Einträge ‘Klimaschutz’

Fukushima ist nicht vorbei: Energiewende jetzt!

Dienstag, Mai 31st, 2011

Die große Mehrheit der Bevölkerung, der Fachleute und der Wirtschaftsunternehmen fordert zum Atomausstieg und aus Klimaschutzgründen einen rascheren Umstieg auf saubere und sichere erneuerbare Energienquellen. Eine Beschleunigung der Energiewende ist allerdings im Entwurf zur EEG-Novelle nicht erkennbar.

Stattdessen wird die maritime Windkraft (offshore) bevorzugt – eine weitgehend unerprobte, teure und verbrauchsferne Energieform, die zudem auch einen umfangreichen und teuren Netzausbau erfordern würde. Mit Solarkraftwerken auf Freiflächen sowie Windenergie an Land (onshore) ließe sich die Energiewende dagegen schnell und günstig umsetzen. Denn Strom aus Windenergie-Anlagen im Binnenland kostet schon heute nur die Hälfte des Offshore-Stroms; Solarkraftwerke können ab 2012 preiswerter den Strom produzieren als maritime Windräder.

Folgende Maßnahmen sind umgehend erforderlich, um bis zum Jahr 2020 die doppelte Menge erneuerbarer Energien zum halben Preis zu realisieren:

  • Erhöhung des Ausbauziels für erneuerbare Energien (EE)
  • Ausweitung der Flächenkategorien für Solarkraftwerke
  • Beibehaltung der derzeitigen Rahmenbedingungen für Windenergie an Land (Systemdienstleistungsbonus; Degression: 1% / anno)

Der Zubau von 2012 bis 2020 wird damit schneller und günstiger:

  • 28% statt 13% mehr EE-Anteil am Strommarkt
  • rd. 0,8 Mrd. € statt 1,5 Mrd. € je % EE-Anteil

Anteil der EE am Strommarkt 2011 (prognostiziert):

  • Wind Onshore 10%
  • Wind Offshore 0%
  • Solarstrom 4%
  • Sonstige EE 8%

Summe 22%

Anteil der EE am Strommarkt 2020 (Bundesregierung)

  • Wind Onshore 13%
  • Wind Offshore 5%
  • Solarstrom 9%
  • Sonstige EE 8%

Summe 35%

Anteil der EE am Strommarkt 2020 (Stiftung 100 % erneuerbar):

  • Wind Onshore 25%
  • Wind Offshore <1%
  • Solarstrom 15%*
  • Sonstige EE 10%

Summe rd. 50%

* jeweils zu 50% auf Dach- und günstigen Freiflächen

Quelle: Stiftung 100 % erneuerbar

Beschlossene Sache: Elektromobilität in Deutschland

Montag, Mai 23rd, 2011

Derzeit sind rund 1.500 Elektro-Fahrzeuge in Deutschland unterwegs, bis 2020 soll die Zahl der Elektroautos auf mindestens eine Million ansteigen, bis 2030 sind sechs Millionen angepeilt. Das ist das Ziel des vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsprogramms  Elektromobilität.

Gemeinsam mit den vier Bundesressorts Wirtschaft, Verkehr, Umwelt sowie Bildung und Forschung wurde die Strategie zur Förderung der Forschung, Entwicklung und Markteinführung der Elektromobilität erarbeitet.

Aufstockung der Mittel für Forschung und Entwicklung

Mit knapp zwei Milliarden Euro fördert die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung für die Elektromobilität. Dazu wurde gemeinsam mit der Automobilindustrie die „Nationale Plattform Elektromobilität“ gegründet, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Industrie sowie aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Gesellschaft zusammensetzt. Sieben Arbeitsgruppen werden sich unter anderem mit Themen wie Antriebs- und Batterietechnologie, Ladeinfrastruktur und Netzintegration sowie Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Elektromobilität beschäftigen. In acht Städten und Regionen laufen bereits Modellversuche des Bundesverkehrsministeriums. Beispielsweise haben Berliner an großen Bahnhöfen die Möglichkeit, Autos mit Elektroantrieb zu mieten und Probe zu fahren.

