Eintr&aauml;ge ‘Energieversorgung’

Smart Meter werden grün

Montag, Dezember 5th, 2011

Neuer Energieanbieter jeda energie verbindet Ökostrom mit echtem Smart Metering.

Heute geht die Webseite der jeda energie GmbH online. Das Unternehmen mit Sitz in Dresden bietet seit diesem Herbst Strom aus 100% erneuerbaren Energien an. Von konventionellen Ökostromanbietern unterscheidet sich jeda energie vor allem durch seinen intelligenten Ökostromzähler. „Unsere Stromzähler wurden für den Einsatz mit Ökostrom entwickelt“ erklärt Jens Wagner, Gründer von jeda energie, mit einem Augenzwinkern. Damit ist jeda energie der einzige Anbieter deutschlandweit, der die Vorteile eines intelligenten Stromzählers mit denen von Ökostrom kombiniert.

Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sind elektronische Messgeräte, die den Stromverbrauch sekundengenau erfassen, speichern und weiter kommunizieren können. „Wir gehen den Ökostromgedanken einen Schritt weiter und vollziehen die Energiewende auch technisch“, beschreibt David Saige, der zweite Gründer von jeda energie, das neue Angebot. „Der intelligente Ökostromzähler ist ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Energieversorgung. Es wird notwendig sein, die Netzauslastung in Deutschland noch besser zu steuern. Leider müssen heute bereits Windräder vom Netz genommen werden, weil Erzeugung und Verbrauch nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind. Der Einsatz von intelligenten Ökostromzählern wird somit langfristig dazu beitragen, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzubringen. “

Quelle: www.jeda-energie.de

Deutsche Energieagentur lehnt Reserve-Atomkraftwerke ab

Donnerstag, Juli 14th, 2011

Atomkraftwerk Unterweser

Statt AKW vorhalten, lieber “Verbraucher” gezielt abschalten

Die Deutsche Energie-Agentur (kurz: dena) rechnet mit einem weitaus stärkeren Zuwachs an Strom aus erneuerbaren Energien als es die Bundesregierung in ihren Planungen vorsieht und betrachtet daher das geplante Reserve-AKW als nicht notwendig, wie der Fernsehsender n-tv heute auf seiner Internetseite vermeldet.

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur Dena, Stephan Kohler, habe sich folglich dagegen ausgesprochen, ein altes Atomkraftwerk als Reserve für Engpässe im Winter am Netz zu lassen. “Im kommenden Winter könnte es knapp werden, aber nach unseren bisherigen Berechnungen kann die Versorgungssicherheit gewährleistet werden”, wird Kohler zitiert. Nach Ansicht Kohlers gibt es demnach eine Alternative zu einem Reservekraftwerk.

Derzeit prüft die Bundesnetzagentur, so weiter in der Meldung von n-tv, ob eines der abgeschalteten AKW als Reserve am Netz bleiben soll. Dazu der DENA-Chef Kohler: “Wir sollten nicht nur auf die Kraftwerke schauen, sondern in bestimmten Situation auch verbraucher gezielt abschalten.” Nach Meinung von Kohler gäbe es durchaus Möglichkeiten der Industrie für einzelne Abschaltungen – und schon entsprechende Angebote von Unternehmen. Dafür müsse man zwar etwas bezahlen. “Aber das wäre kostengünstiger, als ein Kernkraftwerk in Reserve zu halten.”

Die Annahmen der Bundesregierung, nach denen erneuerbare Stromquellen bis 2020 einen Anteil von rund 35 Prozent ausmachen, stufte Köhler zudem als überholt ein. Die Annahmen auf Bundesebene stimmten nicht mehr mit den Planungen der Länder überein. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz werde nicht gesteuert, in welchen Regionen der Ausbau wie schnell voranschreiten solle. Deshalb habe die Dena die Länder nach ihren tatsächlichen Plänen gefragt.

Die Windkraft an Land wächst schneller als prognostiziert

Das Ergebnis sei, dass 50.000 Megawatt allein aus Windkraft an Land bis 2020 nicht unrealistisch seien, sagte Kohler. “Das übersteigt, was bundesweit unterstellt wurde.” Mehrere Zeitungen hatten bereits berichtet, dass laut Dena schon 2022 bis zu 58 Prozent Ökostrom zu erwarten seien, insbesondere weil die Onshore-Windkraft regelrecht boomt. Nun erläuterte Kohler Details.

