Einträge ‘Atomkraft’

Uranium Film Festival in München

Mittwoch, September 25th, 2013

Das Internationale Uranium Film Festival kommt vom 26.-29. September 2013 in die bayerische Landeshauptstadt. Wie seit seinem Start in Rio de Janeiro im Jahr 2011 werden auch diesmal wieder ausschließlich Filme gezeigt, die sich mit dem Themenkomplex Atomkraft und Radioaktivität auseinandersetzen – von Uranbergbau über Atombombentests bis hin zu Hiroshima und Fokushima. Gesetztes Ziel ist es dabei, die Besucher für die Gefahren von Uran und anderen radioaktiven Elementen zu sensibilisieren – auch dort, wo sie vielen im ersten Moment nicht offensichtlich erscheinen.

Die 44 besten und interessantesten Beiträge aus den unterschiedlichsten Genres zeigen die Veranstalter nun erstmals in München. Daneben werden auch viele Filmemacher und Produzenten aus aller Welt anreisen und den Zuschauern Rede und Antwort stehen.

Für mehr Informationen klicken Sie hier, das  Festivalprogramm in Detail finden Sie hier.

Quelle: uraniumfilmfestival.org

Bild: uraniumfilmfestival.org

Erdgas und Windenergie günstiger als Atomkraft

Dienstag, August 7th, 2012

Erdgas und Wind sind deutlich günstigere Arten der Stromerzeugung als Atomkraft. Das sagt Jeffrey Immelt, Chef des amerikanischen Großkonzerns General Electric (GE). General Electric ist einer der größten Ausrüster für Atomkraftwerke Die hohen Kosten der Energieerzeugung mit Atomkraftwerken rechtfertigen diese Technologie nur schwerlich. Erdgas und Wind seien demgegenüber wirtschaftlicher, betont Immelt, zumal Erdgas aktuell einem Preisverfall im Rohstoffpreis unterliege und sogar längerfristig eine günstige Energiequelle sein könnte, da derzeit viele neue Erdgasquellen gefunden würden.

Die meisten Länder würden sich daher für eine Kombination aus Erdgas und Windkraft oder Solarenergie entscheiden, sagt Immelt. Seine Aussagen verdeutlichen, wie sehr sich die Schiefergasrevolution in den USA, die Nuklearkatastrophe in Fukushima und die sinkenden Preise für einige erneuerbare Energien auf den weltweiten Energiemarkt auswirken.

Für viele Länder, die Atomkraftwerke ohne staatliche Subventionen bauen wollen, wird dies zunehmend zum Problem.

Die Debatte über Atomstrom geht in Deutschland hingegen unvermindert weiter. Die amtierende Bundesregierung unterstützt den Bau von mehreren umstrittenen Atomkraftwerken im Ausland, obwohl hierzulande der Ausstieg beschlossen wurde. Der Energieversorger EnBW hat kürzlich angekündigt, nun doch keine Verfassungsklage gegen die 13. Atomgesetz-Novelle einzureichen. Auch wenn der Konzern weiter der Auffassung ist, dass die Atom-Novelle einer verfassungsrechtlichen Prüfung nicht standhalten würde, fehle nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die Grundrechtsfähigkeit, da sich das Unternehmen fast vollständig in öffentlicher Hand befindet. Der Konzern hofft daher auf erfolgreiche Verfassungsklagen seiner Konkurrenten Vattenfall, E.on und RWE.

Quelle: IWR

Deutschland als Stromexportland

Mittwoch, Juni 20th, 2012

Deutschland exportiert auch im ersten Quartal 2012 wieder mehr Strom als es importiert. (8,2 Milliarden kWh mehr Stromexport als -import in Deutschland) Dies belegen die neuesten Zahlen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEB). Trotz des Abschaltens von acht Atomreaktoren und der winterbedingt gewöhnlich höheren Stromverbrauchs, erzielt das Land wieder einen großen Überschuss in der Stromhandelsbilanz. Im I. Quartal haben rechnerisch vier der noch neun Atomreaktoren nur für den Export produziert.