Schwerpunkt: Batterieforschung

„Über den Markterfolg der Elektromobilität entscheidet nicht das üppigste Subventionspaket, sondern die größte technologische Kompetenz“ erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. „Einen besonderen Schwerpunkt werden wir auf die Batterieforschung legen“. Folgerichtig lehnt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer auch teure Kaufprämien entschieden ab: „In einen teuren Subventionswettlauf zu treten, können wir uns nicht leisten. Wir brauchen marktfähige, alltagstaugliche Produkte, die sich in der Praxis bewähren und die Bürger überzeugen“.

Deutsche Bundesregierung als Vorbild

Ziel der Bundesregierung ist, Deutschland bei der Elektromobilität zum Leitanbieter und Leitmarkt zu machen. Dies hatte die Kanzlerin Angela Merkel nach der Übergabe des zweiten Berichts der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ erklärt. Neben der Bundesregierung, die die Mittel für Forschung und Entwicklung verdoppelt, will auch die Wirtschaft in den nächsten drei bis vier Jahren 17 Milliarden Euro investieren. Indes geht die Bundesregierung mit gutem Beispiel voran: Der Fuhrpark der Bundesregierung wird schrittweise auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Ab 2013 sollen als Zielwert 10 % der Neufahrzeuge einen CO2-Ausstoß von weniger als 50 g/km haben.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.iwr.de

www.bmu.de

Quelle: www.iwr.de, www.bmu.de; Foto: www.dena.de

Vorentscheidung für energetische Verwertung der Bioabfälle im Landkreis Starnberg

Freitag, Mai 13th, 2011

Stellungnahme des Vorstands zum “Biomüll-Export”

Die Vorstände des Energiewende-Vereins, und sicher auch viele Mitglieder, freuen sich über die Entscheidung der AWISTA-Verbandsversammlung, die  Bio-Abfallmengen in der Region in Eching energetisch zu verwerten. Man kann jetzt nach Haaren in der Suppe suchen und vom “St.-Florians-Prinzip” sprechen, aber unterm Strich ist es womöglich die beste Entscheidung, die getroffen werden konnte.

Mindestens 5 gute Gründe sprechen dafür:

  1. Die Kommunen haben sich zu den Vorreitern des Klimaschutzes gemacht und nach vielen Rahmenbeschlüssen haben sie mit dem Projekt ihr erstes großes interkommunales Energiewende-Projekt auf den Weg gebracht, das endlich auch in der CO2-Bilanz spürbar wird.
  2. Sie wollen es in interkommunaler Kooperation durchziehen und spannen nun 2 Leistungsträger der kommunalen Dienstleistung im Landkreis, AWISTA und AWA-Ammersee,  zusammen, um dem Projekt eine gute Realisierungschance und einen größtmöglichen kommunalen Nutzen zu geben.
  3. Die Entscheidung für die Kläranlage Ammersee ist die ökologisch sinnvollste Variante, die Ressourcen schont, weil vorhandene Infrastruktur genutzt wird und dort der effizienteste Betrieb möglich ist, weil die Abwärme vollständig verwertet werden kann.
  4. Der durchaus wertvolle Grünschnitt der Wertstoffhöfe wird nicht der Abfallfraktion zuschlagen, sondern weitere energetische Nutzungsmöglichkeiten bleiben offen, z. B. in einer weiteren Biogasanlage und/oder durch Verbrennung der abgetrennten „Holzfraktion“.
  5. Die Anlage geht in eine Gemeinde, die mögliche Chancen höher bewertet als mögliche

    Nachteile. Die Projektbetreiben haben jetzt die große Chance diese positive Erwartungshaltung zu erfüllen und damit eine Trendwende in der Akzeptanzdiskussion für erneuerbare Energieanlagen einzuleiten.  Vielleicht kommen wir ja doch vom „not-in-my-backyard“ zum „me-too“!

Ökologische und wirtschaftliche Win-Win-Situation

Bissig von „weiterhin Export der Bioabfälle” zu reden, geht unseres Erachtens an der Realität vorbei.

