Eintr&aauml;ge ‘Atomstrom’

Energiewende: UBA-Kurzstudie zur Energieversorgung

Freitag, Juni 3rd, 2011

Das Umweltbundesamt hält einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft ab dem Jahr 2017 für möglich und mit den Klimaschutzzielen vereinbar. So die neue Kurzstudie, die im Auftrag von Umweltminister Norbert Röttgen erstellt und vor Kurzem publiziert wurde. Damit der Atomausstieg klappt, empfiehlt die Behörde ein abgestuftes Vorgehen.

So sollen die ältesten sieben Atomkraftwerke und das Atomkraftwerk Krümmel schnellstmöglich abgeschaltet werden. Krümmel hat eine Leistung von 8,4 MW, die Netto-Gesamtleistung der 17 deutschen Atomkraftwerke beträgt 20,5 Gigawatt. Das UBA geht davon aus, dass derzeit Reservekapazitäten von rund 10 Gigawatt Leistung vorhanden sind. Deshalb seien auch bei Abschaltung der 7 Altmeiler und Krümmel Versorgung und Netzstabilität gewährleistet. Nach übereinstimmender Einschätzung der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur sei die Lager derzeit zwar angespannt, aber beherrschbar.

Problematisch könnte Situation eventuell im kommenden Winter werden. Damit der Netzbetrieb sicher ist, soll nach Ansicht der Übertragungsnetzbetreiber und der Bundesnetzagentur die Krafwerkseinspeisung in Süddeutschland über den Winter um 2000 MW gegenüber dem aktuellen Moratorium erhöht werden, was einem befristeten Weiterbetrieb von 1-2 Kernkraftwerken bis zum Frühjahr 2012 entspricht.

Das UBA gelangt jedoch zu der Einschätzung, dass in dem Szenario, das dieser Forderung zugrunde liegt,  offenbar zentrale Alternativen nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden. Das UBA konstatiert, dass die Ergebnisse nicht ausreichend belastbar seien. “Es hat keine hinreichende Berücksichtigung aller Maßnahmen stattgefunden, die zur Gewährleistung der Netzsicherheit eingesetzt werden können”, schreibt das UBA in der Zusammenfassung der Kurzstudie.

Das UBA empfiehlt die Festlegung einer Reihenfolge für die Stilllegung der restlichen Atomkraftwerke auf Basis einer genauen Überprüfung. Die AKW könnten jedoch, so das UBA, alle so zeitnah abgeschaltet werden, dass ab 2017 kein Strom mehr aus Atomkraftwerken stammt. Durch die bestehenden Kraftwerkskapazitäten, die Fertigstellung geplanter und im Bau befindlicher GuD-Kraftwerke sowie neuer, zu errichtender Biomassekraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung im Umfang von 5 GW könne die Abschaltung der AKW kompensiert werden.

Die vollständige Kurzstudie finden Sie hier: Umstrukturierung der Stromversorgung

Greenpeace belegt – Keine Stromlücke ohne Atomstrom

Montag, August 16th, 2010

Die Stromversorger können ihre Ankündigung umsetzen und die acht ältesten deutschen Atomkraftwerke sofort stilllegen, ohne dass dies zu Engpässen in der Stromversorgung in Deutschland führt. Dies belegt eine neue Berechnung der Umweltorganisation Greenpeace, der zufolge die sieben Alt-AKW Biblis A und B, Brunsbüttel, Neckarwestheim 1, Isar 1, Philippsburg 1 und Unterweser, sowie der Pannenreaktor Krümmel aktuell nur noch zu 5,4 Prozent zur deutschen Stromversorgung beitragen. Die übrigen neun Atommeiler könnten bis zum Jahr 2015 abgeschaltet werden. Das zeigt das vom Aachener Institut EUtech für Greenpeace berechnete Energie-Szenario “Plan B 2050″.

Beschleunigter Atomausstieg bis 2015 und ein nachfolgender Kohleausstieg bis 2035-2040 sind nahezu klimaneutral möglich

Die Stromkonzerne hatten laut Magazin “Der Spiegel” (Montagsausgabe) angekündigt, ihre Atom-Meiler sofort abschalten zu wollen, falls die von der Bundesregierung geplante Brennelementesteuer komme. “Das ist keine Drohung, sondern eine gute Nachricht”, sagt Tobias Münchmeyer, Greenpeace-Atomexperte. “Mit ihrer Ankündigung haben die Stromversorger zugegeben, dass die maroden deutschen Atomkraftwerke zur Deckung der Stromversorgung nicht benötigt werden”, so Münchmeyer weiter. Greenpeace fordert die Stromkonzerne dazu auf, die acht gefährlichsten Atomkraftwerke sofort abzuschalten. Das Energie-Szenario “Plan B 2050″ zeige wie Deutschland bis zum Jahr 2050 bei beschleunigtem Atomausstieg bis 2015 und einem nachfolgenden Kohleausstieg bis 2035-2040 nahezu klimaneutral werden kann und gleichzeitig die Versorgung gesichert und die Stromkosten gesenkt werden können.

32 TWh Atomstrom, aber 37 TWh aus Windenergie

Die Stromproduktion der ältesten sieben Atomkraftwerke, sowie des Pannenreaktors Krümmel ging laut Studie im Jahr 2009 im Vergleich zu 2008 um über 48 Terawattstunden (TWh) auf knapp 32 TWh drastisch zurück. Der Anteil der erneuerbaren Energien hat hingegen rapide zugenommen. Allein die Windenergieanlagen produzierten 2009 37 TWh Strom. Dies entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent. Insgesamt tragen die erneuerbaren Energien bereits mit über 16 Prozent zur Stromproduktion bei. Zudem hat Deutschland 2009 14,3 TWh Strom ins Ausland exportiert.

“Wer Deutschland zukunftsfähig machen will, muss konsequent auf erneuerbare Energien setzen. Eine Laufzeitverlängerung für Atommeiler würde den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren blockieren. Das wäre Gift für diesen boomenden Wirtschaftszweig. Wenn die Bundesregierung jedoch weiter auf Atomkraft setzt, schadet sie damit Deutschland”, sagt Münchmeyer.

Hier finden Sie eine Kurzfassung und eine Langfassung des Energie-Szenarios “Plan B 2050″ . Die Dokumente können Sie auch direkt bei Greenpeace herunterladen unter www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/studie_energie_screen.pdf 

16.08.2010 | Quelle: Greenpeace. E.V. | solarserver.de © Heindl Server GmbH