Einträge ‘energetische Sanierung’

Thermografie-Rundgänge 2016

Dienstag, Januar 5th, 2016

WärmebildVom Januar bis März 2016 finden die Thermografie-Spaziergänge zum vierten Mal im Landkreis Starnberg in allen Gemeinden und der Stadt Starnberg statt. Hausbesitzer können sich dazu anmelden und ihre Häuser begutachten lassen. Nach der hohen Nachfrage an der Aktion des Landratsamtes im letzten Jahr freut sich Klimaschutzmanagerin, dass für 2016 alle Kommunen im Landkreis einen Termin anbieten: „Die Thermografie-Rundgänge sind ein Appetitanreger für die energetische Sanierung und helfen, ein Bewusstsein für ein gutes Wohnklima zu entwickeln.“ Der Blick aufs Haus durch die Wärmebildkamera führt nämlich sehr bildlich die „Schwächen“ eines Hauses vor Augen. Freilich kann der öffentliche Rundgang keine detaillierte Untersuchung einzelner Häuser liefern, sondern nur eine Momentaufnahme und eine grobe Information darüber, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Der Rundgang will aber auch die Augen öffnen für die komplexen bauphysikalischen Zusammenhänge und zeigen, dass man bei der hemdsärmeligen Umsetzung von Dämmmaßnahmen in Eigenregie auch viel falsch machen kann.

Trotzdem liefern die fünf Thermografen, die bei den Rundgängen im Einsatz sind, stets ein paar Tipps für die Hausbesitzer, wenn es um einfache Abhilfe, wie z. B. Dämmmaßnahmen an der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke im nicht ausgebauten Dach, und empfehlen eine Energieberatung vorab. Diese wie auch die Thermografie werden von einzelnen Gemeinden übrigens bezuschusst, z. B. in Gauting, Gilching, Herrsching, Pöcking und Seefeld.
Was kostet die Thermografie, wenn man’s richtig angehen will? Die Thermografen wehren sich gegen Billigangebote, die dadurch zustandekommen, dass die Kameras immer billiger werden und sich auch unqualifizierte Anwender auf dem Markt tummeln. Eine Hausuntersuchung durch einen zertifizierten Thermografen kostet ab circa 300 € Euro aufwärts, abhängig von der Anzahl Aufnahmen von innen und außen sowie dem Umfang des gewünschten Berichtes. Unter Umständen muss der oder die Energieberater/-in morgens um fünf Uhr anrücken, damit die Temperaturbedingungen geeignet sind: es müssen nämlich mindestens 15 Grad (korrekt 15 Kelvin) Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen herrschen, damit aussagekräftige Bilder entstehen.

Termine_2016

In der Tabelle finden Sie die Termine für die Rundgänge. Sie starten in der Regel mit Begrüßung und kurzem Vortrag im Rathaus (Seefeld ausgenommen).

Wer sich erst einmal mit der kostenlosen Variante einer Momentaufnahme beim Rundgang zufrieden gibt, darf sein Haus gerne zum entsprechenden Termin anmelden:

Stabstelle Klimaschutz, Tel. 08151 148-352 oder per Mail an klimaschutz@lra-starnberg.de.

Wer eine detaillierte Untersuchung seines Wohnhauses durchführen lassen möchte findet eine Liste der im Landkreis tätigen Thermografen unter www.lk-starnberg.de/thermo.

Quelle: Landratsamt Starnberg – Stabsstelle Klimaschutz

Foto: Barbara Schärfl

Deutsche Energie-Agentur: Energetische Gebäudesanierungen lohnen sich!

Dienstag, November 11th, 2014

Nach der Deutschen Energie-Agentur (dena) sichern energetische Gebäudesanierungen für Mieter und Eigenheimbesitzer ein bezahlbares Wohnen und steigern den Wohnkomfort sowie den Wert der Immobilie. Das ist das Ergebnis aus bereits mehr als zehn Jahren Sanierungsstudien zu mehr als 400 hocheffizienten energetischen Modernisierungsvorhaben in ganz Deutschland. Als Voraussetzung gilt dabei, dass die Maßnahmen im normalen Sanierungszyklus eines Gebäudes durchgeführt werden: Eine energetische Modernisierung einer Fassade ist demnach z.B. dann sinnvoll, wenn ohnehin eine Renovierung bevor steht.

