Eintr&aauml;ge ‘Energiewende’

5 Jahre Energiewende im Landkreis Starnberg

Montag, September 6th, 2010

Starnberg, 06. September 2010. Vor 5 Jahren wurde auf Antrag der Kreisrätin Anne Franke (B90/Die Grünen) vom Kreistag einstimmig der Beschluss gefasst, die Energiewende im Landkreis Starnberg zu unterstützen mit dem Ziel bis 2035 die Energieversorgung zu 100 % aus erneuerbaren Energien sicherzustellen.

Aus diesem Grund feiert der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. am 12. September 2010 im Festzelt in Tutzing das Jubiläum “5 Jahre Energiewende”.

Gemeinsam mit den  Vereinsmitgliedern und hoffentlich zahlreichen Gästen möchte der Verein zurückschauen, auf das Erreichte anstoßen – und zuversichtlich nach Vorne blicken. Dazu sind Sie alle sehr herzlich eingeladen!

  • Wann?  12. September 2010
  • Wo?  Festzelt Tutzing (beim Rathaus)
  • Beginn?  12:00 Uhr

Das Ziel des Vereins ist, auf allen gesellschaftlichen Ebenen zum Erfolg der Energiewende beizutragen. Damit dies gelingt, müssen alle Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden. Daher sieht es der Energiewendeverein auch als seine Aufgabe an, eine Plattform für den Meinungsaustausch und die Meinungsbildung zu bieten.

Zum Auftak ab 12:00 Uhr findet deshalb eine Podiumsdiskussion zum Thema „Chancen und Risiken der Geothermie“ statt, für die 2 Stunden eingeplant wurden. Für das Podium zugesagt haben ausgewiesene Experten aus den Geowissenschaften, Menschen mit Erfahrung in Geothermie-Projekten, Mitglieder der Bürgerinitiative sowie Vertreter des Geothermieprojekts Bernried.

Nach dem daran anschließenden Sektempfang,  gibt es dann ab ca. 14:30 Uhr ein kulturelles Schmankerl: Wort- und Musik-Kabarett mit Joseph Brustmann. Geplantes Veranstaltungende ist gegen 16:00 Uhr!

Die Details entnehmen Sie bitte dem beigefügten Programm!

Und hier das Plakat_Energiewende zum Download!

Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit im Blick behalten?

Dienstag, August 31st, 2010

Auf dem Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien hält Bundeskanzlerin Angela Merkel moderate Laufzeitverlängerungen der Kernkraftwerke um zehn bis 15 Jahre für fachlich angeraten. Im ARD-Sommerinterview betonte sie zugleich, dass es beim Thema Energie auch um die Zukunft von Arbeitsplätzen gehe. Kohle und Kernkraft würden als Brückentechnologien gebraucht.

Eine Verlängerung der Laufzeiten von 10 bis 15 Jahren sei fachlich vernünftig, sagte die Bundeskanzlerin. Gleichzeitig gelte es, die Sicherheit der Kraftwerke ebenso zu gewährleisten wie die der Versorgung. Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit, so lauteten die entscheidenden Kriterien für das künftige Energiekonzept der Bundesregierung, betonte Merkel erneut. Aus diesen Faktoren werde sich der Energiemix ergeben, der schließlich ins Zeitalter der erneuerbaren Energien führen solle. Merkel: “Alles spricht nach der Vorlage der Energieszenarien dafür, dass wir das schaffen können mit dem Zeitalter der regenerativen Energien – aber dass wir es leichter, günstiger mit besserem Strompreis und auch schnelleren CO2-Reduktionen schaffen, wenn wir die Brückentechnologie Kernenergie anwenden.” Bei der Festlegung des richtigen Mixes gelte es nicht zuletzt, die Interessen des Industriestandortes im Auge zu behalten: “Nach der Energiereise ist für mich klar, dass das Thema Energie unauflösbar verbunden ist mit der Zukunft unserer Arbeitsplätze”, sage Merkel. Wie die Kernenergieunternehmen zur Haushaltskonsolidierung einerseits und zum Ausbau der erneuerbaren Energien andererseits beitragen können, werde noch Gegenstand von Gesprächen sein. Dass es über eine Brennelementesteuer hinaus einen Beitrag zugunsten der Erneuerbaren geben müsse, sei klar.Der Zeitplan der Bundesregierung sieht vor, das Energiekonzept am 28. September zu verabschieden.