Diese Zahlen widerlegen diejenigen, die immer wieder Angst vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung schüren und zeigen, dass gerade der Zubau von Solar- und Windkraftwerken der richtige Weg ist. Wenn wir endlich mit Energiesparen und Energieeffizienz ernst machen und auch deswegen den Bremser Rösler entfernen, wenn wir mit Lastmanagement – also der Steuerung flexibler Stromverbraucher nach dem Angebot preiswerten Stroms – und Netzumbau sowie Speicherzubau anfangen, können wir schnell alle Atomkraftwerke abschalten und zugleich die klimaschädlichen Kohlekraftwerke immer weniger laufen lassen.

Da der Strom aus Erneuerbaren Energien den Import von Energien reduziert und vorrangig zur Wertschöpfung im Lande führt, schafft dies Arbeit und Einkommen. Selbst bei Verwendung von „Chinesenmodulen“ erfolgt über 90 Prozent der Wertschöpfung in unserem Land. Und der Strom aus Wind- und Solaranlagen kostet keinen Treibstoff und wird von Jahr zu Jahr preiswerter. Schon bald wird Deutschland das Industrieland mit der modernsten und preiswertesten Stromversorgung sein.

Quelle: FORUM e.V. 2012

Subventionierung von Atomenergie

Dienstag, April 17th, 2012

Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien möchten neue Atomkraftwerke brauchen und fordern die Europäische Union auf, die Nukleartechnik genauso emissionsarm einzustufen wie die erneuerbaren Energien und sowohl den Bau von Kernkraftwerken als auch den Verkauf von Atomstrom zu subventionieren. Für eine Konferenz der europäischen Wirtschafts- und Energieminister in der kommenden Woche wurde das Papier von den vier Ländern nach Brüssel geschickt.

Oliver Krischer, MdB und Vorstandsmitglied EUROSOLAR-Sektion Deutschland e.V., meint dazu:

„Das eigentliche Eingeständnis der atomfreundlichen Regierungen von Frankreich, Großbritannien, Tschechien und Polen mit ihrer Initiative in der EU ist: Neue Atomkraftwerke sind nicht wirtschaftlich zu betreiben. Und das trotz aller möglichen, seit Jahrzehnten vorhandenen Privilegien und Subventionen.

Atomkraft hat in einem marktwirtschaftlichen System keine Chance. Die Investitionskosten sind viel zu hoch und unkalkulierbar. Sie können in einem immer flexibleren werdenden, europäischen Strommarkt nicht mehr refinanziert werden. Und dabei sind die Kosten für die Risiken eines GAU, der Endlagerung des Atommülls und vieles mehr noch nicht einmal eingerechnet.

Die Frage ist, warum sollte man Atomkraft noch mehr – als heute schon – subventionieren? Doch nur, weil man der Ansicht ist, dass Atomkraft

  1. nachhaltig ist, also nachfolgenden Generationen keine Altlasten welcher Art auch immer hinterlässt, und
  2. durch die zusätzlichen Subventionen irgendwann wirtschaftlicher wird.

Im Falle der Atomkraft und ihrer Geschichte muten beide Ansichten geradezu grotesk an. Ganz anders die Erneuerbaren Energien, die zeigen, dass sie nachhaltig sind und immer wirtschaftlicher werden und eine Förderung deshalb richtig und notwendig ist.

Bundeskanzlerin Merkel und Bundesumweltminister Röttgen müssen dem Ansinnen aus den vier EU-Staaten ein unmissverständliches „NO!“ entgegensetzen. Ansonsten stellen sie den deutschen Atomausstieg und die Energiewende in Frage. Es würde zudem der Eindruck vieler verfestigt werden, dass diese Bundesregierung sich in Wahrheit noch längst nicht von der Atomkraft verabschiedet hat.“

Die Finanzierung neuer Atomkraftwerke erweist sich als aufwändig und schwierig. In Großbritannien sind bis 2025 Kraftwerkskapazitäten von 6.000 MW geplant, wofür mindestens 17 Milliarden Pfund (21 Milliarden Euro) benötigt werden. RWE npower und e.on UK haben bereits bekannt gegeben, sich nicht am Bau neuer AKWs zu beteiligen.

