Eintr&aauml;ge ‘Erneuerbare Energien’

Bewerbungsfrist für Deutschen und Europäischen Solarpreis Ende Juni

Freitag, Februar 3rd, 2012

Ende des Jahres 2012 vergibt Eurosolar, die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e. V., wieder den Deutschen und den Europäischen Solarpreis für innovative und herausragende Leistungen bei der Verbreitung und Anwendung Erneuerbarer Energien. Bis 30. Juni können die Bewerbungen und Vorschläge noch eingereicht werden.

Bereits zum 19. Mal werden die Preise an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine oder Gemeinschaften, Privatpersonen und Organisationen für ihr besonderes Engagement vergeben. Um die Breitenwirkung Erneuerbarer Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche zu erfassen erfolgt die Preisvergabe in verschiedenen Kategorien:

  • Städte / Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
  • Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen
  • Lokale oder regionale Vereine / Gemeinschaften
  • Solares Bauen und Stadtentwicklung
  • Medien
  • Transportsysteme
  • Bildung und Ausbildung
  • Eine-Welt-Zusammenarbeit
  • Sonderpreis für persönliches Engagement

Folgende Kategorien werden außerdem mit Plaketten ausgezeichnet:

  • Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien
  • Schulen und Bildungseinrichtungen

Neben den direkt eingehenden Bewerbungen werden der Jury auch Vorschläge der Eurosolar-Sektionen vorgelegt, die auf den nationalen Ebenen eingereicht und prämiert wurden.

Informationen zum Bewerbungsverfahren und das Online-Anmeldeformular finden Sie hier!

Quelle: Eurosolar e. V.

Kommunalen Nutzen der Energiewende errechnen

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze in Kommunen, erhöhen die Steuereinnahmen des Bundesstaats und schützen das Klima. Die Agentur für Erneuerbare Energien hat einen Wertschöpfungsrechner entwickelt, der genau diese positiven Wirtschaftseffekte regenerativer Energien ermittelt.

„Für die Energiewende in Deutschland kommt den Bürgerinnen und Bürgern eine entscheidende Rolle zu. Engagement und Akzeptanz für den Umbau der Energieversorgung wachsen, wenn sie erkennen, welchen Nutzen die Erneuerbaren Energien vor Ort schaffen. Dafür kann der Wertschöpfungsrechner der Agentur für Erneuerbare Energien eine wichtige Hilfe sein“, so die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die den Online-Rechner auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vorgestellt hat.

Der Online-Rechner berücksichtigt für seine Kalkulationen der Wertschöpfung vor Ort die Unternehmensgewinne ebenso wie Einkommen durch Beschäftigung und Steuern an die Kommunen. Nutzer des Rechners können sich für ihre Kommune und Region auch den Anteil Erneuerbarer Energien an der Versorgung ausrechnen lassen. Darüber hinaus kalkuliert der Online-Rechner Klimaschutz- und Jobeffekte, die in den Dörfern und Städten mit dem Umbau der Energieversorgung einhergehen.
In der Wertschöpfungskette wird zwischen Planung und Installation, Betrieb und Wartung sowie der Betreibergesellschaft unterschieden. Über diese Punkte können 24 verschiedene Technologien aus den Bereichen Strom, Wärme, Kraft- und Brennstoffe gewählt und daraus eine Orientierungssumme errechnet werden.

Neben dem ökonomischen Nutzen für die Kommunen und Regionen zeigt der Wertschöpfungsrechner auch die positiven ökologischen Effekte, die mit der Energiewende einhergehen können: „Klimaschutz und der Zugewinn an Wirtschaftskraft durch den Ausbau Erneuerbarer Energien gehen Hand in Hand“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Mit dem Wertschöpfungsrechner bekämen Bürger, Projektierer und Entscheider in den Kommunen zur rechten Zeit ein überzeugendes Instrument für ihre Planungen an die Hand. Herr Vohrer: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird in Deutschland vor allem von bürgerschaftlichen Initiativen in den Kommunen getragen. Solche Initiativen sind die wahren Stützen der Energiewende.“

Der Rechner basiert auf einer vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) entwickelten Methodik. Gefördert wurde die Studie von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vom Bundeslandwirtschaftsministerium.

