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EUROSOLAR fordert Ende des Missbrauchs am Erneuerbare-Energien-Gesetz

Dienstag, Oktober 22nd, 2013

Im Zusammenhang mit der erneuten Erhöhung der EEG-Umlage wehrt sich die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V. (EUROSOLAR) gegen die Schuldzuweisung an den Ausbau regenerativer Energieträger. Tatsächlich geht mit 2,54 Cent nur ein verhältnismäßig geringer Teil der aktuell 6,24 Cent pro Kilowattstunde auf die reinen Finanzierungskosten zurück. Große Teile der Mehrbelastung für die Verbraucher entstehen dagegen durch die stark ansteigende Zahl an Unternehmen, die sich komplett aus den Umlagezahlungen befreien lassen: Während immer mehr industrielle Großverbraucher ihren Strom für unter vier Cent pro kW/h einkaufen können, haben die Haushalte in Deutschland mittlerweile durchschnittlich 28 Cent zu bezahlen. Von den Preissenkungen an der Strombörse, die durch den Ausbau  der Erneuerbaren entstehen konnten, merkt der Endverbraucher dagegen nichts, während die Gewinne der vier großen Energieversorger stetig steigen – obwohl sie selbst im Moment nur 5 Prozent zum Ausbau der regenerativen Energien beitragen.

EUROSOLAR weist darauf hin, dass das fossil-atomare Energiesystem zwangsläufig kostenintensiver werden muss und langfristig weder Energieversorgung noch Arbeitsplätze sichern kann. Der öffentliche Druck auf das EEG durch Medien und Politik sei daher unreflektiert und wenig zielführend. Vielmehr müsse es dagegen jetzt gelten, das Gesetz und dessen Grundprinzipien ins Zentrum einer „neuen Energiemarktordnung“ zu stellen und die richtigen Weichen für die Herausforderungen einer sicheren und sauberen Zukunft zu stellen.

Weitere Hintergrundinformationen über die Entstehung des Strompreises finden Sie in unserem Artikel „Sündenbock erneuerbare Energien?“ sowie im „Hintergrundpapier zur EEG-Umlage 2014“ des Bundesverbands Erneuerbare Energien e.V. Das „Memorandum zur Energiemarktreform 2013“ der EUROSOLAR finden Sie hier.

 

Quelle: eurosolar.de
Bild: fotolia

EUROSOLAR: Resolution für eine Europäische Energiemarkt-Rahmenordnung

Donnerstag, August 29th, 2013

Anlässlich der europäischen Delegiertenversammlung von EUROSOLAR am 24. August 2013 in Bonn wurde eine Resolution verabschiedet und von den international renommierten Delegierten unterschrieben. Darin fordert EUROSOLAR eine europäische Energiemarkt-Rahmenordnung für Erneuerbare Energien. Die Erklärung im Wortlaut:

„Die seit der Liberalisierung der Energiemärkte ab Mitte der 1990er-Jahre in der EU geschaffene Energiemarktordnung ist auf das konventionelle, fossil-atomare Energiesystem ausgerichtet. Nun wird immer deutlicher, dass diese Marktordnung mit einem immer weiter steigenden Anteil Erneuerbarer Energien nicht kompatibel ist.

Die überkommene, fossil-atomare Energiewirtschaft und ihre Vertreter in Regierungen, Behörden und nicht zuletzt der EU-Kommission, beklagen deshalb immer lauter, die Erneuerbaren Energien würden „den Markt verzerren“. Sie fordern, Erneuerbare müssten sich dem „Wettbewerb stellen“, in den „Markt integriert werden“ und dafür insbesondere Einspeisegesetze abgeschafft werden. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die Erneuerbaren Energien das bisherige Energiesystem und seine Marktordnung insgesamt in Frage stellen.

Es geht um die Vorherrschaft auf den europäischen Energiemärkten: Einspeisegesetze sind emanzipatorische Gesetze, die Teilhabe von vielen Akteuren (mittelständischen Unternehmen, Kommunen und Bürgern) ermöglichen. Eine zentralistische Zuteilung von Erneuerbaren-Anlagen über Quoten, Ausschreibungen oder Auktionierungen konserviert hingegen die Marktmacht der etablierten Energiekonzerne.

In diesem Konflikt machen sich EU-Kommission und Regierungen zum Steigbügelhalter der Konzerne. Derzeit wird ernsthaft erwogen, Subventionen für neue Atomkraftwerke – also für eine Technologie, die schon unter heutigen Bedingungen nicht mehr „wettbewerbsfähig“ ist – zu erlauben. Und obwohl sich der Emissionshandel längst als untauglich erwiesen hat, Anreize für die technologische Transformation zu setzen, will die EU-Kommission ihn für die Zeit nach 2020 zum zentralen Instrument europäischer Energie- und Klimapolitik machen. Doch damit nicht genug: Allein bis 2020 sollen Milliarden Euro an Forschungs- und Entwicklungsförderung in Kern- und Fusionsenergie, CCS-Vorhaben oder andere fossile Kraftwerks- oder Fördertechnologien fließen. Die Planungen für bis zu 45.000 Kilometer neue Leitungen im Übertragungsnetz zeigen außerdem, dass die Potenziale einer dezentralen erneuerbaren Energieversorgung bei den Entscheidungsträgern bislang noch nicht erkannt wurden – oder bewusst ignoriert werden.