“Zum Beispiel Schleswig-Holstein hat die für Windparks freigegebene Fläche von 0,5 Prozent auf 1,5 Prozent erhöht”, sagte er. “Deshalb ist zu erwarten, dass allein hier 13.000 Megawatt Onshore-Windkraft gebaut werden. Bisher war man von 3700 Megawatt ausgegangen.” Für die Flächen stünden auch Investoren bereit.

“Da alle Länder die Energiewende vorantreiben, würde es laut deren Planungen insgesamt über 60.000 Megawatt Windkraft an Land bis 2020 geben”, so der Dena-Vorsitzende. “Wir können nicht sagen, ob die Planungen der Länder komplett Realität werden. Aber eine Verdoppelung des Zubaus auf jährlich 3000 Megawatt ist realistisch.” Also könnten bis 2020 rund 25.000 Megawatt zugebaut werden. Im vergangenen Jahr habe der Zuwachs noch 1600 Megawatt betragen.

Olympischer Gedanke: Wettbewerb der Länder und Kommunen angefacht!

Um die Steigerungen zu erreichen, müssten Höhenbeschränkungen von Windkraftwerken aufgehoben werden. “Da hören wir, dass Länder und Kommunen dazu bereit sind – nicht flächendeckend, aber auf relevanten Flächen”, sagte Kohler. Die Länder gingen in Konkurrenz zueinander. “Es gibt fast einen olympischen Gedanken.”

Deshalb forderte der Dena-Chef: “Wir werden einen noch stärkeren Netzausbau benötigen als in unserer Netzstudie II angenommen.” In dieser Studie ging die Dena davon aus, dass 3600 Kilometer Höchstspannungstrassen bis zum Jahr 2020 neu gebaut werden müssen. “Sonst werden Windkraftwerke gebaut, und der Strom kann nicht abtransportiert werden”, mahnte Kohler.

Quelle: n-tv

Kritik an Energiepolitik der Bundesregierung wächst

Freitag, Juni 10th, 2011

Bundeskanzlerin Angela Merkel redet vom Atomausstieg und der Energiewende. Dennoch beschleunigen ihre Truppen den Ausstieg aus den Erneuerbaren Energien.

Die Kanzlerin betonte, dass sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien davon abhängig macht, dass die EEG-Umlage nicht über den Betrag von 2011 (3,530 ct/kWh) ansteigt. Damit spricht sie indirekt von einer Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Zudem sprach sich Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) unmissverständlich für eine Deckelung des Ausbaus der Solarenergie aus. Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen, betont, dass eine Deckelung strikt abgelehnt werde und das Ausbauziel für die Photovoltaik von jährlich 3.000 auf 5.000 MW angehoben werden müsse.

Gestern wurden in Berlin erstmals die neuen Energiegesetze der Bundesregierung (Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), Atom-Ausstiegs-Gesetz) in den Deutschen Bundestag eingebracht. Die Klima-Allianz, ein breites gesellschaftliches Bündnis aus über 110 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, äußerte sich zur u ebenso kritisch wie das Klima-Bündnis, das größte europäische Städtenetzwerk mit 1.600 Mitgliedern in 18 europäischen Länder.

Anbei finden Sie die Pressemitteilung der Klima-Allianz und die Pressemitteilung des Klima-Bündnisses zum Thema.

Quellen: Klima-Allianz; Hans-Josef-Fell, Klima-Bündnis, Bundesverband Windenergie, Bundesverband Bioenergie

Foto: Mario Andersch, Stuttgart

Neues IWES-Forschungsprojekt: Kombikraftwerk 2

Freitag, Mai 6th, 2011

Dass eine alleinige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland machbar ist, soll das neue Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden hierzu  in Modellen und Feldversuchen über moderne Kommunikationstechniken verknüpft und zentral gesteuert. Das Ziel des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes ist, Erkenntnisse über den Beitrag Erneuerbarer Energien zur Versorgungsqualität zu gewinnen. Dazu Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel: „Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen“.

Stabile Stromversorgung mit erneuerbaren Energien

Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen verfügen bereits heute über technische Eigenschaften, die zur Stabilität des Stromnetzes beitragen und bei Engpässen das Netz entlasten können. Unter realen Wetterbedingungen testet das „Kombikraftwerk 2“ die Wirksamkeit sogenannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung. Hierzu verwendet werden das Wind Power Management System WPMS, eine Prognosesoftware zur Vorhersage der Windenergieeinspeisung in einem Zeitbereich von 1 bis 96 Stunden sowie die Steuerungssoftware WCMS (Wind Cluster Management System), das Windparks Kraftwerkseigenschaften verleiht und mit spezifischen Funktionen sowohl für Netzbetreiber als auch für Windparkbetreiber ausgestattet ist.

