Einträge ‘Bayerische Staatsregierung’

Windenergie: Experten strafen Seehofers Vorstoß zum Mindestabstand mit vernichtender Kritik

Dienstag, Juli 8th, 2014

Der Vorstoß von Horst Seehofer nach einer Einführung größerer Mindestabstände von Windenergieanlagen zur nächsten Wohnbebauung ist bei einer Expertenanhörung im bayerischen Landtag auf breite Ablehnung gestoßen. Die große Mehrheit der von den Fraktionen geladenen Experten missbilligte den Gesetzesentwurf und stellte seine Sinnhaftigkeit in Frage.

Zur Begründung ihrer Ablehnung verwiesen die geladenen Experten vor allem auf den faktischen Ausbaustopp, sowie dem drohenden Verfehlen der Ziele des bayerischen Energiekonzepts und der Klimaschutzziele, das mit einer Realisierung der so genannten „10H-Regel“ einhergehen würde. Gleichzeitig würden bereits angewandte Ressourcen und Kosten für bereits vor Jahren aufgewandte Regionalplanungskonzepte vernichtet und in großem Maße regionales Wertschöpfungspotential zerstört werden. Dies könnte schon sehr bald eine massive Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Bayern herbeiführen. Viele der anwesenden Fachleute äußerten darüber hinaus verfassungsrechtliche Bedenken in Bezug auf den Gesetzesentwurf und warnten vor juristischen Auseinandersetzungen und Klagen.

Zu den Kritikern des bayerischen Vorstoßes zählen Vertreter der kommunalen Spitzenverbände der Städte, Gemeinden und Landkreise in Bayern, des Verbandes der Kommunalen Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer, des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, des Bundesverbandes Windenergie, des Bund Naturschutz in Bayern, der Hochschule Regensburg, der Universität Augsburg und des Kommunalunternehmens GUT des Landkreises Hassberge. Befürwortet wurde Seehofers Entwurf allein vom Vertreter des Landesverbands Gegenwind. Die Mitglieder des Ausschusses, allen voran die der CSU, dürften überrascht von der Deutlichkeit der Ablehnung gewesen sein. Erwin Huber, der Vorsitzende des Ausschusses, signalisierte am Ende der Anhörung, dass die Stellungnahmen in den weiteren Beratungen zum Gesetz entsprechend berücksichtigt werden sollen.

 

Quelle: Stefan Jessenberger
Bild:
Günther Gumhold / www.pixelio.de

Gegenwind für Seehofer

Montag, August 5th, 2013

Kampagne „Rückenwind für Bayern“ kämpft für den Erhalt der Windenergie in Bayern

Gegen den Vorstoß von Horst Seehofer in Bezug auf die Abstandsregulierung neuer Windräder richtet sich die Kampagne „Rückenwind für Bayern“, für die Bürgerinnen und Bürger ab sofort auf www.rueckenwind-bayern.de unterzeichnen können.

Geht es nach dem bayerischen Ministerpräsidenten, soll die Distanz zwischen Windrädern und der nächstgelegenen Wohnbebauung zukünftig mindestens zehnmal so groß sein wie die Höhe des Windrads. Bei einer Anlagenhöhe von 200 m entspricht dies beispielsweise einem Mindestabstand von zwei Kilometern. Der bisherige Abstand bemisst sich dagegen daran, ob die vom Gesetzgeber festgelegten Bestimmungen zum Schutz der Menschen und der Umwelt eingehalten werden können, und dies wird in jedem Einzelfall aufwändig geprüft. Das aktuelle Verfahren der Einzelfalluntersuchung hat sich bestens bewährt und bietet, wenn begründete Einwände gegen einen Windrad-Standort sprechen, genügend Ausweichmöglichkeiten auf weniger sensible Bereiche, so dass der Anwohner- und der Landschafts- und Naturschutz gewährleistet werden. Mit der Neuregulierung kämen demgegenüber zur potentiellen Nutzung für den Bau neuer Windanlagen nur noch 0,05 Prozent der bayerischen Landesfläche überhaupt in Frage, was nicht nur praktisch das Aus für die Windenergie bedeuten würde, sondern auch die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung im Bundesland massiv in Gefahr brächte.

Mit seinem Vorhaben schürt Seehofer erneut Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Äußerungen unmittelbar nach Fukushima, als er nicht weniger als eine bayerische Schlüsselposition in der Energiewende anvisiert hatte. Erst kürzlich irritierte das Umweltministerium mit seiner Befürwortung einer Leistungserhöhung im veralteten AKW Gundremmingen. Um nun einen weiteren Rückschritt zu unterbinden, hat das Bündnis „Rückenwind für Bayern“ eine gleichnamige Kampagne ins Leben gerufen. Die Verantwortlichen wenden sich dabei mit einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten, der bis zum aktuellen Zeitpunkt bereits von über 3.000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet wurde. All diejenigen, die noch nicht Ihre Stimme für die Windkraft, die erneuerbaren Energien und den Klimaschutz in Bayern erheben konnten, sind weiterhin aufgerufen, die Kampagne mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen.