Die wenigen Beispiele zeigen überdeutlich, dass die von der EU politisch beschlossenen Dekarbonisierungsziele gerade nicht den Ausbau Erneuerbarer Energien garantieren, sondern fragwürdige Technologien, wie Carbon Capture and Storage (CCS), Fracking und neue Atomkraftwerke begünstigen. Die Pläne konservieren das Modell einer fossil-atomaren Energieversorgung, in die Erneuerbare Energien eingepasst werden sollen und bestenfalls die zweite Geige spielen – ganz im Sinne der Konzerne.

Es kommt deshalb jetzt darauf an, die Weichen richtig zu stellen, damit der Umstieg auf ein erneuerbares Energiesystem in ganz Europa so rasch wie möglich gelingt. Im Rahmen der Energiewende ist es Aufgabe der europäischen Energiepolitik, EU-weit verlässliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung und die Förderung Erneuerbarer Energien vorzugeben, so wie in Artikel 194 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) vorgesehen. Das ist nur mit zielgerichteten Instrumenten für den dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energie zu erreichen, die den EU-Staaten erlauben, nationalen und regionalen Besonderheiten Rechnung zu tragen.

Die international besetzte europäische Mitgliederversammlung von EUROSOLAR fordert daher von der Europäischen Kommission und den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten:

  1. Die Energiepolitik der EU ist konsequent auf das Ziel einer dezentralen Vollversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien auszurichten. Dazu sind auf politischer Ebene verbindliche Ausbauziele als Mindestziele zu beschließen und entsprechende Rahmenbedingungen im EU-Recht zu verankern.
  2. Das bisher zentral auf den Binnenmarkt für Energie ausgerichtete Energierecht der EU ist einer Generalrevision zu unterziehen und zu einer neuen „EU-Energiemarkt-Rahmenordnung für die dezentrale Energiewende“ weiterzuentwickeln. Diese Marktordnung muss an den Bedürfnissen einer dezentralen, erneuerbaren Energieversorgung ausgerichtet sein und dafür sorgen, dass die EU-Staaten die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit der in vielen EU-Staaten eingeschlagene Weg der dezentralen Energiewende EU-weit fortgesetzt wird.
  3. Es sollte eine Europäische Agentur für Erneuerbare Energien (EAEE) eingerichtet werdem, die durch nationale und regionale Agenturen für Erneuerbare Energien unterstützt wird. Die Agenturen sind gleichberechtigt. Ihr gemeinsamer Auftrag ist die Vernetzung, der Best-Practice-Austausch und die Koordinierung konkreter Ausbauszenarien für alle europäischen Regionen auf Basis der jeweiligen regionalen Potenziale.
  4. Förderungen und Privilegierungen für Kern- und Fusionsenergie, CCS-Vorhaben oder andere fossile Kraftwerks- oder Fördertechnologien sind unverzüglich zu beenden. Die Gelder sind für die Erforschung, Entwicklung und Markteinführung Erneuerbarer Energien umzuwidmen.
  5. Es sind EU-weite Pläne für den Ausstieg aus der Kohle- und Atomtechnologie aufzustellen. Aus den EU-Strukturfonds werden Gelder für die Unterstützung des Umstiegs auf erneuerbare Energiesysteme bereitgestellt.
  6. Statt den Fokus auf den überdimensionierten Stromtrassenbau zu legen, sind transeuropäische Infrastrukturprojekte zu entwickeln, die dezentral Energie produzieren. So wird die Förderung neuer Infrastrukturprojekte wie Autobahnen und Schienenwege mit dem Aufbau von Wind-, Sonne- und Biomasse-Kraftwerken verbunden. Solche grenz- und sektorübergreifenden Infrastrukturprojekte fördern den Ausbau Erneuerbarer Energien, schaffen europäisches Bewusstsein, lassen – dem Subsidiaritätsprinzip folgend – zentrale Entscheidungen in der Verantwortung der Regionen und entlasten durch ihren regional-dezentralen Ansatz zugleich die Übertragungsnetze.
  7. Von EURATOM zu EURENEW: Die in der Existenz von EURATOM zum Ausdruck kommende institutionelle Privilegierung der Atomenergie in der EU ist ein Relikt der 50er Jahre. Deshalb muss es jetzt darum gehen, die Privilegierung der Atomenergie durch eine der Erneuerbaren Energien zu ersetzen und damit den EURATOM-Vertrag durch einen EURENEW-Vertrag (European Renewable Energies; Europäischer Vertrag für Erneuerbare Energien).
  8. Die EU muss ihre Exportpraxis überflüssig gewordener fossiler und atomarer Technologien beenden.

Das derzeitige, an fossil-atomaren Strukturen ausgerichtete EU-Regelwerk konserviert die zentrale Stellung einiger weniger Oligopolisten auf den Energiemärkten. Echter Wettbewerb entsteht erst mit der Dezentralisierung der Energieversorgung. Die oben aufgezeigten Maßnahmen ebnen den Weg für eine EU-weite, dezentrale Energiewende in der Hand der Bürger und Kommunen Europas sowie einer mittelständisch geprägten Wirtschaft.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von EUROSOLAR.

Quellen:
www.eurosolar.de

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www.eurosolar.de

Kampf um die Energiewende: Alles oder Nichts

Donnerstag, August 22nd, 2013

Beim Start ihrer Anzeigenkampagne „Eine kostengünstige Energiewende geht nur mit dem EEG“ in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ vom 27. Juni 2013 war der öffentliche Zuspruch enorm. Nun steht die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V. (EUROSOLAR) vor der Veröffentlichung einer weiteren Anzeige. Wer den Verein dabei in seinem Kampf für eine gesicherte Zukunft der Energiewende unterstützen möchte, kann sich noch bis 02. September auf seiner offiziellen Website eintragen.

