Einträge ‘Atomausstieg’

Energiewende in Deutschland

Mittwoch, August 2nd, 2017

Energiewende Deutschland – zwei Begriffe, die zusammengehören. So hat sich dieser Begriff im Englischen mittlerweile als eigener Ausdruck für die Transformation des Energiesystems weg von atomar-fossilen Energien hin zu erneuerbaren Energien durchgesetzt. Ausschlaggebend hierfür waren sicher die ab 1980 in Deutschland leidenschaftlich geführten Debatten um Atomausstiegsszenarien und Laufzeitverlängerungen und der 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gefasste Beschluss des endgültigen Abschieds von der Kernenergie bis zum Jahr 2022.

 

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Gewinne der Energieversorger trotz Atomausstieg größer

Dienstag, August 21st, 2012

Trotz des Atomausstiegs im letzten Jahr haben die Energieversorger in Deutschland erneut Milliardengewinne erzielt. Nach aktuellen Zahlen erreichten e.on und RWE im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn (EBITDA*) in Höhe von 11,7 Milliarden Euro. Über 19 Milliarden Euro werden für das Gesamtjahr 2012 von den beiden großen Energieunternehmen erwartet. Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) teilte mit, dass damit der diesjährige Gewinn dieser beiden Stromversorger sämtliche Vergütungszahlungen (16,4 Milliarden Euro) an die regenerativen Anlagenbetreiber des Jahres 2011 deutlich übertreffen dürfte.

Problematisch dabei ist, dass der Einkauf von Strom an der Börse durch die Erneuerbaren Energien sinkt, diese Einsparungen jedoch von den Versorgern nicht an die Privatkunden weiter gegeben werden. So müsste der Strompreis eigentlich zwei Cent pro Kilowattstunde niedriger liegen, als derzeit veranschlagt.

Strompreise steigen stärker als notwendig

Das bestätigt nun auch eine Untersuchung von Energie-Experten. Diese haben errechnet, dass die Energieversorger  in diesem Jahr beim Strompreis drei Milliarden Euro mehr als eigentlich notwenig kassieren.  Die Kurzanalyse finden Sie hier: Analyse zur Strompreisentwicklung – G. Harms 12-08-24

Die Analyse kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Preise für Industrie- und Gewerbekunden um drei Prozent gesunken sind, „während private Endkunden seit 2008 rund 20 Prozent mehr für den Strom bezahlen müssen“. Der Verbraucher würde von den Konzernen ausgenutzt, „um höhere Gewinne zu realisieren“, konstatiert Gunnar Harms (Energieexperte).

Die Vergütungszahlungen an die regenerativen Anlagenbetreiber sind im ersten Halbjahr 2012 nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber auf 7,9 Milliarden (Mrd.) Euro gestiegen. Im Vergleich betrugen die Zahlungen für die gleiche Zeit im Vorjahr 7,1 Mrd. Euro. Dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr stärker als notwendig steigen wird, liegt jedoch nicht an den steigenden Ausgaben, sondern an dem Effekt, dass die erneuerbaren Energien den Strompreis an der Börse deutlich senken. Im ersten Halbjahr 2012 wurden trotz der höheren regenerativen Stromproduktion nur 1,57 Mrd. Euro (1. Halbjahr 2011: 2,26 Mrd. Euro) erlöst. Wegen der sinkenden Vermarktungserlöse für den Ökostrom steigt die EEG-Umlage überproportional. „Die Stromversorger geben zwar die steigende EEG-Umlage, nicht aber die durch erneuerbare Energien gesunkenen Großhandelspreise an die Verbraucher weiter,“ meint auch Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor.

*EBITDA: Unternehmensergebnis bzw. Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

Quelle: IWR-Pressedienst

Zusammenfassung: Daniela Köhler, Evelyn Villing (Energiewende Landkreis Starnberg e.V.)