Hier kommen Sie direkt zum Wertschöpfungsrechner!

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

FORSA-Umfrage: Investitionsbereitschaft der Bürger für Erneuerbare Energien steigt

Donnerstag, Januar 12th, 2012

Auch fast ein Jahr nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, mehr Geld für den Umbau des Energiesystems auszugeben, sehr hoch.

Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FORSA im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. (VKU).  61 Prozent der Befragten sind demnach bereit, höhere Preise für Strom zu bezahlen, wenn damit der Ausbau der Erneuerbaren Energien vorangebracht werden kann.

Hier zeigen sich sich zwar einkommensabhängige Unterschiede – je höher das Nettoeinkommen, desto größer ist auch die Bereitschaft, höhere Stromrechnungen zu akzeptieren -, der VKU sieht jedoch in dem Ergebnis alles in allem die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.

“Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben und erfordert deshalb die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte. Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt”, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck in einer Presseerklärung vom 4. Januar dieses Jahres.

Lesen Sie die kompeltte Pressemitteilung der VKU hier

Quelle: VKU, www.vku.de

Drastische Absenkung der Solarstromvergütung 2012

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung um rund 30 Prozent führen. Unter Schwarz-Gelb wird die Solarförderung damit binnen zweieinhalb Jahren annähernd halbiert.

Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15 % abgesenkt werden. Das ist das Resultat der im Sommer vergangenen Jahres verabschiedeten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%. (Die erste Reduzierung von 15 % der Solarförderung fand bereits am 01. Januar 2012 statt). Somit reduziert sich die Förderung im Jahr 2012 insgesamt doppelt so stark wie 2011.

Mit Vergütungszahlungen zwischen 17,94 Cent und 24,43 Cent pro Kilowattstunde erreicht die Förderhöhe für neue Solarstromanlagen in allen Klassen damit das Preisniveau privater Stromtarife in Deutschland. Zum 1. Juli werden sie voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Kosten für den weiteren Solarstrom-Ausbau deutlich reduziert. „Die gesetzliche Kostenbremse greift. Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien.“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Durch das starke Wachstum der Photovoltaik steigt ihr Anteil am deutschen Stromverbrauch 2012 auf über vier Prozent. Der Branchenverband erwartet bei moderater Weiterentwicklung einen Beitrag von über zehn Prozent im Jahr 2020. Solarstrom wird dadurch zu einem wesentlichen Motor der Energiewende, die durch den Wegfall der Atomkraft beschleunigt werden muss. Der starke Zubau 2011 war ohne umfangreiche Investitionen in die Netzinfrastruktur möglich, da Solarstrom verbrauchernah erzeugt wird.

Eine Überlagerung verschiedener Effekte hat dazu beigetragen, dass die starke Reduzierung der Förderung 2011 nicht sogar bereits zu einem Rückgang der Nachfrage führte: Deutlich gesunkene Preise für Solarmodule und schlüsselfertige Solarstromanlagen, milde Witterungsverhältnisse im Dezember, die im Herbst angekündigte Absenkung der Förderung zum Jahreswechsel in Höhe von 15 Prozent sowie die von Teilen der Politik geschürte Angst vor einer Kappung der Solarförderung. Darüber hinaus hat möglicherweise die durch die Eurokrise begünstigte Flucht in Sachwerte auch den Ausbau der Solarenergie beeinflusst.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft, Hans-Josef Fell MdB 2012 (Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Foto: Brainding

Energiewende 2011: Ausbau Erneuerbarer, Abbau Atomkraft

Dienstag, Januar 3rd, 2012

Ausbau Erneuerbare

Im vergangenen Jahr 2011 verzeichneten die Erneuerbaren Energien als Beitrag zur Energieversorgung im Vergleich zu den Vorjahren in Deutschland einen kräftigen Zuwachs. Laut vorläufigen Schätzungen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEE Stat) vom Dezember nahm die Stromerzeugung aus regenerativen Energien mit 122 Milliarden kWh am Endenergieverbrauch etwa um 17% zu. Seit 2000 hat sich der Anteil damit mehr als verdreifacht.

