Strahlungswerte steigen in Fukushima / Finnland plant AKW

Explosionsartiger Anstieg der Cäsiumwerte am AKW Fukushima

Nach dem Anstieg der Tritium-Konzentrationen, wurde gestern (9. Juli) eine plötzliche Zunahme der Grundwasserkontamination  mit Cäsium gemeldet. Wie TEPCO  mitteilte, kam es an einem Grundwasser-Kontrollpunkt in der Nähe des Turbinengebäudes von Reaktor 2 zu einem sprunghaften Anstieg der Cäsiumwerte. Dabei wurden neue Rekordwerte erreicht. Die gestern dort entnommenen Proben wiesen Belastungen von Cäsium-134 in einer Höhe von 9.000 Becquerel pro Liter und Cäsium-137 in Höhe von 18.000 Becquerel pro Liter auf. Das bedeutet, dass es nach der letzten Messung am Freitag am selben Kontrollpunkt innerhalb von nur drei Tagen zu einer Erhöhung der Werte fast um das Neunzigfache kam. Die gesetzlichen Sicherheitswerte für beide Substanzen wurden dabei überschritten. Im Fall von Cäsium-134 betrug die Grenzwertüberschreitung das 150-fache und beim Cäsium-137 sogar das 200-fache des zulässigen Maximalwerts.Die Gesamtbelastung von 27.000 Becquerel an radioaktivem Cäsium ist der bislang höchste gemessene Wert seit der Katastrophe.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich das radioaktive Material unterirdisch weiter ausbreitet. Die genaue Ursache für den plötzlichen massiven Cäsium-Anstieg ist bislang ungeklärt – ebenso welche Auswirkungen dies auf den Hafenbereich der Anlage haben wird. Der Kontrollpunkt befindet sich nur 25 Meter vom Hafen entfernt.

Der Gehalt an Betastrahlern wie Strontium und Tritium am Kontrollpunkt betrug am Montag 890.000 Becquerel. Am Freitag waren an der gleichen Stelle noch 900.000 Becuqerel nachgewiesen worden. Hier gibt es also einen leichten Rückgang.
Am Grundwasser-Kontrollpunkt 2, der sich östlich von Reaktor 3 befindet, wurde eine Betastrahlungs-Gesamtbelastung von 1.700 Becquerel pro Liter nachgewiesen. Auch dies ist ein neuer Rekord.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Rosatom soll AKW in Finnland bauen

Der russische Rosatom-Konzern soll in Finnland ein neues Atomkraftwerk bauen. Die finnische Projektgesellschaft Fennovoima vereinbarte mit der Rosatom-Tochter Rusatom Overseas exklusive Verhandlungen, teilte Fennovoima mit. Die Verhandlungen zum Bau des Kernkraftwerks Hanhikivi an der finnischen Westküste sollen bis Ende des
Jahres 2013 laufen. Zudem verhandeln beide Seiten über eine Beteiligung des russischen Unternehmens an der Projektgesellschaft in Höhe von 34 Prozent. Der russische 1.200-MWReaktor entspreche den Anforderungen der Fennovoima-Eigentümer, heißt es weiter. Die Projektgesellschaft ist im Eigentum von 60 Unternehmen aus Industrie, Handel und Energiewirtschaft. Der deutsche Energiekonzern Eon hatte seine Beteiligung im Frühjahr veräußert (energate berichtete). Direkte
Verhandlungen von Fennovoima mit Rosatom haben im April begonnen. Einziger Mitbewerber für den Bau des
Kraftwerks war der japanische Technikkonzern Toshiba.

Quellen: spreadnews.de / energate-messenger (10. Juli 2013)

 

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