In der Vergangenheit hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beachtliche Erfolge in der Bundesrepublik erzielt. Durch die systematische Förderung erneuerbarer Quellen sowie der Zahlung von Einspeisevergütungen konnte der Anteil der regenerativen Energien am Stromverbrauch seit der Jahrtausendwende bis ins vergangene Jahr (1. Halbjahr) von 6,4% auf 25% gesteigert – und damit fast vervierfacht werden. Bereits im Jahr 2010 wurden dadurch über 74 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart – nahezu so viel wie die Gesamtemissionen Rumäniens in einem ganzen Jahr. Nicht umsonst hat das EEG deshalb auch international eine Vorreiterrolle eingenommen und dient mittlerweile als Vorbild für Fördersysteme in 65 Ländern der Welt.

All seinen Errungenschaften zum Trotz ist die Zukunft des Gesetzes ungewiss. Schuld daran ist hauptsächlich die immer wiederkehrende Diskussion um die Höhe der Kosten, die für die Förderzahlungen anfallen. Unter anderem die EU-Kommission und die Bundesregierung haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass den erneuerbaren praktisch schleichend das Stigma der „teuren“ Energien angeheftet wurde. Dabei kommt eine aktuelle Studie, die vom Bundesverband WindEnergie (BWE) und Greenpeace Energy in Auftrag gegeben wurde, zu einem eindeutigen Ergebnis: Unter Einbeziehung der externen Kosten (wie etwa Umweltverschmutzung oder CO2-Ausstoß) sowie staatlicher Förderungen auch für konventionelle Energien liegen die Kosten einiger regenerativer Energieformen wie onshore-Windenergie oder Wasserkraft schon heute weit unter jenen für Strom aus Kohle oder Kernkraft. Im Hinblick auf die Preisentwicklung der fossilen Energieträger wird dagegen deutlich, dass es nicht mit, sondern vielmehr ohne Energiewende teuer wird: Die Verknappung von Ressourcen und verschiedene geopolitische Entwicklungen haben dafür gesorgt, dass sich die Ausgaben der Deutschen für den Import fossiler Brennstoffe aus dem Ausland allein in den letzten elf Jahren mehr als verdoppelt haben.

Nichtsdestotrotz wurde bereits in den vergangenen Jahren mehrfach am Erneuerbare-Energien-Gesetz gedreht – an den falschen Schrauben. Dies ist vor allem der Tatsache verschuldet, dass die eigentlichen Grundprinzipien des EEG nur noch selten, dagegen aber vielmehr die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft im Fokus der Bundesregierung standen. Geschadet hat sie mit ihrer Politik in der Folge vor allem den Bürgern, Landwirten und mittelständischen Betrieben – die in den letzten Jahren Milliarden in die dezentrale Energiewende investiert haben.

Mit der Bundestagswahl am 22. September könnte dem EEG ein noch weit tiefgreifenderer Einschnitt bevorstehen. Die Parteien überbieten sich im Moment mit Reformvorschlägen – wobei die Forderungen von der grundlegenden Überarbeitung bis hin zur vollkommenen Abschaffung reichen. Insofern werden die Wähler über nicht weniger als die Zukunft der Energiewende entscheiden – in der Bundesrepublik und, mit Hinblick auf deren Vorreiterrolle, womöglich sogar noch über ihre Grenzen hinaus.

Bevor gewählt wird, wendet sich EUROSOLAR mit ihrer Kampagne öffentlich gegen den aktuellen Kurs der Bundesregierung und fordert ein starkes, nachhaltiges EEG – ganz im Sinne seiner Grundprinzipien. Die Zeitungsanzeige, ein Rückmeldeformular für alle Unterstützer sowie weitere Informationen finden Sie hier.

 

Quellen:
www.eurosolar.de
www.eeg-aktuell.de

Bild:
www.eurosolar.de

Bewerbung für 20. Deutschen und Europäischen Solarpreis läuft

Montag, März 18th, 2013

Bereits zum 20. Mal wird der deutsche und europäische Solarpreis von Eurosolar e. V. ausgeschrieben. Dabei sollen wichtige, innovative Leistungen bei der Verbreitung und Anwendung Erneuerbarer Energien ausgezeichnet werden. Bis zum 30. Juni werden die Bewerbungen und Vorschläge noch entgegen genommen. Ende Juli sollen dann die Preisträger innerhalb einer festlichen Veranstaltung ausgezeichnet werden.

Als einer der ältesten und renomiertesten Auszeichnungen wird der Solarpreis seit 1994 an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine oder Organisationen, Architekten, Journalisten und private Personen vergeben.

Um die Breitenwirkung Erneuerbarer Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche zu erfassen, werden die Preise in verschiedenen Kategorien vergeben:

  • Städte/Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
  • Architektur, Bauen und Stadtentwicklung
  • Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen
  • Lokale oder regionale Vereine/Gemeinschaften
  • Transportsysteme
  • Medien
  • Bildung und Ausbildung
  • Eine-Welt-Zusammenarbeit
  • Sonderpreis für persönliches Engagement

In zwei weiteren Kategorien werden außerdem mit Plaketten ausgezeichnet:

  • Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien
  • Schulen und Bildungseinrichtungen

Neben direkt eingehenden Bewerbungen werden der Jury auch Vorschläge der EUROSOLAR-Sektionen vorgelegt, die auf den nationalen Ebenen eingereicht und prämiert wurden. Aus allen Bewerbungen werden dann die Träger des Europäischen Solarpreises ermittelt.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren, ein Online-Anmeldeformular sowie Präsentationen der bisherigen Preisträger finden Sie unter www.eurosolar.org.

