Eintr&aauml;ge ‘Energiewende’

Pläne von Rösler gefährden die Energiewende

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Die Idee des Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler, die Solarförderung zu deckeln, sorgt für zunehmenden Widerstand. Auch der Bundesverband Solarwirtschaft spricht große Bedenken aus und sieht mit der Umsetzung einer derartigen Maßnahme die Energiewende in Deutschland gefährdet. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, betont: „Wenn die Bundesregierung die Rösler-Pläne umsetzt, ist die Energiewende zum Scheitern verurteilt. Ein kraftvoller weiterer Ausbau des Solarstrom-Anteils auf rund zehn Prozent des deutschen Strom-Mixes bis zum Jahr 2020 ist unverzichtbar für den Erfolg der Energiewende“. Außerdem sind damit über 100.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Derzeit liegt der Solarstrom-Anteil bei rund vier Prozent. Rösler möchte diesen durch harte Einschnitte bei der Solarstromförderung bei rund fünf Prozent (33 Gigawatt) einfrieren.

Kritikpunkt sind vor allem die Kosten für die bereits installierten Photovoltaik-Anlagen, deren festgeschriebene Förderung noch in die Zukunft fortwirkt. Körnig spricht die rasante Preissenkung für Solaranlagen an und meint der weitere Solar-Ausbau falle kostenseitig kaum ins Gewicht. Aktuelle Berechnungen der Prognos AG belegten, dass sich der weitere Solarstrom-Ausbau um 70 Prozent bis 2016 kaum auf die Strompreise auswirkt, die um knapp 2 Prozent steigen. Ermöglicht wird das durch erhebliche Anstrengungen der Solarbranche, die in den vergangenen drei Jahren die Kosten für schlüsselfertige Solaranlagen beträchtlich gesenkt hat. Durch technischen Fortschritt, Massenfertigung und einen harten internationalen Wettbewerb sinkt auch die Solarförderung 2012 um 28 Prozent auf das Niveau konventioneller Verbraucher-Stromtarife, im nächsten Jahr auf das Förderniveau von Windkraftanlagen auf dem Meer.

Drastische weitere Einschnitte in die Solarförderung seien nicht tragbar, gefährden Deutschlands Zugang zu einem der größten weltweiten Zukunftsmärkte, die Energiewende und über 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Bereits jetzt schrieben viele Unternehmen rote Zahlen. Eine noch schnellere Absenkung der Solarförderung sei für den überwiegenden Teil der Solarindustrie daher nicht tragbar. Körnig: „Jetzt ist Augenmaß und politische Verlässlichkeit gefragt“.

Quelle: BSW Solar

Beteiligung fördert die Energiewende

Dienstag, Januar 31st, 2012

Für Großtechnologien wie beispielsweise Windparks besteht die große Herausforderung darin, Akzeptanz der Bevölkerung zu erhalten. Das Thema Akzeptanz wurde in einem Workshop von 60 Sozialwissenschaftler und Techniker am Wuppertal Institut erforscht. „Akzeptanzforschung zu CCS“ wurde speziell bei der in Deutschland vorerst gescheiterten Technologie Carbon Capture and Strorage (CCS), dem Abtrennen und Speichern von Kohlendioxid, erarbeitet.

Seit 2009 haben das Wuppertal Institut (WI) und das Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-STE) die Kommunikation von CCS in Deutschland beobachtet. Die Sozialforscher kommen zu dem Schluss, dass die Kommunikation stärker darauf ausgerichtet werden sollte, den Nutzen einer Technik für die Gesellschaft zu vermitteln. Kommunikation sollte die Bürger befähigen, den Nutzen einer Technik eigenständig zu bewerten. Zukünftig soll in der Akzeptanzforschung näher untersucht werden, wie die Einschätzung von Nutzen entsteht und wie sie sich stabilisiert.