Das hohe Atomrisiko veranlasst die Ratingagenturen dazu, mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit zu drohen. Es wird vermutet, dass auch dies der Grund war, warum RWE und E.ON den Bau der nuklearen Anlagen aufgegeben haben. Doch in Zukunft könnte nicht nur eine Herabstufung der Energieversorger und Industrieunternehmen erfolgen, auch Länder mit Atomkraftwerken seien davon bedroht. Wenn – wie jetzt nach dem Reaktorunfall von Fukushima sichtbar – auf den japanischen Staat hohe Kosten zukommen, dann könnte im Zuge einer Neueinschätzung des Risikopotenzials der Kernenergie auch die Kreditwürdigkeit von Staaten vor einer Neubewertung stehen, mit entsprechenden Folgen für die Staatsanleihen.

Und überdies sollte eines nicht vergessen werden – auch Uran ist eine endliche Ressource. Die Uranvorräte gehen ebenfalls zur Neige. Experten schätzen, dass auch bei einer höheren Effizienz und Wiederaufbereitung die Vorräte maximal zwischen 40 und 100 Jahre reichen.

Quelle: IWR, EUROSOLAR e.V.

Bundesweite Proteste zum 1. Fukushima Jahrestag

Donnerstag, März 8th, 2012

Am 11. März jährt sich die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Dazu werden in Deutschland an fünf Atomkraft-Standorten Großdemonstrationen veranstaltet sowie eine Lichterkette mit einer Länge von 75 km von Braunschweig über die Asse nach Schacht Konrad gebildet. Auch in vielen anderen Ländern gehen Menschen auf die Straße.

Es soll an das schreckliche Reaktorunglück vor einem Jahr erinnert werden sowie Kritik an der Atom- und Energiepolitik der Bundesregierung geäußert werden.

„Der Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima muss eine Mahnung sein, die Energiewende voranzubringen und nicht auszubremsen. Während neun Atommeiler weiterlaufen, versucht die Bundesregierung den Ausbau der alternativen Energieversorgung abzuwürgen, indem die Solarförderung zusammengestrichen wird. Gleichzeitig bleibt die Regierung untätig bei der wichtigen Reduktion des Stromverbrauches und versucht die europäische Energieeffizienzrichtlinie zu verwässern“, so Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Das AKW Gundremmingen soll trotz kritischer Parallelen zu Fukushima noch bis 2021 laufen. Das ist eine Laufzeitverlängerung von insgesamt sieben Jahren für die beiden Reaktoren im Vergleich zum ersten Ausstiegsbeschluss von 2002. Das AKW Neckarwestheim soll bis 2022 laufen, obwohl es auf geologisch instabilem Grund in einem erdbebengefährdeten Gebiet steht. Auch jedes andere AKW hat seine besonderen Risiken“, so Uta Wittich vom Bündnis Atomausstieg jetzt!.

Japan schafft den Ausstieg

Japan hat hingegen von 54 Atomkraftwerken im letzten Jahr nun nur noch zwei am Netz. Und auch die sollen innerhalb der nächsten Wochen heruntergefahren werden. Trotz der Katastrophe und dem Atomausstieg ist die japanische Wirtschaft nicht zusammengebrochen. Noch vor einem Jahr bezog Japan seinen Strombedarf zu 30 Prozent aus Atomkraftwerken. Kreative Energiesparmaßnahmen von Unternehmen und Bevölkerung führten dazu, dass das Stromnetz nicht zusammengebrochen ist. Daran kann sich Deutschland ein Beispiel nehmen. Es besteht ein riesiges Potential für Energieeinsparung und Effizienzsteigerung und damit eine sichere Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit auf Atomstrom zu verzichten.

Auch angesichts der Gefahren, die von den neun weiter laufenden AKW in Deutschland ausgehen, wäre hierzulande ein vollkommener Ausstieg aus der Atomkraft angemessen und machbar. Denn der Weiterbetrieb der Reaktoren bis 2022 birgt unermessliche Risiken.

An den folgenden Atom-Standorten finden Demonstrationen statt: AKW Gundremmingen (Bayern), AKW Neckarwestheim (Baden-Württemberg), AKW Brokdorf (Schleswig-Holstein), in Hannover wegen der Nähe zum AKW Grohnde (Niedersachsen) und an der Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW).