Energiewende auch in Frankreich

Montag, Juli 9th, 2012

Sogar in Frankreich wird seit dem Präsidentschaftswechsel ein neuer Kurs in der Energiepolitik eingeschlagen. Bis 2025 will der neue Präsident François Holland den Anteil des Atomstroms am französischen Energiemix von heute rund drei Viertel auf 50 Prozent senken. „Immer mehr Länder in der Europäischen Union stehen der Kernkraft kritisch gegenüber“, bilanziert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer, die Entwicklung. In einigen Staaten wurde der Nuklearausstieg bereits komplett umgesetzt, in anderen Ländern wie den Niederlanden und Großbritannien, stehen Projekte zum Ausbau der Kernkraft vor dem Aus.

Eine repräsentative Umfrage der französischen Umwelt- und Energiebehörde ADEME zeigt, dass die Zustimmung zum Ausbau Erneuerbarer Energien in Frankreich bei 96 Prozent liegt. Mehr als 80 Prozent der Befragten konnten sich die Installation von Solarmodulen auf ihren Dächern vorstellen, das waren vier Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Mit dem Bau von Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft wären 60 Prozent der Franzosen einverstanden, im Jahr 2010 waren es noch 54 Prozent. An den Veränderungen, die Erneuerbare Energien im Landschaftsbild mit sich bringen, störten sich lediglich 13 Prozent der Befragten, das waren sieben Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.

Wind- und Solarenergie ausbaufähig

„Die Umfrage hat auch gezeigt, dass vielen Franzosen die wirtschaftlichen Vorteile Erneuerbarer Energien bekannt sind“, stellt Vohrer fest. Nun gelte es, die hohe Akzeptanz Erneuerbarer Energien im Nachbarland in mehr konkrete Projekte umzusetzen. Frankreich hat mit einem Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion von knapp 15 Prozent erhebliche Kapazitäten zur regenerativen Erzeugung von Elektrizität. Mit über 80 Prozent liegen diese allerdings im Bereich alter Großwasserkraftwerke. Dagegen führen die Windkraft mit rund 6 250 MW und die Photovoltaik mit knapp 1 700 MW, die im Juni 2011 installiert waren, ein Nischendasein.

Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich

Zum Vergleich: In Deutschland waren Ende 2011 knapp 30 000 MW an Wind- und rund 25 000 MW an Photovoltaikleistung am Netz. „Im Zuge des von François Hollande angekündigten Rückgangs der Kernkraft am französischen Strommix werden die Erneuerbaren Energien zur stärkeren Entfaltung kommen“, zeigt sich Vohrer zuversichtlich angesichts der vorhandenen Potentiale. Wichtig zu wissen sei, dass sich Grundlast-Strom aus unflexiblen Kernkraftkraftwerken und Elektrizität aus Erneuerbaren Energien nicht gut vertrügen. Weil Atomkraftwerke schlecht an die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien angepasst werden könnten, stünden sie einer regenerativen Stromversorgung im Wege. „Initiativen wie das Projekt Kombikraftwerk in Deutschland, bei dem Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen zusammengeschaltet werden und sich ergänzen, zeigen, dass eine Vollversorgung allein mit Erneuerbaren Energien technisch möglich ist“, betont Vohrer.

Neben Deutschland wollen auch andere Staaten in der Europäischen Union wollen künftig auf die Atomkraft verzichten. So hat Belgien nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen. In Italien stimmten die Bürger im Juni 2011 in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit gegen die Atomkraft. In Österreich ist die Nutzung der Kernkraft gesetzlich verboten. Und auch wirtschaftliche Argumente sprechen gegen die Nutzung der Atomenergie. In den Niederlanden setzte der Stromversorger Delta die Planungen für einen weiteren Reaktor am bisher einzigen holländischen AKW-Standort aus, in Großbritannien legten E.ON und RWE laut Medienberichten ihre Projekte zum Bau neuer Atomkraftwerke auf Eis.