Doch neben CCS haben auch andere Technologien mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Die Sozialwissenschaftler kamen bei der Kommunikation von Technik in Deutschland auf vier auffällige Aussagen. Die Technik werde als Lösung im Innovationswettlauf angeboten, sie würde immer sofort mit Folgeproblemen verbunden, sie steht für eine Entfremdung im Alltag der Menschen, die sich als Angst vor Kontrollverlust zeigt und sie wird als Sündenbock für die Vertrauenskrise zu politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern benutzt. All das könnte durch frühzeitige Beteiligungskommunikation beeinflusst werden, die nicht nur auf Wissensvermittlung setzt.

Erfolgreiche Technikkommunikation erfordert laut Jürgen-Friedrich Hake (IEK-STE) einen rechtlich und politisch verbindlichen Rahmen für Klimaschutz. WI-Chef Manfred Fischedick wies auf das vermeintliche Dilemma hin, dass Beteiligung viel Zeit koste, die man wegen der notwendigen Beschleunigung von Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen der Energiewende aber eigentlich nicht habe. Gut gemachte Beteiligungsverfahren könnten aber genau das Gegenteil bewirken. Indem sie kontroverse Diskussionen vorwegnehmen und die Bürger/innen stärker einbinden, können sie in der Umsetzungsphase langwierige Prozesse ersparen, seien also netto betrachtet ein beschleunigendes Instrumentarium.

Die Ergebnisse des Workshops sollen im oekom Verlag als Buch veröffentlicht werden. Außerdem sind auf der englischsprachigen Webseite umfassende Informationen über das Forschungsprojekt „CCS Kommunikation“ vorhanden.

Quelle: BINE Informationsdienst

Energiepreisverleihung 2011 Landkreis Starnberg

Montag, Januar 30th, 2012

Das Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil gewinnt den Energiepreis 2011 des Landkreises Starnberg insbesondere mit seinem Kinder-Klima-Camp und der Kinder-Klimaschutz-Konferenz, aber auch dem insgesamt ganzheitlichen Ansatz zur Umweltbildung und Erlebnispädagogik. Dies wurde am Donnertag, 26.01.2012 bei der Energiepreisverleihung bekannt gegeben. bluMartin GmbH aus Weßling platzierte sich mit seinem Passivhaus-Bürogebäude und der Entwicklung einer innovativen Lüftungsanlage auf dem 2. Rang, die Gemeinde Gilching erreichte mit dem Neubau eines Kinderhorts in recyclingfähiger Modulbauweise den 3. Preis.

Die Gewinner des Energiepreises 2011

Quelle: Landratsamt Starnberg

Seit am 25. Mai 2009 der Kreistag die jährliche Auszeichnung eines Energiepreises beschlossen hat, verleiht der Landkreis in diesem Jahr bereits zum dritten Mal den Energiepreis. Ziel der Preisvergabe ist es, positive Beispiele bekannt zu machen, die zur Nachahmung anregen und damit die Energiewende im Landkreis vorantreiben. Im Sommer letzten Jahres erfolgte die Ausschreibung des Energiepreises 2011. Privatpersonen, Unternehmen, aber auch Kommunen und andere öffentliche Einrichtungen und Institutionen wurden aufgerufen, sich mit vorbildlichen Initiativen im Bereich Klimaschutz sowie der Energieeinsparung und Energieeffizienz zu bewerben. Bis kurz vor Fristende wurden 19 Bewerbungen eingereicht.

Die eingegangenen Bewerbungen hat eine Jury, aus je einem Vertreter jeder Kreistagsfraktion, dem Energiewendeverein, dem Regionalmanagement, dem Landratsamt sowie dem Bürgermeisterssprecher, beraten und eine Empfehlung ausgesprochen, über die dann der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Verkehr entschieden hat.

Die Bewertung der Bewerber erfolgte in drei Stufen. Im ersten Schritt wurden alle Bewerbungen gesichtet und die Erfüllung der Ausschreibungskriterien mit Hilfe eines Punktesystems bewertet. In einem zweiten Schritt wurden die besten Projekte von der Jury vor Ort besichtigt. Nach diesem Verfahren kamen folgende sieben Bewerber in der Finalrundem und schließlich fand eine abschließende Beratung und Bewertung mit endgültiger Feststellung der Sieger statt.