Quelle: www.ausgestrahlt.de, fukushima2012.de

Erneute Kernspaltung in Fukushima befürchtet

Donnerstag, November 3rd, 2011

Im japanischen Unglücks-AKW Fukushima hat angeblich eine neue Kernspaltung stattgefunden. Der Kraftwerksbetreiber Tepco bestätigte, im Reaktor 2 sei das Gas Xenon 133 und 135 gefunden worden. Bei den Gasen handelt es sich um Nebenprodukte einer atomaren Reaktion.

Da diese radioaktiven Isotope über nur geringe Halbwertszeiten verfügen, können diese erst kürzlich entstanden sein. Die Halbwertszeit von Xenon 133 beträgt etwa fünf Tage, die von Xenon 135 weniger als 10 Stunden. Strahlungs-, Druck-, und Temperaturverhältnisse im Reaktor seien jedoch nur unwesentlich verändert, so Tepco. Dennoch begann der AKW-Betreiber, dem Reaktor Borsäure über die Kühlwasserzuleitung zuzuführen, um die Gefahr einer unkontrollierten Kettenreaktion zu minimieren und einer atomaren Katastrophe entgegenzuwirken.

Tepco-Sprecher Osamu Yokokura beschwichtigte: „Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass dies einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird.“ Eine Untersuchung des Vorfalls sei jedoch eingeleitet worden, teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde mit.

Japan forciert trotzdem weiter für Export seiner Atomtechnologie

Der Export von Atomtechnologie ist ein lukratives Geschäft, und er ist für Japans Regierung von zentraler strategischer Bedeutung. Entsprechend bemüht sich die Regierung darum, ihn voranzutreiben – ungeachtet der Atomkatastrophe.

Im Frühjahr wurden die Verhandlungen der japanischen Regierung mit entsprechenden Partnerländern zunächst auf Eis gelegt, nun gehen Staatschef Yoshihiko Noda und sein Außenminister Koichiro Genba wieder auf Werbetour.

Japans zweitgrößte Zeitung „Asahi Shimbun“ berichtete, die Verhandlungen über ein Abkommen zur zivilen Nutzung von Atomkraft mit Indien seien wieder aufgenommen worden. Zudem wird Technologie nach Vietnam exportiert, um dem Land beim Bau von zwei AKW in der Provinz Ninh Thuan zu helfen. Neben Indien und Vietnam laufen außerdem Verhandlungen mit der Türkei, Brasilien, Südafrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten über Abkommen zur zivilen Nutzung von Atomkraft. Der Export von Hightech-Gütern – also zum Beispiel von AKW-Komponenten wie Druckbehältern, Dampferzeugern und Turbinenbäumen oder von Hochgeschwindigkeitszügen – ist eine zentrale Säule von Japans Wachstumsstrategie. Premier Noda bemüht sich, die seit 2008 lahmende Konjunktur anzukurbeln, die horrenden Staatsschulden abzubauen und den an die Decke gehenden Energiebedarf zu decken.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) solle aus der Katastrophe von Japan Lehren für den künftigen Umgang mit Notfällen ziehen, forderte kürzlich der stellvertretende chinesische Uno-Delegierte Wang Min. Das durch das Unglück erschütterte Vertrauen in die Atomenergie müsse wiederhergestellt werden.

Quellen: www.klimaretter.info, www.spiegel-online.de

Energiewende: UBA-Kurzstudie zur Energieversorgung

Freitag, Juni 3rd, 2011

Das Umweltbundesamt hält einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft ab dem Jahr 2017 für möglich und mit den Klimaschutzzielen vereinbar. So die neue Kurzstudie, die im Auftrag von Umweltminister Norbert Röttgen erstellt und vor Kurzem publiziert wurde. Damit der Atomausstieg klappt, empfiehlt die Behörde ein abgestuftes Vorgehen.

So sollen die ältesten sieben Atomkraftwerke und das Atomkraftwerk Krümmel schnellstmöglich abgeschaltet werden. Krümmel hat eine Leistung von 8,4 MW, die Netto-Gesamtleistung der 17 deutschen Atomkraftwerke beträgt 20,5 Gigawatt. Das UBA geht davon aus, dass derzeit Reservekapazitäten von rund 10 Gigawatt Leistung vorhanden sind. Deshalb seien auch bei Abschaltung der 7 Altmeiler und Krümmel Versorgung und Netzstabilität gewährleistet. Nach übereinstimmender Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur sei die Lager derzeit zwar angespannt, aber beherrschbar.

