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Energiewende in Deutschland

Mittwoch, August 2nd, 2017

Energiewende Deutschland – zwei Begriffe, die zusammengehören. So hat sich dieser Begriff im Englischen mittlerweile als eigener Ausdruck für die Transformation des Energiesystems weg von atomar-fossilen Energien hin zu erneuerbaren Energien durchgesetzt. Ausschlaggebend hierfür waren sicher die ab 1980 in Deutschland leidenschaftlich geführten Debatten um Atomausstiegsszenarien und Laufzeitverlängerungen und der 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gefasste Beschluss des endgültigen Abschieds von der Kernenergie bis zum Jahr 2022.

 

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Startschuss für grüne Kohle – HTC-Demonstrationsanlage in Halle eröffnet

Freitag, Juli 5th, 2013

Nach 2,5 Jahren Laufzeit hat die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH(HWS) gemeinsam mit dem Deutschen Biomasse-forschungszentrum  (DBFZ) am Montag, den 1. Juli eine innovative Demonstrationsanlage zur Herstellung von hochwertigen Brennstoffen aus Bioabfällen durch hydrothermale Carbonisierung (HTC) eingeweiht. Das Forschungsvorhaben „Integrierte Verwertungsanlage und Strategie für kommunale Biomasse – HTC Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft“ wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) initiierten Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ bearbeitet.

Im Beisein von Politikvertretern, Praxispartnern und Medienvertretern nahmen Dr. Hermann Onko Aeikens, Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Egbert Geier, Bürgermeister der Stadt Halle und Frank Bannert, Landrat des Saalekreises die neue Anlage auf dem Gelände der Deponie Halle-Lochau offiziell in Betrieb. „Ziel des Projektes ist ein Verwertungskonzept, das auch auf andere kommunale Unternehmen übertragbar und nachnutzungsfähig ist. Ein lagerfähiges Produkt als Energieträger mit einer vorzeigbaren Energiebilanz könnte erhebliche Mengen fossiler Energieträger ersetzen. Die HTC-Kohle von der HWS kann dieses Produkt sein. Mit der nachnutzungsfähigen Herstellung von HTC-Kohle in der Anlage ist ein großer Schritt zur industriellen Produktion eines klimafreundlichen Ersatzes für fossile Kohle getan. Damit leistet die HWS einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz“, so Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH, zu der die HWS gehört.

Dr. Marco Klemm, Projektleiter beim DBFZ und für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes verantwortlich, erklärt: „Vor dem Bau der Demonstrationsanlage führte das DBFZ umfangreiche Laborversuche zur HTC durch. Im Mittelpunkt standen die Fragen: Sind die bei der HWS vorhandenen Substrate für das HTC-Verfahren geeignet? Wie beeinflussen die Prozessparameter die Ausbeute und die Qualität der HTC-Kohlen? Am DBFZ wurden verschiedene Substrate wie Bioabfall, Landschaftspflegematerial und Gärrest daher unter Laborbedingungen hydrothermal carbonisiert. Die Laborversuche haben gezeigt, dass die Substrate der HWS durch das HTC-Verfahren in eine kohlenstoffreiche HTC-Kohle umgewandelt werden. Die chemische Zusammensetzung und der Brennwert der HTC-Kohle sind mit fossiler Kohle vergleichbar. Im Labor konnten optimale Prozessparameter identifiziert werden. Diese Erkenntnisse werden nun auf die Demonstrationsanlage übertragen.“

Künftig sollen nun jährlich 2.500 Tonnen des kommunalen Grünschnitts mit dem HTC-Verfahren in einen Biobrennstoff umgewandelt werden.

Auf einer Fachkonferenz im Anschluss an die feierliche Einweihung diskutierten etwa 40 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum Thema „Von der Abfallgrube zur HTC-Anlage – Ergebnisse des Zusammenwirkens von Wissenschaft und Praxis“ die aktuellen Erkenntnisse.

Was ist „Hydrothermale Carbonisierung“?

