Einträge ‘Erneuerbare Energien’

Ein Jahr nach Fukushima: Atomausstieg macht noch keine Energiewende

Dienstag, März 13th, 2012

„Ein Atomausstieg macht noch keine Energiewende, er kann aber ein zusätzlicher Antrieb sein“, sagt Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), zum Stand der Energiewende ein Jahr nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima.

„Das Ziel der Energiewende ist die Umgestaltung der Energieversorgung hin zu einem intelligenten Energiesystem, in dem sich Energieeffizienz und erneuerbare Energien ergänzen. Dafür benötigen wir in der Energiepolitik einen klaren Paradigmenwechsel: Einsparung muss künftig vor Erzeugung gehen. Deshalb sollten wir die Priorität entschlossen auf die Themen setzen, auf die es wirklich ankommt: Energieeffizienz, Energieeffizienz, Energieeffizienz – und der Umbau des Energiesystems. Die Energiewende entscheidet sich im Heizungskeller, im Elektromarkt und beim Autohändler genauso wie beim Bau neuer Stromleitungen, Gaskraftwerke, Stromspeicher und Hochsee-Windparks.

Beim Thema Energieeffizienz sind wir nicht im Plan. Der Streit um die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung verhindert Investitionen. Auch bei der Reduzierung des Stromverbrauchs tut sich viel zu wenig. Wir brauchen einen sinnvoll abgestimmten Mix von Förderprogrammen, Ordnungsrecht und wirksamen Marktinstrumenten, wie zum Beispiel den bedarfsbasierten Gebäudeenergieausweis. Dann können die Verbraucher ihre Investitionen richtig steuern und die Märkte für Energieeffizienz endlich mehr Fahrt aufnehmen. Jeder Euro, der in Energieeffizienz investiert wird, trägt zur nachhaltigen Wertschöpfung bei und fließt überwiegend in regionale Ingenieurs- und Handwerksleistungen sowie in Qualitätsprodukte deutscher Unternehmen.

Deutschland hat die Energiewende angestoßen. Jetzt müssen wir tatkräftig in die Umsetzung gehen und den  Umbau des Energiesystems vor allem zu einem europäischen Projekt machen.“

Quelle: dena

Solarkürzung ab 1. April

Montag, März 12th, 2012

Die Kürzung der Solarförderung ab 1. April wurde nun debattiert. Begründet wird die Gesetzesänderung von der Bundesregierung durch die stark gesunkenen Anlagenkosten für Solarenergie. Dadurch sei es vor allem 2010 und 2011 zu einem enormen Zuwachs gekommen. Mit den derzeitigen Vergütungssätzen und den gesunkenen Preisen komme es zu einer Überförderung und es müsste nachgesteuert werden. Laut Gesetz wird die Förderung je nach Größe der Anlagen um bis zu 30 Prozent abgesenkt. Von den Ministern Rösler und Röttgen wurde im ersten Entwurf sogar eine Kürzung zum 9. März vorgesehen.

Von der Solarbranche wird die Verschiebung des Inkrafttretens der geplanten Einschnitte als Augenwischerei bezeichnet und die Bundesregierung zu wirklicher Nachbesserung aufgefordert. Es ist lediglich der Zeitpunkt, nicht aber der Inhalt geändert worden und steht damit im Widerspruch zur Zielsetzung der Energiewende.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar): „Das ist nur eine Galgenfrist. Entscheidend ist nun, dass die gravierenden Einschnitte nach dem 1. April auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Denn: Diese Einsparungen sind unverhältnismäßig und hätten fatale Folgen: eine Insolvenzwelle, die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze sowie das Scheitern der Energiewende.“

Die Verschiebung des Inkrafttretens helfe nach Branchenangaben überwiegend nur vertraglich bereits vereinbarten Solarprojekten. „Zukünftige Solarstromanlagen werden dadurch nicht wieder rentabel“, so Körnig. Die Kürzungen werden, je nach Marktsegment, zwischen 26 und 39 Prozent betragen. Doch bereits zum 1.01.2012 wurde die Förderung um 15 Prozent reduziert. Ändert sich an der Höhe der Kürzungen nichts mehr, so rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft mit einem Markteinbruch von 75 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid führte eine Befragung der Bundesbürger zu den jüngsten Kürzungsplänen durch. Danach lehnen zwei Drittel die Pläne der Bundesregierung ab. Erst im Sommer vergangenen Jahres wurde nach dem beschlossenen Atomausstieg die Absicht erklärt, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

Quelle: IWR, Bundesverband Solarwirtschaft

Energiewende für Penzberg

Donnerstag, Februar 16th, 2012

Die Stadt Penzberg möchte sich 2035 vollständig selbst mit Energie versorgen. Hauptsächlich soll dies mit dem verstärkten Einsatz von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen geschehen. Den Weg zum gesetzten Ziel soll das Penzberger Energie- und Klimaschutzkonzept weisen.