 

Quelle: www.rueckenwind-bayern.de

Allgäu-Gemeinde Rettenbach am Auerberg ist Solarmeister

Montag, August 29th, 2011

Die Solarenergie spielt bei der Umsetzung der Energiewende eine ganz besondere Rolle. So sieht das Energiekonzept der Bayerischen Staatsregierung eine Vervierfachung des Solarstromes von vier auf 16% der bayerischen Energieerzeugung bis 2020 vor.

Auch in der Solarthermie sind die ungenutzten Potenziale für Wärmeerzeugung noch riesig. Um diese Potenziale zu heben, ist das Engagement der Gemeinden und vieler Initiativen in ganz Bayern notwendig. Mit der Allgäuer Solar-Meisterschaft wird dieses Engagement vor Ort ausgezeichnet.

Rettenbach am Auerberg gewinnt erneut die Allgäuer Solar-Meisterschaft

Der deutsche Rekordmeister Rettenbach am Auerberg, Landkreis Ostallgäu, verteidigte trotz harter Konkurrenz seinen Titel als Allgäuer Meister. Auch Vizemeister Görisried – ebenfalls im Ostallgäu – konnte sein Ergebnis vom Vorjahr wiederholen. Auf den übrigen Positionen in den verschiedenen Klassen gab es hingegen spannende Kämpfe. Beim Allgäuer Energietag wurden die neuen Allgäuer Solarmeister öffentlich geehrt und bekamen ihre Meisterschalen überreicht.

So viele Teilnehmer wie noch nie bei der Allgäuer Solar-Meisterschaft

Die Veranstalter waren der Bund Naturschutz und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!). Diese zeigten sich über die große Resonanz bei der Meisterschaft sehr zufrieden. Mit 71 Städten und Gemeinden konnte die Teilnehmerzahl gegenüber der Vorsaison erneut gesteigert werden. Erstmals nahmen dieses Jahr auch Städte und Gemeinden aus Baden-Württemberg teil. Die baden-württembergischen Teilnehmer der Allgäuer Meisterschaft kamen aus dem  Altlandkreis Wangen.

Starke Konkurrenz aus Baden-Württemberg bei den Allgäuer Meisterschaften

In der Gesamtwertung dominierten die Ostallgäuer Gemeinden. Neben Rettenbach und Görisried konnte sich Ruderatshofen den dritten Platz sichern. Dennoch waren die Teilnehmer aus Baden-Württemberg mit neun Städten und Gemeinden sehr erfolgreich. Diese sorgten für einige Bewegung auf den Podiumsplätzen der übrigen Klassen. In der Kategorie Kleinstädte (5000 bis 20.000 Einwohner) konnte das Unterallgäuer Bad Grönenbach seinen Meistertitel aus dem Vorjahr noch verteidigen. Bereits auf den Plätzen zwei und drei folgten jedoch Kißlegg und Bad Wurzach. In der Kategorie Mittelstädte (über 20.000 Einwohner) gewann schließlich Leutkirch vor Wangen. Vorjahressieger Memmingen konnte sich bei der starken Konkurrenz noch den dritten Platz sichern. Ein weiterer großer Erfolg für die kreisfreie Stadt.

Die Organisatoren sind sehr zufrieden mit der Allgäuer Solar-Meisterschaft

Die Veranstalter der Allgäuer Solar-Meisterschaft, der Bund Naturschutz und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), zeigten sich mit der großen Resonanz sehr zufrieden. Sie betonten die Bedeutung der Solarenergie für die Energiewende. „Über die Allgäuer Solar-Meisterschaft wird die Sonnen-Energienutzung so zum sportlichen Wettbewerb, so eza!-Geschäftsführer Martin Sambale. Laut Sambale werde auch ein guter Beitrag zur Energiewende geleistet. Und Thomas Frey vom Bund Naturschutz, Regionalreferent für Schwaben, verweist auf weitere Handlungsfelder. Die entscheidenden Hebel für die Umsetzung der Energiewende liegen in der Windenergie und der Kraft-Wärme-Koppelung. Zusätzlich zur Solarenergie, seien diese im Bereich der Energieeinsparung von großer Bedeutung.

Weitere Infos zur Allgäuer Solar-Meisterschaft gibt es unter
www.allgaeuer-solarmeisterschaft

Quelle: B4B Schwaben unter www.b4bschwaben.de, Foto: Gemeinde Rettenbach am Auerberg, Internetseite