Die Gemeinde Eching ist seit langem ein guter kommunaler Kooperationsparter des Landkreises Starnberg (bzw. 5 seiner Gemeinden) – und zwar nicht definiert durch Landkreisgrenzen,  sondern durch gemeinsame Ver- und Entsorgungsaufträge. Mit solchen Partnern geht man pfleglich um und beabsichtigt nicht, ihnen unseren Müll einfach auf die Straße zu kippen.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. – Der Vorstand

Neues IWES-Forschungsprojekt: Kombikraftwerk 2

Freitag, Mai 6th, 2011

Dass eine alleinige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland machbar ist, soll das neue Forschungsprojekt „Kombikraftwerk 2“ des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) gemeinsam mit neun Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zeigen. Wind- und Biogaskraftwerke sowie Solarstromanlagen werden hierzu  in Modellen und Feldversuchen über moderne Kommunikationstechniken verknüpft und zentral gesteuert. Das Ziel des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes ist, Erkenntnisse über den Beitrag Erneuerbarer Energien zur Versorgungsqualität zu gewinnen. Dazu Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel: „Unser Praxistest wird zeigen, dass eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien realistisch ist und dass auch bei Flaute nicht die Lichter ausgehen“.

Stabile Stromversorgung mit erneuerbaren Energien

Solar-, Biogas- und Windenergieanlagen verfügen bereits heute über technische Eigenschaften, die zur Stabilität des Stromnetzes beitragen und bei Engpässen das Netz entlasten können. Unter realen Wetterbedingungen testet das „Kombikraftwerk 2“ die Wirksamkeit sogenannter Systemdienstleistungen bei einer regenerativen Vollversorgung. Hierzu verwendet werden das Wind Power Management System WPMS, eine Prognosesoftware zur Vorhersage der Windenergieeinspeisung in einem Zeitbereich von 1 bis 96 Stunden sowie die Steuerungssoftware WCMS (Wind Cluster Management System), das Windparks Kraftwerkseigenschaften verleiht und mit spezifischen Funktionen sowohl für Netzbetreiber als auch für Windparkbetreiber ausgestattet ist.

Umfang des Kombikraftwerks 2

Umfang des Kombikraftwerks 2

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesumweltministerium mit ca. 1,8 Mio. Euro gefördert. Die Partner des Konsortiums sind: Agentur für Erneuerbare Energien, CUBE Engineering GmbH, Deutscher Wetterdienst, ENERCON GmbH, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), Fachgebiet Elektrische Energieversorgung der Leibniz Universität Hannover, ÖKOBiT GmbH, Siemens AG, SMA Solar Technology AG, SolarWorld AG.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, www.bine-informationsdienst, www.kombikraftwerk.de und Fraunhofer Institut (IWES)

Grafiken: Agentur für Erneuerbare Energien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

240 Jahre Eichenallee in Seefeld

Dienstag, Mai 3rd, 2011

Am 15. Mai 2011 findet in Seefeld das Eichenalleefest 2011 statt. Mit dieser Veranstaltung wird das 240-jährige Bestehen der Eichenallee gefeiert. Die Eichenallee steht unter (Bau-)Denkmalschutz und konnte vor allem so lange bestehen, weil sie nachhaltig bewirtschaftet wurde. Der Graf Anton Clemens zu Toerring hatten die Allee mit 765 Eichen im Jahr 1770 nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten, als Zeichen seines gestaltenden Schaffens und Symbol seiner Herrschaft angepflanzt – immerhin entstand so die erste Allee Bayerns -, sondern vor allem auch zur wirtschaftlichen Nutzung: die Eichenmast für die Tiere, das Holz zur baulichen Verwendung. Dabei wurde genau festgelegt, in welchen Zeiträumen welche Bäume reif für den Einschlag waren und wie forstgerecht nachgepflanzt werden musste, damit die Jungbäume gesund aufwachsen konnten. So steht sie auch heute noch – 240 Jahre später, jedoch arg gebeutelt von Autoabgasen, Pneu-Abrieb und Streusalzbelastung – und so geschwächt leider auch von parasitärem Pilzbefall bedroht. Die Eichenallee ist längst ein Fall für den Baumdoktor, schon lange ohne wirtschaftliche Bedeutung für die Allgemeinheit, ein historisches Relikt, das nur aus Sentimentalität erhalten wird und Kosten verursacht?

Mitnichten! Die Eichenallee erfreut uns täglich mit ihren beeindruckenden, zum Teil jahrhundertealten Baumriesen (Experten gehen davon aus, dass einige Eichen aus der Urpflanzung erhalten sind), sie ist ein grünes Symbol für Umwelt- und Klimaschutz vor Ort, für Bewahrung und Nachhaltigkeit, für Leben und Schutz und die Schönheit und Beständigkeit der Natur.