Weiter hat die dena die Zufriedenheit der Hauseigentümer von 63 hocheffizient sanierten Gebäuden unter die Lupe genommen. 86 Prozent der Befragten würden sich erneut für den gewählten energetischen Standard entscheiden, 12 Prozent würden sogar für eine noch höhere Energieeffizienz anstreben. 97 Prozent wollen nach eigenen Angaben nie wieder in einem unsanierten Gebäude wohnen.

Doch nicht allein die Mieter und Hausbesitzer profitieren von Sanierungen: Die dena sieht darin ein zentrales Element der Energiewende, wodurch nicht nur kostengünstig der CO2-Austoss verringert werden kann, sondern auch Arbeitsplätze in Handwerk und Industrie entstehen, Abhängigkeiten von Energieimporten reduziert werden und die Versorgungssicherheit steigt.

Falls auch Sie eine energetische Sanierung in Betracht ziehen, besuchen Sie die neuen Sanierungstreffs im Landkreis Starnberg. Alle notwendigen Informationen finden Sie unter www.sanierungstreff.de.

 

Quelle: Deutsche Energie-Agentur
Bild:
Thorben Wengert /
www.pixelio.de

Energetische Sanierung lohnt sich!

Montag, April 8th, 2013

Energetische Sanierung lohnt sich weiterhin! Das bestätigt die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ausdrücklich und reagiert damit auf die aktuelle Berichterstattung, die dies bezweifelt. „Die Mehrkosten für die energetischen Maßnahmen lassen sich über die Energieeinsparung refinanzieren. Das zeigen hunderte Praxisbeispiele der dena“, betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung und Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea).

Auslöser für die Stellungnahme ist ein Artikel in der Zeitung „Die Welt“ vom 30. März, der die Wirtschaftlichkeit der energetischen Gebäudesanierung infrage stellt. Der Artikel bezieht sich auf eine im Auftrag der KfW Bankengruppe erstellte Studie der Prognos AG, die die volkswirtschaftlichen Effekte der KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren untersucht. Im Beitrag wird jedoch nicht unterschieden zwischen den Kosten, die ohnehin für Neubau oder Sanierung anfallen, und den Mehrkosten, die energiesparende Maßnahmen verursachen. In der Bilanz dürften aber nur die für Energieeffizienz relevanten Mehrkosten den Energieeinsparungen gegenübergestellt werden.

„Gebäudeeigentümer sollten sich nicht durch irreführende Zahlenvergleiche beunruhigen lassen“, sagt Stephan Kohler. „Wenn ein neues Fenster eingebaut oder eine Fassade erneuert wird, fallen immer Kosten an, egal ob nun besonders energieeffizient oder nicht. Deswegen muss bei einer Sanierung genau untersucht werden, welche Maßnahmen sowieso für Instandhaltung oder Modernisierung nötig sind und welche explizit die Energieeffizienz verbessern. Vergleicht man die Kosten für Energieeffizienzmaßnahmen mit den Energieeinsparungen, wird klar: Die energetische Gebäudesanierung lohnt sich. Voraussetzung ist, dass die energetischen Maßnahmen mit ohnehin anstehenden Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten gekoppelt werden.“

Die dena empfiehlt den Bauherren, sich frühzeitig an einen qualifizierten Experten für die Planung und den Bau von Effizienzhäusern zu wenden. Bei der Suche kann auch eine von der dena betreute Datenbank hilfreich sein: www.zukunft-haus.info/experten.

Ausführliche Informationen zur Wirtschaftlichkeit der energetischen Gebäudesanierung bietet die dena unter: www.zukunft-haus.info/sanierungsstudie.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Quelle: dena

Foto: Energiewende Starnberg e. V.

Kreissparkasse fördert Energiesparberichte

Donnerstag, Dezember 6th, 2012

Die Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg wird Immobilieneigentümern die Erstellung von Energie-Beratungsberichten („BAFA-Bericht“) ab Januar 2013 mit 250,- € fördern. Die Idee kam von den Kreistags-Grünen. So wird eine Förderung ausgezahlt, sobald die Sanierungsmaßnahmen von mindestens 25.000,- € über die Sparkasse finanziert werden.