Artikel: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler, Quelle: Eurosolar

Foto: Eurosolar

Bewerbungsfrist für Deutschen und Europäischen Solarpreis 2012 verlängert

Dienstag, Juni 19th, 2012

Ende des Jahres 2012 vergibt Eurosolar, die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e. V., wieder den Deutschen und den Europäischen Solarpreis für innovative und herausragende Leistungen bei der Verbreitung und Anwendung Erneuerbarer Energien. Bis 08. Juli können die Bewerbungen und Vorschläge noch eingereicht werden.

Bereits zum 19. Mal werden die Preise an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine oder Gemeinschaften, private Personen und Organisationen für ihr besonderes Engagement vergeben. Um die Breitenwirkung Erneuerbarer Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche zu erfassen, werden die Preise in verschiedenen Kategorien vergeben:

  • Städte/Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
  • Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen
  • Lokale oder regionale Vereine/Gemeinschaften
  • Solares Bauen und Stadtentwicklung
  • Medien
  • Transportsysteme
  • Bildung und Ausbildung
  • Eine-Welt-Zusammenarbeit
  • Sonderpreis für persönliches Engagement

Folgende Kategorien werden außerdem mit Plaketten ausgezeichnet:

  • Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien
  • Schulen und Bildungseinrichtungen

Neben den direkt eingehenden Bewerbungen werden der Jury auch Vorschläge der Eurosolar-Sektionen vorgelegt, die auf den nationalen Ebenen eingereicht und prämiert wurden.

Informationen zum Bewerbungsverfahren mit Online-Anmeldeformular finden Sie hier!

Quelle: Eurosolar

Bundesrat muss Verantwortung für Erfolg der Energiewende übernehmen

Donnerstag, Mai 10th, 2012

Nachdem die Regierungsfraktionen am 29. März im Bundestag gegen jede energiepolitische Vernunft drastische Kürzungen bei der Photovoltaik durchgesetzt haben, liegt es nun in den Händen der Vertreter der Bundesländer, dieses Vorgehen noch zu stoppen und Verantwortung für den Erfolg der Energiewende zu übernehmen.

Der Bundesrat entscheidet am 11. Mai 2012, ob die Photovoltaik in Deutschland noch eine Zukunft hat oder ob eine ganze Industrie und mehrere zehntausend neue und hochwertige Arbeitsplätze, die seit 1999 mit Unterstützung der deutschen Bürger entstehen konnten, innerhalb kürzester Zeit zerstört werden.

Im Kern geht es darum, ob jetzt die Systemtransformation realisiert wird, die für die Stabilisierung des Klimas, den Atomausstieg und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien unabdingbar ist, oder ob sie auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird. Die Entscheidung des Bundesrates hat somit für die Zukunft der Erneuerbaren Energien insgesamt eine enorme Tragweite.

Die beiden Bundesminister Röttgen und Rösler begründen die drastischen Kürzungen mit den vorgeblich hohen Kosten der Photovoltaik. Diese Kostendebatte ist jedoch längst überholt. Keine andere neue Technologie konnte ihre Kosten so rasch senken wie die Photovoltaik. Bereits zum 1. Januar 2012 wurde die Vergütung für Solarstrom erneut um 15% gekürzt, seit 2008 wurde sie somit halbiert.

„Wer die Vergütungssätze aber so stark reduziert, dass der technische Fortschritt nicht mehr mithalten kann, der unterbindet weitere Innovationen und Kostensenkungen. Dass der Ausbaukorridor für die Photovoltaik bis 2017 ohne jede Grundlage auf nur noch 900 bis 1.900 Megawatt jährlich eingeschränkt wird, belegt deutlich, dass das Kostenargument nur vorgeschoben ist, und es stattdessen darum geht, eine Technologie als Ganzes zu marginalisieren“, so Dr. Axel Berg, Vorstandsvorsitzender der EUROSOLAR-Sektion Deutschland.

Die Bundesregierung hat durch zahlreiche Ausnahmeregelungen für Industriebetriebe die EEG-Umlage selbst nach oben getrieben und so auf sehr durchschaubare Weise einen künstlichen Anlass für weitere Kürzungen konstruiert. Dabei garantieren gerade der Ausbau von Photovoltaik und Onshore-Windenergie auch künftig stabile Strompreise. Deutschland kann bis 2020 eine installierte Gesamtleistung von 70 Gigawatt Photovoltaik erreichen –  bezahlbar, einfach realisierbar und verbrauchsnah  –  und damit ohne Bedarf für tausende Kilometer neuer Stromleitungen.

Auch das sogenannte „Marktintegrationsmodell“ ist in Wirklichkeit nur eine versteckte Kürzung. Der Versuch, regenerative Stromerzeuger ohne Grenzkosten in einen Grenzkostenmarkt zu integrieren, der für die fossil-atomare Stromerzeugung konzipiert ist, und dessen Preisbildung von den Mehrkosten je erzeugter Kilowattstunde abhängt, kann nicht funktionieren, da die Erneuerbaren Energien den Börsenstrompreis unweigerlich deutlich senken. Dies ist auch der Grund, warum die Marktprämie nur ein Kostentreiber ohne entsprechenden Nutzen ist.

„Die Bundesregierung hat sich in die Irre führen lassen, denn nicht die Erneuerbaren Energien haben sich in das fossil-atomare Stromversorgungssystem zu integrieren, sondern ganz im Gegenteil müssen der restliche Kraftwerkspark und die entsprechenden technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf die Erneuerbaren Energien ausgerichtet werden“, so Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR. Sie geben künftig den Takt vor, nach dem sich alles zu richten hat. Doch das ist offensichtlich nicht gewollt. Während wortreich die Energiewende beschworen wird, sieht die Realität völlig anders aus: Stillstand statt Wandel, Konservierung überkommener Strukturen statt Systemtransformation.