Umfang des Kombikraftwerks 2

Umfang des Kombikraftwerks 2

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesumweltministerium mit ca. 1,8 Mio. Euro gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: Agentur für Erneuerbare Energien, CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, ÖKOBiT GmbH, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.bine-informationsdienst, www.kombikraftwerk.de und Fraunhofer Institut (IWES)

Grafiken: Agentur für Erneuerbare Energien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Live-Ticker zur Ethikkommission

Donnerstag, April 28th, 2011

Wie kann eine sichere Stromversorgung ohne Atomkraft garantiert werden? Diese Frage wird heute in einer zehnstündigen öffentlichen Sitzung in Berlin  von der Regierung eingesetzte Ethikkommission erörtert.

.ausgestrahlt und IPPNW kommentierten live die Sitzung der „Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung“.  Mit einem Live-Ticker begleiten die atomkritischen Organisationen von 9 bis 20 Uhr die Sitzung auf der Webseite:  www.ausgestrahlt.de.

Quelle: www.ippnw.de, www.ausgestrahlt.de;

Erneuerbare Energien trotzen Wirtschaftskrise

Donnerstag, Februar 24th, 2011

Neuer Bericht publiziert europaweite Fakten und Zahlen

Im Jahr 2009 deckten erneuerbare Energien 11,6% des Bruttoendenergieverbrauchs in der Europäischen Union. Der Anteil bei der elektrischen Energieversorgung lag bei 18,2%. Und auch die volkswirtschafte Bedeutung wächst: Über 900.000 Beschäftigte in den einzelnen Branchen generieren einen Umsatz von 120 Milliarden Euro. Dies sind Ergebnisse des zehnten Berichts des EurObserv’ER-Konsortiums „The State of Renewable Energies in Europe“. Der alljährlich publizierte Report stellt nicht nur die Entwicklung der verschiedenen Technologien – aufgeschlüsselt nach EU-Ländern – vor, sondern erläutert auch ihre sozio-ökonomische Bedeutung. Die in englischer und französischer Sprache verfasste Dokumentation steht jetzt zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Im Jahr 2009 entstanden europaweit rund 100.000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien. Die größten Zuwächse erzielten die Branchen Windenergie, Photovoltaik und die Nutzung fester Biomasse. Sie gehören somit zu den Wirtschaftszweigen, deren Wachstum durch die Wirtschaftskrise allenfalls gebremst wurde. Wie einzelne Regionen von dem Ausbau profitieren zeigt der Bericht in regionalen Fallstudien aus Portugal, Bulgarien, Nordirland, Belgien und der Tschechischen Republik.

Der Bericht „The State of Renewable Energies in Europe“ kann als PFD-Datei von der Homepage des EurObserv‘ER Konsortiums heruntergeladen werden. Er beruht auf zweimonatlich aktualisierten Marktberichten, die das EurObserv‘ER Konsortium im Rahmen des Programms Intelligent Energy Europe (IEE) der Europäischen Kommission veröffentlicht. Durch eine direkte Zusammenarbeit in einem breiten Netzwerk nationaler Experten sind die in den Barometer veröffentlichten Zahlen meist aktueller als Daten der öffentlichen statistischen Ämter.

Weitere Informationen zum EurObserv’ER Barometer erhalten Sie bei:

Mr Frédéric Tuillé or Mr Gaëtan Fovez
Observ’ER
146, rue de I’Université
75007 Paris – France
Tel: 33 (0) 1 44180080
Fax: 33 (0) 1 44180036
E-mail: observ.er(at)energies-renouvelables.org

Quelle: bine, http://www.bine.info/…

Bayerische Solarinitiativen: Es geht nicht mehr um fossil oder erneuerbar

Freitag, Februar 4th, 2011

Starnberg, 30. Januar 2011. Von 28.-29. Januar fand in Starnberg das 18. Treffen der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen und das 13. Treffen Bayerischer und Österreichischer Solarinitiativen statt. Fazit der zweitägigen Veranstaltung: Es geht nicht mehr um die Frage “fossile Energieträger versus erneuerbare” – der energetische Umbau ist unstrittig – es geht ausschließlich um die Frage zentral oder dezentral, um die Verteilung und künftige Struktur der Energieversorgung.