Der BAFA-Bericht soll dem Hauseigentümer eine Hilfe sein, um zu erkennen welche Möglichkeiten es gibt das betrachtete Gebäude energetisch zu sanieren. Unter andrem werden beurteilt:

  • der bauliche Wärmeschutz
  • die Wärmeerzeugung und –verteilung zu Heizzwecken und zur Warmwasserbereitung
  • die Nutzung erneuerbarer Energie

Auf Basis des Ist-Zustands folgen detaillierte Empfehlungen, die für die Senkung des Energieverbrauchs sinnvoll wären. Dabei werden Nutzen als auch Kosten genau beschrieben. Im Abschluss gibt der Berater eine Handlungs-Empfehlung. Der von einem Energieberater erstellte Bericht kostet etwa 1.100,- €.

Neben der Förderung durch die Kreissparkasse gibt es noch zwei weitere Förderquellen.

  1. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA, www.bafa.de) fördert eine Vor-Ort-Beratung mit bis zu 400 Euro (Ein- und Zweifamilienhäuser) oder maximal 500 Euro (ab drei Wohneinheiten). Eine Untersuchung mit einer Wärmebildkamera wird mit bis zu 100 Euro gefördert.
  2. Neben der BAFA-Förderung gewähren auf Antrag einige Landkreis-Gemeinden im Rahmen eines Energiesparförderprogramms eine weitere Teilförderung.

Werden alle Zuschüsse der BAFA und der Kommune beansprucht verbleibt für den Beratungsempfängers ein Eigenanteil je nach Gemeinde nur noch zwischen 100,- bis 450,- €.

Die energetische Sanierung von Wohngebäuden besitzt eine Schlüsselfunktion für das Gelingen der Energiewende. Ziel der Förderung ist es, im privaten Bereich Investitionen auszulösen, welche den Energiebedarf in Wohngebäuden senken und Umweltbelastungen, insbesondere CO2-Emissionen, vermindern. Damit wird auch das energiepolitische Ziel des Landkreises, 60% des Energieverbrauchs bis 2050 einzusparen, unterstützt.

„Wir sollten das Förderprogramm der Kreissparkasse in unseren Netzwerken bekannt machen und damit Bürger motivieren, sich detaillierte Informationen zu möglichen Gebäude-Sanierungen zu holen.“ Meint Oliver Seth, Kreisrat und Mitglied im Zweckverband der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg. Er führte die Gespräche mit dem Vorstand der Kreissparkasse und kann bei Fragen auch gerne kontaktiert werden. In einer der nächsten Kreisversammlungen wird Herr Seth zu diesem Thema referieren.

Quelle: Energiewende Landkreis Starnberg e. V.

Thermische Behaglichkeit – neue dena-Broschüre für Neubau und Modernisierung

Montag, Dezember 12th, 2011

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat eine neue Broschüre zur thermischen Behaglichkeit veröffentlicht. Darin werden Fachplaner, Architekten, Handwerker und Bauherren informiert, wie bei Neubauvorhaben und Modernisierungen eine optimale thermische Behaglichkeit im Sommer gewährleistet werden kann. Die thermische Behaglichkeit beschreibt den Wohnkomfort in Bezug auf Temperatur, Feuchtigkeit und Luftbewegung. Der Fokus der Broschüre liegt auf der sinnvollen Verbindung von baulichen und anlagentechnischen Lösungen.

Das Raumklima im Sommer wird von vielen Faktoren beeinflusst, wie beispielsweise Kühlsysteme, Beschaffenheit der Außenwände, Fensterqualität und Fensterflächen oder Schattenspender. Die Broschüre „Thermische Behaglichkeit im Niedrigenergiehaus – Teil 2“ bewertet diese Faktoren und gibt Tipps für den Neubau und die Modernisierung.

Sie wurde gemeinsam mit dem Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. (BVF) und dem Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. (BDH) entwickelt. Der bereits erschienene erste Teil behandelt die thermische Behaglichkeit im Winter.

Die Broschüre steht Ihnen unter Service – Publikationen und Buchtipps zum Download bereit.