Gemeinde Gilching
Neubau eines Kinderhorts in Modulbauweise

Christian Ufer (Starnberg)
Neubau Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung

Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil
Regionales Kinder-Klima-Camp am Ammersee
mit Kinder-Klimaschutz-Konferenz

Gemeinde Weßling
Sanierung Mehrfamilienhaus mit Bürgersolarkraftwerk

Zukunftswerkstatt Pöcking
Pöcking zeigt Effizienz eine geführte Tour mit Ausstellung

bluMartin GmbH (Weßling)
Entwicklung dezentrales Frischluftsystem sowie Passivhaus-Bürogebäude

Gemeinde Herrsching
Energetische Sanierung Stadtvilla mit Kinderhort

Nur jeder Dritte kennt die genaue Höhe seiner Stromkosten

Freitag, Januar 27th, 2012

Die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energieagentur GmbH (dena) hat eine Umfrage zum Thema Energieeffizienz gemacht. Darin fanden sie heraus, dass nur jeder dritte Deutsche die genauen Ausgaben für Strom kennt. 33 Prozent hatten eine ungefähre Vorstellung, 32 Prozent gar keine Vorstellung in welcher Höhe sich ihre jährlichen Stromkosten bewegen.

Über 2.000 Privathaushalte wurden vom Meinungsforschungsunternehmen Forsa im Oktober 2011 telefonisch befragt. “Es lohnt sich für jeden Haushalt, bei den Stromkosten genau hinzusehen”, so Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. “Strom ist ein kostbares Gut. Das wird in Zukunft noch mehr gelten als bisher. Wer Strom spart, sichert sich gegen den Anstieg der Stromkosten ab und leistet einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss gar nicht erst hergestellt werden.”

Die EnergieEffizienz stellt den Verbrauchern auf der eigenen Homepage www.stromeffizienz.de umfassende Informationen über Stromeffizienz, -verbrauch und –kosten bereit. Neben Informationsbroschüren und Online-Rechner werden auch Hilfen zur Auswahl für stromsparende Elektrogeräte angeboten. Mit dem kostenlosen Online-Stromsparcheck lässt sich beispielsweise der eigene Haushalt in rund fünfzehn Minuten auf Einsparpotenziale hin untersuchen. Mit den Stromkostenchecks kann der Verbraucher ausrechnen, wie viel Geld er durch den Kauf eines energieeffizienten Fernsehgeräts oder Kühlschranks sparen kann. Ein Blick in die TopGeräte-Datenbank hilft dabei, die energieeffizientesten Modelle zu finden, die derzeit am Markt erhältlich sind.

Quelle: dena

Drastische Absenkung der Solarstromvergütung 2012

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung um rund 30 Prozent führen. Unter Schwarz-Gelb wird die Solarförderung damit binnen zweieinhalb Jahren annähernd halbiert.

Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15 % abgesenkt werden. Das ist das Resultat der im Sommer vergangenen Jahres verabschiedeten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%. (Die erste Reduzierung von 15 % der Solarförderung fand bereits am 01. Januar 2012 statt). Somit reduziert sich die Förderung im Jahr 2012 insgesamt doppelt so stark wie 2011.

Mit Vergütungszahlungen zwischen 17,94 Cent und 24,43 Cent pro Kilowattstunde erreicht die Förderhöhe für neue Solarstromanlagen in allen Klassen damit das Preisniveau privater Stromtarife in Deutschland. Zum 1. Juli werden sie voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Kosten für den weiteren Solarstrom-Ausbau deutlich reduziert. „Die gesetzliche Kostenbremse greift. Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien.“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Durch das starke Wachstum der Photovoltaik steigt ihr Anteil am deutschen Stromverbrauch 2012 auf über vier Prozent. Der Branchenverband erwartet bei moderater Weiterentwicklung einen Beitrag von über zehn Prozent im Jahr 2020. Solarstrom wird dadurch zu einem wesentlichen Motor der Energiewende, die durch den Wegfall der Atomkraft beschleunigt werden muss. Der starke Zubau 2011 war ohne umfangreiche Investitionen in die Netzinfrastruktur möglich, da Solarstrom verbrauchernah erzeugt wird.