Die Erneuerbaren Energien sind an die zweite Stelle der Energiequellen in unserer Stromversorgung aufgestiegen. Ihr Anteil an der deutschen Stromversorgung lag vor 12 Jahren bei nur 4%, nun sind es bereits über 20%. Auf ihrem Weg von 20% hin zu 40% und mehr wandeln sich die Erneuerbaren Energien von der Beimischung zur systemdominierenden Komponente. Dies ist die eigentliche Ursache des Konflikts und Motivation für das Handeln der Bundesregierung.

Gegenwärtig sind Tage und Stunden mit einem Anteil von mehr als 50% regenerativ erzeugtem Strom noch die Ausnahme, künftig werden sie Normalität sein. Insbesondere  der weitere  Ausbau der Photovoltaik verringert den Bedarf an trägen Grundlastkraftwerken. Stattdessen bedarf es hochflexibler Regel- und Reststromkraftwerke, die bei wachsendem Anteil fluktuierender Stromerzeugung aus Wind und Sonne immer seltener gebraucht werden. Gerade durch einen dezentralen Ausbau von Wind- und Solarenergie kann dieser Prozess schnell vorangetrieben werden.

„Für einen weiteren Aufschub gibt es keine Rechtfertigung, jetzt geht es um die Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Dies entspricht dem Wunsch der Mehrheit unserer Gesellschaft, sichert die Zukunft unserer innovativen Wirtschaft und schafft und sichert hunderttausende Arbeitsplätze“, schlussfolgert Irm Scheer-Pontenagel, Geschäftsführerin von EUROSOLAR.

Wir fordern daher die Bundesregierung, die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP und insbesondere die Vertreter des Bundesrats auf:

– den Pfad einer demokratisch legitimierten Energiepolitik nicht zu verlassen

– am Erneuerbare-Energien-Gesetz und dessen Grundprinzipien festzuhalten: feste Vergütungssätze, Einspeisevorrang und Planungssicherheit

– das angepeilte Ziel im Stromsektor bis 2020 von 35% auf  50% Erneuerbare Energien zu erhöhen und so die Ausbauziele der Bundesländer anzuerkennen

– den Zubaukorridor für die Photovoltaik in den nächsten Jahren nicht zu beschränken, sondern ausgehend von mindestens 5 GW/Jahr weiter auszuweiten –  für eine installierte Gesamtleistung von mindestens 70 GW bis 2020

– die geplanten drastischen Sonderkürzungen bei der Vergütung für Solarstrom zu stoppen, um stattdessen künftig die Vergütungssenkungen in gleitenden kleineren Schritten in einem Intervall von zwei Monaten vorzunehmen

– einen Systemdienstleitungsbonus für Solarkraftwerke einzuführen, die mit modernen Wechselrichtern dazu beitragen, die Netzstabilität zu erhöhen und Netzausbaukosten zu reduzieren

– ein umfassendes Markteinführungsprogramm für Energiespeicher aufzulegen sowohl für Batterien im Stundenbereich als auch Lösungen für Langfristspeicher, wie z. B. synthetisches Erdgas aus Wind- und Sonnenstrom

– darüber hinaus im Erneuerbare-Energien-Gesetz einen finanziellen Anreiz für regelbare regenerative Verbundkraftwerke zu schaffen, bei denen die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft sowie Energiespeicher mit moderner Informationstechnik zusammengeschaltet werden.

Quelle: EUROSOLAR e.V.Foto: © Reuters

 

Energieallee A7

Mittwoch, Juli 13th, 2011

Am 5.  Juli wurde die „Informationsplattform zur Projektinitiative Energieallee A 7“ freigeschaltet. Damit setzen die Projektträger, die Hermann-Scheer-Stiftung und EUROSOLAR e.V. in Kooperation mit UnternehmensGrün e.V., Zeichen für den Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien.
Die Informationsplattform enthält laut Presseerklärung der Eurosolar „Ausführungen und Perspektiven zur Realisierung des Konzepts Energieallee A 7 von Hermann Scheer“. Der vergangenes Jahr verstorbene SPD-Politiker und unermüdliche Kämpfer für die solare Energiewende hatte das Projekt erstmals auf der Raumordnungskonferenz von EURSOSOLAR im Frühjahr 2010 in Kassel vorgestellt.

„Gerade vor dem Hintergrund des aktuell verabschiedeten Energiepakets, das in volkswirtschaftlich nicht nachvollziehbarer Weise eine Überförderung für den zentralistischen Offshore-Ausbau und den Bau großer Stromtrassen vorsieht, ist es wichtig, die Vorzüge dezentraler und schnell nutzbarer Energiegewinnungspotentiale zu erkennen und entsprechende Umsetzungsschritte einzuleiten“, erläutert EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege. Hierfür stehe das A 7-Projekt, das seit 2010 schon weit vorangeschritten ist.

A 7-Projekt: Energieversorgung dezentral und bürgernah

„Während die Ethikkommission für den dezentralen Ausbau geworben hat, hätte das Energiekonzept der Bundesregierung die bereits laufende dezentrale Energiewende massiv ausgebremst. In letzter Sekunde hat sich Dank des Einsatzes zahlreicher Bundesländer, Kommunen und Abgeordneter der Bundestag dazu entschlossen, die schlimmsten Einschnitte gegen den dezentralen Ausbau von Wind- und Solarenergie an Land zu verhindern“, erklärt EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo. Mit dem neuen EEG sei der Weg zwar etwas steiniger, aber nun dennoch frei für eine „Energiewende von unten“. Entlang der A7 sollen gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, den Stadtwerken und Investoren aus Bürgergenossenschaften und mittelständischen Unternehmen Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien errichtet und so die Energiewende dezentral gestaltet werden.

