Neue Studie bestätigt: Windenergie senkt Strompreise

Entgegen der landläufigen Meinung verbilligt Windenergie den Strom. Dies bestätigt jetzt eine in der vergangene Woche erschienenen Netzstudie der European Wind Energy Association (EWEA). Laut der Studie wird aufgrund des „Merit-Order-Effekts“ die Windenergie bis 2020 den Preis jeder Kilowattstunde Strom um mindestens 1,1 Cent reduzieren.

Bei einer prognostizierten Windkraftleistung in Europa von 265.000 Megawatt im Jahr 2020 wurde somit eine Strompreis senkende Wirkung von 1,08 Cent pro Kilowattstunde errechnet. Jede Kilowattstunde Strom wird aufgrund der Windkraft 2020 um 1,08 Cent billiger sein, aber nicht nur der Windstrom. In Summe ergibt sich für ganz Europa eine Kostenersparnis von 41,7 Milliarden Euro jährlich ab 2020. In den Berechnungen wurde ein relativ niedriger Strompreis angenommen. Der Merit-Order-Effekt wird aber vom Strompreis stark beeinflusst. Eine Verteuerung der Preise für fossile Energie bewirkt daher weitere preisdämpfende Effekte durch die Windenergie.

Was versteht man unter Merit-Order-Effekt?

Beim Börsenhandel von Strom gibt jeder Handelsteilnehmer ein Gebot ab, das sich zusammensetzt aus der Menge Strom und einen bestimmten Preis, um den geliefert werden kann. Die Börse sortiert die Gebote nach den Kosten in aufsteigender Reihenfolge und erstellt die sogenannte Einsatzreihenfolge der Kraftwerke oder auch „Merit-Order“ genannt. Die Börse erteilt nun den Kraftwerken der Reihe nach einen Zuschlag, beginnend mit dem niedrigsten Gebot, bis der prognostizierte Bedarf gedeckt ist.

Das Gebot des letzten Kraftwerkes, das noch einen Zuschlag erhält, bestimmt den Strompreis, der dann für alle zustande gekommenen Lieferverträge bezahlt wird. Das bedeutet, dass der Preis für Strom jeweils nach dem letzten und damit teuersten Kraftwerk, das noch benötigt wird, um die Stromnachfrage zu decken, bestimmt wird.

Je mehr Windenergie, aber auch andere erneuerbare Energien eingespeist werden, desto seltener müssen die ganz teuren Kraftwerke eingesetzt werden und umso geringer fällt daher der tatsächliche Stromhandelspreis aus. Durch diesen „Merit-Order-Effekt“ senkt die vermehrte Produktion von Windenergie die Großhandelspreise.

Die EWEA-Studie können Sie hier als PDF herunterladen.

Quelle: IG Windkraft, www.wind-energie.de

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