Quelle: www.bundesregierung.de

Szenarien liefern wichtige Entscheidungsgrundlagen für das Energiekonzept

Dienstag, August 31st, 2010

Im Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode hat die Bundesregierung eine ideologiefreie, technologieoffene und marktorientierte Energiepolitik angekündigt. In einem Energiekonzept sollen Leitlinien für eine umweltschonende, sichere und bezahlbare Energieversorgung bis zum Jahre 2050 formuliert werden. Das Energiekonzept soll den Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien weisen. Deutschland soll in Zukunft bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau zu den energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaften der Welt zählen. Deshalb müssen die heutigen Energieversorgungsstrukturen grundlegend umgebaut werden. Mit dem Energiekonzept werden die Weichen gestellt, dass Deutschland auch langfristig ein wettbewerbsfähiger Industriestandort bleibt und seinen Beitrag zum internationalen Klimaschutz leistet. Zugleich gilt es, das große Potential für Innovation, Wachstum und Beschäftigung bei der Umstrukturierung der Energiesysteme konsequent zu erschließen. Dabei kommt der Kernenergie eine Brückenfunktion zu, bis sie durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann.

Eine derartig ambitionierte Aufgabe braucht eine wissenschaftliche Basis. Deshalb hat die Bundesregierung Szenarien in Auftrag gegeben, die die Pfade in die Energiewirtschaft der Zukunft beschreiben sollen. Die Szenarien betrachten nicht nur Strom, sondern richten sich gleichzeitig auch auf den Wärmemarkt und den Verkehr, die zusammen mit 60 % den Hauptanteil der Energieversorgung in Deutschland darstellen. Vor allem ist Deutschland im Herzen Europas in den europäischen Energieverbund mit Importen und Exporten eingebunden. Diese Rolle als “Energiedrehscheibe Europas” wird immer bedeutender.

Die beauftragten Institute prognos, Basel, ewi, Köln (Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln) und gws, Münster (Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung) haben nun die Ergebnisse ihrer Abschätzungen und Berechnungen vorgelegt. Diese Ergebnisse stellen eine der Grundlagen für die Gestaltung des Energiekonzepts der Bundesregierung dar. Die Gutachter machen zwar Aussagen zu den Auswirkungen verschiedener Varianten einer Laufzeitverlängerung, daraus die Schlussfolgerungen zu ziehen, ist aber Aufgabe der Bundesregierung und nicht der Gutachter.

Insgesamt wurden neun Szenarien modelliert.

Das Referenzszenario beschreibt die deutsche Energiezukunft bei Fortsetzung der gegenwärtigen Trends. In diesem Szenario bleibt es bei den bestehenden gesetzlichen Regelungen, nach denen die Kernkraftwerke noch bis 2022 betrieben werden. Die Energieeffizienz steigt moderat an und technologische Umbrüche werden nicht erwartet. Die Treibhausgasemissionen sinken in diesem Referenzszenario bis 2050 um 62% gegenüber 1990. Damit werden die Ziele der Bundesregierung (minus 40 % bis 2020 und mindestens minus 80 % bis 2050) ohne weitere Maßnahmen verfehlt.

Acht Zielszenarien skizzieren demgegenüber eine andere energiewirtschaftliche Zukunft, die von den erneuerbaren Energien und der Ausschöpfung der immensen Effizienzpotentiale geprägt wird. Außerdem untersuchen sie die Effekte unterschiedlicher Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke. Die Szenarien unterscheiden sich in ihren Annahmen, insbesondere zur Dauer der Laufzeitverlängerung. Als Ergebnis zeigen sie die voraussichtlichen technisch-wirtschaftlichen Entwicklungen sowie die Herausforderungen und politischen Gestaltungsspielräume auf.

Es wurde ein breiter Ansatz gewählt. Betrachtet werden Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt, alle Sektoren (Haushalte, Industrie und Verkehr) und nicht nur die Stromwirtschaft.

Wie die Rolle der Kernenergie als Brückentechnologie sein könnte, wird durch verschiedene Annahmen modelliert. So werden Laufzeitverlängerungen zwischen 4 und 28 Jahren variiert und unterschiedliche Kosten für die unabdingbare Nachrüstung aller 17 derzeit arbeitenden Kernkraftwerke angenommen.

