Prater-Kraftwerk: Öko-Strom aus der Isar

München – Anfang Juli geht das Prater-Kraftwerk an der Maximiliansbrücke in den Probebetrieb. Es soll 4000 Münchner Haushalte versorgen.

Die letzte Chance für einen Blick ins Herz des neuen Prater-Kraftwerks nutzte gestern auch OB Christian Ude (SPD). Isarwasser wird künftig kurz vor dem Pratersteg abgezweigt und stürzt zehn Meter in die Tiefe, um Turbine und Stromgenerator in Schwung zu bringen. Mit Beginn des Probebetriebs Anfang Juli wird auch erstmals Ökostrom ins Netz abgegeben. Rund 4000 Haushalte soll das Aggregat mit „grünem“ Strom versorgen. All das geschieht praktisch unsichtbar, denn die Anlage wurde unter der Isar vergraben. Ude: „Wie Sie sehen, ist es keine Freveltat.“ Er spielt damit auf Kritiker an, die befürchten, dass das Kraftwerks-Wasser in dürren Zeiten der kleinen Isar fehlen werde.

Die ökologisch orientierte Gesellschaft „Green City Energy“ und die Stadtwerke haben das Praterkraftwerk in Kooperation gebaut und werden es auch gemeinsam betreiben. Beide fügen ihren ambitionierten Stromprojekten damit ein weiteres „grünes“ Renommierstück hinzu. Rund zehn Millionen Euro sind in den Bau geflossen. Durch den Betonstollen wälzen sich 34 000 Liter Wasser pro Sekunde, treiben eine Kaplan-Rohr-Turbine an, und die lässt den Stromgenerator rotieren.

Die Stadtwerke haben in ihre Agenda das Ziel aufgenommen, bis 2025 sämtliche Münchner Haushalte allein aus ihren Öko-Kraftwerken versorgen zu können. Ursprünglich hatten die Werke auf eine Beteiligung an einem westdeutschen Kohlekraftwerk gesetzt. Bernhard Thiersch, technischer Geschäftsführer des Kraftwerks, ist stolz auf die „optimal an den Standort angepasste“ Anlage: „So können die Ziele des Klimaschutzes und des Natur- und Landschaftsschutzes gleichermaßen erreicht werden.“

Quelle: www.merkur-online.de; Foto: www.greencity-energy.de

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