Die längste Energie-Autobahn Deutschlands entsteht

Das Konzept „Energieallee A 7“ zielt auf die Nutzung erneuerbarer Energien entlang der längsten deutschen Autobahn. Mit einer installierten Leistung von insgesamt 6.255 MW durch 1.251 Windkraftanlagen der 5 MW- Klasse an allen möglichen Standorten, kann so pro Jahr rund 13.500 GWh Strom bzw. 2,2 % des deutschen Bruttostromverbrauchs erzeugt werden. Zusätzlich soll die Energiegewinnung aus anderen erneuerbaren Energieträgern, Sonne und Biomasse, eingebunden werden.

„Die Dezentralität ist der Schlüssel für die Energiewende. Die vielfältigen Beteiligungsebenen binden klein- und mittelständische Unternehmen ein und stützen damit das Rückgrad der Wirtschaft“ erklärt Dr. Nina Scheer, Vorstand der Hermann-Scheer-Stiftung und fügt an: „So werden strukturelle Monopole in der Energiewirtschaft aufgebrochen“.

Die Informationsplattform ist darauf angelegt, die Umsetzung der Energieallee A 7 anzuschieben und zu erleichtern. Durch die fortlaufend zu ergänzende und entsprechend durch die Projektträger begleitete Online-Präsentation werden Informationen sowie Hinweise auf involvierte Ebenen, Technologien, Daten und Akteure genannt und damit das breite Spektrum an Aufgaben und Lösungswegen aufgezeigt, die das dezentral strukturierte Großvorhaben Energieallee A 7 Wirklichkeit werden lassen. Die Plattform wächst mit den verfügbaren Informationen, entsprechenden Akteuren und Unterstützern.

Mit der Energieallee A 7 gelingt es, bereits bebaute Flächen synnergetisch zur regenerativen Energiegewinnung zu nutzen. Zugleich bleibt die Umsetzung ein dezentral strukturiertes Vorhaben: Durch die Beteiligung vieler Akteure der unterschiedlichsten Ebenen wird eine jeweilige Vor-Ort-Energiegewinnung erzielt. Die Energieallee ist nicht auf einen groß angelegten Überland-Leitungsbau angewiesen.

Es geht mit der Projektinitiative Energieallee A7 (http://www.energieallee-a7.de) um eine Beweisführung für Dezentralität und die vielfältige Nutzbarkeit erneuerbarer Energien.

Quelle: EUROSOLAR e.V.

Energiewende rückwärts? EEG-Novelle führt in die Sackgasse

Mittwoch, Juni 8th, 2011

Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist ganz offensichtlich für die Energiewende ein Desaster! Auch „das in vielen Punkten richtige und überzeugende Energiekonzept der CSU für Bayern“ kann nun, nach Meinung von EUROSOlAR, wegen der wettbewerbsfeindlichen Ausrichtung nicht umgesetzt werden. Die renommierte Energie-Organisation fordert daher nach dem Kabinettsbeschluss zu Atomausstieg und Energiewende vom 06. Juni die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer auf, die endgültige Verabschiedung des Gesetzes auf den Herbst zu vertagen und in der Zwischenzeit das Gesetz in erheblichen Passagen nachzubessern.

Nach Meinung von Eurosolar ist die Novelle nämlich nicht geeignet, eine Energiewende herbeizuführen. „Vielmehr zeige sich, dass die Gesetzentwürfe den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv bedrohen“, verlautbart Eurosolar.

„Es macht fassungslos, dass der Bundesumweltminister im Zeichen des japanischen Super-Gaus das Vorbild Deutschland für den zügigen Ausbau erneuerbarer Energien aufgeben will“, ist in der aktuellen Pressemitteilung von Eurosolar weiter zu lesen. Eurosolar befürchtet, dass mit der jetzt geplanten Vorgehensweise über 350.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze vor allem im Mittelstand gefährdet würden. Zudem widerspreche das Energiekonzept der Bundesregierung größtenteils den Empfehlungen der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung. Während die  so genannte „Töpfer-Kommission“ für eine Beschleunigung der laufenden dezentralen Energiewende plädiert, mit der das Energiekonzept der CSU für Bayern großenteils korrespondiert, hat sich die Bundesregierung, wie leider schon im Referentenentwurf erahnt werden konnte,  für eine diametral entgegengesetzte Strategie entschieden: Die Förderung von teuren Großprojekten und im Zuge dessen die Unterstützung der großen Energiekonzerne.

„Bis auf einige kosmetische Verbesserungen im Bereich Onshore-Windkraft werden sämtliche Befürchtungen bestätigt, die EUROSOLAR in den vergangenen Wochen vorgetragen hat. Dies zeigt sich insbesondere an der EEG-Novelle 2012“, beklagt Eurosolar. Ungeachtet dessen, dass die Energiekonzerne bis heute gerade mal 5 % zum Ausbau der erneuerbaren Energien beigetragen haben und zumeist als Bremser auftreten, möchte die Bundesregierung ihnen die Hoheit über die erneuerbaren Energien überantworten. „Der Bundesumweltminister will offenkundig die Windkraft auf hoher See monopolisieren und Solarenergie und Windkraft an Land herunterfahren“, so EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo. „Wettbewerb im Energiemarkt hat unter diesen Bedingungen keine Chance. Das Kartell der Großkonzerne soll über den Atomausstieg hinaus gerettet werden. Mit Marktwirtschaft hat diese Politik der Bundesregierung nichts zu tun“, erklärt der EUROSOLAR-Vizepräsident. Nun besteht die Gefahr, dass die Energiewende scheitert und stattdessen neue fossile Kraftwerke gebaut oder der Atomausstieg nicht vollzogen werden kann. Währenddessen wurde in Österreich der CSS-Technologie eine Absage erteilt, so dass dort ein Ausbau von Kohlekraftwerken und Verpressung von CO2 in die Erde unwahrscheinlich wird.