Paradigmenwechsel: Der Entscheidungskampf hat begonnen

Über 150 Teilnehmer diskutierten am Freitag und Samstag Stand und Zukunft der Erneuerbaren Energien und die Struktur der Energieversorgung im Freistaat, in Deutschland und in Europa.

Am Freitagnachmittag stand die Windenergie im Zentrum der Tagung. Der Bayerische Windatlas, der vergangenes Jahr vom Bayerischen Wirtschaftsministerium herausgegeben wurde, zeigt, dass es auch in Bayern Potenzial für diese Energieform gibt. Bayern gehört bislang zu den Schlusslichtern bei der Erschließung der Windenergie. Auch im Landkreis Starnberg könnten Windkraftanlagen errichtet werden, um die beschlossene Energiewende 2035 zu schaffen. Landrat Roth zeigte sich im Rahmen der Tagung zuversichtlich, dass dies machbar sei. Im vergangen Jahr habe man schon Flächen untersucht, auf denen Windräder stehen könnten. Laut einem Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums sind bayernweit rund 1000 solcher Anlagen geplant.

Eine sichere und nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft war zentrales Thema am Freitag. Die Vortragenden und Teilnehmer diskutierten die Möglichkeiten und Grenzen einer dezentralen, kommunalen Energieversorgung angesichts der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke und die Vor- und Nachteile von Großprojekten wie z.B. Desertec oder Off-Shore-Windparks. Auch die Auswirkungen der bestehenden zentralen Großkraftwerksstruktur auf die Stromkostenentwicklung wurde beleuchtet. Auf neue Überlandleitungen von Tausenden von Kilometern könnte, so ein wesentliches Ergebnis, weitestgehend verzichtet werden, wenn der Strom künftig dezentral erzeugt und verbraucht, und wenn der schwankende Strombedarf durch so genannte Kombikraftwerke und smart grids intelligent geregelt würde. Letzteres ist technisch machbar. Kommunale Energiewerke sind daher unverzichtbar und werden den Anforderungen an eine sichere und bezahlbare Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien besser gerecht als die bisherige Kraftwerks- und Netzstruktur. Prof. Schrimpff dazu: “Eine dezentrale und kommunale Energieversorgung ist die Alternative zur teuren “Stromdiktaktur” in Deutschland. Seit 2000 steigen die Strompreise um jährlich 6,5 %, allein im Jahr 2009 haben die 4 großen Energieversorger 23 Milliarden Gewinn erwirtschaftet, das sind pro Bürger und Jahr rund 280 Euro.”

Neugewählte ABSI-Sprecher 2011

Der Paradigmenwechsel lautet: Stromdiktatur oder Energie in Bürgerhand. “Wir sind ganz offensichtlich in einer Umbruchsphase” so unisono das Resümee der Referenten und Teilnehmer. Dieser Entscheidungskampf wird künftig Blickwinkel, Diskussion und Handeln der Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bestimmen.

Neue ABSI-Sprecher/innen gewählt

Am Samstagvormittag wurden die Sprecher der ABSI gewählt. Das neue Team besteht nun aus sechs anstatt bisher fünf Sprecher/innen. Gewählt wurden Prof. Dr. Ernst Schrimpff, MdB Hans Josef Fell, Raimund Becher, Birgit Baindl, Heide Schmidt-Schuh und Daniel Miller.

Highlight zum Abschluss der Tagung war die kontroverse Podiumsdiskussion zur aktuellen Energiepolitik, der eigenen Utopie und den tatsächlichen Erwartungen. Mit in der Runde: Horst Meierhofer (MdB, FDP) als Vertreter der schwarz-gelben Regierungskoalition, Hans-Josef Fell (MdM, Grüne) für die Opposition und der Unternehmer Klaus Gehrlicher (Gehrlicher Solar) als Vertreter der Solar-Branche. Die Statements und Einschätzungen, wie sich die Bundespolitik auf die Entwicklung der Energieversorgung bis 2020  auswirkt und was letztlich im Jahr 2050 die Folge der unterschiedlichen energiepolitischen Weichenstellungen sein könnte, fielen dementsprechend unterschiedlich aus.