Eine Überlagerung verschiedener Effekte hat dazu beigetragen, dass die starke Reduzierung der Förderung 2011 nicht sogar bereits zu einem Rückgang der Nachfrage führte: Deutlich gesunkene Preise für Solarmodule und schlüsselfertige Solarstromanlagen, milde Witterungsverhältnisse im Dezember, die im Herbst angekündigte Absenkung der Förderung zum Jahreswechsel in Höhe von 15 Prozent sowie die von Teilen der Politik geschürte Angst vor einer Kappung der Solarförderung. Darüber hinaus hat möglicherweise die durch die Eurokrise begünstigte Flucht in Sachwerte auch den Ausbau der Solarenergie beeinflusst.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft, Hans-Josef Fell MdB 2012 (Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Foto: Brainding

Baltic 2: Baubeginn des Umspannwerks – Ausbau der Offshore-Windanlagen sinnvoll?

Donnerstag, November 24th, 2011

Am Dienstag wurde bekanntgegeben, dass der Energiekonzern EnBW mit den Bauarbeiten für Umspannstation und Fundament des Offshore-Windpark Baltic 2 beginnt. Die Umspannstation gilt als Herzstück des Windparks, wo später der Strom von 80 Windkraftanlagen zusammenfließen, von 33 auf 150 Kilovolt hoch transformiert und über Seekabel an Land transportiert werden soll. Für den Bau der Umspannstation wurden die Firmen Alstrom Grid GmbH und WeserWind GmbH beauftragt.

„Der Baubeginn der Umspannstation zeigt, dass wir konsequent die Windkraft und damit die erneuerbaren Energien in Deutschland ausbauen. Nachdem wir im Mai unseren ersten Offshore-Windpark EnBW Baltic 1 in Betrieb genommen haben, starten wir jetzt mit unserem zweiten und deutlich größeren Windpark in der Ostsee. Der Bau der Umspannstation für EnBW Baltic 2 ist erst der Anfang: es folgen 80 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt.“, so Hans-Peter Villis, EnBW-Vorstandsvorsitzender.

Ende 2012 soll der Bau des Windparks abgeschlossen und bereits ab dem Jahr 2013 am Netz sein. Der Offshore-Windpark wird jährlich eine Leistung von  1,2 Mrd kWh erzeugen und kann damit 340.000 Haushalte mit Strom versorgen. Baltic 2 ist das zweite von insgesamt vier geplanten Offshore-Windparks der EnBW. Insgesamt plant der Konzern Windkraftanlagen mit insgesamt 1200 MW in Ost- und Nordsee zu errichten.

Matthias Willenbacher, Gründer von JUWI und Greentech Manager des Jahres 2009, sieht den Ausbau der Offshore-Energie kritisch: „Denn bei einem konsequent dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien und insbesondere der Windkraft, könnten wir auf den teuren Bau von Stromtrassen im Meer und auf Überlandleitungen verzichten. Schon heute zahlt der Verbraucher durch die Offshore-Windparks deutlich drauf. Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird der Strom aus Offshore-Anlagen, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen, in den ersten zwölf Jahren mit satten 15 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Die Anfangsvergütung bei Windkraft an Land beträgt 2012 dagegen rund neun Cent und wird nur die ersten fünf Jahre ausbezahlt.

Jeder neue Windpark auf See wird die Kosten der Energiewende in die Höhe treiben! Bei einem dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien werden zudem die Menschen vor Ort ins Boot geholt; durch Beteiligungsmöglichkeiten, Pachteinnahmen für Gemeinden oder Arbeitsplätze vor Ort. Bleibt zu hoffen, dass das auch bei der Politik ankommt!“

