Fördermaximum beim Erdöl 2009 überschritten!

Im Jahr 2009, so die Berechnung von Werner Zittel von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik, wurde weltweit der Höhepunkt in der Ölförderung erreicht. Seitdem geht die Förderung bei zugleich steigender Nachfrag zurück. Dies insbesondere deshalb, weil China, Indien, Brasilien und Mexiko sowie alle anderen Schwellenländer im Lebensstandard aufholen und nach unserem Beispiel leben wollen. Der technische Fortschritt hängt jedoch noch immer am Tropf des Öls. Deshalb kennt der Öl- und Benzinpreis künftig nur eine Richtung: nach oben! Es wird voraussichtlich nie mehr billiges Öl oder Benzin geben. Die großen Ölförderkonzerne wie bspw. Exxon, BP und Shell, werden deshalb immer riskantere Techniken einsetzen, um den letzten Tropfen Erdöl aus immer größeren Tiefen heraus zu holen. So werden zum Beispiel im Golf von Mexiko Öl bereits aus 1.500 Meter unter dem Meeresspiegel gefördert. Die Ölquellen, die mit einfacher Tchnik billig gewonnen werden konnte, sind größtenteils erschöpft. Die aktuelle Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die BP verschuldet hat, ist vielleicht nur ein Vorspiel für weitere Ölkatastrophen. Der mühsame Kampf um das Öl zeigt uns wieder einmal die Grenzen des Machbaren, das Risiko der Risiko-Gesellschaften. Öl gefährdet weltweit die Umwelt und bringt Leid und Tod für viele Lebewesen.

Ganz offensichtlich haben die Ölkonzerne die Gefahren ihres Tuns unterschätzt. Einen Unfall mit ernsten Umweltgefahren haben sie als unwahrscheinlich oder nahezu unmöglich erklärt. Das erinnert fatal an die Argumentation der Atomlobby über die „sichersten Atomkraftwerke der Welt“, obwohl es kein einziges zu 100 % sicheres AKW auf unserer Welt gibt. Das Restrisiko ist eben jenes Risiko, das uns jeden Tag „den Rest geben“ kann.

Die Ursachen großer Katastrophen sind oft banal: menschliches Versagen oder wie diesmal das Versagen eines Ventilsystems bei der Ölbohrinsel von BP. Wie viele Katastrophen wollen wir noch produzieren, um zu lernen, dass wir bei der Produktion von fossil-atomarer Energie unsere Grenzen eindeutig überschritten haben? Wir verbrennen heute an einem Tag so viel Kohle, Gas, Öl und Uran wie die Natur in einer Million Tagen angesammelt hat. Wir sind in diesen Tagen Zeugen des „Tschernobyls der Ölwirtschaft“. Gefährdet sind millionenfach Flora und Fauna: Wale und Delphine, Meeresschildkröten und Aligatoren. Und tausende Fischer könnten ihre Arbeitsplätze verlieren. Wenn jetzt die Mangrovenwälder sterben, verschwindet ein einzigartiges Ökosystem, das in tausenden Jahren gewachsen war.

Präsident Obama hat bei seinem Amtsantritt versprochen, 160 Milliarden Dollar in Erneuerbare Energien und in Energieeffizienz zu investieren. Erst kurz vor der Ölkatastrophe wurde im Golf von Mexiko der erste große Offshore-Windpark eingeweiht. Der Beweis, dass wir unsere gesamte Energieversorgung in einigen Jahrzehnten aus Erneuerbaren Energien gewinnen können, ist erbracht. Das ist in vielen Studien belegt. Auch in den USA. Beim Weg zu einer erneuerbaren, dezentralen Energieversorgung wird es ebenfalls Fehler geben. Aber es muss nicht zu Katstrophen kommen wie jetzt im Golf von Mexiko.

Quelle: Franz Alt 2010

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