Ethikkommission diskutiert zur Zukunft der Energieversorgung

In der öffentlichen Beratung der Ethikkommission zur Zukunft der Energieversorgung kamen vergangenen Donnerstag vor allem Wissenschaftler zu Wort. Während eines zunächst sieben minütigen Statements konnten die Fachleute ihre Einschätzung zu den verschiedenen Zukunftsoptionen abgeben. Anschließend fand eine offene Fragerunde unter Leitung des Kommissions-Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Töpfer statt. Während sich die Vertreter der technischen Fachbereiche zu den Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Kernenergie und dem Einsatz alternativer Energietechniken äußerten, befassten sich die Experten der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen mit Fragen zu Risiken und Gefahren, Wohlstand und anderen ethischen Aspekten im Zusammenhang mit der der künftigen Energieversorgung.

Ausstieg bis 2017 möglich

Prof. Eicke Weber vom Fraunhofer ISE hält einen Ausstieg bis zum Jahr 2017 für möglich und betonte die bereits erreichten Kostendegressionen z.B. im Bereich der Photovoltaik. Als Vertreter für alle Sparten der erneuerbaren Energien gehören für ihn aber auch die weiteren regenerativen Sparten zur Energieversorgung der Zukunft. Prof. Eberhard Umbach vom Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) rechnete vor, wie sich ein Atomausstieg auf die Klimabilanz auswirken würde. Über die Einschätzung von Risiken sprach Frau Prof. Rafaela Hillerbrand vom Philosophischen Institut der RWTH Aachen. Ihrer Einschätzung nach sei auffällig, dass die Befürworter der Kernenergie stets auf die geringe Eintrittswahrscheinlichkeit von AKW-Unfällen hinwiesen, während sich die Gegner zumeist auf die immens hohen Schäden fokussierten, die im Fall der Fälle eintreten könnten. Prof. Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung ist der Auffassung, dass die größte Unsicherheit bei einer Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland die Netzstabilität sei. Erzeugungskapazitäten seien hingegen genügend vorhanden. Zudem geht Schüth nicht davon aus, dass die Nutzung von CO2 aufgrund des zu geringen Potenzials eine nachhaltige Option zur Verbesserung der Klimabilanz sei.

In einer dritten Runde werden aktuell weitere Forschungsinstitutionen wie Öko-Institut oder DIW, Unternehmensvertreter wie Schüco-Chef Dirk U. Hindrichs sowie Verbandsvertreter und Politiker angehört und deren Vorschläge und Statements diskutiert.

Weitere News und Meldungen zum Thema finden sich aufder Internetseite des IWR-Pressedienstes bzw. direkt unter den folgenden Links:
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Quelle: IWR

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