Insgesamt könnten 65 Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs und 16 Prozent des Wärmebedarfs in Penzberg durch erneuerbare Energien ersetzt werden. 1.200 Megawattstunden, das heißt etwa ein Prozent des Jahresstromverbrauchs im gesamten Penzberger Stadtgebiet kamen im Jahr 2009 von PV-Anlagen. Von der Stadt werden zwei Anlagen betrieben, eine auf dem Dach der Grund- und Hauptschule und eine auf dem des Kinderhortes. Privat wurden zwischen 2000 und 2009 124 Solaranlagen installiert. Die Leistung ist in diesem Zeitraum um das 60-fache angewachsen.

Im Landkreis-Vergleich liegt Penzberg mit diesen Zahlen weit hinten. Durchschnittlich werden im Landkreis 7,6 Prozent der Gebäude und Freiflächen mit geeigneten Süddächern bedeckt. Penzberg nutzt lediglich drei Prozent. Grundsätzlich stehen 500 000 Quadratmeter Dachfläche, ein Fünftel des Stadtgebietes, zur Verfügung. Würden auch die restlichen 97 Prozent genutzt werden, könnten laut Klimaschutzkonzept 30 Prozent des Strombedarfs abgedeckt werden. Nimmt man nur die Privathaushalte, wären es sogar 180 Prozent.

In der Solarthermie sehen Experten eine weitere Chance für Penzberg. Entscheidend sei hierbei, ob in einem Gebäude viel warmes Wasser gebraucht wird. Durch diese Technologie, die bezüglich der Dachausrichtung anspruchsvoller ist als Solarstrom-Anlagen, könnten 28 Megawattstunden Energie erzeugt werden. 20 Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte könnten so mit Solarthermie gedeckt werden. Bisher werden erst drei Prozent dieses Potenzials genutzt. Geheizt wird immer noch fast nur mit fossilen Energieträgern wie beispielsweise mit Erdöl. Die Städte Penzberg und Weilheim sind Spitzenreiter im Landkreis bei den Treibhausgas-Emissionen, die bei der Beheizung der Wohngebäude freigesetzt werden.

Quelle: Merkur online

Photovoltaik deckt Spitzenlast und stabilisiert das Netz

Montag, Februar 13th, 2012

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gilt seit seiner Einführung vor 12 Jahren als wichtiges Instrument zum Marktausbau. Mittlerweile werden rund 20 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien produziert. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien betont: „Dafür, dass der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland die Netzstabilität bedrohen würde, gibt es bislang keinerlei Anzeichen“.

Vohrer wies damit Behauptungen zurück, die der CDU-Wirtschaftsrat im Umfeld eines Pressegesprächs heute in Berlin aufgestellt hatte. „Vielmehr liefert Deutschland auch in diesem Winter Strom nach Frankreich, um dort das relativ unflexible, stark von der Atomkraft abhängige Stromsystem zu entlasten“, sagte Vohrer. Während Frankreich immer kurz vor dem Blackout steht, sorgen in Deutschland die dezentralen Photovolatik-Anlagen für Ausgleich und Stabilität im Stromnetz.

Den Stellenwert der Photovoltaik für die Netzstabilität zeigen die Daten der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) unter www.transparency.eex.com.

Die aktuelle Photovoltaik-Leistung in Deutschland können Sie hier sehen.

Ziel der gesamten Europäischen Union ist,  20 Prozent des Strombedarfs bis 2020 aus Erneuerbaren Energien bereitzustellen. Dabei können die Mitgliedsländer selbst entscheiden, wie dies erreicht werden soll. Vohrer unterstreicht:  „Der als Menetekel an die Wand gemalte ‚deutsche Alleingang‘ führt nun dazu, dass Deutschland seinen Nachbarn selbst im strengsten Winter jeden Tag Strom abgeben kann – und zwar regelmäßig mehr als importiert wird“.