Quelle: EnBW, klimaretter.info

Solarstrom immer günstiger

Freitag, November 11th, 2011

Installation einer Solarstromanlage lohnt sich weiterhin

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) informiert in einem kürzlich erschienen Pressebericht über die zum Jahreswechsel um 15 Prozent sinkende Förderung für neue Solarstromanlagen. Als Basis dienen die aktuellen Photovoltaik-Marktzahlen der Bundesnetzagentur. Damit wird die auf dem Hausdach erzeugte Kilowattstunde Solarstrom kleiner Solarstromanlagen mit 24,43 Cent vergütet (aktuell 28,74 Cent/kWh) und sinkt so auf das Niveau von Haushaltsstromtarifen.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V., beobachtet: “Die Solarbranche erfüllt das Versprechen, immer günstigeren Strom zu erzeugen. In Deutschland entwickelt sich die Photovoltaik in rasantem Tempo weiter in Richtung Wettbewerbsfähigkeit”. Bereits im Jahr 2012 wird Solarstrom vom eigenen Dach auf dem Preisniveau von Haushaltsstromtarifen ankommen. Spätestens 2014 können große Solarparks so günstig Strom produzieren wie Windkraft auf dem Meer. “Dies sind wichtige Meilensteine der Energiewende.”, so der Geschäftsführer.

Trotz der fallenden Preise zeigt sich der BSW-Solar gegenüber den Verbrauchern zuversichtlich. Es lohne sich weiterhin in die Solarstrom-Produktion einzusteigen. Gerade in den letzten Monaten seien die Preise für schlüsselfertige Solarstromsysteme deutlich gefallen. Durch einen starken Wettbewerb, beachtliche Innovationserfolge und die zunehmende Massenfertigung konnten die Preise seit 2007 halbiert werden. Privatpersonen mit Überlegungen zur Installation solcher Anlagen rät Körnig: “Wer selbst Solarstrom erzeugen möchte, ob auf dem eigenen Dach oder als Teilhaber an einer Bürgersolaranlage, sollte nicht nur auf Stichtage achten. Eine Solarstromanlage hält länger als ein Auto. Deswegen sollte auch auf die Qualität der Komponenten, eine kompetente Beratung und die fachmännische Montage geachtet werden.” Kostenlose Verbraucherinformationen rund um das Thema Solartechnik stellt der Bundesverband Solarwirtschaft im Internet unter www.solartechnikberater.de bereit.

Im Zuge sinkender Kosten für Solarstrom, steigt zugleich die erzeugte Solarstrommenge steil an und hat sich in den Jahren von 2009 bis 2011 verdreifacht. Im ersten Halbjahr 2011 hat Solarstrom mit einem Anteil von 3,5 Prozent am Brutto-Stromverbrauch erstmals die Stromerzeugung aus Wasserkraft überholt. Bis 2020 wird laut BSW Solar der Solarstrom-Anteil auf mindestens 10 Prozent steigen. “Solarstrom wird zum Preisbrecher und zur tragenden Säule des Energiesystems der Zukunft.”, prognostiziert Körnig.

Quelle: www.solarwirtschaft.de

Strompreiserhöhung durch rasant steigende Netzentgelte

Montag, Oktober 24th, 2011

Die Netzentgelte sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Ab Januar werden sie jedoch deutlich steigen – und damit auch der Strompreis. Aus den Ankündigungen der Netzbetreiber ergeben sich Steigerungen von bis zu 12 Prozent. Diese Kosten geben die Versorger meistens recht zeitnah über steigende Energie-Preise an die Endkunden weiter.  Grund hierfür ist zum einen ein Urteil des Bundesgerichtshofs, der im vergangenen Sommer die pauschale Kürzung der Netzentgelte um 1,25 Prozent pro Jahr für rechtswidrig erklärt hatte. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit: zum anderen hat die Bundesregierung energieintensive Unternehmen und damit Großverbraucher, die das Netz besonders intensiv nutzen, im Umfang von rund 1 Milliarde Euro von der Kostenbeteiligung befreit.

Bisherige Netzentgeltregulierung rechtswidrig

Bisher mussten die Netzbetreiber im Rahmen der sogenannten “Anreizregulierung” durch die Bundesnetzagentur eine jährlich sinkende “Erlösobergrenze” in Kauf nehmen – die Unternehmen sollten damit zu gezwungen werden, ihre Effizienz zu steigern. Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium hat bisher jedoch nicht auf dieses Urteil reagiert und neue Regelungen geschaffen. Die Netzbetreiber erhöhen deshalb die Netzentgelte und sorgen dadurch bei den deutschen Gas- und Stromkunden für Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro.