Die Hydrothermale Carbonisierung (HTC) ist ein Prozess, bei dem unter hohem Druck und hoher Temperatur, beispielsweise 220°C und 25 bar, Biomasse in wenigen Stunden in Kohle umgewandelt wird. Der Einsatz von HTC-Kohle, die mit ihren Brennstoffeigenschaften weitgehend jenen von Braunkohle entspricht, besitzt ein bedeutendes Potenzial zur Minderung klimaschädlicher Emissionen.

Forschung für die Energie der Zukunft – DBFZ
Das Deutsche Biomasseforschungszentrum arbeitet als zentraler und unabhängiger Vordenker im Bereich der energetischen Biomassenutzung an der Frage, wie die begrenzt verfügbaren Biomasseressourcen nachhaltig und mit höchster Effizienz zum bestehenden, vor allem aber auch zu einem zukünftigen Energiesystem beitragen können. Im Rahmen der Forschungstätigkeit identifiziert, entwickelt, begleitet, evaluiert und demonstriert das DBFZ die vielversprechendsten Anwendungsfelder für Bioenergie und die besonders positiv herausragenden Beispiele gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Weitere Informationen:

http://www.energetische-biomassenutzung.de
http://www.dbfz.de
http://www.hws-halle.de

 


Anhang

attachment icon DBFZ-Presseinformation: Startschuss für grüne Kohle – Innovative HTC-Demonstrationsanlage in Halle eröffnet

 

Merkmale dieser Pressemitteilung:

 


Neuer Potenzial-Atlas Bioenergie verdeutlicht Chancen

Freitag, Februar 15th, 2013

Keine Energiewende ohne Bioenergie – so das Fazit von Experten. Der neue Potenzialatlas verdeutlicht die Chancen für Biomasse zur Energiegewinnung in den einzelnen Bundesländern.

Energie aus Biomasse hat mit einem Anteil von mehr als acht Prozent am deutschen Endenergieverbrauch den größten Anteil an der Bereitstellung regenerativer Alternativen zum fossil-atomaren System. Die Rohstoffe, die dies ermöglichen, reichen von Energiepflanzen über Wald- und Resthölzer bis hin zu Abfällen aus Landwirtschaft und Biotonne. Der neu erschienene Bundesländer-Potenzialatlas Bioenergie der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeigt Status Quo und Möglichkeiten zur Nutzung von Holz, Raps, Mais, Gülle und Co. auf. Je nach regionalen Gegebenheiten sind die Bioenergie-Potenziale in Deutschlands Regionen unterschiedlich groß. Für alle Regionen gilt: Die Vielfalt des Multitalents Bioenergie wird vor Ort gerade erst entdeckt.

Potenzial für Biomassenutzung kann noch steigen

In den einzelnen Bundesländern kann die Nutzung der Biomasse noch steigen. Das macht der neue AEE-Potenzialatlas ebenso deutlich wie die Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten für die Biomasse. Entwickelt wurde der Band auf Basis von Untersuchungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ). „Als vielseitig einsetzbare Energiequelle hat Biomasse für die Energiewende einen hohen Stellenwert“, erklärte die DBFZ-Bereichsleiterin Bioenergiesysteme, Prof. Dr. Daniela Thrän, heute bei der Präsentation des Atlas in Berlin. „Das Potenzial für einen weiteren Ausbau ist vorhanden; das gilt für Reststoffe ebenso wie für die Verwertung von Energiepflanzen und Holz“, betonte Prof. Dr. Thrän. „Der AEE-Atlas zeigt: Nutzungskonkurrenzen in wenigen Regionen dürfen nicht dazu führen, die Bioenergie infrage zu stellen. Dort, wo Monokulturen auftreten, werden diese häufig nicht durch Energiepflanzen verursacht“, sagte die Wissenschaftlerin, die auch das Department Bioenergie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) leitet.

Dr. Torsten Gabriel, Sprecher der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), wies darauf hin, dass die Debatte um die Energiewende vom Thema Stromversorgung beherrscht wird. „Im Wärme- und Verkehrssektor, die rund drei Viertel der gesamten Energie verbrauchen, finden erneuerbare Ressourcen bislang nur wenig Beachtung.  Hier liegen jedoch die besonderen Stärken der Bioenergie“, hob Gabriel hervor.

