Bürgerbeteiligung & Öffentlichkeitsarbeit

Wie steht es um die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien?

Nach Fukushima wurden die Weichen für die Energiepolitik neu gestellt. Sieben Meiler sind bereits vom Netz, die restlichen deutschen Atomkraftwerke werden bis 2022 abgeschaltet, die beschlossene Laufzeitverlängerung wurde von der Bundesregierung vollumfänglich zurückgenommen. Es besteht ein breiter gesellschaftspolitischer Konsens: Erneuerbare Energien, ja bitte. Damit die Atomkraftwerke substituiert werden können, sind jedoch große Anstrengungen erforderlich: Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien müssen in erheblichem Maß ausgebaut werden.

Biogasanlagen? Windräder? Geothermie? Aber nicht vor meiner Haustür!

Der Umbau der Energieversorgung ist eine Herausforderung für alle gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen, Verbände, Politik, Unternehmen und vor allem: für alle Bürgerinnen und Bürger. Der Bau von Windenergieanlagen in Oberbayern zum Beispiel – vor kurzem noch undenkbar – ist von der Bayerischen Landesregierung zum Ziel erklärt worden. Doch was sagen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger dazu?

Not in my backyard? oder: Es kommt darauf an!

Umfragen zeigen, dass sich die überwältigende Mehrheit der Bürger für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen ausspricht. Gerade in Bayern ist die Akzeptanz laut Umfragen besonders hoch (siehe Grafik weiter unten).

Bei konkreten Projekten vor Ort hängt die Akzeptanz aber stark davon ab, wie die Anwohner bei der Planung und Umsetzung beteiligt werden – gerade in touristisch geprägten Regionen, wie dem Fünfseenland – und wie die Vorerfahrung ist (s. Grafik).

Bürgerinnen und Bürger  fragen sich, ob durch den Bau einer Biogasanlage oder eines kleinen Windparks Beeinträchtigungen durch Geräusche, Gerüche oder höheres Transport- und Verkehrsaufkommen auf sie zukommen. Wie sieht es vor Ort mit der Zustimmung für die Erneuerbaren Energien und vor allem mit deren Ausbau aus? Wie verhält sich die Bevölkerung zu neuen Anlagen oder neuen Stromnetzen?

Aktuelle Umfragen und Studien liefern Antworten auf die „Akzeptanz-Frage“

Klar ist:  Die Bürgerinnen und Bürger müssen von Anfang an bei einem Projekt mitgenommen und umfangreich informiert werden  – und zwar weit vor die in Planungsverfahren vorgeschriebenen öffentlichen Einwendungen möglich sind und die Bürger pflichtgemäß „frühzeitig“ beteiligt werden. Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit schaffen Vertrauen und Akzeptanz! Gemeinsam kann die Energiewende geschafft werden!

Das ist weniger kompliziert und aufwändig, als die meisten Bürgermeister/innen, Stadt- und Gemeinde-Räte und Verwaltungs-Angestellten denken.  Schon mit einfachen Methoden und einer guten Planung der Öffentlichkeitsarbeit können die häufig „vorprogrammierten Probleme“ meist vermieden werden.

Fragen? Dann Fragen! Die Fachgruppe 1, Öffentlichkeitsarbeit,  steht Ihnen jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Seite. Anbei finden Sie die aktuellen Umfrageergebnisse, veröffentlicht durch die Agentur für Erneuerbare Energien, vom November 2012.

Download Akzeptanz und Bürgerbeteiligung Erneuerbare Energien (AEE)

Download Akzeptanzumfrage 2012 – Bundesländergenaue Ergebnisse (AEE)

Aktuelle Umfrage-Ergebnisse 2012
Erneuerbare Energien finden in Bundesländern hohen Zuspruch

Erneuerbare Energien sind bei den Deutschen beliebt: Einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest zufolge, unterstützen 93 Prozent der Bundesbürger den verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien mindestens für „wichtig“ oder sogar für „sehr bzw. außerordentlich wichtig“. Dieser hohe Wert entspricht vergleichbaren Umfragen in den Vorjahren.

Rund 67 Prozent der Bürger finden Ökostromkraftwerke in ihrer Nachbarschaft „sehr gut“ oder „gut“. Die konkrete Zustimmung liegt sogar noch höher, wenn die Befragten etwa mit Windenergieanlagen oder Solarparks in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung bereits Erfahrungen gemacht haben.

Die hochgradige Akzeptanz der Erneuerbaren Energien erklärt auch die hohe Bereitschaft, die Kosten für die Förderung der Erneuerbaren Energien zu tragen: Laut TNS Infratest halten 46 % der Befragten die derzeitige Umlage von 5,277 Cent pro kWh für „angemessen“ oder sogar für „zu niedrig“ (im vergangenen Jahr waren es noch drei Viertel der Bürger), 51 Prozent schätzen sie als „zu hoch“ ein.

Eine sichere Zukunft für kommende Generationen gehört zu den in der Umfrage am häufigsten genannten Vorteilen der Energiewende. Mehr als 74 Prozent der Befragten sehen sie durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien gewährleistet. Dicht gefolgt vom Klimaschutz, den 70 Prozent der Befragten mit Wind, Solar und Co. verbinden. Aber auch unabhängig von Energieimporten (61 Prozent) zu werden und die Chance, sich an der Energieversorgung zu beteiligen (54 Prozent) sind der Umfrage zufolge wichtige Beweggründe dafür, dass die Mehrzahl der Bürger bereit ist, den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu unterstützen.

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de
Grafiken: Agentur für Erneuerbare Energien

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