Die Mehrbelastung für Stromkosten können so für einen Durchschnittshaushalt über 50 € im Jahr betragen; energieintensive Mittelständler drohen Mehrkosten von mehr als 150.000 €.

Privilegien für energieintensive Unternehmen belasten Verbraucher, kleine und mittelständische Unternehmen

Zwei aktuelle Entwicklungen greifen hier ineinander.

  • Die besonders stromintensiven Betriebe wurden in einer Nacht und Nebel Aktion komplett von den Netzentgelten befreit. Damit müssen sich diejenigen Unternehmen nicht mehr am Netzausbau und der Instandhaltung beteiligen, die es am stärksten nutzen. Rund 1 Milliarde € müssen hier Verbraucher und KMU (klein- und mittelständische Unternehmen) mehr bezahlen. Besonders pikant bei der Regelung ist, dass sie rückwirkend zum 1. Januar 2011 gilt. Weil der Betrag aber dieses Jahr nicht umgelegt werden konnte – da die entsprechende Verordnung erst im Sommer verändert wurde – wird er voraussichtlich ontop im nächsten Jahr aufgeschlagen. Im nächsten Jahr droht dadurch eine Mehrbelastung, die bei knapp 1 Cent die Kilowattstunde liegen dürfte. Aktuell wird hinter den Kulissen fieberhaft daran gearbeitet, mit welchem Mechanismus dieses Geld auf die Netzentgelte aufgeschlagen werden kann. Details findet man unter: http://www.derenergieblog.de/allethemen/energie/netznutzung-gratis-grose-stromkunden-werden-von-netzentgelten-befreit/
  • Noch kostenintensiver wirkt sich ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus, dass Ende Juni entschieden wurde. Danach ist ein sogenannter Produktivitätsfaktor – mit dem die Netzentgelte jährlich um 1,25 bis 1,5 % pauschal gekürzt werden – für ungültig erklärt worden. Begründung: Die Bundesnetzagentur hatte keine gesetzliche Ermächtigungsgrundlage diesen Faktor einzuführen. Das Urteil des Bundesgerichtshofes war absehbar, deswegen hat die Bundesnetzagentur das Bundeswirtschaftsministerium gebeten, den Produktivitätsfaktor nachträglich ins Energiewirtschaftsgesetz zu schreiben und damit zu „legalisieren“. Das Wirtschaftsministerium hat die Hände in den Schoß gelegt. Das nachsehen haben nun die Verbraucher und KMU. Rund 2 Milliarden Euro können die rund 100 klagenden Netzbetreiber auf ihre Netzentgelte aufschlagen. Damit werden die Kürzungen seit 2009 ausgeglichen. Je nach Netzgebiet wurden die Preise bereits für das nächste Jahr um 0,5 bis 1 Cent/kwh erhöht. Hier lohnt es sich beim örtlichen Netzbetreiber nachzufragen, ob er zu den Mitklagenden gehörte und jetzt erhöht. Aber auch in den anderen Netzgebieten drohen Preissteigerungen, weil die Regelung mit dem Produktivitäts/Kürzungsfaktor obsolet ist.

Diese beiden Entwicklungen sind höchst ärgerlich. Sie sind aber von der schwarz-gelben Regierung so gewollt. Entweder durch aktives Nichtstun beim Produktivitätsfaktor oder durch die aktive Befreiung der besonders stromintensiven Industrie von den Netzentgelten. Hier greift auch nur bedingt die Logik, die hinter der Befreiung der stromintensiven Industrie steht – nämlich, dass es aufgrund des Atomausstieges zu Preissteigerungen beim Strom kommt und deswegen Arbeitsplätze in dieser Branche auf dem Spiel stehen. Besonders die Rückwirkung ist ärgerlich: Die Auftragsbücher sind voll in 2011 und der Strom wurde
größtenteils vor dem Atomausstieg auf Termin eingekauft. Die diesjährige Entlastung ist somit ein reines Geschenk in Höhe von 1 Mrd €. Zudem bröckelt der 5-10 prozentige Strompreisanstieg nach dem Atomausstieg immer mehr und ist fast nivelliert.