Die größte Steigerung verzeichnet mit 205% gegenüber 2010 die Erzeugung aus Offshore-Windenergie, gefolgt von der Photovoltaik mit einem Plus von 67%. Der PV-Strom überholte im Jahr 2011 sogar erstmals die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen. Grund dafür ist nicht zuletzt das regenarme Jahr.

Diese Ergebnisse bestätigen, dass die Bundesregierung weiterhin auf einem guten Weg ist, ihre anspruchsvollen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen.

Bei den genannten Zahlen handelt es sich um erste Abschätzungen. Weitere detaillierte Zahlen werden von der AGEE Stat im Februar veröffentlicht.

Abbau Atomkraft

Weltweit nahm nach dem Vorfall im März in Japan der Bau neuer Atomkraftwerke ab. Sieben Jahre in Folge wurden immer mehr Baustellen errichtet, mit dem Jahr 2011 stoppte den Trend. Von den sechzehn geplanten AKW-Bauten wurden letztendlich nur zwei tatsächlich verwirklicht, dreizehn wurden hingegen still gelegt.

China und Indien, die in den letzten zehn Jahren mit Abstand größten Atomkraftbauer, nehmen ebenfalls an der Entwicklung teil. 2010 startete China noch mit zehn Baustellen, im Folgejahr wurde der Bau von keinem einzigen Reaktor begonnen. Der Bau von Solar- und Windkraftwerke hingegen steigt mit immer neuen Installationsrekorden stark an.

Quellen: AG Energiebilanzen e. V., Franz Alt

Energiewende: Anteil Erneuerbare Energien und Kernenergie fast gleich hoch

Dienstag, Dezember 13th, 2011

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und Atomenergie ist in Deutschland nahezu gleichauf. Auch 2011, wie bereits in den vergangenen Jahren, wurden die regenerativen Energien weiter ausgebaut. Das internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet über einen Anteil von rund 19 Prozent am Strombedarf, dies entspricht rund 113 Milliarden Kilowattstunden. Grundlage dafür sind erste Schätzungen und Erhebungen für das Jahr 2011.

Die bedeutendste regenerative Energie ist in Deutschland laut Forum mit 40 Milliarden Kilowattstunden die Windenergie. Das größte Wachstum mit einem Plus von 58 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Kilowattstunden verzeichnete hingegen die Solarenergie. Die Stilllegung der Kernkraftwerke nach dem Reaktorunfall in Fukushima führt dazu, dass 2011 voraussichtlich noch rund 110 (2010 waren es noch 140,6) Milliarden Kilowattstunden Strom aus Kernenergie erzeugt werden, so das IWR. “Erneuerbare Energien und Kernenergie stehen im Jahr 2011 an einem Wendepunkt”, kommentiert Dr. Norbert Allnoch, IWR-Direktor. Des Weiteren prognostiziert er, dass spätestens 2012 die regenerative Stromerzeugung in Deutschland dauerhaft über der aus Kernenergie liegen wird.

Quelle: IWR

Belectric erneut Weltmarktführer in der Entwicklung und im Bau von Photovoltaik Systemen

Montag, Dezember 12th, 2011

Bereits das zweite Jahr in Folge ist Belectric Weltmarktführer in der Entwicklung und im Bau (EPC) von Freiflächen-Solarkraftwerken und Photovoltaik-Dachanlagen. Das Unternehmen hat weltweit mehr Photovoltaik-Leistung installiert als jedes andere Branchenunternehmen. 62 Freiflächen-Solarkraftwerke, eine Vielzahl von PV-Großdachanlagen, PV-Gewächshäusern und PV-Parkplatzüberdachungen mit einer Gesamtleistung von 391 Megawatt wurden weltweit errichtet.