Für Daniel Hölder, Leiter Energiepolitik bei der Clean Energy Sourcing GmbH, wachsen Strom- und Wärmemarkt durch den Erfolg der Erneuerbaren Energien enger zusammen. „Durch eine stärkere Kopplung von Strom- und Wärmeversorgung können erhebliche Flexibilitätsreserven für den Ausgleich der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind und Sonne gehoben werden. Bioenergieanlagen werden künftig verstärkt die Aufgabe haben, die Netze zu stabilisieren und Strom dann zu erzeugen, wenn nicht genügend Wind und Sonne zur Verfügung stehen“, erklärte Hölder. Im Verkehrssektor werden Biokraftstoffe laut Hölder auf mittlere Sicht die einzige Möglichkeit bleiben, Erneuerbare Energien zu nutzen.

Der AEE-Potenzialatlas bietet mit mehr als 200 Karten und zahlreichen Infografiken einen anschaulichen Überblick über die heutige Bioenergienutzung in den 16 Bundesländern. Zugleich werden in vier Szenarien die Potenziale in den einzelnen Regionen für verschiedene Nutzungspfade entworfen. Damit lässt sich abschätzen, in welchen Bandbreiten Bioenergie im Jahr 2020 zur Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung eines Bundeslandes beitragen kann.

Welche Reserven noch brachliegen, zeigt das Beispiel Stroh: Mehr als 20 Millionen Strohballen können rund 1,3 Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Strom und etwa 2,2 Millionen Haushalte mit Wärme versorgen. AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer: „Der Potenzialatlas bietet eine fundierte Orientierung, welche Beiträge die Bioenergie in den Bundesländern zur Energiewende im Einklang mit Naturschutz und Lebensmittelproduktion leisten kann.“

Die einzelnen Bundesländer-Kapitel des Atlas können hier online abgerufen werden!

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien – www.unendlich-viel-energie.de – 15.02.2013

Bild und Grafik: Agentur für Erneuerbare Energien

Veranstaltung Biomasse- und Bioabfall am Freitag in Weßling

Mittwoch, Februar 13th, 2013

Am Freitag, 15. Februar 2013 findet um 19.30 Uhr im Pfarrstadel in Weßling eine Vortragsveranstaltung des Energiewendevereins zum Thema Bioabfall und Biomasse statt. Als Experte wird Herr Bernhard Schäfer, technischer Geschäftsführer vom Eigenbetrieb Umwelttechnik der Stadt Baden-Baden, über “Biomassebehandlung auf der Kläranlage Baden-Baden – seit 20 Jahren ein Erfolgsmodell!” referieren. Der Energiewendeverein möchte mit dieser Veranstaltung zeigen, was in anderen Regionen Deutschlands schon seit vielen Jahren möglich ist und so die Diskussion anregen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter „Gemeinsam Handeln/Veranstaltungen & Vorträge“

 

PAK-Entstehung auch bei unsauberer Biomasseverbrennung

Freitag, Januar 18th, 2013

Das Umweltbundesamt hat eine neue Broschüre zum Thema Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe herausgegeben. Die so genannten PAK wirken, wenn sie in die Umwelt gelangen, toxisch und sie sind krebserregend. PAK entstehen zum Beispiel bei der unvollständigen Verbrennung von Holz und anderen Biomassen sowie von fossilen Brennstoffen. Daher sollten vor allem (künftige) Ofen- und Holzheizungsbesitzer beim Kauf eines Ofens oder einer Heizungsanlage darauf achten, dass ihr Modell die gesetztlich vorgeschriebenen Grenzwerte möchlichst sogar deutlich unterschreitet und nachweislich besonders schadstoffarm verbrennt. Je weniger PAK entstehen, die sich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern und daher auch in die Nahrungskette gelangen, desto besser …

Bioenergie für Energiewende unverzichtbar

Montag, September 3rd, 2012

Energie aus Biomasse wird in den Medien derzeit stark kritisiert. Der Energieträger gilt als Konkurrenz zur globalen Nahrungs- und Futtermittelproduktion. „Die derzeitige Diskussion um Biokraftstoffe ist häufig unsachlich und undifferenziert. Bioenergie ist nicht für den Welthunger verantwortlich und für die Energiewende unverzichtbar“, kritisiert Stephan Kohler, Vorsitzender der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)-Geschäftsführung.