Es steht zu befürchten, dass in Deutschland genau dieses Türchen aufgestoßen werden soll – zugunsten wirtschaftlicher Partikularinteressen (Großkonzerne) und nicht im Sinne der Allgemeinheit und einer sicheren, zukunftsfähigen, dezentralen Energiewende.

Die vollständige Presseerklärung von Eurosolar finden Sie hier: EUROSOLAR-Pressemitteilung 7. Juni 2011

Was zur Energiewende jetzt zu tun ist, hat EUROSOLAR im 10-Punkte-Sofortprogramm für die Energiewende auf den Punkt gebracht: http://www.eurosolar.de/

EEG-Novelle enttäuschend

Montag, Mai 30th, 2011

Nach Ansicht von Eurosolar und vielen Umweltverbänden verspielt die EEG-Novelle die  Chance auf eine sichere und dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland.  Die neue Gesetzesvorlage forciert bei den Erneuerbaren großtechnologische Lösungen, wie Offshore-Anlagen und Solarkraftwerke in Afrika, wie Desertec, was insbesondere für die großen Energiekonzerne und Wirtschaftskonsortien interessant ist, anstatt eine regionale und dezentrale Energieversorgung zu fördern.

Alles in allem werde, so der Vorwurf der Experten, das alte fossil-atomare Energiekonzept in seiner Grundstruktur beibehalten. Die EEG-Novelle vernachlässige vor allem die Speichertechnologie und deren Ausbau, die einen zentralen Baustein für den Ausbau der erneuerbaren Energien und vor allem die Versorgungssicherheit darstellen.

So bemängelt EUROSOLAR, die mit IRES seit Jahren mit der Speicherthematik befasst ist, dass die bereits vorhandene Speichertechnologie schon enorme Möglichkeiten biete, dies aber im EEG nicht angemessen berücksichtigt werde.

„Der Entwicklungsstand der verfügbaren Speichertechnologien ist schon erheblich weiter als vielfach angenommen. Allein die Bundesregierung schuldet ihren Beitrag zum Ausbau der Speicherkapazitäten für
eine sichere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien“, erklärt Irm Scheer-Pontenagel, die Geschäftsführerin der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR).

Anstatt eine Phantomdebatte zum überflüssigen Stromtrassenbau von Nord- nach Süddeutschland zu führen, könnten mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG-Novelle 2012) die Weichen für
Energieversorgungssicherheit durch Anreize zum Speicherausbau in der Fläche gestellt werden. „Wer die Energiewende zu heimischen erneuerbaren Energien will, muss den Marktdurchbruch für Stromspeicher
organisieren.“

Der vorliegende Entwurf der EEG-Novelle 2012 enttäuscht in jeder Hinsicht. Denn der Ausbau der erneuerbaren Energien wird ausgebremst und die für ein sicheres Energiesystem entscheidende Speicherfrage schlicht ausgeklammert. Die erneuerbaren Energien sollen nach dem Willen von Umweltminister Röttgen offenbar nur eine Nischenrolle im herrschenden fossil-atomaren Stromsystem spielen. „Ohne eine Speicher-Offensive und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird den Erneuerbaren die Entwicklung zur tragenden Säule der Energieversorgung verwehrt“, so die EUROSOLAR-Geschäftsführerin.

Das Argument, dass es keine Speicher gäbe oder diese noch viel Zeit brauchen, zählt nicht mehr. EUROSOLAR arbeitet mit der weltweiten Leitkonferenz für Energiespeicherung und Erneuerbare Energien, der „International Renewable Energy Storage Conference“ (IRES), seit mehr als fünf Jahren an der Lösung einer sicheren Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien. Zum Call for papers zur IRES 2011, die vom 28.11.-30.11.2011 in Berlin stattfinden wird, haben so viele Forscher und Ingenieure wie nie
zuvor qualifizierte Beiträge zur Präsentation eingereicht.

„Dieser Rekord beim Zulauf renommierter Experten freut uns sehr und ist Beleg für die Fähigkeiten von Ingenieuren, die Energiefrage zu lösen“, erklärt EUROSOLAR-Geschäftsführerin Scheer-Pontenagel.
Was den zahlreichen Speicherlösungen für weitere Kostensenkungen fehlt, ist ein Massenmarkt, damit die Optimierung der Technologien Hand in Hand mit einer Optimierung der Produktion einhergehen kann.

EUROSOLAR fordert daher in seinem 10-Punkte-Sofortprogramm zur Energiewende die Einführung eines
Speicherbonus im EEG 2012. Dieser soll Anreize für die nachfragegerechte Produktion von Strom, zum Lastmanagement und den Ausbau der Speicherkapazitäten setzen und einen stabilen Markt für die
notwendigen Technologien schaffen (auch Stetigkeitsbonus genannt). Schon das EEG 2009 hätte die Möglichkeit geboten, über einen sogenannten Kombikraftwerksbonus die Einführung sich gegenseitig
stützender erneuerbarer Energien voranzutreiben. Inzwischen sind aber fast drei Jahre vergangen, ohne dass diese Chance ergriffen wurde.