Die Veranstalter werten die Tagung als großen Erfolg und sehen darin einen Ansporn für die Solarinitiativen, den Umbau der Energieversorgung mit aller Kraft voranzutreiben.  Dazu Prof. Ernst Schrimpff: “Der Klimawandel findet global statt – wir Bürger werden deshalb nicht locker lassen. Die solare Energiewirtschaft mit einer dezentral-demokratischen Stromversorgung führt zu mehr sozialem Frieden und trägt zu regionalem Wohlstand bei. Das ist und bleibt unser Ziel, dafür setzen wir uns gemeinsam ein.”

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier!

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.                          Fotos: Evelyn Villing

Energieschule München: “Energie mit Zukunft”

Freitag, Dezember 3rd, 2010

Am 7. Dezember startet das dreitägige Projekt der Energieschule München: “Energie mit Zukunft”. Rund um das Thema Strom und Energieeinsparung werden Workshops angeboten.

Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Hauptschule an der Perlacher Straße in München nehmen mit Unterstützung eines Energieberaters und einer Wärmebildkammera ihre Schule genauer unter die Lupe: Stromfresser werden ausfindig gemacht und Energielecks aufgedeckt. Den Schüler aller Klassen und ihren Lehrer werden konkrete Maßnahmen zur  Reduzierung des Energieverbrauchs des Schulgebäudes vermittelt.

Anschließend bekommen die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Berufsvertretern aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Gebäudesanierung und Energieberatung zu unterhalten und deren Arbeitsplatz kennenzulernen. Berufsberatung wird mit Klimaschutz verknüpft, denn so können sich die Schüler vor Ort über die Berufschancen im “grünen” Sektor informieren und anschaulich den Arbeitsalltag erfahren. “Energie mit Zukunft” weckt die Lust an einem nachhaltigen Berufsbeginn nach dem Schulabschluss.

Quelle: www.greencity.de, Foto: www.brainding.de

Ehrgeizige Ziele der Photovoltaik-Branche in Richtung Wettbewerbsfähigkeit

Freitag, November 12th, 2010

Die deutsche Solarstrom-Branche kann mit gezielten Anstrengungen bis 2020 einen wesentlichen Beitrag zur Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien leisten. Das ist das Ergebnis der Studie „Wegweiser Solarwirtschaft“ der internationalen Strategieberatung Roland Berger und prognos für den Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Die Studie nennt drei klare Punkte:

  • Photovoltaik (PV) muss zum Wandel des Energiesystems einen wesentlichen Beitrag leisten.
  • Die spezifischen Vorteile der PV müssen genutzt werden.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit der PV-Branche in Deutschland muss erhalten bleiben, wodurch auch der Standort Deutschland gestärkt werden kann.

Wenn diese Ziele konsequent und systematisch entlang dieses Wegweisers verfolgt werden, ist der Solarstrom bereits in wenigen Jahren preislich wettbewerbsfähig.
Es darf aber nicht vergessen werden, dass die steigende Anbindung von Photovoltaik-Anlagen die Verteilnetze vor große, aber lösbare Herausforderungen stellt. Die Photovoltaik-Industrie leistet ihren Beitrag dazu, Photovoltaik kostengünstig in die Verteilnetze zu integrieren. “Durch den von der Photovoltaik-Industrie entwickelten blindleistungsregelungsfähigen Wechselrichter kann die Aufnahmefähigkeit der Verteilnetze für Photovoltaik deutlich gesteigert werden. Eine Erhöhung der Einspeisung um 200 Prozent durch innovative Wechselrichtertechnologie ist möglich”, sagte Günther Cramer, Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft.

Solarstrom wird dezentral und fast ausschließlich auf der Verteilnetzebene, also den Mittel- und Niederspannungsnetzen, eingespeist. Über 98 Prozent aller Photovoltaik-Anlagen sind an die Niederspannungsebene angeschlossen. 1,4 Prozent der Photovoltaik-Anlagen hängen an der Mittelspannungsebene. Weniger als 0,03 Prozent aller Anlagen haben ihren Netzverknüpfungspunkt mit der Hochspannungsebene. Unter Hochspannungsebene versteht man ausschließlich Großanlagen, d.h. Photovoltaik-Anlagen mit einer Nennleistung im Multi-Megawatt-Bereich.