Problematisch könnte Situation eventuell im kommenden Winter werden. Damit der Netzbetrieb sicher ist, soll nach Ansicht der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur die Krafwerkseinspeisung in Süddeutschland über den Winter um 2000 MW gegenüber dem aktuellen Moratorium erhöht werden, was einem befristeten Weiterbetrieb von 1-2 Kernkraftwerken bis zum Frühjahr 2012 entspricht.

Das UBA gelangt jedoch zu der Einschätzung, dass in dem Szenario, das dieser Forderung zugrunde liegt,  offenbar zentrale Alternativen nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden. Das UBA konstatiert, dass die Ergebnisse nicht ausreichend belastbar seien. „Es hat keine hinreichende Berücksichtigung aller Maßnahmen stattgefunden, die zur Gewährleistung der Netzsicherheit eingesetzt werden können“, schreibt das UBA in der Zusammenfassung der Kurzstudie.

Das UBA empfiehlt die Festlegung einer Reihenfolge für die Stilllegung der restlichen Atomkraftwerke auf Basis einer genauen Überprüfung. Die AKW könnten jedoch, so das UBA, alle so zeitnah abgeschaltet werden, dass ab 2017 kein Strom mehr aus Atomkraftwerken stammt. Durch die bestehenden Kraftwerkskapazitäten, die Fertigstellung geplanter und im Bau befindlicher GuD-Kraftwerke sowie neuer, zu errichtender Biomassekraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung im Umfang von 5 GW könne die Abschaltung der AKW kompensiert werden.

Die vollständige Kurzstudie finden Sie hier: Umstrukturierung der Stromversorgung

Atomenergie als Brückenenergie schädlich

Freitag, Mai 13th, 2011

Regierung und Opposition sind sich derzeit uneinig darüber,  in welchem Jahr – 2020, 2025 oder 2030 – der geplante Atomausstieg möglich ist. Laut Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, wäre ein Ausstieg sogar in den nächsten zehn Jahren realistisch. Dies geht aus einem Interview mit dem Münchner Merkur hervor.

Wie schnell ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist, hängt wesentlich von wirtschaftlichen sowie technischen Faktoren ab. In Bezug auf die technische Frage ist Prof. Bullinger davon überzeugt, dass die Kernenergie als Brückentechnologie nicht nötig sei, sondern im Gegenteil, der ansteigende Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland durch die geringe Flexibilität der Atomkraftwerke sogar behindert werde. Bezüglich der wirtschaftlichen Frage meint Bullinger, dass die Energiewende zu schaffen sei. Bis 2015 würden die Kosten für den Umstieg steigen – auf bis zu 13 Milliarden Euro jährlich – danach sinke aber die Belastung. Bis 2050 könnten durch die Energiewende sogar insgesamt 700 bis 800 Milliarden Euro eingespart werden.

Wind- und Solarenergie – Energiealternativen mit Potenzial

Um die Energiewende schaffen zu können, sind sowohl Wind- als auch Solarenergie notwendig. In Deutschland liegt der Anteil der Windenergie derzeit bei sieben Prozent. Langfristig könne dieses Potenzial auf 30-40 Prozent ausgeweitet werden. Die Solaranlagen tragen zur Zeit zwei Prozent zur Stromerzeugung bei. Prof. Bullinger geht davon aus, dass die Preise für Solarstrom weiter sinken und in etwa fünf Jahren Solarstrom für 11 bis 16 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden könnte. Langfristig sei so mit einem Anteil von 14-15 Prozent zu rechnen. Gemeinsam mit der Windenergie würde dies den bisherigen Anteil der Atomenergie übersteigen, der momentan bei rund 22 Prozent liegt.

Sinnvolle Investitionen

Neben dem Netzausbau müsste vor allem in intelligente Speicher investiert werden. Für Stromspeicher gibt es mehrere Möglichkeiten: Beispielsweise könnten Batterien von Elektroautos in naher Zukunft als dezentrale Speicher dienen. Aber auch der Strom aus Windkraft könnte nach Norwegen geleitet werden, um damit Pumpspeicherkraftwerke zu betreiben. Die technischen Möglichkeiten dazu sind längst vorhanden.