Die Gutachter bestätigen, dass der Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 möglich und gangbar ist, weisen aber deutlich darauf hin, dass dazu erhebliche private und öffentliche Investitionen notwendig sind.

Dabei werden die ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung, nämlich die Minderung der Treibhausgasemissionen um 40 % bis 2020 und um mindestens 80 % bis 2050 (jeweils gegenüber 1990), in allen Szenarien erreicht. In einzelnen Szenarien wird sogar mehr erreicht. Nach Auffassung der Gutachter führt dies im Verbund mit längeren Laufzeiten in einer Gesamtbetrachtung zu volkswirtschaftlichen Vorteilen und wirkt sich mittelfristig tendenziell dämpfend auf die Strompreise aus: Gegenüber dem Referenzfall ist in allen Zielszenarien das Wirtschaftswachstum höher (bis 2050 im Schnitt um 0,6 Prozentpunkte). Die Zahl der Beschäftigten nimmt um 100.000 bis zum Jahr 2050 zu.

Die Energieeffizienz ist dabei der Schlüssel zum Erfolg: Eine effiziente Nutzung halbiert den gesamten Energieverbrauch bis 2050. Dabei entfällt auf eine Modernisierungsoffensive im Gebäudebereich der größte Beitrag. In den verschiedenen Szenarien gehen die Gutachter davon aus, dass mit einer grundlegenden energetischen Sanierung des gesamten Gebäudebestandes der Energieverbrauch Mitte des Jahrhunderts um 80 Prozent reduziert werden kann.

Kohle, Erdöl und Erdgas werden zukünftig immer weniger gebraucht. Dadurch wird die Abhängigkeit Deutschlands vom Import fossiler Brennstoffe massiv vermindert.

Der Stromverbrauch sinkt durch verbesserte Effizienz bei den Verbrauchern und in der produzierenden Wirtschaft um 25 bis 28 Prozent. Das ist ein entscheidender Beitrag zum Klimaschutz.

Ein solcher fundamentaler Umstrukturierungsprozess braucht Zeit, Geld, Kreativität und neue Technologien. Notwendig sind zudem Investitionen in den Umbau der heutigen Infrastruktur. Neue Stromnetze, Energiespeicher und Gaspipelines müssen geplant und installiert werden. Die Modernisierung der Infrastruktur ist der Schlüssel, um die Effizienzgewinne zu realisieren.

Für die erforderliche Modernisierung entstehen in allen Bereichen erhebliche Investitionskosten. Diesen Kosten stehen aber auch deutliche Entlastungseffekte entgegen, da der Energieverbrauch durch den Einsatz effizienter Technologien deutlich zurückgeht.

Sowohl für Haushaltskunden als auch für Großhandelskunden sinken die Strompreise kontinuierlich. In den am Klimaschutz orientierten Zielszenarien, die auch eine längere Nutzung der Kernenergie unterstellen, liegen sie stets unter dem Niveau des Referenzszenarios, das keine weiteren Maßnahmen vorsieht

Stromimporte und Stromexporte werden für Deutschland im Herzen Europas nach Auffassung der Gutachter im Zeitablauf bedeutsamer. Im Ergebnis wird Deutschland in immer stärkerem Maße zum Nettoimporteur beim Strom, bedingt durch günstigere Erzeugungsoptionen im europäischen Ausland. 2050 werden je nach Szenario zwischen 94 TWh und 143 TWh (21 %- 31% des Strombedarfs) importiert. Mehr Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien im Inland reduzieren aber die Importabhängigkeit der Energieversorgung insgesamt spürbar.

Der Bericht ist eine Grundlage für das Energiekonzept, das am 28. September 2010 im Kabinett verabschiedet wird.

Quelle: www.bmu.de

Weltweit stark im Wind

Freitag, August 20th, 2010

Windkraft ist unter den erneuerbaren Energien die bedeutendste. In Rostock hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch erläutern lassen, wo die deutsche Windkraftindustrie steht: international ziemlich weit vorn nämlich. Im Gespräch mit Energiefachleuten aus verschiedenen Branchen kam auf der ersten Station ihrer Energiereise schließlich auch zur Sprache, wie die Politik die “Erneuerbaren” weiter nach vorn bringen kann.

