Regierungsbeschluss: Laufzeitverlängerung unter Dach und Fach

Der Deutsche Bundestag hat gestern mit der Regierungsmehrheit gegen die Stimmen der Opposition die Verlängerung der AKW-Laufzeiten beschlossen. Trotz zahlreicher Proteste und Petitionen, die beim Bundestag eingereicht wurden, und ob der Tatsache, dass gut 2/3 der Bevölkerung gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sind, wurde die Laufzeitverlängerung „programmgemäß“ von den Unionsparteien und der FDP umgesetzt. Dabei ist nach wie vor die Frage der Endlagerung nicht geklärt – es gibt bislang keine sichere Option und auch mit der Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks Gorleben wird sich dies kurzfristig nicht ändern.

Im Jahr 2020 könnten Erneuerbare Energien fast die Hälfte des Stromes liefern. Das kann aber nur gelingen, wenn Atomstrom im Netz zurück gedrängt wird, um Kapazitäten für die Erneuerbaren Energien frei zu machen. Die Chance auf einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien wurde nun nach Meinung vieler Experten durch die Regierungsentscheidung vergeben, ein zukunftsfähiger Wirtschaftszweig wird in seiner Entwicklung gehemmt.

Viele Bürgerinnen und Bürger und vor allem auch zahlreiche Stadtwerke und kleinere Energiebetriebe, die in die Erneuerbaren Energien hohe Summen investiert haben,  sind empört über diese Politik. Die Entscheidung soll zudem ohne Beteiligung des Bundesrats umgesetzt werden. Die SPD hat deshalb inzwischen Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Deutsche Kernkraftwerke sind sicher

100 % sichere Atomkraftwerke gibt es nicht. Außerdem ist bekannt, dass einige Reaktoren in Deutschland oft und zum Teil permanent wegen Störfällen und Schäden stillstehen. Schon im Mai dieses Jahres wurde beispielsweise bekannt, dass im Reaktor Gundremmingen (Kreis Günzburg) drei Brennelemente defekt sind und Block B abgeschaltet werden muss, was der Betreiber aber bis jetzt nicht veranlasst hat, weil bereits Block C wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet ist. Die Sicherheit der Kernkraftwerke in Deutschland wird oft als Argument bemüht, jedoch sind die Kernkraftwerke tatsächlich technisch veraltet, es gibt kaum Ersatzteile, sie sind schwierig zu beschaffen und sensible Systembestandteile, die oft nicht oder nur schwer zugänglich sind oder nicht wirklich kontrolliert werden können, sind von Verschleißschäden bedroht und damit ein Sicherheitsrisiko für den Reaktor. Die jetzt beschlossene Laufzeitverlängerung bedeutet de facto weitere 3 Jahrzehnte wachsendes Risiko für die Bevölkerung.

Quelle: Energiewende Landkreis Starnberg

Tags: , , ,

Eintrag kommentieren