Weltweit erstes Passivhaus-Hochhaus eingeweiht

Montag, Mai 2nd, 2011

Die Zertifizierung durch das Passivhausinstitut ist noch im Gange, aber Florian Kagerer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg ist sich sicher, dass der Wärmebedarf des sanierten Hochhauses im Freiburger Stadtteil Weingarten nicht mehr als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen wird. „Rechnerisch liegen wir bei 14,6 kWh/m²a“, sagt er. Damit ist das sechzehnstöckige Gebäude aus den 60er Jahren das weltweit erste Passivhaus-Hochhaus. Eineinhalb Jahre hat die Sanierung gedauert und unter dem Strich etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter gekostet. Damit liegen die Kosten deutlich höher als bei einer üblichen Standardsanierung.

Lesen Sie den kompletten Artikel hier!

Quelle: EnBauSa GmbH, www.sonnenseite.com; Foto: ISE

Energetisch Sanieren: Kalter Winter sorgt für Heizkostenanstieg

Dienstag, März 1st, 2011

Jetzt aufgefüllte Fördertöpfe nutzen und energetisch sanieren

Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) sind in vielen Haushalten die Heizkosten für das Jahr 2010 stark gestiegen, je nach eingesetztem Energieträger um bis zu 40 Prozent. Schuld daran sind der frostige Winter und die gestiegenen Energiepreise. In einem unsanierten Einfamilienhaus fielen somit im letzten Jahr Heizkosten von bis zu 2.800 Euro an*. Dabei könnten die Ausgaben für Heizung und Warmwasser durch eine energetische Sanierung zum Effizienzhaus auf ein Viertel gesenkt werden. Die dena rät daher, den Beginn des Frühjahrs für die energetische Modernisierung zu nutzen.

„Hausbesitzer, die ihre Häuser ohnehin aus technischen Gründen modernisieren müssen, sollten diese Chance nutzen, um energetische Sanierungsmaßnahmen gleich mit umzusetzen“, rät dena-Bereichsleiter Christian Stolte. Soll beispielsweise die Fassade erneuert werden, bietet es sich an, gleichzeitig auch zu dämmen. Das Gerüst muss dann nur einmal aufgestellt werden. Neben sinkenden Heizkosten bringt eine umfassende energetische Sanierung weitere Vorteile. „Wärmere Wände sorgen dafür, dass Räume nicht mehr so schnell auskühlen. Durch das verbesserte Raumklima erhöht sich der Wohnkomfort. Gleichzeitig steigt der Wert der Immobilie“, so Stolte weiter.

Grundsätzlich ist bei einer Sanierung die Komplettlösung der effizienteste Weg, weil dann alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden können. Wird das Haus gut gedämmt und werden die Fenster erneuert, reicht schon eine kleine Heizung mit erneuerbaren Energien, um den verbleibenden Energiebedarf zu decken. Aber auch eine schrittweise Sanierung macht sich bezahlt.

Seit März fördert die KfW-Bankengruppe wieder Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung mit zinsgünstigen Krediten oder Investitionszuschüssen. Dazu zählen zum Beispiel Dämmung, Fensteraustausch und Heizungserneuerung. Welche Maßnahmen infrage kommen, muss für jedes Gebäude individuell betrachtet werden. Unabhängig davon, wie umfangreich saniert wird: Um die optimale Lösung zu finden und Schäden wie Schimmelbildung durch falsche Planung zu vermeiden, sollte an erster Stelle eine umfassende Energieberatung durch einen erfahrenen Experten stehen.

Und wer die Erfolge seiner Effizienzhaus-Sanierung auch für die Nachbarn sichtbar machen will, kann das Gütesiegel der dena beantragen und sein Haus damit auszeichnen.

Nähere Informationen zur energetischen Sanierung und Hilfe bei der Suche nach Sanierungsexperten finden Interessierte unter www.zukunft-haus.info .

*Annahme: Einfamilienhaus, Wohnfläche von 150 m², mittlerer Endenergieverbrauch von ca. 4000 Litern Heizöl (40.000 kWh), Heizölpreis: 2009 = 5,3 Cent/kWh, 2010 = 6,5 Cent/kWh, Mehrverbrauch Heizöl 2010 im Vergleich zu 2009: rund 600 Liter.

