Regierung bremst Ausbau Erneuerbarer Energien und erhöht gleichzeitig EEG-Umlage

Laut der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) wird die EEG-Umlage 2013 zwischen 3,66 und 4,74 Cent/kWh betragen. 2010 wurde sie für kommendes Jahr noch deutlich geringer, auf 3,4 bis 4,4 Cent geschätzt. Bekanntlich wurde die EEG-Umlage letzten Monat am unteren Rand in Höhe von 3,592 Cent/kWh für 2012 festgelegt – und dies auch nur aufgrund von kostensteigernden Sonderfaktoren, die letztes Jahr noch nicht bekannt waren.

Ein Vergleich der ÜNB-Prognosen des letzten und diesen Jahres lohnt sich. So fällt der Ausbau der meisten Erneuerbaren Energien in der aktuellen Mittelfristprognose für 2013 niedriger aus als noch letztes Jahr prognostiziert. Rückgänge sind bei der Photovoltaik und der Windenergie zu verzeichnen- lediglich der Bereich Biomasse notiert leichte Zuwächse.

Die niedrigeren Ausbauannahmen schlagen sich natürlich auch in den erwarteten Vergütungszahlungen nieder. Die ÜNB waren letztes Jahr noch von Vergütungszahlungen von 18,766 Mrd. Euro für 2013 und 20,754 Mrd. Euro für 2015 ausgegangen. In der neuesten Prognose werden die Zahlen deutlich nach unten korrigiert – um 1,6 Mrd. Euro auf 17,103 Mrd. Euro für 2013 sowie um 2,7 Mrd. Euro auf 18,035 Mrd. Euro für 2015.

Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Umlage steigt. Ersten Analysen zufolge trägt vor allem die Erweiterung der Privilegien der Industrie dazu bei. Bereits für das Jahr 2013 ist ein deutlicher Anstieg auf 13 bis 17 TWh des privilegierten Letztverbrauchs zu erwarten.

Ein weiterer kostenträchtiger Faktor ist die neu eingeführte Liquiditätsreserve, die von dem ÜNB berechnet mindestens drei Prozent und maximal zehn Prozent des Umlagevolumens ausmacht. Hinzu kommen weitere Kostengrößen, wie die neue Marktprämie, die absehbar zu Mitnahmeeffekten in Millionenhöhe führen wird – zu Lasten der Endkunden – aber keinen nennenswerten Effekt für die Marktintegration des EEG-Stromes hat. Auch die preissenkende Wirkung der Erneuerbaren Energien auf die Börsenpreise wird nicht an die Stromkunden weitergegeben, die aber die EEG-Umlage zahlen.

Es lässt sich also beobachten, dass die Änderungen der EEG-Novelle aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber zu einem geringeren Ausbau der Erneuerbaren Energien, aber zu höheren Kosten für den Haushaltsstromkunden führen. Somit ist die an der letzten EEG Novelle geäußerte Kritik, einerseits den Ausbau Erneuerbarer Energien zu bremsen und andererseits die Kosten des EEG´s nach oben zu treiben, leider völlig berechtigt.

Quellen: Hans-Josef Fell MdB, Sonnenseite

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