Erneuerbare Energien hingegen setzen neue wirtschaftliche Impulse. Das hat offenbar auch François Hollande erkannt. Er betonte im Wahlkampf, Deutschland habe bei Erneuerbaren Energien fast fünfmal so viele Jobs geschaffen wie Frankreich. Laut einer vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenen Studie bietet die Erneuerbare-Energien-Branche mittlerweile mehr als 380 000 Menschen in Deutschland Arbeit.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Ein Jahr nach Fukushima: Atomausstieg macht noch keine Energiewende

Dienstag, März 13th, 2012

„Ein Atomausstieg macht noch keine Energiewende, er kann aber ein zusätzlicher Antrieb sein“, sagt Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), zum Stand der Energiewende ein Jahr nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima.

„Das Ziel der Energiewende ist die Umgestaltung der Energieversorgung hin zu einem intelligenten Energiesystem, in dem sich Energieeffizienz und erneuerbare Energien ergänzen. Dafür benötigen wir in der Energiepolitik einen klaren Paradigmenwechsel: Einsparung muss künftig vor Erzeugung gehen. Deshalb sollten wir die Priorität entschlossen auf die Themen setzen, auf die es wirklich ankommt: Energieeffizienz, Energieeffizienz, Energieeffizienz – und der Umbau des Energiesystems. Die Energiewende entscheidet sich im Heizungskeller, im Elektromarkt und beim Autohändler genauso wie beim Bau neuer Stromleitungen, Gaskraftwerke, Stromspeicher und Hochsee-Windparks.

Beim Thema Energieeffizienz sind wir nicht im Plan. Der Streit um die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung verhindert Investitionen. Auch bei der Reduzierung des Stromverbrauchs tut sich viel zu wenig. Wir brauchen einen sinnvoll abgestimmten Mix von Förderprogrammen, Ordnungsrecht und wirksamen Marktinstrumenten, wie zum Beispiel den bedarfsbasierten Gebäudeenergieausweis. Dann können die Verbraucher ihre Investitionen richtig steuern und die Märkte für Energieeffizienz endlich mehr Fahrt aufnehmen. Jeder Euro, der in Energieeffizienz investiert wird, trägt zur nachhaltigen Wertschöpfung bei und fließt überwiegend in regionale Ingenieurs- und Handwerksleistungen sowie in Qualitätsprodukte deutscher Unternehmen.

Deutschland hat die Energiewende angestoßen. Jetzt müssen wir tatkräftig in die Umsetzung gehen und den  Umbau des Energiesystems vor allem zu einem europäischen Projekt machen.“

Quelle: dena

Bundesweite Proteste zum 1. Fukushima Jahrestag

Donnerstag, März 8th, 2012

Am 11. März jährt sich die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Dazu werden in Deutschland an fünf Atomkraft-Standorten Großdemonstrationen veranstaltet sowie eine Lichterkette mit einer Länge von 75 km von Braunschweig über die Asse nach Schacht Konrad gebildet. Auch in vielen anderen Ländern gehen Menschen auf die Straße.

Es soll an das schreckliche Reaktorunglück vor einem Jahr erinnert werden sowie Kritik an der Atom- und Energiepolitik der Bundesregierung geäußert werden.

„Der Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima muss eine Mahnung sein, die Energiewende voranzubringen und nicht auszubremsen. Während neun Atommeiler weiterlaufen, versucht die Bundesregierung den Ausbau der alternativen Energieversorgung abzuwürgen, indem die Solarförderung zusammengestrichen wird. Gleichzeitig bleibt die Regierung untätig bei der wichtigen Reduktion des Stromverbrauches und versucht die europäische Energieeffizienzrichtlinie zu verwässern“, so Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Das AKW Gundremmingen soll trotz kritischer Parallelen zu Fukushima noch bis 2021 laufen. Das ist eine Laufzeitverlängerung von insgesamt sieben Jahren für die beiden Reaktoren im Vergleich zum ersten Ausstiegsbeschluss von 2002. Das AKW Neckarwestheim soll bis 2022 laufen, obwohl es auf geologisch instabilem Grund in einem erdbebengefährdeten Gebiet steht. Auch jedes andere AKW hat seine besonderen Risiken“, so Uta Wittich vom Bündnis Atomausstieg jetzt!.