Quelle: dena pressedienst, Foto: Deutsche Bundesstifung Umwelt

Experten diskutieren Wege aus dem energetischen Sanierungsstau

Dienstag, November 9th, 2010

Über 100 Teilnehmer auf BMBF-Fachkonferenz in Berlin / Forscher fordern konsequente Nutzung von Sanierungsanlässen bei Ein- und Zweifamilienhäusern / 50 Prozent Energiesparen bei Umsetzung bestehender Standards an Gebäudehülle möglich

Berlin, 9. November 2010 – Unter dem Titel „Wege aus dem energetischen Sanierungsstau“ fand gestern eine Fachkonferenz in Berlin statt, auf der diskutiert wurde, wie die Sanierungsquote von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland erhöht werden kann. Rund 100 Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Sanierungspraxis erörterten, welche kurz- und mittelfristigen Maßnahmen nötig sind, damit die ehrgeizigen Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung im Wohngebäudebereich erreicht werden können.

„Deutschland braucht eine neue Modernisierungsoffensive“, so Frank Heidrich vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. „Mit ihrem Energiekonzept hat die Bundesregierung hierfür nun einen Orientierungsrahmen vorgegeben.“ Dieser müsse nun konsequent und zügig mit konkreten Maßnahmen ausgestaltet werden, fordert Stefan Zundel, Leiter des BMBF-Forschungsprojektes «Energieeffiziente Sanierung von Eigenheimen». So könne einer Analyse der Forscher zufolge im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser allein durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle (Dächer, Fassaden, Kellerdecken und Fenster) nach dem bestehenden Altbau-Standard der Energieeinsparverordnung gut die Hälfte des derzeitigen Primärenergiebedarfs eingespart werden.

Auf der Konferenz diskutierten die Akteure, wie diese Potenziale erschlossen werden können – mit Ordnungsrecht, finanziellen Anreizen sowie gezielten Kommunikationsmaßnahmen. Das Fazit: Der Mix aus den verschiedenen Instrumenten des Forderns und Förderns müsse neu justiert und ergänzt werden, damit deutlich mehr als bisher energetisch saniert wird. In einem zu erarbeitenden Sanierungsfahrplan für die deutschen Bestandsgebäude sollten die Ein- und Zweifamilienhausbesitzer mit ihren Besonderheiten als eigene Zielgruppe adressiert werden.

Dabei sei es besonders wichtig, dass eine konsequente Nutzung aller Sanierungsanlässe angestrebt würde. Diese ergeben sich z. B. bei einer Eigentumsübertragung. „Wenn ein Eigentümer an seinem Haus eine Sanierungsmaßnahme an Fassade, Dach oder Heizungsanlage durchführt, stellt dies ein Gelegenheitsfenster für weitergehende energetische Maßnahmen dar, das sich in der Regel nur einmal öffnet und danach wieder für Jahrzehnte schließt“, so Zundel. Genau hier müsse angesetzt werden, sei es mit speziellen Informations- und Beratungsangeboten von Energieagenturen und Verbraucherverbänden oder durch verbindliche Anforderungen an den Gebäudezustand im Ordnungsrecht.

Außerdem empfehlen die Wissenschaftler der Bundesregierung angesichts derzeit stark sinkender Fördermittelbudgets im Bundeshaushalt, ihre Sanierungsgelder zielgerichteter einzusetzen. „Die hohen Potenziale schlummern insbesondere bei älteren Gebäuden, die vor 1968 gebaut wurden. Hier kann ein Fördereuro besonders ertragreich angelegt sein“, so Zundel.

Die Konferenz fand im Rahmen des Forschungsprojektes «Energieeffiziente Sanierung von Eigenheimen» statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Lausitz, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) haben mit Förderung des Bundesforschungsministeriums untersucht, wie die energetische Modernisierung von Ein- und Zweifamilienhäusern vorangebracht werden kann. Die zentralen Projektergebnisse wurden im Handlungsleitfaden „Zum Sanieren motivieren“ für Politik und Praxis zusammengefasst. Hier finden Sie die Broschüre Zum Sanieren motivieren als PDF zum Download.