41 Prozent der erneuerbaren Energien hierzulande entstammen der Windkraft. Merkel erklärte, dieser Anteil solle in den kommenden Jahren schnell weiter wachsen. Die Bundesregierung werde jedenfalls die wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich die Windtechnologie erfolgreich weiter entwickeln kann: an Land und auf See (“Offshore”).

Ziel der deutschen Energiepolitik ist ein umweltfreundlicher Energiemix. Im Sinne des Klimaschutzes – und als Exportschlager, der hierzulande Arbeitsplätze schafft. “Überall in der Welt sind unsere Produkte überaus anerkannt”, so die Kanzlerin. Einen wichtigen Grund für die deutsche Technologieführerschaft sieht Merkel im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Gezielt und erfolgreich sei es damit gelungen, Forschung und Investitionen in die Erneuerbaren wie nirgends sonst auf der Welt voranzubringen.

Quelle: www.bundesregierung.de, Foto: www.brainding.de

Keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke!

Dienstag, August 10th, 2010

Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. unterstützt den Ausbau der Erneuerbaren Energien und hat zum Ziel, dass sich der Landkreis Starnberg bis 2035 selbst mit regenerativer Energie – aus Sonne, Wind, Geothermie und Biomasse – versorgen kann. Daher sieht der Verein in der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke keine Lösung zur Eindämmung des Klimawandels und zur Deckung des Energiebedarfs in der Zukunft. Die Laufzeitverlängerung ist vielmehr kontraproduktiv für den notwendigen und vor allem schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Auch wird in der Diskussion um den Neubau von Kernkraftwerken und die Laufzeitverlängerung ausgeklammert, dass auch Uran ein endlicher Rohstoff ist, der nach pessimistischen Expertenschätzungen nur noch wenige Jahrzehnte, nach optimistischen noch ca. 150 Jahr zur Verfügung steht.

Es gibt darüber hinaus viele gute Argumente gegen Kernkraftwerke. Eine übersichtliche Zusammenfassung finden Sie in den Atomlügen, die vom Umweltinstitut München und anderen NGOs erarbeitet und veröffentlicht wurden.

Auch die Kirche bezieht inzwischen Stellung gegen die Atomkraft. Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover hat im Auftrag des Bistums Hildesheim eine Stellungnahme mit dem Titel “Kirche, Kernenergie, Klimawandel” verfasst. Hier finden Sie diese  Stellungnahme der Kirche samt dazugehöriger Pressemitteilung.

Wir wollen eine konsequente Energiewende! Gemeinsam handeln –  jetzt! Machen Sie mit!

ENERGIEPREIS 2010 Landkreis Starnberg ausgeschrieben

Montag, Juli 19th, 2010

Starnberg, 19. Juli 2010. Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr wird der Energiepreis Landkreis Starnberg im Jahr 2010 erneut ausgelobt.

Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2010!

Um die bis 2035 angestrebte Energiewende wirklich zu schaffen, braucht es nicht nur Visionen und Konzepte, sondern vor allem auch Vorbilder, die zeigen wie es gehen kann. Gute Beispiele sind daher gefragt und sollen mit dem Energiepreis Landkreis Starnberg gewürdigt, belohnt und vor allem öffentlich gemacht werden.

Der Landkreis Starnberg hofft auf viele Bewerbungen und bitten zugleich um Unterstützung durch die Bevölkerung:

  • Jede/r, der “energiepreiswürdige” Projekte oder Initiativen im Landkreis Starnberg kennt, kann diese vorschlagen.
  • Teilen Sie dem Landratsamt, Herrn Schwarz, oder dem Regionalmanagement Starnberg, Frau Papke, mit, wenn Sie interessierte/geeignete Bauherren, Initiativen oder Unternehmen kennen!
  • Machen Sie die Menschen in Ihrem Umfeld auf den Energiepreis 2010 aufmerksam!

Gerne stellt Ihnen das Landratsamt auch Flyer oder Plakate zum Energiepreis 2010 zur Verfügung. Weitere Informationen, die detaillierten Teilnahmebedingungen sowie das Bewerbungsformular finden Sie im Internet unter www.lk-starnberg.de/energiepreis.