Das EEG aus Deutschland gilt als Vorbild für viele Länder und wurde deshalb schon in etwa 20 EU-Staaten in ähnlicher Art ebenfalls eingeführt. Für das Quotensystem entschieden sich dagegen nur drei EU-Staaten. Der Erfolg gibt den Befürwortern des EEGs recht: Beispielsweise wurden EU-weit 93 Prozent der nach 1997 installierten Windkraftanlagen in Ländern mit Einspeisevergütung aufgestellt, bei der Biomasse lag diese Quote bei 60 Prozent.

Auch beim Atomausstieg hat Deutschland keine Sonderrolle. Länder wie Italien, Österreich und Belgien wollen künftig ebenfalls auf die Kernenergie für ihre Versorgung verzichten oder tun dies ohnehin bereits. Auf die ungeklärten Kosten künftiger Kernkraftwerksbauten in Frankreich wies dort erst kürzlich der Rechnungshof in Paris hin.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien machen Brennstoffimporte überflüssig

Dienstag, Februar 7th, 2012

Regenerative Energien haben im Jahr 2011 Brennstoffimporte in Höhe von 11 Milliarden Euro ersetzt und mehr als 9 Milliarden Euro externe Kosten vermieden. Zu diesem Ergebnis kam der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) in seinen jüngsten Berechnungen. Der Anteil der Erneuerbaren stieg im letzten Jahr in Deutschland auf 11,9 Prozent und führte damit zu einer Einsparung von 127 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid. „Diese beeindruckenden Zahlen belegen einmal mehr die Bedeutung Erneuerbarer Energien für den Klimaschutz und die zunehmende Unabhängigkeit von Energieimporten“, meint Dietmar Schütz, BEE-Präsident.

Insgesamt wurden im Jahr 2011 aus regenerativen Quellen 122,3 Terawattstunden (TWh) Strom produziert. Wie bereits im Jahr davor, lag auch in diesem Jahr wieder die Windenergie mit 48,1 TWh an erster Stelle. Weiter folgt Wasserkraft (19,0 TWh), Photovoltaik (18,5 TWh), heimische Biogasanlagen (17,5 TWh) und feste Biomasse (11,3TWh).

Der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren stieg um 4 Prozent auf 20,1 Prozent, fiel im Wärmebereich auf 9,4 Prozent (2010: 9,6 Prozent) und ging im Kraftstoffsektor ebenfalls auf 5,5 % zurück. Der Rückgang im Wärmesektor ist hauptsächlich auf die milden Witterungsbedingungen zurückzuführen. Hinsichtlich der installierten Anlagen bewegten sich Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solarthermieanlagen auf einem geringen Niveau. „Diese schwachen Zahlen belegen erneut die Dringlichkeit für ein verlässliches und haushaltsunabhängiges Förderinstrument für den Ausbau regenerativer Energien im Wärmesektor“, so der BEE-Präsident. Er fordert die Bundesregierung auf, hier endlich zu handeln.

Der sinkende Anteil im Kraftstoffsektor ist ebenfalls als problematisch anzusehen. „Der Rückgang ist vor allem auf einen erneuten Absatzeinbruch bei reinem Biodiesel und reinen Pflanzenölen zurückzuführen. Geht diese Entwicklung weiter, werden wir das EU-Ziel, den Anteil Erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bis zum Jahr 2020 auf 10 Prozent zu erhöhen, deutlich verfehlen“, folgert Schütz.

Hier können Sie die genauen Zahlen zu den Erneuerbaren Energien im Jahr 2011 vom Bundesverband Erneuerbare Energien herunterladen!

Quelle: BEE

Bewerbungsfrist für Deutschen und Europäischen Solarpreis Ende Juni

Freitag, Februar 3rd, 2012

Ende des Jahres 2012 vergibt Eurosolar, die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e. V., wieder den Deutschen und den Europäischen Solarpreis für innovative und herausragende Leistungen bei der Verbreitung und Anwendung Erneuerbarer Energien. Bis 30. Juni können die Bewerbungen und Vorschläge noch eingereicht werden.

Bereits zum 19. Mal werden die Preise an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine oder Gemeinschaften, Privatpersonen und Organisationen für ihr besonderes Engagement vergeben. Um die Breitenwirkung Erneuerbarer Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche zu erfassen erfolgt die Preisvergabe in verschiedenen Kategorien:

  • Städte / Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
  • Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen
  • Lokale oder regionale Vereine / Gemeinschaften
  • Solares Bauen und Stadtentwicklung
  • Medien
  • Transportsysteme
  • Bildung und Ausbildung
  • Eine-Welt-Zusammenarbeit
  • Sonderpreis für persönliches Engagement

Folgende Kategorien werden außerdem mit Plaketten ausgezeichnet:

  • Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien
  • Schulen und Bildungseinrichtungen

Neben den direkt eingehenden Bewerbungen werden der Jury auch Vorschläge der Eurosolar-Sektionen vorgelegt, die auf den nationalen Ebenen eingereicht und prämiert wurden.