Japan schafft den Ausstieg

Japan hat hingegen von 54 Atomkraftwerken im letzten Jahr nun nur noch zwei am Netz. Und auch die sollen innerhalb der nächsten Wochen heruntergefahren werden. Trotz der Katastrophe und dem Atomausstieg ist die japanische Wirtschaft nicht zusammengebrochen. Noch vor einem Jahr bezog Japan seinen Strombedarf zu 30 Prozent aus Atomkraftwerken. Kreative Energiesparmaßnahmen von Unternehmen und Bevölkerung führten dazu, dass das Stromnetz nicht zusammengebrochen ist. Daran kann sich Deutschland ein Beispiel nehmen. Es besteht ein riesiges Potential für Energieeinsparung und Effizienzsteigerung und damit eine sichere Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit auf Atomstrom zu verzichten.

Auch angesichts der Gefahren, die von den neun weiter laufenden AKW in Deutschland ausgehen, wäre hierzulande ein vollkommener Ausstieg aus der Atomkraft angemessen und machbar. Denn der Weiterbetrieb der Reaktoren bis 2022 birgt unermessliche Risiken.

An den folgenden Atom-Standorten finden Demonstrationen statt: AKW Gundremmingen (Bayern), AKW Neckarwestheim (Baden-Württemberg), AKW Brokdorf (Schleswig-Holstein), in Hannover wegen der Nähe zum AKW Grohnde (Niedersachsen) und an der Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW).

Quelle: www.ausgestrahlt.de, fukushima2012.de

Photovoltaik deckt Spitzenlast und stabilisiert das Netz

Montag, Februar 13th, 2012

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gilt seit seiner Einführung vor 12 Jahren als wichtiges Instrument zum Marktausbau. Mittlerweile werden rund 20 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien produziert. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien betont: „Dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland die Netzstabilität bedrohen würde, gibt es bislang keinerlei Anzeichen“.

Vohrer wies damit Behauptungen zurück, die der CDU-Wirtschaftsrat im Umfeld eines Pressegesprächs heute in Berlin aufgestellt hatte. „Vielmehr liefert Deutschland auch in diesem Winter Strom nach Frankreich, um dort das relativ unflexible, stark von der Atomkraft abhängige Stromsystem zu entlasten“, sagte Vohrer. Während Frankreich immer kurz vor dem Blackout steht, sorgen in Deutschland die dezentralen Photovolatik-Anlagen für Ausgleich und Stabilität im Stromnetz.

Den Stellenwert der Photovoltaik für die Netzstabilität zeigen die Daten der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) unter www.transparency.eex.com.

Die aktuelle Photovoltaik-Leistung in Deutschland können Sie hier sehen.

Ziel der gesamten Europäischen Union ist,  20 Prozent des Strombedarfs bis 2020 aus Erneuerbaren Energien bereitzustellen. Dabei können die Mitgliedsländer selbst entscheiden, wie dies erreicht werden soll. Vohrer unterstreicht:  „Der als Menetekel an die Wand gemalte ‚deutsche Alleingang‘ führt nun dazu, dass Deutschland seinen Nachbarn selbst im strengsten Winter jeden Tag Strom abgeben kann – und zwar regelmäßig mehr als importiert wird“.

Das EEG aus Deutschland gilt als Vorbild für viele Länder und wurde deshalb schon in etwa 20 EU-Staaten in ähnlicher Art ebenfalls eingeführt. Für das Quotensystem entschieden sich dagegen nur drei EU-Staaten. Der Erfolg gibt den Befürwortern des EEGs recht: Beispielsweise wurden EU-weit 93 Prozent der nach 1997 installierten Windkraftanlagen in Ländern mit Einspeisevergütung aufgestellt, bei der Biomasse lag diese Quote bei 60 Prozent.

