RWE und E.on: Die solare Energiewende rechnet sich

Die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist für Europa nicht teurer als die Energieversorgung mit Kohle, Öl, Gas und Atomkraft. Dies ergab eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die in dieser Woche in Brüssel vorgestellt wurde. Ihr Titel „Fahrplan 2050: Ein praktikabler Weg für ein reiches Europa“.

Am meisten Geld müsste für den Ausbau leistungsstarker Stromnetze zwischen Nord- und Südeuropa ausgegeben werden. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, der an der Studie mitgearbeitet hat: „Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessegeleitete Angstkampagne“.

Überraschend ist diese Studie deshalb, weil neben Umweltverbänden auch die klassischen Energieriesen wie RWE, E.on und Vattenfall beteiligt sind, die noch vor kurzem die hundertprozentige Stromversorgung in Europa für eine versponnene Utopie gehalten haben.

Die neue Studie meint, dass künftig zu windreichen, aber sonnenarmen Zeiten Strom von Nord- nach Südeuropa fließen werde und zu windarmen, aber sonnenreichen Zeiten Strom von Süd- nach Nordeuropa. Insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen Frankreich und Spanien müssten die Stromnetze in den nächsten Jahren jedoch stark ausgebaut werden.

Der Umbau der europäischen Stromwirtschaft mit dem Ziel der solaren Energiewende würde nach der Studie pro Jahr 52 Milliarden Euro kosten. Dies sei „ungefähr dieselbe Summe“ wie die Energieversorgung aus den heutigen fossil-atomaren Energiequellen.

Die neue McKinsey-Studie beweist, dass die Vollversorgung mit Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme kostengünstig, versorgungssicher und umweltfreundlich möglich ist. Endlich hat auch die Großindustrie dieser von Umweltverbänden seit Jahren vertretenen These zugestimmt.

Ein Fortschritt, der hoffen lässt und ein starkes Argument auch für den atomkritischen Umweltminister Norbert Röttgen in Berlin. Deutschland und Europa brauchen weder längere Laufzeiten der Atomkraftwerke noch den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Wir haben bessere, innovativere und intelligentere Lösungen – ohne Klimaschäden und ohne riesige Folgekosten für künftige Generationen.

Quelle: ©Franz Alt 2010

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