Energieberatung

Steigende Preise für fossile Brennstoffe und die Notwendigkeit des Klimaschutzes  machen eine Senkung unseres Energieverbrauchs und eine effiziente Energieverewendung unumgänglich. Gerade im Gebäudebestand steckt viel Potenzial zur Energieeinsparung. Die jährliche Sanierungsrate beträgt gerade mal 1-2% und sollte massiv steigen, um die CO2- und Energie-Einsparziele erreichen zu können. Deshalb hat der Staat Förderprogramme aufgelegt. Doch es gibt viele Hemmnisse. Zunächst ist eine gute, fachliche Beratung undabdingbar und in jedem Fall sinnvoll, um eine nachhaltige und wirtschaftlich optimale Entscheidung treffen zu können.

Denn Hauseigentümer und Kaufinteressenten sind oft verunsichert und stellen sich z.B. folgende Fragen:

  • Lohnt sich überhaupt eine energetische Sanierung des Gebäudes?
  • Wie sieht es überhaupt wärmetechnisch aus mit meinem Haus?
  • Was kann ich tun, damit ich nicht nur Geld „ins Haus buttere“, sondern davon auch profitiere?
  • Welche finanziellen Förderungen oder zinsgünstigen Kredite kann ich erhalten?

Die meisten dieser Fragen können im Rahmen einer Energieberatung geklärt werden. Doch Energieberatung ist nicht gleich Energieberatung! Hier kommt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle  – kurz: BAFA – ins Spiel:

Spricht man bei der Energieberatung dann von der so genannten „Vor-Ort-Beratung“, ist damit gemeint, dass diese Energieberatung gemäß der BAFA-Anforderungen durchgeführt wird. Das BAFA fördert die „Vor-Ort-Beratung“, wie sie vom Bundesamt für Wirtschaft und Technologie (BMWI) beschrieben wird, mit einem Zuschuss zu den Beratungskosten von

  • 300,-€ bei ein bis zwei Wohneinheiten und
  • 360,-€ ab drei Wohneinheiten.

Zusätzlich wird seit dem 01.05.2008 ein Zuschuss von 50,-€ gewährt, wenn der Beratungsempfänger die Integration von Hinweisen zur Stromeinsparung wünscht. Seit dem 01.10.2009 werden separate Thermografiegutachten nicht mehr gefördert. Es gibt aber einen Zuschuss für die Integration thermografischer Untersuchungen in den Vor-Ort-Beratungsbericht. Dabei werden für jedes Thermogramm 25,- € und insgesamt max. 100,- € gewährt. Luftdichtigkeitsprüfungen nach DIN 13829 inklusive der Integration in den Beratungsbericht werden mit 100,- € bezuschusst. Eine Kombinierung der Boni für Thermografie und Luftdichtigkeitsprüfung ist nicht möglich. Die maximale Förderhöhe beträt immer 50% der Beratungskosten.

Wesentliche Änderungen der Richtlinie zur Förderung der Beratung zur sparsamen und rationellen Energieverwendung in Wohngebäuden vor Ort (Vor-Ort-Beratung):

  • Luftdichtigkeitsprüfungen nach DIN 13829 können als Bonus zur Energiesparberatung gefördert werden (mit neuen Anforderungen an den Bericht und Förderbeträge).
  • Streichung der Förderfähigkeit separater Thermografiegutachten
  • Möglichkeit der Kumulierung mehrerer Boni, mit Ausnahme der Kumulierung von Thermografie und Luftdichtigkeitsprüfungen
  • Ausdrückliche Verpflichtung des Beraters zur Prüfung der Eigentümerzustimmung in Beratung von Mietern oder Pächtern.
  • Ergänzung des Ausschlusskriteriums, dass ein Beratungsobjekt gefördert werden kann, auch wenn es innerhalb der letzten 8 Jahre bereits Gegenstand einer Vor-Ort-Beratung war, wenn sich zwischenzeitlich der Eigentümer des Beratungsobjektes geändert hat.
  • Streichung des Ausschlusskriteriums der Baugleichheit
  • Nachweis der Sachkenntnis zur Durchführung von Thermografiegutachten und Luftdichtigkeitsmessungen sowie Verantwortlichkeit des antragstellenden Beraters bei Einbeziehung von Experten.

Die Laufzeit des Förderprogramms endet nach derzeitigem Stand am 31.12.2014. Über eine Verlängerung wird noch entschieden.