Auch beim Atomausstieg hat Deutschland keine Sonderrolle. Länder wie Italien, Österreich und Belgien wollen künftig ebenfalls auf die Kernenergie für ihre Versorgung verzichten oder tun dies ohnehin bereits. Auf die ungeklärten Kosten künftiger Kernkraftwerksbauten in Frankreich wies dort erst kürzlich der Rechnungshof in Paris hin.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Europäisches Stromnetz: Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz

Dienstag, Oktober 18th, 2011

10.  International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Power Plants

Der schnell wachsende Anteil von Wind- und Solar-Energie im europäischen Energieverbund macht die Sicherung der Energieversorgung in immer stärkerem Maß zu einer gesamteuropäischen Aufgabe. Gerade unter Berücksichtigung nationaler Szenarien wie des deutschen Atomausstiegs gewinnt eine langfristige gesamteuropäische Energieplanung immer mehr an Bedeutung. In diesem Umfeld findet im dänischen Aarhus am 25. und 26. Oktober 2011 der 10. International Workshop on Large-Scale Integration of Wind Power into Power Systems as well as on Transmission Networks for Offshore Wind Power statt.

Der Workshop feiert in diesem Jahr ein Jubiläum und findet zum 10. Mal statt. Der erste Workshop wurde vor 11½ Jahren im März 2000 an der Königlichen Technischen Hochschule – KTH – in Stockholm (Schweden) ausgerichtet.

Im Mittelpunkt des ersten Workshops standen die HGÜ-Technologie und Gleichstrom-Übertragungsnetze. Im Verlauf der vergangenen Jahre verschoben sich die Schwerpunkte des Workshops beständig und spiegeln damit auch den Themenwandel auf dem Gebiet der Windenergie wider. So bildeten z. B.

Fragen der Datenmodellierung, nationale Erfahrungen bei der Netzeinspeisung von Windenergie, Fragen der Marktgestaltung ebenso wie Probleme der Abstimmung von Grid-Codes in der Zwischenzeit Schwerpunkte der Workshops. Auf diese Weise hat sich der Workshop als eine international anerkannte Diskussionsplattform etabliert. In diesem Jahr gehören HGÜ-Lösungen wieder zu den Kernthemen des Workshops.

Das Hauptziel des Workshops hat sich über die Jahre hindurch jedoch nicht geändert: Forscher, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure aus der Praxis und aus ganz verschiedenen Tätigkeitsbereichen im Zusammenhang mit Windenergie und Übertragungssystemen zusammenzubringen, den Wissenstransfer zu fördern und Erfahrungen bei der umfassenden Integration von Windenergie in Energiesysteme und Übertragungsnetze für Offshore-Windparks auszutauschen. Ein wesentliches Merkmal des Workshops ist auch in diesem Jahr wieder das Zusammenspiel von theoretischen Betrachtungen und praktischen Anwendungserfahrungen.

Neben dem 10. Wind Integration Workshop am 25. und 26. Oktober finden in diesem Kontext in Aarhaus weitere Veranstaltungen statt. Der 27. Oktober wird ganztägig dem dänischen Netzbetreiber Energinet.dk gewidmet, zusätzlich gibt es am 27. und 28. Oktober 2011 Exkursionen.

Bereits am 24. Oktober werden die Tutorials on Wind Turbine Modelling durchgeführt, außerdem findet parallel der Fifth Workshop on Best Practice in the Use of Short-term Forecasting of Wind Power statt.

Ebenfalls am 24. Oktober lädt der Veranstalter zum 1st Workshop on the Integration of Solar Power into Power Systems ein, zu dem bereits am 23. Oktober Tutorials angeboten werden.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen unter http://www.energynautics.com.

Quelle: iwr-pressedienst, 18. 10.2011

Der Weg zur Energiewende ist frei

Dienstag, August 2nd, 2011

Deutschlands Atomausstieg bis 2022 ist jetzt amtlich: Bundespräsident Christian Wulff hat das Gesetz für den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie unterschrieben. Wulff habe nach sorgfältiger Prüfung der Verfassungsmäßigkeit das 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes ausgefertigt, teilte das Bundespräsidialamt am Montag in Berlin mit.

Mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt kann das Gesetzt in den nächsten Tagen in Kraft treten. Auch die sieben weiteren Gesetze für die Energiewende habe Wulff in den vergangenen Tagen bereits unterzeichnet, bestätigte das Präsidialamt auf Anfrage des Tagesspiegels. Dem neuen Atomgesetz hatten im Bundestag Union, FDP,  SPD und Grüne nach der Fukushima-Katastrophe gemeinsam in einem breiten Konsens für die radikale Kehrtwende in der Energiepolitik zugestimmt.

Anfang Juli passierte das Gesetzespaket den Bundesrat.

Quelle: Der Tagesspiegel
Bild: © Peer Frings – Fotolia

Deutsche Energieagentur lehnt Reserve-Atomkraftwerke ab

Donnerstag, Juli 14th, 2011

Atomkraftwerk Unterweser

Statt AKW vorhalten, lieber „Verbraucher“ gezielt abschalten

Die Deutsche Energie-Agentur (kurz: dena) rechnet mit einem weitaus stärkeren Zuwachs an Strom aus erneuerbaren Energien als es die Bundesregierung in ihren Planungen vorsieht und betrachtet daher das geplante Reserve-AKW als nicht notwendig, wie der Fernsehsender n-tv heute auf seiner Internetseite vermeldet.

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur Dena, Stephan Kohler, habe sich folglich dagegen ausgesprochen, ein altes Atomkraftwerk als Reserve für Engpässe im Winter am Netz zu lassen. „Im kommenden Winter könnte es knapp werden, aber nach unseren bisherigen Berechnungen kann die Versorgungssicherheit gewährleistet werden“, wird Kohler zitiert. Nach Ansicht Kohlers gibt es demnach eine Alternative zu einem Reservekraftwerk.

Derzeit prüft die Bundesnetzagentur, so weiter in der Meldung von n-tv, ob eines der abgeschalteten AKW als Reserve am Netz bleiben soll. Dazu der DENA-Chef Kohler: „Wir sollten nicht nur auf die Kraftwerke schauen, sondern in bestimmten Situation auch verbraucher gezielt abschalten.“ Nach Meinung von Kohler gäbe es durchaus Möglichkeiten der Industrie für einzelne Abschaltungen – und schon entsprechende Angebote von Unternehmen. Dafür müsse man zwar etwas bezahlen. „Aber das wäre kostengünstiger, als ein Kernkraftwerk in Reserve zu halten.“

Die Annahmen der Bundesregierung, nach denen erneuerbare Stromquellen bis 2020 einen Anteil von rund 35 Prozent ausmachen, stufte Köhler zudem als überholt ein. Die Annahmen auf Bundesebene stimmten nicht mehr mit den Planungen der Länder überein. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz werde nicht gesteuert, in welchen Regionen der Ausbau wie schnell voranschreiten solle. Deshalb habe die Dena die Länder nach ihren tatsächlichen Plänen gefragt.

Die Windkraft an Land wächst schneller als prognostiziert

Das Ergebnis sei, dass 50.000 Megawatt allein aus Windkraft an Land bis 2020 nicht unrealistisch seien, sagte Kohler. „Das übersteigt, was bundesweit unterstellt wurde.“ Mehrere Zeitungen hatten bereits berichtet, dass laut Dena schon 2022 bis zu 58 Prozent Ökostrom zu erwarten seien, insbesondere weil die Onshore-Windkraft regelrecht boomt. Nun erläuterte Kohler Details.

„Zum Beispiel Schleswig-Holstein hat die für Windparks freigegebene Fläche von 0,5 Prozent auf 1,5 Prozent erhöht“, sagte er. „Deshalb ist zu erwarten, dass allein hier 13.000 Megawatt Onshore-Windkraft gebaut werden. Bisher war man von 3700 Megawatt ausgegangen.“ Für die Flächen stünden auch Investoren bereit.

„Da alle Länder die Energiewende vorantreiben, würde es laut deren Planungen insgesamt über 60.000 Megawatt Windkraft an Land bis 2020 geben“, so der Dena-Vorsitzende. „Wir können nicht sagen, ob die Planungen der Länder komplett Realität werden. Aber eine Verdoppelung des Zubaus auf jährlich 3000 Megawatt ist realistisch.“ Also könnten bis 2020 rund 25.000 Megawatt zugebaut werden. Im vergangenen Jahr habe der Zuwachs noch 1600 Megawatt betragen.