Informationen zum Bewerbungsverfahren und das Online-Anmeldeformular finden Sie hier!

Quelle: Eurosolar e. V.

Kommunalen Nutzen der Energiewende errechnen

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze in Kommunen, erhöhen die Steuereinnahmen des Bundesstaats und schützen das Klima. Die Agentur für Erneuerbare Energien hat einen Wertschöpfungsrechner entwickelt, der genau diese positiven Wirtschaftseffekte regenerativer Energien ermittelt.

„Für die Energiewende in Deutschland kommt den Bürgerinnen und Bürgern eine entscheidende Rolle zu. Engagement und Akzeptanz für den Umbau der Energieversorgung wachsen, wenn sie erkennen, welchen Nutzen die Erneuerbaren Energien vor Ort schaffen. Dafür kann der Wertschöpfungsrechner der Agentur für Erneuerbare Energien eine wichtige Hilfe sein“, so die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die den Online-Rechner auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vorgestellt hat.

Der Online-Rechner berücksichtigt für seine Kalkulationen der Wertschöpfung vor Ort die Unternehmensgewinne ebenso wie Einkommen durch Beschäftigung und Steuern an die Kommunen. Nutzer des Rechners können sich für ihre Kommune und Region auch den Anteil Erneuerbarer Energien an der Versorgung ausrechnen lassen. Darüber hinaus kalkuliert der Online-Rechner Klimaschutz- und Jobeffekte, die in den Dörfern und Städten mit dem Umbau der Energieversorgung einhergehen.
In der Wertschöpfungskette wird zwischen Planung und Installation, Betrieb und Wartung sowie der Betreibergesellschaft unterschieden. Über diese Punkte können 24 verschiedene Technologien aus den Bereichen Strom, Wärme, Kraft- und Brennstoffe gewählt und daraus eine Orientierungssumme errechnet werden.

Neben dem ökonomischen Nutzen für die Kommunen und Regionen zeigt der Wertschöpfungsrechner auch die positiven ökologischen Effekte, die mit der Energiewende einhergehen können: „Klimaschutz und der Zugewinn an Wirtschaftskraft durch den Ausbau Erneuerbarer Energien gehen Hand in Hand“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Mit dem Wertschöpfungsrechner bekämen Bürger, Projektierer und Entscheider in den Kommunen zur rechten Zeit ein überzeugendes Instrument für ihre Planungen an die Hand. Herr Vohrer: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird in Deutschland vor allem von bürgerschaftlichen Initiativen in den Kommunen getragen. Solche Initiativen sind die wahren Stützen der Energiewende.“

Der Rechner basiert auf einer vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) entwickelten Methodik. Gefördert wurde die Studie von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vom Bundeslandwirtschaftsministerium.

Hier kommen Sie direkt zum Wertschöpfungsrechner!

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien

FORSA-Umfrage: Investitionsbereitschaft der Bürger für Erneuerbare Energien steigt

Donnerstag, Januar 12th, 2012

Auch fast ein Jahr nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima ist die Bereitschaft in der Bevölkerung, mehr Geld für den Umbau des Energiesystems auszugeben, sehr hoch.

Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FORSA im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. (VKU).  61 Prozent der Befragten sind demnach bereit, höhere Preise für Strom zu bezahlen, wenn damit der Ausbau der Erneuerbaren Energien vorangebracht werden kann.

Hier zeigen sich sich zwar einkommensabhängige Unterschiede – je höher das Nettoeinkommen, desto größer ist auch die Bereitschaft, höhere Stromrechnungen zu akzeptieren -, der VKU sieht jedoch in dem Ergebnis alles in allem die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.

“Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben und erfordert deshalb die Unterstützung aller gesellschaftlichen Kräfte. Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt”, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck in einer Presseerklärung vom 4. Januar dieses Jahres.

Lesen Sie die kompeltte Pressemitteilung der VKU hier

Quelle: VKU, www.vku.de

Drastische Absenkung der Solarstromvergütung 2012

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung um rund 30 Prozent führen. Unter Schwarz-Gelb wird die Solarförderung damit binnen zweieinhalb Jahren annähernd halbiert.

Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15 % abgesenkt werden. Das ist das Resultat der im Sommer vergangenen Jahres verabschiedeten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes.

Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%. (Die erste Reduzierung von 15 % der Solarförderung fand bereits am 01. Januar 2012 statt). Somit reduziert sich die Förderung im Jahr 2012 insgesamt doppelt so stark wie 2011.

Mit Vergütungszahlungen zwischen 17,94 Cent und 24,43 Cent pro Kilowattstunde erreicht die Förderhöhe für neue Solarstromanlagen in allen Klassen damit das Preisniveau privater Stromtarife in Deutschland. Zum 1. Juli werden sie voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Kosten für den weiteren Solarstrom-Ausbau deutlich reduziert. „Die gesetzliche Kostenbremse greift. Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien.“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Durch das starke Wachstum der Photovoltaik steigt ihr Anteil am deutschen Stromverbrauch 2012 auf über vier Prozent. Der Branchenverband erwartet bei moderater Weiterentwicklung einen Beitrag von über zehn Prozent im Jahr 2020. Solarstrom wird dadurch zu einem wesentlichen Motor der Energiewende, die durch den Wegfall der Atomkraft beschleunigt werden muss. Der starke Zubau 2011 war ohne umfangreiche Investitionen in die Netzinfrastruktur möglich, da Solarstrom verbrauchernah erzeugt wird.

Eine Überlagerung verschiedener Effekte hat dazu beigetragen, dass die starke Reduzierung der Förderung 2011 nicht sogar bereits zu einem Rückgang der Nachfrage führte: Deutlich gesunkene Preise für Solarmodule und schlüsselfertige Solarstromanlagen, milde Witterungsverhältnisse im Dezember, die im Herbst angekündigte Absenkung der Förderung zum Jahreswechsel in Höhe von 15 Prozent sowie die von Teilen der Politik geschürte Angst vor einer Kappung der Solarförderung. Darüber hinaus hat möglicherweise die durch die Eurokrise begünstigte Flucht in Sachwerte auch den Ausbau der Solarenergie beeinflusst.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft, Hans-Josef Fell MdB 2012 (Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Foto: Brainding

Energiewende 2011: Ausbau Erneuerbarer, Abbau Atomkraft

Dienstag, Januar 3rd, 2012

Ausbau Erneuerbare

Im vergangenen Jahr 2011 verzeichneten die Erneuerbaren Energien als Beitrag zur Energieversorgung im Vergleich zu den Vorjahren in Deutschland einen kräftigen Zuwachs. Laut vorläufigen Schätzungen der AG Energiebilanzen e.V. (AGEE Stat) vom Dezember nahm die Stromerzeugung aus regenerativen Energien mit 122 Milliarden kWh am Endenergieverbrauch etwa um 17% zu. Seit 2000 hat sich der Anteil damit mehr als verdreifacht.

Die größte Steigerung verzeichnet mit 205% gegenüber 2010 die Erzeugung aus Offshore-Windenergie, gefolgt von der Photovoltaik mit einem Plus von 67%. Der PV-Strom überholte im Jahr 2011 sogar erstmals die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen. Grund dafür ist nicht zuletzt das regenarme Jahr.

Diese Ergebnisse bestätigen, dass die Bundesregierung weiterhin auf einem guten Weg ist, ihre anspruchsvollen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen.

Bei den genannten Zahlen handelt es sich um erste Abschätzungen. Weitere detaillierte Zahlen werden von der AGEE Stat im Februar veröffentlicht.

Abbau Atomkraft

Weltweit nahm nach dem Vorfall im März in Japan der Bau neuer Atomkraftwerke ab. Sieben Jahre in Folge wurden immer mehr Baustellen errichtet, mit dem Jahr 2011 stoppte den Trend. Von den sechzehn geplanten AKW-Bauten wurden letztendlich nur zwei tatsächlich verwirklicht, dreizehn wurden hingegen still gelegt.

China und Indien, die in den letzten zehn Jahren mit Abstand größten Atomkraftbauer, nehmen ebenfalls an der Entwicklung teil. 2010 startete China noch mit zehn Baustellen, im Folgejahr wurde der Bau von keinem einzigen Reaktor begonnen. Der Bau von Solar- und Windkraftwerke hingegen steigt mit immer neuen Installationsrekorden stark an.

Quellen: AG Energiebilanzen e. V., Franz Alt