Oder Sie wenden sich an folgende Ansprechpartner:

  • Landratsamt Starnberg, Herbert Schwarz, Tel. 08151 148-442, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
  • Regionalmanagement Starnberg, Verena Papke, Tel. 08151 148-417, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Weniger Abhängigkeit vom Erdöl: Biokraftstoffe

Freitag, Juli 16th, 2010

Ein Vierteljahr lang strömten nach dem Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon täglich bis zu 60.000 Barrel Rohöl in den Golf von Mexiko. Erst vor wenigen Tagen konnte das Leck geschlossen werden. Das Ausmaß der Umweltkatastrophe ist gigantisch und nicht abschätzbar. Doch die Erdöl-Verluste durch diesen “Unfall” sind im Vergleich zum Erdölverbrauch verschwindend gering: Sie entsprechen gerade einmal dem deutschen Bedarf während einer Stunde. Im Jahr 2009 lag das Mineralölaufkommen allein hierzulande bei 100 Millionen Tonnen (ca. 733 Mio. Barrel). Drei Viertel davon wurden im Verkehrssektor verbraucht. Einen substantiellen Beitrag zur Senkung des Erdölkonsums können derzeit nur Biokraftstoffe leisten.

„Wir wissen um die steigenden Risiken, die mit der Erdölförderung verbunden sind. Trotzdem tun wir zu wenig, um uns aus der Abhängigkeit vom Erdöl zu befreien“, stellt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, fest. „Im Verkehrsbereich müssen die Zeichen endlich auf Einsparung stehen. Aber selbst mit effizienteren Fahrzeugen, einem massiven Ausbau des Schienenverkehrs und der raschen Markteinführung von Elektrofahrzeugen müssen wir Wege finden, Erdöl zu ersetzen“, betont Mayer. „Deshalb sollten wir stärker auf nachhaltige Biokraftstoffe setzen. Sie sind derzeit die einzige ernstzunehmende Alternative zu Benzin und Diesel.“Im vergangenen Jahr haben Biokraftstoffe 5,5 Prozent des deutschen Kraftstoffbedarfs abgedeckt. In absoluten Zahlen entsprechen die 2,9 Millionen Tonnen Rohöläquivalente lediglich dem 1,5-fachen Fördervolumen von „Mittelplate“, der einzigen deutschen Erdölplattform in der Nordsee. „Bis 2020 können Biodiesel, Pflanzenöl und Bioethanol aus nachhaltigem Anbau knapp ein Fünftel des hiesigen Kraftstoffbedarfs decken, ohne die Versorgung mit Lebensmitteln zu gefährden. Dafür ist aber ein klares politisches Bekenntnis zu Biokraftstoffen nötig“, so Mayer. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid befürworten zwei Drittel der Bevölkerung eine stärkere staatliche Förderung von Alternativen zu fossilen Kraftstoffen. Weniger Abhängigkeit vom Erdöl: Biokraftstoffe können bis 2020 ein Fünftel des deutschen Kraftstoffbedarfs decken Deutscher Kraftstoffmarkt 2009 (Quelle: StBA, BAFA; Stand: Mai 2010). Die Klimabilanz von Biokraftstoffen im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen ist deutlich positiv. Die heute in Deutschland genutzten Biokraftstoffe verursachen bis zu zwei Drittel weniger Kohlendioxid als fossile Kraftstoffe. Abhängig vom Anbauverfahren der Energiepflanzen und von der Nutzung von Nebenprodukten können die Emissionen variieren, bleiben jedoch in der Gesamtbilanz stets unter denen von Diesel und Benzin. Insgesamt haben Biokraftstoffe im vergangenen Jahr knapp 5 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart.„Ebenso wie Biokraftstoffe müssen sich auch die fossilen Kraftstoffe an Nachhaltigkeitskriterien hinsichtlich Umweltschutz und sozialen Standards messen lassen“, verlangt Mayer. Das fordern gemäß TNS Emnid-Umfrage auch 88 Prozent aller Bundesbürger. Langfristig gebe es jedoch nur eine Richtung, so Mayer: „Wir müssen uns vom Erdöl lösen. Sonst wird das schwarze Gold bald zum sprichwörtlichen Pech, an dem unsere Volkswirtschaft kleben bleibt.“

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de, Foto: www.unendlich-viel-energie.de