Die Eichen erzeugen lebensnotwendigen Sauerstoff, speichern tonnenweise schädliches CO2, bieten zahlreichen Tieren, wie z.B. dem Hirschkäfer und Ameisen, Vögeln und Spinnen, Würmern und Bodeninsekten Nahrung und Lebensraum und sie beherbergen interessante Pflanzengesellschaften, die andernorts längst verschwunden sind. Rund um die Eichen haben sie einen fast ungestörten Ort zum Wachsen und Gedeihen. So blühen gerade jetzt duftende Schlüsselblumen und Buschwindröschen und bis zum Fest stehen auch Unmengen rotoranger Glöckchen der Bachnelkenwurz (Geum rivale) im Schatten der Eichen. Blumen, die an den meisten Gräben und Bächen unserer Gegend längst verschwunden sind, weil in Bayern entlang der Ufer von Gräben und  Fließgewässern keine Schutzzonen eingerichtet sind und unsere Wiesen und Ackerränder ohnehin zu Agrarwüsten und Gras- und Löwenzahneinöden verkommen sind.  So steht die Eichenallee auch für Artenschutz und Artenvielfalt, ist ein Refugium für Lebewesen, die andernorts wegen der intensiven Landwirtschaft keine Chance mehr haben. Die Eichenallee verdient daher viel mehr Respekt und Beachtung durch uns!

Die Eichenallee muss erhalten werden!

Daher haben die Initiatoren eine autofreie Feier für Jung und Alt auf der denkmalgeschützten Allee auf die Beine gestellt. Das Fest lockt mit umwelt- und energiebewussten Aktionen und Kulinarien zwischen Seefeld und Weßling von 10:00 bis 17:00 Uhrdie Staatsstraße ist deshalb am Sonntag während der Veranstaltung und im Abschnitt Oberalting-Weßling für den Autoverkehr gesperrt!

Auch der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. bietet beim Eichenalleefest eine Attraktion: Rikscha-Fahrten auf der Eichenallee – energiebewußt mit Menschenkraft bewegt, ein garantierter Spaß für die Fahrgäste. Infomaterial zur Energiewende gibt es dann am Stand.

Und hier finden Sie das Programm für das Eichenalleefest 2011

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., E. Villing
Foto: Wolfgang Alexander Bajohr, www.natur-5seenland.de


Weltweit erstes Passivhaus-Hochhaus eingeweiht

Montag, Mai 2nd, 2011

Die Zertifizierung durch das Passivhausinstitut ist noch im Gange, aber Florian Kagerer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg ist sich sicher, dass der Wärmebedarf des sanierten Hochhauses im Freiburger Stadtteil Weingarten nicht mehr als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen wird. “Rechnerisch liegen wir bei 14,6 kWh/m²a”, sagt er. Damit ist das sechzehnstöckige Gebäude aus den 60er Jahren das weltweit erste Passivhaus-Hochhaus. Eineinhalb Jahre hat die Sanierung gedauert und unter dem Strich etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter gekostet. Damit liegen die Kosten deutlich höher als bei einer üblichen Standardsanierung.

Lesen Sie den kompletten Artikel hier!

Quelle: EnBauSa GmbH, www.sonnenseite.com; Foto: ISE

GFK-Umfrage: Verbraucher setzen auf erneuerbare Energien

Donnerstag, April 14th, 2011

Durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima (Japan) hat die Nutzung der Kernenergie weiter an Zustimmung verloren. Während im Januar dieses Jahres noch in jedem zehnten Privathaushalt die Energiegewinnung aus Atomkraft aus Gründen der Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz (CO2-Minimierung) für zukunftsfähig gehalten wurde, ist die insgesamt schon geringe Zustimmung in der Bevölkerung nun nahezu vollständig verschwunden. Lediglich 4 % halten Investitionen in die Kernenergie für erforderlich, wie die aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der GfK Marktforschung aus dem April zeigen.

Auch die Sicherstellung der Stromversorgung ist lediglich für eine Minderheit von 5 % ein Argument, an der Nutzung der Kernenergie festzuhalten. Hier zeigen sich jedoch deutliche regionale Unterschiede in der Beurteilung:  Während im den alten Bundesländern knapp 4 % der Bürger/innen in der Kernenergie eine zukunftsfähige Technologie sehen, ist davon in den neuen Bundesländern immerhin noch jeder Zehnte überzeugt.