Um den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland auf eine installierte Leistung von 52 GW im Jahr 2020 ermöglich zu können, sind der Ausbau von Netzoptimierungen bzw. begleitende Netzausbaumaßnahmen unerlässlich. “Die Optimierung und der Ausbau der Netze ist eine anspruchsvolle, aber lösbare Aufgabe”, sagt Prof. Dr. Torsten Henzelmann, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger und Autor der von dem BSW-Solar in Auftrag gegebene Studie „Wegweiser Solarwirtschaft“.

Im Rahmen einer Umfrage gaben 77 Prozent der Netzexperten von Verteilnetzbetreibern mit sogenannten PV-Ballungszentren (Groß-, Mittel- und Kleinstädte im Süden, der Mitte und im Norden von Deutschland, die im Vergleich die höchste installierte Leistung Photovoltaik (in Wp pro Einwohner) haben) das Problem mit der Nichteinhaltung des Spannungsbandes an.

Der von der Photovoltaik-Industrie entwickelte blindleistungsregelungsfähige Wechselrichter setzt an dieser Stelle an und verbessert die Einhaltung des Spannungsbandes erheblich. Dadurch wird ein Großteil der klassischen Netzausbaumaßnahmen (Leiterverstärkung und -ausbau, leistungsstärkere und weitere Transformatoren) zur Gewährleistung der Einhaltung des Spannungsbandes überflüssig. Der Wechselrichter wird an der Photovoltaik-Anlage installiert und kann dezentral durch Blindleistungsbereitstellung oder -entnahme auf das Spannungsband einwirken. Die neue Wechselrichter-Generation wird 2011 zur Verfügung stehen.

Laut der Studie „Wegweiser Solarwirtschaft“ kann die Photovoltaik wesentlich zur Umstellung auf Erneuerbare Energien bei:

  • Photovoltaik (PV) wird wettbewerbsfähig und trägt als wesentliche Säule zum Systemwandel zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien bei
  • Dezentralität wird als wesentlicher Vorteil der PV zur Integration in das Gesamtsystem genutzt
  • Deutsche Unternehmen halten die Technologieführerschaft und stärken den heimischen Produktionsstandort
  • Zur Erschließung der großen Potenziale des Solarstroms müssen neun Ziele erreicht werden, darunter eine mehr als 50-prozentige Senkung der Systempreise bis 2020
  • Ab 2020 positiver volkswirtschaftlicher Nettobeitrag durch die PV-Branche in Deutschland

Neun Ziele für Ausbau, Wettbewerbsfähigkeit, Volks- und Energiewirtschaft

1.       Die Systempreise müssen um mehr als 50 Prozent bis 2020 gesenkt werden. So könnten bereits 2017 erste Anlagen im Haushaltssegment ohne Förderung auskommen.

2.       Bis 2020 werden 52 bis 70 Gigawatt installierte PV-Leistung erreicht – und damit mindestens das Ausbauszenario des Nationalen Aktionsplans für Erneuerbare Energien (NAP) der Bundesregierung realisiert.

3.       Die Umlage für Solarstrom kann auf rund 2 Cent je Kilowattstunde begrenzt werden – oder umgerechnet pro Person in einem Durchschnittshaushalt auf weniger als 2 Euro pro Monat. Die Umlage wird zwar durch einen erwarteten Zubau von 8 bzw. 6 Gigawatt bei Solaranlagen in den Jahren 2010 bzw. 2011 getrieben, ab 2012 ist aber ein Einschwingen auf einen Zubau von etwa 3 bis 5 Gigawatt pro Jahr zu erwarten.

4.       Mindestens 5 Prozent des Umsatzes der Branche werden in Forschung und Entwicklung investiert, damit die Technologieführerschaft auch in Zukunft besteht.

5.       Der Weltmarktanteil aus deutscher Produktion wird bei mindestens 12 Prozent gesichert – bei einer stark wachsenden globalen PV-Nachfrage und einer Vervielfachung des deutschen Exports.

6.       In Deutschland werden Kapazitäten zur Modulproduktion von rund 8,5 Gigawatt aufgebaut.

7.       Rund um die PV-Technologie sind in Deutschland mindestens 130.000 Menschen beschäftigt.

8.       Bis 2020 schafft die PV-Technologie durch Investitionen in weitere Produktion und Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einen Ausgleich der volkswirtschaftlichen Gesamtbilanz und bis 2030 einen positiven Beitrag von insgesamt mindestens 25 Mrd. Euro.