Energiesparen kann sechs Atomkraftwerke überflüssig machen

Dienstag, Juni 29th, 2010

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat der Bundesregierung vorgeworfen, in den von ihr beauftragten Szenarien für ein energiepolitisches Gesamtkonzept keine Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz vorzusehen. Es gehe ihr vor allem darum, politisch gewollte Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke zu legitimieren. Ab wann erneuerbare Energien die Atomkraftwerke ablösen könnten, werde ebenfalls nicht untersucht. Der ambitionierte Ausbau der regenerativen Stromerzeugung und das entschiedene Fördern der Stromeffizienz könnten bis spätestens 2020 sämtliche Atomkraftwerke in Deutschland ersetzen. Allein mit Energieeffizienzmaßnahmen ließen sich sechs Atommeiler überflüssig machen. Der Ruf nach Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke blockiere hingegen eine verbraucher- und klimafreundliche Stromversorgung.

“Neue Kohlekraftwerke, längere Laufzeiten für die deutschen Atommeiler und ein steigender Stromverbrauch sind wesentliche Hindernisse beim Aufbau einer zukunftsfähigen Stromversorgung”, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. “In dem von der Bundesregierung für den Herbst angekündigten Energiekonzept droht ein entscheidender Faktor völlig vernachlässigt zu werden – die Steigerung der Energieeffizienz. Der Atomausstieg kann schneller als gedacht vollzogen werden, wenn das riesige Sparpotential effizienter Technologien mobilisiert wird. Bestandteil eines nationalen Energiekonzeptes muss ein gesetzliches Einsparziel beim Primärenergieverbrauch von mindestens zwei Prozent pro Jahr sein”, sagte Weiger. Er forderte Bundesumweltminister Röttgen auf, ein Energiekonzept ohne jede Laufzeitverlängerung und mit ambitionierten Energieeinsparzielen durchrechnen zu lassen.

Der BUND veröffentlichte dazu ein mit Unterstützung des Heidelberger ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung erarbeitetes Maßnahmenpaket für mehr Stromeffizienz. Die mit Effizienzmaßnahmen bis 2020 erreichbare Reduzierung des Stromverbrauchs in Deutschland entspreche der Jahresproduktion von mindestens sechs Atomkraftwerken, rechnete Martin Pehnt vom ifeu-Institut vor. Kern des Energiekonzeptes der Bundesregierung müsse deshalb die Einrichtung eines Stromsparfonds mit einem jährlichen Finanzvolumen von mindestens 300 Millionen Euro sein. Speisen lasse sich der Fonds mit den Einnahmen aus dem CO2-Zertifikate-Handel und mit der Erhebung eines “Effizienz-Zehntel-Cents” auf jede Kilowattstunde Strom. Als Vorbild sollten hier Dänemark und Großbritannien dienen, die bereits ähnliche Fonds aufgelegt hätten.

Martin Pehnt vom ifeu-Institut: “Die Mittel des Stromsparfonds müssen vor allem für Energieberatungen einkommensschwacher Haushalte, zum Austausch Strom fressender Elektrogeräte und zur energetischen Optimierung technischer Systeme wie Klima-, Lüftungs- und Druckluftanlagen eingesetzt werden. Dringend erforderlich ist außerdem ein “Top-Runner-Programm”, das zur Durchdringung des Marktes mit besonders sparsamen Elektrogeräten führt.”

Der BUND forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, ihren Worten, Deutschland in Sachen Energieeffizienz “zum Weltmeister” machen zu wollen, endlich Taten folgen zu lassen. Mit dem Scheitern des Energieeffizienzgesetzes habe sich die Bundesregierung leider ins europäische Abseits manövriert.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “Die Bundesregierung muss beim Energiesparen aus dem Abseits heraus. Besonders peinlich ist es, dass die Bundesregierung das nutzlose Energiedienstleistungsgesetz nur deshalb beschlossen hat, weil die EU mit Strafe drohte. Energieeffizienz ist der Kern eines zukunftsfähigen Energiekonzeptes. Alles andere nützt nur den großen Stromkonzernen, die möglichst viel Strom verkaufen wollen und mehr Klimaschutz dabei als störend ansehen.”