Quelle: Newsletter TGA-Fachplaner

Klimaschutz ohne Kernenergie? – Das mach‘ ich mit Links!

Montag, April 11th, 2011

Seit nunmehr 20 Jahren engagiert sich das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Gmbh für Nachhaltigkeit und eine intakte Umwelt. Ernst Ulrich von Weizsäcker war fast ein Jahrzehnt Präsident des renommierten Instituts, die Publikation “Zukunftsfähiges Deutschland” hatte 1996 für Furore gesorgt. Anlass für die Institutsgründung war die Agenda 21. 1992 verpflichteten sich auf der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 178 Staaten auf dieses Programm, die Agenda für eine umweltverträgliche, sozial gerechte und ökonomisch tragfähige Entwicklung im 21. Jahrhundert. Es bestand Konsens, dass Umwelt und Entwicklung zusammen gedacht werden müssen und gemeinsame Lösungen brauchen. Als Konsequenz dieser Einsicht sollten sich die Produktions- und Konsummuster der Industrieländer ändern.

Die Studie Zukunftsfähiges Deutschland – Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung beantwortete 1996 die Frage nach dem Status quo sowie der Strategie mit aufrüttelnden Fakten, Zielen, Maßnahmen und Leitbildern. Die Studie wurde von der Naturschutz und Umweltorganisation Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der katholischen Entwicklungsorganisation Misereor gemeinsam herausgaben und vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie erarbeitet.

2008 erschien die Fortsetzung Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt.  Das Institut forscht seitdem weiter unermüdlich an Möglichkeiten für ein gerechtes und nachhaltiges Leben und die Bewusstseinsbildung – für alle Menschen auf unserem Planeten.

Nun hat das Institut auf seiner Internetseite eine aktualisierte Linkliste zum Klimaschutz ohne Kernenergie eingestellt. Die Linkliste ist in Form einer übersichtlichen Tabelle angelegt, die die Verlinkungen sowohl unter 6 Kategorien thematisch einsortiert als auch die Kategorien selbst inhaltlich kurz umreißt, so dass eine leichte Orientierung möglich ist.

So finden sich unter der Kategorie Strom hinweise zum Kauf energieeffizienter Geräte, zum Thema Stand-by-Verbräuche und Strom-Wechsel zu unabhängigen Ökostromanbietern. Die Kategorie Wärme reicht von Lüften über Dämmen bis zu Umwälzpumpen und Heizmitteln und unter Kapital sind nachaltige Investments zu finden. Weitere Themen sind Mobilität, Förderung und Information.

Die Linklist e erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist aber nach unserer Meinung für alle ein sinnvolles Instrument, die selbst aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten.

Auf der Internetseite des Instituts finden sich auch interessante Publikationen gegliedert nach Forschungsbereich.

Darüber hinaus bietet das Wuppertal Institut jede Menge interessanter Informationen für alle Nachhaltigkeits-Verfechter, Umweltbewussten,  und Energiewende-Aktiven. Mehr erfahren Sie hier!

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Reck: "Energiesystem wird dezentraler und mittelständischer sein"

Donnerstag, März 31st, 2011

Debatte: EU-Energiepolitik nach Fukushima

Eine Technologie, deren Einsatz absolute Sicherheit voraussetzt, kann keine Zukunftsoption für die Energieversorgung sein, meint Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). In einem Standpunkt auf EurActiv.de fordert Reck Investitionen in intelligente Netze und dezentrale Speicherlösungen. Gefragt sei eine ökologische Industrialisierung.

Die dramatischen Ereignisse in Japan haben die Welt bis ins Mark erschüttert. Obwohl die (ökologischen und ökonomischen) Folgen heute im Einzelnen noch nicht absehbar sind, ist eines unumstritten: Das schwere Unglück in Fukushima wird die Welt nachhaltig verändern. Eine Neubewertung der Kernenergie ist vor diesem Hintergrund zwingend notwendig. Fest steht: Wir benötigen Energie, sie ist die Grundlage unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands. Aber woher wollen wir diese beziehen? Und vor allem: Wie wollen wir sie zukünftig erzeugen?