Weitere Informationen zur Konferenz „Wege aus dem energetischen Sanierungsstau“ und zum Forschungsprojekt ENEF-Haus finden Sie unter www.enef-haus.de, die Inhalte der Konferenz-Pressemappe unter http://www.enef-haus.de/index.php?id=50

Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) – www.ioew.de

Energetische Sanierung: Experten fordern mehr Verbindlichkeit von der Regierung

Dienstag, November 9th, 2010

Wissenschaftler stellen Leitfaden für die Eigenheimsanierung vor und wollen  Politik und Praxis in die Pflicht nehmen

Dem Energiekonzept der Bundesregierung fehlen bislang konkrete Aussagen, nach welchem Fahrplan Deutschlands Eigenheime energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden sollen. Zwar nennt die Bundesregierung ambitionierte Energieeinsparziele bis 2050, doch drohe das Konzept, so die Befürchtung von Wissenschaftlern vor dem Hintergrund eines aktuellen Forschungsprojekts,  als Papiertiger zu enden, wenn nicht kurz- und mittelfristige Vorgaben gemacht und Maßnahmen ergriffen würden. Die Experten der Hochschule Lausitz, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) geben Politik und Praktikern im Bereich energetische Sanierung nun einen Handlungsleitfaden an die Hand, wie die Sanierungsquote im Ein- und Zweifamilienhausbereich erhöht werden kann.

„Die Ziele, die die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept für den Gebäudesektor formuliert hat, sind zwar ein großer Schritt nach vorne“, kommentiert Julika Weiß, Energieexpertin am IÖW. „Doch wie sie erreicht werden sollen, bleibt unklar. Hier muss schnell nachgelegt werden, Eigenheimsanierung nach energetischen Gesichtspunkten ist alles andere als ein Selbstläufer. Besonders hoch sind die Einsparpotenziale bei den von der Politik bisher stiefmütterlich behandelten Ein- und Zweifamilienhäusern, die jede zweite Wohnung in Deutschland stellen“, so die Expertin weiter.

„Bislang werden diese Potenziale noch nicht konsequent genutzt“, erklärt Immanuel Stieß, Wissenschaftler am ISOE. „Wer sich heute mit einer energetischen Sanierung seines Hauses befasst, kann leicht im Sanierungsdschungel verlorengehen. Die Konsequenz ist allzu oft: Stillstand.“ Diese zentralen Hemmnisse müssten durch gezielte Kommunikation und intelligentes Marketing wirkungsvoll abgebaut werden, fordert der Experte. „Um die Raten von energetischen Sanierungen zu erhöhen, reicht es nicht aus, ihren Nutzen nur massenmedial zu verbreiten. Vielmehr bedarf es einer zielgruppenbezogenen Ansprache, die einen direkten Austausch und Beratung umfasst“, so Stieß weiter. „Sanierer brauchen Angebote und Lösungen, die auf ihre konkrete Situation und ihre Pläne abgestimmt sind. Nur so ist eine merkliche Steigerung von energetischen Sanierungen realistisch.“

Die Wissenschaftler haben im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung untersucht, wie Eigenheimbesitzer zielgerichtet für eine energetische Sanierung motiviert werden können. Ihre zentralen Empfehlungen: Die Instrumente des Förderns und Forderns müssen verstärkt dort ansetzen, wo die größten Einsparpotenziale schlummern bzw. wo die Hemmnisse aktiv zu werden am größten sind. Ordnungsrecht, Förderung, Beratung und Marketing sollten besser aufeinander abgestimmt werden, um insgesamt wirksamer werden zu können. So sei es ratsam, die Förderung der energetischen Sanierung mehr als bisher an zentrale Sanierungsanlässe anzukoppeln, wie z. B. die Eigentumsübertragung, ohnehin durchzuführende Instandhaltungsmaßnahmen an Dach und Fassade oder den Einbau einer neuen Heizung.

Im Handlungsleitfaden „Zum Sanieren motivieren“ werden Politik und Praxis Vorschläge für innovative Politik- und Beratungsinstrumente gemacht. Darunter z. B. neue Finanzierungsmodelle wie die Einführung eines Energieeffizienzfonds, stärker ausdifferenzierte, transparente Beratungsangebote oder Kommunikationsstrategien für mehr Dialogmarketing. Die Veröffentlichung wurde auf der Konferenz „Wege aus dem energetischen Sanierungsstau“ am 8. November 2010 in Berlin vorgestellt und gemeinsam mit Experten aus Politik, Wissenschaft und Sanierungspraxis diskutiert.

Quelle: www.enef-haus.de und Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, www.ioew.de