Olympischer Gedanke: Wettbewerb der Länder und Kommunen angefacht!

Um die Steigerungen zu erreichen, müssten Höhenbeschränkungen von Windkraftwerken aufgehoben werden. „Da hören wir, dass Länder und Kommunen dazu bereit sind – nicht flächendeckend, aber auf relevanten Flächen“, sagte Kohler. Die Länder gingen in Konkurrenz zueinander. „Es gibt fast einen olympischen Gedanken.“

Deshalb forderte der Dena-Chef: „Wir werden einen noch stärkeren Netzausbau benötigen als in unserer Netzstudie II angenommen.“ In dieser Studie ging die Dena davon aus, dass 3600 Kilometer Höchstspannungstrassen bis zum Jahr 2020 neu gebaut werden müssen. „Sonst werden Windkraftwerke gebaut, und der Strom kann nicht abtransportiert werden“, mahnte Kohler.

Quelle: n-tv

Bundestag beschließt Atomausstieg bis 2022

Freitag, Juli 1st, 2011

Am Donnerstag, 30. Juni 2011, wurde vom Deutschen Bundestag mit großer Mehrheit der Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 beschlossen. Der Beschluss wurde von Umweltminister Norbert Röttgen als „nationales Gemeinschaftswerk“ bezeichnet. Tatsächlich konnten auch die Oppositionsparteien das gestrige Ereignis als historisch verbuchen, weil das Parlament die Entscheidung zum Atomausstieg fast einstimmig fasste.

Ab 2015 stufenweise Abschaltung der AKW

Spätestens am 31. Dezember 2022 soll also das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Aufgrund des Atommoratoriums wurden bereits 8 Kraftwerke abgeschaltet und sollen auch nicht mehr in Betrieb genommen werden. Neun Kraftwerke verbleiben noch am Netz und werden laut Plan schrittweise ab 2015 abgeschaltet.

Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag insgesamt 8 Gesetze, darunter auch das novellierte und in seiner neuen Fassung heftig umstrittene Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Energiewende light oder die Logik des Misslingens?

Bis 2020 soll nach dem Willen der Bundesregierung der Anteil von Strom aus Wind, Biomasse und Sonne von derzeit 17 auf 35 Prozent gesteigert werden. Dieses Ziel, das vergangenes Jahr zusammen mit der Laufzeitverlängerung festgesetzt wurde, wird von Experten und Oppositionsparteien ebenfalls als unzureichend erachtet, weil es nicht dem jetzt beschlossenen Ausstieg Rechnung trägt und nicht zu einer beschleunigten Energiewende führt.

Außerdem soll nach der Vorstellung der Bundesregierung der Netzausbau insbesondere die Verlegung neuer Überland-Trassen für den Transport von Strom z.B. aus Offshore-Windkraftanlagen beschleunigt und dies ebenfalls gesetztlich verankert werden.

Am 8. Juli wird sich der Bundesrat mit dem Gesetzespaket zur Energiewende befassen. Bereits die Entwurffassung war im Bundesrat einstimmig durchgefallen. Die Länder sehen erheblichen Nachbesserungsbedarf und beklagen ebenso wie Umweltschutzorganisationen Mängel in der strategischen Weichenstellung für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Die falsche Richtung würde mit dem jetzigen Gesetzespaket zementiert, argumentieren die Experten.

Das letzte Wort in der Energiewende ist also offenbar noch nicht gesprochen.

Auch das jetzt beschlossen Ausstiegsdatum scheint angesichts der Ergebnisse des Sonderparteitags der Grünen vom vergangenen Samstag, den 25. Juni 2011, noch nicht in Stein gemeiselt. Das jetzt beschlossene Ausstiegsdatum könnte demnach zwar der  spätest mögliche Zeitpunkt für den endgültigen Atomausstieg werden, ein früherer Ausstieg ist aber längst nicht ausgeschlossen …

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.  Evelyn Villing