9.       Photovoltaik wird zum wesentlichen Baustein für das Energiesystem der Zukunft. Die höhere Fluktuation, geringere Planbarkeit, Dezentralität und damit höhere Steuerungskomplexität der Solarstromerzeugung stellen hohe Anforderungen an die Netze. Diese Herausforderungen sind jedoch durch Innovationen lösbar.

Quelle: www.solarwirtschaft.de, Foto: www.brainding.de

Weniger Abhängigkeit vom Erdöl: Biokraftstoffe

Freitag, Juli 16th, 2010

Ein Vierteljahr lang strömten nach dem Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon täglich bis zu 60.000 Barrel Rohöl in den Golf von Mexiko. Erst vor wenigen Tagen konnte das Leck geschlossen werden. Das Ausmaß der Umweltkatastrophe ist gigantisch und nicht abschätzbar. Doch die Erdöl-Verluste durch diesen “Unfall” sind im Vergleich zum Erdölverbrauch verschwindend gering: Sie entsprechen gerade einmal dem deutschen Bedarf während einer Stunde. Im Jahr 2009 lag das Mineralölaufkommen allein hierzulande bei 100 Millionen Tonnen (ca. 733 Mio. Barrel). Drei Viertel davon wurden im Verkehrssektor verbraucht. Einen substantiellen Beitrag zur Senkung des Erdölkonsums können derzeit nur Biokraftstoffe leisten.

„Wir wissen um die steigenden Risiken, die mit der Erdölförderung verbunden sind. Trotzdem tun wir zu wenig, um uns aus der Abhängigkeit vom Erdöl zu befreien“, stellt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, fest. „Im Verkehrsbereich müssen die Zeichen endlich auf Einsparung stehen. Aber selbst mit effizienteren Fahrzeugen, einem massiven Ausbau des Schienenverkehrs und der raschen Markteinführung von Elektrofahrzeugen müssen wir Wege finden, Erdöl zu ersetzen“, betont Mayer. „Deshalb sollten wir stärker auf nachhaltige Biokraftstoffe setzen. Sie sind derzeit die einzige ernstzunehmende Alternative zu Benzin und Diesel.“Im vergangenen Jahr haben Biokraftstoffe 5,5 Prozent des deutschen Kraftstoffbedarfs abgedeckt. In absoluten Zahlen entsprechen die 2,9 Millionen Tonnen Rohöläquivalente lediglich dem 1,5-fachen Fördervolumen von „Mittelplate“, der einzigen deutschen Erdölplattform in der Nordsee. „Bis 2020 können Biodiesel, Pflanzenöl und Bioethanol aus nachhaltigem Anbau knapp ein Fünftel des hiesigen Kraftstoffbedarfs decken, ohne die Versorgung mit Lebensmitteln zu gefährden. Dafür ist aber ein klares politisches Bekenntnis zu Biokraftstoffen nötig“, so Mayer. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid befürworten zwei Drittel der Bevölkerung eine stärkere staatliche Förderung von Alternativen zu fossilen Kraftstoffen. Weniger Abhängigkeit vom Erdöl: Biokraftstoffe können bis 2020 ein Fünftel des deutschen Kraftstoffbedarfs decken Deutscher Kraftstoffmarkt 2009 (Quelle: StBA, BAFA; Stand: Mai 2010). Die Klimabilanz von Biokraftstoffen im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen ist deutlich positiv. Die heute in Deutschland genutzten Biokraftstoffe verursachen bis zu zwei Drittel weniger Kohlendioxid als fossile Kraftstoffe. Abhängig vom Anbauverfahren der Energiepflanzen und von der Nutzung von Nebenprodukten können die Emissionen variieren, bleiben jedoch in der Gesamtbilanz stets unter denen von Diesel und Benzin. Insgesamt haben Biokraftstoffe im vergangenen Jahr knapp 5 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart.„Ebenso wie Biokraftstoffe müssen sich auch die fossilen Kraftstoffe an Nachhaltigkeitskriterien hinsichtlich Umweltschutz und sozialen Standards messen lassen“, verlangt Mayer. Das fordern gemäß TNS Emnid-Umfrage auch 88 Prozent aller Bundesbürger. Langfristig gebe es jedoch nur eine Richtung, so Mayer: „Wir müssen uns vom Erdöl lösen. Sonst wird das schwarze Gold bald zum sprichwörtlichen Pech, an dem unsere Volkswirtschaft kleben bleibt.“

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de, Foto: www.unendlich-viel-energie.de