Die führende Marktposition von Belectric mit 2.000 Mitarbeitern in 15 Ländern ist im Besonderen auf die Vollintegration und die hauseigene Projektentwicklung zurückzuführen. Die Umsetzung erfolgt größtenteils mit eigenen Mitarbeitern und einem effizienten Maschinenpark. Mit der Eigenproduktion von Systemkomponenten, wie Untergestelle oder Kabelsysteme, lassen sich die Kosten pro erzeugter kWh langfristig senken.

Das europaweit größte Dünnschicht-Solarkraftwerk mit einer Gesamtleistung von fast 70 Megawatt wurde von dem internationalen Unternehmen im brandenburgischen Alt Daber umgesetzt.

Im kommenden Jahr möchte Belectric den Solarstrom mehr vorantreiben. Mit dem Eintritt in weitere internationale Märkte ist das Unternehmen in allen weltweiten Wachstumsregionen vertreten. Bernhard Beck, Geschäftsführer BELECTRIC Solarkraftwerke GmbH, stellt parallel dazu den entscheidenden Stellenwert des deutschen Markts in den Focus: “Wir sind überzeugt, dass sich mit neuen Technologien wie der integrierten Netzstabilisierung des 2.0 MegaWattBlocks und Energiespeicherlösungen die Energiewende kostengünstiger und effektiver gestalten lässt, sowie ein Teil des Netzausbaus obsolet wird. Deutschland und seine Unternehmen müssen hier Vorreiter für die weltweite Transformation der Energieerzeugung sein.”

Den vollständigen Pressebericht finden Sie unter IWR Pressedienst

Klimakonferenz in Durban – Klimaschützer hoffen auf ein Wunder

Mittwoch, November 30th, 2011

Seit vergangenem Montag bis zum 9. Dezember findet der 17. Weltklimagipfel in Durban, Südafrika, statt. 194 Staaten verhandeln erneut über Möglichkeiten die Klimaerwärmung einzudämmen. Christina Figueres, Chefin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC), beschreibt den Grund des Treffens mit „nichts Geringeres als die größte energietechnische, industrielle und verhaltensrelevante Revolution der Menschheitsgeschichte“.

Ein umfassendes, rechtlich verbindliches Abkommen soll das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ablösen. Dies ist nach dem Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen 2010 und dem darauffolgend nur mäßigen Fortschritt in Cancún allerdings schwer zu glauben. Vielmehr werden Beschlüsse zu Klimafonds oder Waldschutz erwartet.

Leider ist ausgerechnet von den energieintensiven Staaten USA und China bisher kaum eine Bereitschaft zu erkennen, sich in absehbarer Zeit auf international verbindliche Abkommen einzulassen. China setzt sich vielmehr dafür ein, gemeinsam mit Entwicklungs- und Schwellenländern, den Industrienationen die Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel zu übertragen. Die Länder Japan, Russland und Kanada fordern eine Beteiligung Chinas und der USA und meldeten bereits Widerstand an. Im Falle einer weiteren Blockade durch die USA verlangt beispielsweise die Umweltorganisation Greenpeace einen neuen Klimavertrag.

Die weltweit tätige Organisation erwartet jedoch eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Alle Staaten müssten sich dazu verpflichten bis zum Jahr 2015 innerhalb eines neuen Vertrags ihren CO2-Ausstoß zu verringern.

Industrienationen als Vorbild

Klaus Töpfer, Ex-Umweltminister, der bis 2006 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen leitete, forderte: “Wir müssen belegen, dass es geht, ohne mehr fossile Energien und ohne Kernenergie wirtschaftliche Stabilität zu erhalten.” und ruft damit die Industrienationen auf mit gutem Beispiel voranzugehen. Gelinge das hierzulande nicht, sei es auch extrem schwer, die Entwicklungsländer davon zu überzeugen. Deutschland befinde sich mit seiner Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von über 20 Prozent bereits auf dem richtigen Weg.