“Die Ursachen für den Hunger in der Welt sind vor allem Armut, Bürgerkriege und die Folgen des Klimawandels. Von einer Konkurrenz zwischen ‚Tank und Teller‘, also zwischen der Nahrungs- und Futtermittelproduktion einerseits und der Bioenergieerzeugung andererseits, kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Landwirtschaft in den Industrienationen produziert Überschüsse, die regelmäßig in Entwicklungs- und Schwellenländer exportiert werden. Das führt in diesen Ländern dazu, dass die dortige Landwirtschaft zum Erliegen kommt, wodurch das Hungerproblem noch verstärkt wird.“

Zudem werden in Europa jährlich große Mengen an überschüssigen Lebensmitteln weggeworfen, die statt auf dem Müll zu landen für die Bioenergieerzeugung genutzt werden. Es ist also heute schon konkurrenzfrei genug Biomasse vorhanden. Dennoch können Änderungen in der Agrarpolitik und im Verbraucherverhalten weitere große Potenziale erschließen.

Mit Strom-, Wärme- oder Kraftstofferzeugung ist Bioenergie sehr vielseitig einsetzbar. Mit dem Einsatz wird das Energiesystem stabilisiert und es können fluktuierende erneuerbare Energieträger wie Wind- und Solarenergie ausgeglichen werden. Insbesondere Biomethan ist ein hocheffizienter Energieträger, der aus nachwachsenden Rohstoffen, aber auch aus Rest- und Abfallstoffen erzeugt werden kann. Biomethan besitzt bei der Biokraftstoffnutzung einen besonders hohen Energieertrag pro Hektar Ackerfläche und spart im Vergleich zu fossilen Treibstoffen besonders viel CO2. Die dena unterstützt deshalb den konsequenten weiteren Anbau von Biomasse.

Mehr Informationen zu Biomethan unter www.biogaspartner.de.

Quelle: dena

Foto: AEE

35 Bioenergiedörfer bewerben sich um den Bundespreis

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

Am 18.7.2010 endete der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ausgerufene Wettbewerb „Bioenergiedörfer 2010“. Gesucht wurden drei besonders vorbildliche Bioenergiedörfer in Deutschland. Bei der FNR, die den Wettbewerb betreut, sind bis zum Stichtag insgesamt 35 Bewerbungen eingegangen. Aus diesen wird die unabhängige Jury, bestehend aus elf Vertretern der Bioenergiebranche, der Politik, des Umwelt- und Verbraucherschutzes sowie Einrichtungen der kommunalen Selbstverwaltung, in den nächsten Monaten drei Gewinner auswählen. Das wichtigste Kriterium dabei ist, dass die Bioenergiedörfer bereits jetzt mindestens die Hälfte des Jahreswärme- und ‑strombedarfs aus Biomasse gewinnen. Die Jury wird bei ihrer Bewertung außerdem die nachhaltige Gewinnung der Biomasse, effiziente und innovative Anlagenkonzepte sowie die Einbindung der Bevölkerung bei der Umsetzung des Bioenergiedorfs berücksichtigen. Der Biomasse-Ansatz sollte außerdem für das Regionalmarketing genutzt werden. Auf die drei Gewinner wartet ein Preisgeld in Höhe von je 10.000 Euro für die Weiterentwicklung ihrer Bioenergie-Projekte.

Mit dem Wettbewerb „Bioenergiedörfer 2010“ möchte das BMELV besonders gelungene Ansätze zur Erzeugung und Nutzung von Bioenergie in ländlichen Räumen auszeichnen. Er soll das energie-, land- und forstwirtschaftliche, das gesellschaftliche und das touristische Engagement bestehender Bioenergiedörfer in der Öffentlichkeit bekanntmachen und Vorbehalte gegen regionale Energieversorgungskonzepte auf der Basis von Biomasse abbauen.

Quelle: www.nachwachsenderohstoffe.de, Foto: www.nachwachsenderohstoffe.de