Laut Fraunhofer-Präsident Bullinger würde für den Wissenschaftsstandort Deutschland die Energiewende ein enormes Potenzial bieten. In der Photovoltaik sowie in der Materialforschung, z.B. für Rotoren von Windkraftanlangen ist Deutschland derzeit führend.

Quelle: Münchner Merkur
Foto: A.Köckeritz /www.pixelio.de
Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., A. Opel

Ethikkommission diskutiert zur Zukunft der Energieversorgung

Samstag, April 30th, 2011

In der öffentlichen Beratung der Ethikkommission zur Zukunft der Energieversorgung kamen vergangenen Donnerstag vor allem Wissenschaftler zu Wort. Während eines zunächst sieben minütigen Statements konnten die Fachleute ihre Einschätzung zu den verschiedenen Zukunftsoptionen abgeben. Anschließend fand eine offene Fragerunde unter Leitung des Kommissions-Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Töpfer statt. Während sich die Vertreter der technischen Fachbereiche zu den Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Kernenergie und dem Einsatz alternativer Energietechniken äußerten, befassten sich die Experten der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen mit Fragen zu Risiken und Gefahren, Wohlstand und anderen ethischen Aspekten im Zusammenhang mit der der künftigen Energieversorgung.

Ausstieg bis 2017 möglich

Prof. Eicke Weber vom Fraunhofer ISE hält einen Ausstieg bis zum Jahr 2017 für möglich und betonte die bereits erreichten Kostendegressionen z.B. im Bereich der Photovoltaik. Als Vertreter für alle Sparten der erneuerbaren Energien gehören für ihn aber auch die weiteren regenerativen Sparten zur Energieversorgung der Zukunft. Prof. Eberhard Umbach vom Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) rechnete vor, wie sich ein Atomausstieg auf die Klimabilanz auswirken würde. Über die Einschätzung von Risiken sprach Frau Prof. Rafaela Hillerbrand vom Philosophischen Institut der RWTH Aachen. Ihrer Einschätzung nach sei auffällig, dass die Befürworter der Kernenergie stets auf die geringe Eintrittswahrscheinlichkeit von AKW-Unfällen hinwiesen, während sich die Gegner zumeist auf die immens hohen Schäden fokussierten, die im Fall der Fälle eintreten könnten. Prof. Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung ist der Auffassung, dass die größte Unsicherheit bei einer Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland die Netzstabilität sei. Erzeugungskapazitäten seien hingegen genügend vorhanden. Zudem geht Schüth nicht davon aus, dass die Nutzung von CO2 aufgrund des zu geringen Potenzials eine nachhaltige Option zur Verbesserung der Klimabilanz sei.

In einer dritten Runde werden aktuell weitere Forschungsinstitutionen wie Öko-Institut oder DIW, Unternehmensvertreter wie Schüco-Chef Dirk U. Hindrichs sowie Verbandsvertreter und Politiker angehört und deren Vorschläge und Statements diskutiert.

Weitere News und Meldungen zum Thema finden sich aufder Internetseite des IWR-Pressedienstes bzw. direkt unter den folgenden Links:
Ethikkommission: Schütz schlägt Aufschlag für fossile Energie vor
IWR: Beschleunigungs-Gesetz zum Ausbau erneuerbarer Energien notwendig
Klimaschutz: Alternative zu Kyoto – Der CERINA-Plan
Zum Karriereportal der Energiewirtschaft

Quelle: IWR

Live-Ticker zur Ethikkommission

Donnerstag, April 28th, 2011

Wie kann eine sichere Stromversorgung ohne Atomkraft garantiert werden? Diese Frage wird heute in einer zehnstündigen öffentlichen Sitzung in Berlin  von der Regierung eingesetzte Ethikkommission erörtert.

.ausgestrahlt und IPPNW kommentierten live die Sitzung der „Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung“.  Mit einem Live-Ticker begleiten die atomkritischen Organisationen von 9 bis 20 Uhr die Sitzung auf der Webseite:  www.ausgestrahlt.de.

Quelle: www.ippnw.de, www.ausgestrahlt.de;