BDI-Präsident fordert Entgegenkommen von China

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, spricht über CO2-Strafmaßnahmen auf Produkte aus Ländern, die beim Klimaschutz nicht mitziehen: „Diese Maßnahmen würden Vergeltungsmaßnahmen provozieren zum Schaden der europäischen und insbesondere der exportstarken deutschen Industrie“. Insbesondere von China forderte er verpflichtende Zugeständnisse zur Minderung der Treibhausgase. „Kyotos alte Zweiteilung der Welt in Industrie- und Entwicklungsländer funktioniert nicht mehr“, so Keitel weiter. In der Klimarahmenkonvention heiße es ausdrücklich, dass die Vertragsparteien das Klima „entsprechend ihren jeweiligen Fähigkeiten“ schützen sollen.

Angesichts der zahlreichen Widerstände und unterschiedlichen Interessen kommt immer wieder die Forderung nach einer Koalition der Willigen auf: Ein kleiner Kreis von Staaten, die sich für den Klimaschutz engagieren wollten, könnte allein vorangehen – in der Hoffnung darauf, dass dadurch eine Sogwirkung auf die Unentschlossenen entstehe. Von Achim Steiner, Chef des Uno-Umweltprogramms Unep, äußert jedoch Bedenken: “Wir brauchen das globale Instrument der Klimarahmenkonvention, um Klimapolitik mittel- bis langfristig auch weltweit umsetzen zu können”.

Steiner befürchtet wenn sich die Staatengemeinschaft nicht auf einen gemeinsamen Ansatz in der Energiepolitik oder der Landwirtschaft verständige, drohe „ein Wettbewerbskampf, der die Klimapolitik nur zurückhalten wird“. Des Weiteren hätte ein Kontinent wie Afrika das Nachsehen, „wenn jeder nur noch für sich selbst agiert“.

Quelle: Spiegel online, Greenpeace

Baltic 2: Baubeginn des Umspannwerks – Ausbau der Offshore-Windanlagen sinnvoll?

Donnerstag, November 24th, 2011

Am Dienstag wurde bekanntgegeben, dass der Energiekonzern EnBW mit den Bauarbeiten für Umspannstation und Fundament des Offshore-Windpark Baltic 2 beginnt. Die Umspannstation gilt als Herzstück des Windparks, wo später der Strom von 80 Windkraftanlagen zusammenfließen, von 33 auf 150 Kilovolt hoch transformiert und über Seekabel an Land transportiert werden soll. Für den Bau der Umspannstation wurden die Firmen Alstrom Grid GmbH und WeserWind GmbH beauftragt.

„Der Baubeginn der Umspannstation zeigt, dass wir konsequent die Windkraft und damit die erneuerbaren Energien in Deutschland ausbauen. Nachdem wir im Mai unseren ersten Offshore-Windpark EnBW Baltic 1 in Betrieb genommen haben, starten wir jetzt mit unserem zweiten und deutlich größeren Windpark in der Ostsee. Der Bau der Umspannstation für EnBW Baltic 2 ist erst der Anfang: es folgen 80 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt.“, so Hans-Peter Villis, EnBW-Vorstandsvorsitzender.

Ende 2012 soll der Bau des Windparks abgeschlossen und bereits ab dem Jahr 2013 am Netz sein. Der Offshore-Windpark wird jährlich eine Leistung von  1,2 Mrd kWh erzeugen und kann damit 340.000 Haushalte mit Strom versorgen. Baltic 2 ist das zweite von insgesamt vier geplanten Offshore-Windparks der EnBW. Insgesamt plant der Konzern Windkraftanlagen mit insgesamt 1200 MW in Ost- und Nordsee zu errichten.