Kritik an dieser Situation kommt vor allem von Verbraucherschützern. So sprach zum Beispiel Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband im Kölner Stadt-Anzeiger von einem “unglaublichen Vorgang”. Durch seine Untätigkeit habe Bundeswirtschaftsminister Rösler den Bürgern und dem Gewerbe drastische und vor allem unnötige Preissteigerungen beschert.

Im Strompreis für Endkunden machen die Netzentgelte rund ein Viertel des Gesamtpreises. Diese Netzentgelte unterscheiden sich je nach dem jeweiligen Wohnort und zuständigen Netzbetreiber. Die einzelnen Stromanbieter haben auf diese Preise keinen Einfluss.

Es sollte jedoch allenthalben betont werden, dass nicht die Erneuerbaren Energien Ursache für die Preissteigerungen sind, sondern politische Fehlsteuerungen.

Energiewende Landkreis Starnberg e.V., zusammengefasst von Evelyn Villing

Quellen: n-tv, EnBW, www.strompreisvergleich2011.de, Daniel Holstein (MA im Abgeordnetenbüro der MdB Bärbel Höhn (B90/Die Grünen)

Foto: Köhler – fotolia.com

Holzpellets über 40 % günstiger als Heizöl

Freitag, Oktober 21st, 2011

Holzpellets kosten 232,76 Euro/t

Der Bezugspreis für Holzpellets in Deutschland ist im Oktober 2011 saisonal bedingt geringfügig gestiegen (+0,9 %). Wie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) berichtet, betrug der Durchschnittspreis im Oktober 232,76 (September 2011: 229,90) Euro/t. Der DEPV erhebt seit Jahresbeginn 2011 über das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) den DEPV-Index für den Preis von Holzpellets.

Start der Heizsaison: niedrige Preise für Pellets

Besitzer einer Holzpelletheizung müssen den Beginn der kalten Jahreszeit also nicht fürchten. Im Gegensatz zu den aktuell rasant ansteigenden Preisen für Heizöl und Erdgas hat sich der Pelletpreis seit Jahren auf einem stabil niedrigen Niveau eingependelt.  Dies gilt auch für den Beginn der diesjährigen Heizsaison.

Zwar gibt es einen saisonal bedingten leichten Anstieg von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat und um 2,3 Prozent im Vergleich zu 2010, dennoch ist das Heizen mit Pellets um 43 Prozent günstiger als mit Heizöl und rund 30 Prozent günstiger als mit Erdgas.

„Pünktlich zum Beginn der Heizsaison ist in den Medien vom ‚Heizkosten-Schock‘ und der ‚Energiepreisexplosion‘ die Rede. Weil Holzpellets aber ein regional produzierter Energieträger sind, haben die Spekulationen am Weltmarkt der fossilen Energien keinen Einfluss auf den Pelletpreis in Deutschland“, so Martin Bentele, geschäftsführender Vorsitzender des DEPV. Da der Staat die umweltfreundliche Wärme aus den kleinen Presslingen auch finanziell unterstützt, rechnet sich der Umstieg von fossilen Energien auf den CO2-neutralen Brennstoff Holz nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt. „Eine durchschnittliche Familie, die vorher 3.000 Liter Heizöl verbraucht hat, spart dieses Jahr mit Pellets über 1.000 EUR Heizkosten und 10,2 Tonnen CO2 ein“, erklärt Bentele. Die Kilowattstunde Wärme mit Heizöl kostet derzeit 8,35 Cent, mit Holzpellets nur 4,75 Cent.

In Süddeutschland sind Holzpellets traditionell noch günstiger als in anderen Regionen. Wer in Bayern und Baden-Württemberg mit Pellets heizt, zahlte im Oktober für eine Tonne 231,18 EUR, wenn sechs Tonnen Qualitätspellets abgenommen werden. In der Mitte der Republik liegt der Preis bei 241,10 EUR/t. In Nord- und Ostdeutschland kostet eine Tonne Pellets 243,00 EUR. Der DEPV empfiehlt, Pellets mit dem ENplus-Siegel zu kaufen. Diese Qualitätspellets werden streng geprüft und auch der jeweilige Händler muss hohen Anforderungen bei Transport und Anlieferung genügen.

