Einträge ‘Energieausweis’

Bundesregierung verabschiedet neue Energieeinsparverordnung

Dienstag, Oktober 22nd, 2013

Mit einem Beschluss der Bundesregierung wurde am vergangenen Mittwoch das Verordnungsgebungsverfahren für eine Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) abgeschlossen.

Darin ist unter anderem eine Anhebung der energetischen Anforderungen an Neubauten festgelegt. Diese sollen ab Januar 2016 rund 25 Prozent weniger Primärenergie verbrauchen, als es die Vorschrift im Moment erlaubt. Daneben soll der Energieausweis einen deutlich höheren Stellenwert erhalten und in Zukunft von Vermietern oder Verkäufern bereits zum Zeitpunkt einer Gebäudebesichtigung vorgelegt werden müssen. Außerdem will die Bundesregierung die konkrete Effizienzklasse einer Immobilie im Energieausweis kennzeichnen. Sanierungsvorhaben sind von den Änderungen nicht betroffen. Zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen sollen begleitend entsprechende Förderprogramme angeboten werden. Der Bundesrat fordert hierfür eine Bundesinvestition von jährlich zwei Milliarden Euro.

Mit den schärferen Verordnungen will die Bundesregierung ihrem Ziel näherkommen, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudestand zu erreichen. Im Moment wird der Verordnungstext redaktionell aufbereitet und anschließend im Bundesgesetzblatt verkündet. In Kraft treten wird die neue EnEV voraussichtlich im Frühsommer 2014.

Alle Änderungen im Detail in der vorläufigen, nicht amtlichen Fassung finden Sie hier.

 

Quelle: BINE Informationsdienst
Bild: BINE Informationsdienst

Appell: Endlich ran an die Energiewende und raus aus dem Sanierungsstau

Mittwoch, Mai 11th, 2011

Neue Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz bietet Bundesregierung Kooperation an

Unternehmen und Verbände der Bau- und Energiewirtschaft fordern von der Bundesregierung, die Energiewende im Gebäudebestand entschlossener voranzutreiben und bieten zugleich ihre aktive Zusammenarbeit und Unterstützung an. Dabei sieht die neu gegründete „Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz“ in einer Kombination aus einer strategisch durchdachten Entwicklung von rechtlichen Rahmenbedingungen, finanziellen Anreizen und Marktimpulsen die Chance, dem derzeitigen Sanierungsstau zu entkommen. Dazu zählen insbesondere die Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) um bis zu 30 Prozent, die Erhöhung der Förderung von energiesparenden Sanierungen auf bis zu 5 Milliarden Euro pro Jahr, die Optimierung des Energieausweises und eine kontinuierliche Qualifizierung der Bauexperten. Die Allianz plant schon in den kommenden Monaten erste eigene Maßnahmen zu ergreifen. Ziel ist zunächst, den bisherigen Energieausweis zu einem verlässlichen Sanierungskompass weiterzuentwickeln, bundesweit den Zugang zu qualifizierten Fachakteuren zu verbessern und Eigentümer über die Vorteile des energetischen Sanierens zu informieren.

Derzeit werden 80 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs für Wärme und Kühlung über Erdgas, Heizöl und Strom bereitgestellt. Mit Effizienzmaßnahmen könnten bei Erdgas und Heizöl Einsparungen von 20 Prozent bis 2020 erreicht werden. Das entspricht 125 TWh, die dann für die Stromerzeugung genutzt werden könnten. Findet diese in hocheffizienten, neu zu errichtenden Kraftwerken statt, könnte so eine Nettostrommenge von 74 TWh erzeugt werden. Rechnet man noch eine weitere Energieeinsparung von 20 Prozent bzw. 10 TWh in strombeheizten Gebäuden hinzu, entspräche dies etwa zwei Dritteln der in Kernkraftwerken erzeugten Strommenge in Deutschland im Jahr 2009.

„Deutschland muss raus aus dem energetischen Sanierungsstau“, unterstreicht Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), zum Start der Allianz in Berlin. „Die Sanierung des Gebäudebestands hat viele entscheidende volkswirtschaftliche Vorteile. Sie bewirkt wirtschaftliches Wachstum in Gewerbe, Handwerk und mittelständischen Betrieben und hat positive Effekte auf den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig können wir durch energetische Sanierung das klimaschädliche CO2 viel kostengünstiger vermeiden als durch viele andere Maßnahmen. Die energetische Gebäudesanierung kommt bei der aktuellen Diskussion über AKW-Laufzeiten und den Ausbau der erneuerbaren Energien viel zu kurz.“

Die enormen Effizienzpotenziale im Gebäudebestand werden seit Jahren nicht ausreichend genutzt. Das will die von der dena initiierte Allianz ändern. „Wenn die Bundesregierung die richtigen Signale setzt, stehen die deutsche Industrie, die Energiewirtschaft und das Handwerk mit leistungsfähigen Effizienzprodukten und Fachexpertise bereit, um ihren Teil zur Energiewende beizutragen“, so Kohler weiter.

Weitere Informationen zum Appell der Allianz an die Bundesregierung sowie den zentralen Forderungen bezüglich Änderungen im Ordnungsrecht, Ausbau und Verstetigung der Förderung und Qualifizierung der Marktteilnehmer finden Sie hier.

Ein Positionspaper der Allianz steht im Internet unter: www.dena.de/presse und eine Übersicht der Mitglieder und Träger der Allianz für Gebäude Energie-Effizienz finden Sie ebenfalls hier .

Quelle: Dena-Infoservice

BMBau-Studie: Verbrauchsausweise realitätsnäher als Bedarfsausweise

Dienstag, Februar 22nd, 2011

Für eine vom Bundesbauministerium (BMBau) beauftragte Studie wurden 94 auf Basis der EnEV 2007 erstellte Gebäude-Energieausweise nochmals intensiv nachgerechnet. Resümee: Die Abweichungen zwischen dem Ergebnis des vorhandenen Energieausweises und dem Ergebnis des Reviews waren bei den Verbrauchsausweisen deutlich geringer als bei den Bedarfsausweisen. Damit eine Vergleichbarkeit und Bewertung erfolgen konnte, wurden die Entstehung und Qualität der Energieausweie in Fallstudien nachvollzogen und bewertet. Als Gründe für die Abweichungen bei den Bedarfsausweisen werden die Verwendung unterschiedlicher Software-Programme für die Berechnung genannt, fehlerhafte Informationen aus insbesondere älteren Planungsunterlagen, falsche Annahmen bei den Wirkungsgraden einer Heizungsanlage oder den Wärmedurchgangskoeffizienten, die Verwendung von Erfahrungswerten bei Bauteilen nach Altersklassen und insgesamt unschlüssige Berechnungen. Auch bei den Verbrauchsausweisen gibt es Abweichungen, die auf fehlerhaften Annahmen und Berechnungen beruhen – jedoch signifikant weniger.

Die Vollständige Studie finden Sie hier:  BMBau Energieausweis-Studie 2011

Quelle: BMVBS-Online-Publikation, Nr. 01/2011; Gerhard Wohlauf, Wuppertal-Institut; cci-Branchenticker