Matthias Willenbacher, Gründer von JUWI und Greentech Manager des Jahres 2009, sieht den Ausbau der Offshore-Energie kritisch: „Denn bei einem konsequent dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien und insbesondere der Windkraft, könnten wir auf den teuren Bau von Stromtrassen im Meer und auf Überlandleitungen verzichten. Schon heute zahlt der Verbraucher durch die Offshore-Windparks deutlich drauf. Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird der Strom aus Offshore-Anlagen, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen, in den ersten zwölf Jahren mit satten 15 Cent pro Kilowattstunde vergütet. Die Anfangsvergütung bei Windkraft an Land beträgt 2012 dagegen rund neun Cent und wird nur die ersten fünf Jahre ausbezahlt.

Jeder neue Windpark auf See wird die Kosten der Energiewende in die Höhe treiben! Bei einem dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien werden zudem die Menschen vor Ort ins Boot geholt; durch Beteiligungsmöglichkeiten, Pachteinnahmen für Gemeinden oder Arbeitsplätze vor Ort. Bleibt zu hoffen, dass das auch bei der Politik ankommt!“

Quelle: EnBW, klimaretter.info

Regierung bremst Ausbau Erneuerbarer Energien und erhöht gleichzeitig EEG-Umlage

Mittwoch, November 16th, 2011

Laut der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) wird die EEG-Umlage 2013 zwischen 3,66 und 4,74 Cent/kWh betragen. 2010 wurde sie für kommendes Jahr noch deutlich geringer, auf 3,4 bis 4,4 Cent geschätzt. Bekanntlich wurde die EEG-Umlage letzten Monat am unteren Rand in Höhe von 3,592 Cent/kWh für 2012 festgelegt – und dies auch nur aufgrund von kostensteigernden Sonderfaktoren, die letztes Jahr noch nicht bekannt waren.

Ein Vergleich der ÜNB-Prognosen des letzten und diesen Jahres lohnt sich. So fällt der Ausbau der meisten Erneuerbaren Energien in der aktuellen Mittelfristprognose für 2013 niedriger aus als noch letztes Jahr prognostiziert. Rückgänge sind bei der Photovoltaik und der Windenergie zu verzeichnen- lediglich der Bereich Biomasse notiert leichte Zuwächse.

Die niedrigeren Ausbauannahmen schlagen sich natürlich auch in den erwarteten Vergütungszahlungen nieder. Die ÜNB waren letztes Jahr noch von Vergütungszahlungen von 18,766 Mrd. Euro für 2013 und 20,754 Mrd. Euro für 2015 ausgegangen. In der neuesten Prognose werden die Zahlen deutlich nach unten korrigiert – um 1,6 Mrd. Euro auf 17,103 Mrd. Euro für 2013 sowie um 2,7 Mrd. Euro auf 18,035 Mrd. Euro für 2015.

Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Umlage steigt. Ersten Analysen zufolge trägt vor allem die Erweiterung der Privilegien der Industrie dazu bei. Bereits für das Jahr 2013 ist ein deutlicher Anstieg auf 13 bis 17 TWh des privilegierten Letztverbrauchs zu erwarten.

Ein weiterer kostenträchtiger Faktor ist die neu eingeführte Liquiditätsreserve, die von dem ÜNB berechnet mindestens drei Prozent und maximal zehn Prozent des Umlagevolumens ausmacht. Hinzu kommen weitere Kostengrößen, wie die neue Marktprämie, die absehbar zu Mitnahmeeffekten in Millionenhöhe führen wird – zu Lasten der Endkunden – aber keinen nennenswerten Effekt für die Marktintegration des EEG-Stromes hat. Auch die preissenkende Wirkung der Erneuerbaren Energien auf die Börsenpreise wird nicht an die Stromkunden weitergegeben, die aber die EEG-Umlage zahlen.

Es lässt sich also beobachten, dass die Änderungen der EEG-Novelle aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber zu einem geringeren Ausbau der Erneuerbaren Energien, aber zu höheren Kosten für den Haushaltsstromkunden führen. Somit ist die an der letzten EEG Novelle geäußerte Kritik, einerseits den Ausbau Erneuerbarer Energien zu bremsen und andererseits die Kosten des EEG´s nach oben zu treiben, leider völlig berechtigt.

Quellen: Hans-Josef Fell MdB, Sonnenseite