DEPV-Index
Der DEPV-Preisindex wird seit Jahresbeginn 2011 im Monatsrhythmus veröffentlicht. Er bezeichnet den Durchschnittspreis in Deutschland für eine Tonne Pellets der Qualitätsklasse ENplus A1 bzw. DINplus (Abnahme 6 t, Lieferung im Umkreis 50 km, inkl. aller Nebenkosten und MwSt.). Für den DEPV erhebt das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) den Pelletpreis nach Regionen sowie nach Verkaufsmenge.

Hochauflösende Grafiken zur Energiepreisentwicklung in Deutschland sowie die Preise nach Regionen finden Sie hier.

Neues Online Portal mit Analysen und Gutachten zu Erneuerbaren Energien

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

Die Energiewende ist eine anspruchsvolle und sensible Aufgabe, die in alle gesellschaftlichen Bereiche reicht und daher auf fundiertes Wissen angewiesen ist. Insbesondere die Wissenschaft spielt für den Umbau des Energiesystems auf eine 100-prozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle, Studien und Gutachten sind die Basis für politische Entscheidungen und damit richtungsweisende Entwicklungen für unsere Wirtschaft und künftige Ve rsorgungsstrukturen.

Studienradar Erneuerbare Energien

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat für dieses junge interdisziplinäre Forschungsfeld ein neues Online-Portal www.energie-studien.de geschaffen, das für mehr Orientierung sorgen soll. Das „Studienradar Erneuerbare Energien“ informiert Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und engagierte Bürger über aktuelle Forschungsberichte zum Thema.

Im Rahmen der Jahrestagung des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) wird das „Studienradar Erneuerbare Energien“ von der AEE erstmals vorgestellt. Es führt laut Angaben der Energieagentur in seiner Datenbank Studien zu systemanalytischen, ökonomischen, politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekten der Erneuerbaren Energien auf.

Der Presseinformation ist auch zu entnehmen, dass eine Fachredaktion ausgewählte Berichte, Gutachten und Analysen aufbereitet und inhaltlich zusammenfasst. Zentrale Aussagen und Ergebnisse werden dann in Grafiken anschaulich dargestellt. Die Agentur für Erneuerbare Energien arbeitet nach eigenen Aussagen dabei eng mit dem Forschungs-Verbund Erneuerbare Energien zusammen, um eine hohe Qualität der Studienaufbereitungen zu gewährleisten.
Durch diese redaktionelle Aufbereitung können Internetnutzer Forschungsarbeiten unterschiedlicher Institute und Auftraggeber einander gegenüberstellen und vergleichen. „Das Portal ermöglicht seinen Nutzern, Studien besser einzuordnen“, erläutert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „So können sie sich ein ausgewogenes Bild über Fortschritte und Herausforderungen bei der Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien machen.“

Das Internetportal bietet desweiteren eine Übersicht über Forschungsinstitute und Beratungsunternehmen in Deutschland, den Forschungsatlas. Eine interaktive Deutschlandkarte zeigt Einrichtungen, die sich mit technologischen, politischen, wirtschaftlichen, ökologischen oder sozialen Aspekten Erneuerbarer Energien beschäftigen.

Nach dem Start der Webseite geht die Arbeit am Projekt weiter: Die Fachredaktion erfasst kontinuierlich Publikationen und bereitet pro Jahr rund 50 Studien redaktionell auf. Auch die Mediathek wird durch Grafiken erweitert, die zentrale Aussagen verschiedener Studien vergleichen. Eine Expertendatenbank für die schnelle Suche nach energiewirtschaftlichen bzw. -politischen Fachleuten sowie ein Glossar sollen das Angebot des Internetportals zukünftig abrunden.

Studienradar Erneuerbare Energien im Internet: www.energie-studien.de

Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Erneuerbare Energien