Quelle: www.bund.net; Foto: www.brainding.de

Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050

Freitag, Juni 25th, 2010

Eine neue Studie des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) zeigt, wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt. Der Sprecher des FVEE, Prof. Dr. Vladimir Dyakonov, hat diese soeben Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen überreicht. Röttgen: “Wenn wir unsere Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien erreichen wollen, dürfen wir an Zukunftsinvestitionen nicht sparen. Wir müssen die Forschung verstärken und die Netze ausbauen. Die Studie belegt, wie sich diese Investitions- und Entwicklungskosten langfristig lohnen, weil die Energieträger günstiger werden.” Die Ergebnisse werden in die Arbeiten zum Energiekonzept der Bundesregierung einfließen.

Mit der Studie zeigen die Wissenschaftler, dass mit den entsprechenden Forschungsanstrengungen und den fördernden politischen Rahmenbedingungen eine Vollversorgung auf der Grundlage von erneuerbaren Energien bis Mitte des Jahrhunderts möglich ist. Die Kosten für das nachhaltige Energiesystem liegen langfristig unter denen von herkömmlichen Alternativen.

Weitere Ergebnisse der Studie: Bei der vernetzten Betrachtung aller wichtigen Elemente des nachhaltigen Energiesystems, von der Bereitstellung über den Transport und die Verteilung bis zur Energiedienstleistung, lässt sich die Energieeffizienz erheblich erhöhen. Die gesamte Palette der Erneuerbaren hat ein Potenzial, das um ein Vielfaches höher ist als der durch umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung deutlich gesenkte Gesamtenergiebedarf. Die Vielfalt der Erneuerbaren in Verbindung mit Speichertechnologien gewährleistet dabei, dass die Versorgung jederzeit sichergestellt werden kann. Dazu muss auch der Stromverbrauch über intelligente Stromnetze (smart grids) stärker an das jeweilige Angebot von Wind und Sonne angepasst werden.

Für die Überbrückung längerer Phasen mit geringem Angebot erneuerbarer Energien kann in Zeiten mit hohem Angebot der Strom aus Wind und Sonne in chemischen Energieträgern gespeichert und bei Bedarf ins Netz zurückgespeist werden.

Quelle: www.bmu.de; Foto: www.brainding.de

Online-Rechner für Mini-BHKW in Wohngebäuden

Freitag, Mai 21st, 2010

Mit einem Blockheizkraftwerk (BHKW) lassen sich die Energiekosten in einem Gebäude langfristig erheblich reduzieren. Doch die Frage ist, ab wann sich ein BHKW für ein Wohngebäude lohnt, welche Größe es haben sollte und welche Kosten dafür zu erwarten sind. Auskunft darüber gibt der neue von der EnergieAgentur NRW entwickelte BHKW-Rechner.

Ob Planer und Installateure für Haustechnik, Architekten, Mitarbeiter von Wohnungsbaugesellschaften und auch private Hauseigentümer – wer sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat, über einige Vorkenntnisse zum Thema verfügt und eine konkrete Installation anvisiert, dem bietet das übersichtliche Tool eine wichtige Hilfe.

Der BHKW-Rechner fragt einige Angaben ab und gibt auch Erklärungen dazu. Ausgehend von den Eingaben erstellt der Online-Rechner dann eine erste grobe Abschätzung zur einsetzbaren Größe im Gebäude und zum wirtschaftlichen Einsatz einer solchen Anlage.

Die Daten werden übersichtlich dargestellt und geben eine gute erste Orientierung für die Planung.Wohngebäude mit zentraler Trinkwarmwasserbereitung bieten ideale Einsatzbedingungen für BHKW-Anlagen, da Strom und Wärme oft zeitgleich benötigt werden. Ein BHKW erzeugt über einen Generator Strom. Die dabei anfallende Wärme der Motorkühlung und des Abgases wird in das Heizungssystem eingespeist.

Mit der kombinierten Wärme- und Stromerzeugung erreichen moderne BHKW einen energetischen Nutzungsgrad der eingesetzten Primärenergie, der zwischen 80 und 90 Prozent liegen kann und damit wesentlich höher ist als bei herkömmlichen Verfahren zur getrennten Erzeugung von Wärme und Strom.

Dagegen erreicht man beispielsweise mit einem Niedertemperatur-Gaskessel (Normnutzungsgrad 90 Prozent) zusammen mit aus deutschem Kraftwerksmix erzeugtem Strom (Normnutzungsgrad 38 Prozent) einen Wirkungsgrad von lediglich 64 Prozent.

Quelle: Energieagentur Nordrhein-Westfalen, www.sonnenseite.com; Foto: www.neumedia.de