung soll dazu beitragen, den Verbrauch von Strom in den Mitgliedstaaten zu reduzieren und so die Ziele der EU – eine Verbesserung der Energieeffizienz bis 2020 um ein Fünftel – zu erreichen.

Die Messlatte sollen die effizientesten zehn Prozent der Geräte einer Kategorie setzen. Alle Produkte, die einen höheren Verbrauch haben, sollen nach einer Übergangsfrist aus den Läden verbannt werden. Dadurch wird den Herstellern eine Chance gegeben, ihre Produktion umzustellen.

Laut Röttgen sei Energieeffizienz die wirtschaftlichste Möglichkeit, Importabhängigkeit und Emissionen zu reduzieren. Daher müsse es verbindliche Regelungen geben. Was es bereits gibt, ist ein EU-Energielabel, das beim Kauf den Stromverbrauch vieler Geräte transparent macht.

Quellen: www.bdew.de, www.stromvergleich.de, www.check24.de
Foto: © nikkytok – Fotolia.com

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