Sturmtief „Niklas“ belegt Notwendigkeit für Nord-Süd-Stromautobahnen

Das orkanartige Wetter Anfang April verursachte laut den vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland Kosten in Höhe eines „unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbetrags“. Der Grund: Den Angaben zufolge mussten insgesamt 20.300 Megawatt an Netzreserven und zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten eingesetzt werden, um die Stromversorgung in Süddeutschland zu stabilisieren. Gleichzeitig mussten hunderte Windräder mit einer Gesamtleistung von 2.300 Megawatt abgeschaltet werden. Gerade wenn im Norden und im Osten der Republik viel Windstrom eingespeist wird, sind derartige Maßnahmen notwendig, damit das Netz bundesweit im Gleichgewicht bleibt. Die dadurch entstehenden Kosten werden über die Strompreise auf die Verbraucher umgelegt.

Die Netzbetreiber werten dies als weiteren Beleg für die Dringlichkeit neuer Nord-Süd-Stromtrassen, gegen die sich im Augenblick vor allem Bayern sträubt. Seien diese erst gebaut, so könne auch bei extremeren Wetterverhältnissen, wie beispielsweise zu Anfang des Monats, mehr Strom zum Ausgleich in den Süden Deutschlands transportiert und das Netz dadurch stabilisiert werden. Infolgedessen könne man sich nicht nur auf den Einsatz von Reserven und zusätzlicher Kraftwerksleistung verzichten: Auch das kostspielige Abschalten vieler Windräder im Osten und Norden Deutschlands, das der Orkan Niklas provozierte, sei dann nicht mehr notwendig.

Bereits am Tag bevor das Sturmtief Niklas über die Republik zog, wurde wegen des starken Windes und der gleichzeitig hohen Solareinspeisung ein neuer Ökostromrekord von 44.000 Megawatt erzielt. Das entspricht einer Leistung von 31 Atomkraftwerken.

 

Quelle: RP Online
Bild: Erich Westendarp / www.pixelio.de

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