Die Förderung steht laut BAFA „unter Vorbehalt der Verfügbarkeit entsprechender Haushaltsmittel“, das heißt: Sind die für die Förderung von Energieberatungen vorgesehenen Gelder erschöpft, wird keine Zuwendung ausgezahlt. Die Fristenverlängerung ist noch offen.

Was heißt „Vor-Ort-Energieberatung“?

Vor-Ort-Energieberatung heißt, dass der Berater vor Ort, also am zu sanierenden Objekt, den Ist-Zustand sorgfältig aufnimmt und zur Ermittlung des Nutzerverhaltens ein persönliches Gespräch führt. Zum Nutzerverhalten gehören z.B. Lüftungsverhalten, durchschnittliche Raumtemperaturen, Beheizung weniger genutzter Räume und längere Leerstände. In einem abschließenden persönlichen Gespräch fasst der Berater noch einmal die Ergebnisse des Beratungsberichts zusammen und geht auf möglicherweise noch offenstehende Fragen des „Beratungsempfängers“ ein.

Warum eine BAFA-Energieberatung?

Eine Förderung wird nur gewährt, wenn der Berater die entsprechende, vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle vorgeschriebene Qualifikation mitbringt. Der BAFA-Berater darf auch nicht an ein Energieversorgungsunternehmen oder ein Unternehmen, das im Heizungs- oder Gebäudebereich tätig ist, gebunden sein.
Zudem werden festgelegte Anforderungen an Qualität und Inhalt der Energieberatung gestellt.

Somit wird durch die Kontrolle durch das BAFA sichergestellt:
Der Beratungsempfänger erhält eine Beratung

  • von einem fachkompetenten Experten, der
  • neutral, anbieterunabhängig ist und daher die Beratung ohne Verkaufsinteresse durchführt.

Energieeinsparung UND Kostensenkung durch die BAFA-Energieberatung

Auf Grundlage einer genauen Ermittlung des Ist-Zustandes (Bestandsaufnahme) und der Berechnung der Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen werden sinnvolle Maßnahmen empfohlen und daraus Maßnahmenpakete geschnürt.
Sinnvoll bedeutet:

  • effektive Senkung des Energieverbrauchs und der Umweltbelastung
  • Gegenüberstellung der Energiekosteneinsparung und der Investitionskosten.

Eine Maßnahme ist dann sinnvoll, wenn die Energiekosteneinsparung größer ist als die auf die Lebensdauer der Maßnahme umgerechneten Investitionskosten und somit die laufenden Kosten gesenkt werden.

Der Beratungsempfänger profitiert also von der Investition!

Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen?

Anspruch auf Förderung haben Eigentümer, Mieter oder Pächter eines Wohngebäudes. Die Beratung für Wohngebäude ist förderfähig, wenn der Bauantrag bis zum 31.12.1994 gestellt bzw. die Bauanzeige erstattet wurde.

Die Gebäudehülle darf nicht nachträglich um mehr als 50% vergrößert worden sein und die Gebäudefläche muss zu mehr als die Hälfte zu Wohnzwecken genutzt werden.

Als Eigentümer, Mieter oder Pächter, die eine BAFA-Förderung zur Energiesparberatung in Anspruch nehmen können, gelten „natürlichePersonen, rechtlich selbständige Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der Wohnungswirtschaft sowie Betriebe des Agrarbereichs, juristische Personen und sonstige Einrichtungen; letztere sofern sie gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen“. Die Beratung muss sich auf das gesamte Gebäude beziehen und, falls gegeben, muss die Eigentümergemeinschaft damit einverstanden sein.

Hilfe im Förderdschungel

Es gibt verschiedene Förderprogramme für die energetische Verbesserung der Gebäudehülle, die Senkung der CO2-Emissionen, Verwendung bestimmter umweltverträglicher Materialien und für verschiedene anlagentechnische Sanierungen im Bereich der Wärmeerzeugung. Um Förderprogramme optimal nutzen zu können, wird der Beratungsempfänger darüber informiert, was wie womit gefördert wird.

Hier können Sie sich ebenfalls über das Thema Energieberatung informieren:

Innenministerium des Freistaats Bayern

Energieberatung im Landratsamt Starnberg

Energieausweis der Deutschen Energieagentur

Energieberatung im Bauzentrum München, Kostenlose Hotline unter 08000 736734

Energiesparberatung “Vor-Ort” der BAFA

Liste der beim BAFA registrierten Energieberater im Landkreis Starnberg

Klimaschutz Kommunen

Klimawandel und Kommunen

Quellen: BAFA – www.bafa.de, Söllner, Bernd: Die Vor-Ort-Energieberatung, 2008

Fotos: eza!, Energiewende Starnberg

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