Auch im Rahmen der nun wieder belebten Diskussion zur Novelle des KWK-Gesetzes muss ein verlässlicher Investitionsrahmen für die Integration von Wärme- und Kältespeichern in KWK-Anlagen geschaffen
werden, um die KWK-Nutzung stärker zu flexibilisieren und an der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auszulegen. Gerade die „Power to Gas“-Technologie könnte auf diese Weise schnell zum
Marktdurchbruch geführt werden, weil das Gasnetz als großer Speicher zur Verfügung steht und KWK-Anlagen zum Ausgleich schwankender Stromproduktion aus Sonne und Wind eingesetzt werden können. Energieversorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien ist eben keine Zauberei.

Der aktuelle EEG-Entwurf aber steht für weitere Stagnation. Denn die im Entwurf enthaltene Marktprämie führt nur zu Mitnahmeeffekten in dreistelliger Millionenhöhe, ohne den Ausbau der Energiespeicherkapazitäten voranzubringen. Auch mit der „Förderinitiative Energiespeicher“ suggeriert die Bundesregierung nur, dass eine „schnelle Markteinführung“ im Speicherbereich avisiert ist.
Dieses an sich richtige Förderprogramm wird im Gegenteil dazu instrumentalisiert, die breite Einführung von Energiespeichern im Stromsektor über das Jahr 2014 hinauszuschieben. Augenscheinlich fehlt
der Politik der Mut, die Voraussetzungen für ein regeneratives Energiesystem zu schaffen.

Stattdessen konzentriert sich der Gesetzgeber darauf, das EEG auf die Energiekonzerne zuzuschneiden und übereignet ihnen die Hoheit über den Ausbau der erneuerbaren Energien. Milliardenkredite und
hohe EEG-Vergütungen für die Offshore-Windenergie kommen allein den Energiekonzernen zugute, obwohl sie aufgrund ihrer enormen Marktmacht bereits Milliardengewinne zu Lasten der Stromkunden erzielen.
Die räumliche Konzentration der Erzeugung in der Nordsee und der Verzicht auf einen dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien würden es darüber hinaus zwingend erforderlich machen, mit weiteren
hohen Investitionen tausende Kilometer Stromtrassen neu zu errichten.

Würde der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien mit den beschriebenen systemischen Weichenstellungen flankiert, wäre das gar nicht notwendig. Dies gilt insbesondere für den Ausbau der
Onshore-Windenergie in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. „Im Gegensatz zur unwirksamen „Marktprämie“ würde regelbare erneuerbare Stromerzeugung in dezentralen Strukturen nicht nur den Weg zu einer
Rund-um-die-Uhr-Versorgung aus erneuerbaren Energien ebnen, sondern auch mittelständischen Betreibern und Stadtwerken zugute kommen“, so Valentin Hollain, EUROSOLAR-Projektleiter der IRES.

So können die Oligopolstrukturen im deutschen Stromsektor weiter aufgebrochen und der Atomausstieg beschleunigt werden. Die Weichenstellungen für eine sichere erneuerbare Energieversorgung müssen auch
zentraler Bestandteil im Abschlussbericht der Ethik-Kommission für eine sichere Energieversorgung sein.

Quelle: EUROSOLAR e.V.  www.eurosolar.org

Bewerbungsfrist für Deutschen & Europäischen Solarpreis 2010 endet in 3 Tagen

Montag, Juni 28th, 2010

Bonn, 28. Juni 2010 – Für herausragende innovative und kreative Leistungen bei der Verbreitung und Anwendung Erneuerbarer Energien verleiht EUROSOLAR e.V. auch in diesem Jahr den Deutschen und Europäischen Solarpreis. Bis zum 30. Juni 2010 nimmt EUROSOLAR noch Bewerbungen und Vorschläge entgegen. Die Übergabe der Preise erfolgt im Rahmen einer festlichen Verleihung.

Die Solarpreise werden seit 1994 für herausragende Projekte, ganzheitliche Konzepte und an Personen verliehen, die beispielhaft für die Nutzung Erneuerbarer Energien wirken. Um die Breitenwirkung Erneuerbarer Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche zu erfassen, werden die Preise in mehreren Kategorien vergeben:

– Städte/Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
– Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen
– Lokale oder regionale Vereine/Gemeinschaften
– Solares Bauen und Stadtentwicklung
– Medien
– Transportsysteme
– Bildung und Ausbildung
– Sonderpreis für persönliches Engagement

In folgenden Kategorien werden außerdem mit Plaketten ausgezeichnet:

– Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien
– Schulen und Bildungseinrichtungen

Für den Europäischen Solarpreis werden der Jury neben den direkt eingegangenen Bewerbungen auch Vorschläge der verschiedenen EUROSOLAR-Sektionen vorgelegt, die auf den nationalen Ebenen eingereicht und prämiert wurden. Aus allen Bewerbungen werden dann die Preisträger des Europäischen Solarpreises ermittelt.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren, ein Online-Anmeldeformular sowie Präsentationen der bisherigen Preisträger finden Sie unter www.eurosolar.org.

Wir freuen uns über die bisher eingegangenen, vielfältigen und interessanten Bewerbungen und Vorschläge. Bis zum 30. Juni haben auch Sie noch die Gelegenheit, sich zu bewerben oder jemanden vorzuschlagen.

Quelle: Eurosolar, Foto: http://www.solarthemen.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/11/solarpreise.jpg