Fossile Energien schädigen das Klima nachhaltig

Europa muss jetzt intensiv darüber nachdenken, wie es in absehbarer Zukunft ohne Kernenergie auskommen kann. Der jetzt von EU Energiekommissar Oettinger mit den Unternehmen vereinbarte “Stresstest” ist ein erster wichtiger Schritt, um die Sicherheit der europäischen Kernkraftwerke zu prüfen. Er darf allerdings kein Feigenblatt sein, um danach wieder einfach zur Tagesordnung zurückzukehren. Eine Technologie, deren Einsatz absolute Sicherheit voraussetzt und bei der die Frage der Endlagerung nicht gelöst ist, kann keine Zukunftsoption für eine nachhaltige europäische Energieversorgung sein. Gleichzeitig werden fossile Energien immer knapper und teurer. Aber es ist noch genug davon da, um das Klima nachhaltig zu schädigen.

Die Verantwortung für unser Weltklima – und damit für unsere Wirtschaft und das Gemeinwohl – erfordert ein deutlich engagierteres Handeln. Das gilt auch und gerade für die Energieerzeugung und den -verbrauch. Wir müssen das Energiesystem deshalb gründlich umbauen. Dabei sollten wir auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, auf den Aufbau und Ausbau intelligenter Energienetze und auf Effizienzsteigerungen setzen.

Effizienteste Technologie: Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Die tragende Säule einer sinnvollen und nachhaltigen Klima- und Energiepolitik ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Für 2020 strebt die Europäische Union einen Anteil von 20 Prozent am Primärenergieverbrauch an. Dieser Ausbau ist machbar, doch er kostet Geld. Umso wichtiger ist es, Investitionen verstärkt in erneuerbare Energien umzulenken. Da die technisch-wirtschaftliche Lebensdauer von Kraftwerken rund 40 Jahre beträgt, ist es wichtig, bereits heute umzudenken. Schaffen wir das nicht, wird es schwer und teurer die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.

Wenn wir die Erneuerbaren sinnvoll einbinden wollen, müssen wir parallel den Netzausbau forcieren – insbesondere die Verteilnetze vor Ort. Nur eng vermaschte und intelligente Netze, die sogenannten Smart Grids, können schwankende Einspeisemengen von Wind- und Sonnenenergie ausgleichen. Zudem sind eine effizientere Erzeugung und ein effizienterer Umgang mit der vorhandenen Energie notwendig. Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sind mit Wirkungsgraden von bis zu 90 Prozent die effizienteste Energieerzeugungstechnologie. Zudem sind sie sind ein hervorragender Türöffner für erneuerbare Energien, weil sie flexibel hinsichtlich der einsetzbaren Brennstoffe sind. In Deutschland haben wir mit diesen Anlagen sehr gute Erfahrungen gemacht.

Energieversorgung: dezentral und intelligent

Heute ist die Energieversorgung in Europa noch vorwiegend zentral ausgerichtet. Wenige Großkraftwerke in der Hand weniger Unternehmen bringen die Energie über die Übertragungsnetze zu den Verbrauchern. Dezentrale Erzeugungsanlagen sind bislang nur eine Ergänzung der Strukturen. Genau hier wird eine Trendwende erfolgen: Das zukünftige Energiewirtschaftssystem wird dezentraler und mittelständischer geprägt sein. Weitreichende Veränderungen zeichnen sich vor allem in den Erzeugungs- und Netzinfrastrukturen ab. Um die Potenziale an Ort und Stelle zu nutzen, werden zukünftig kleinere Erzeugungsanlagen Strom in die Verteilnetze einspeisen. Erzeugung und Verbrauch werden lokal und intelligent ausgesteuert und überregional verteilt. Unterstützt wird dieses System von zentralen Stromspeichern aber auch von dezentralen Speicherlösungen wie etwa Fernwärmenetzen und Elektrofahrzeugen. Damit dreht sich das Bild um: Künftig werden die zentralen Strukturen die dezentralen ergänzen.

Ökologische Industrialisierung: EU als Vorbild

Die EU muss die Führung für den Umbau der Energieversorgung übernehmen. Wie einst die Industrialisierung Europas zum Vorbild wurde, muss nun die ökologische Industrialisierung zum Vorbild werden. Green Tech ist Europas Zukunft. Das bedeutet nachhaltige Jobs und Wertschöpfung. Dafür benötigen wir aber einen europäischen Energiebinnenmarkt mit ausgebauten Grenzkuppelstellen, für den Übergang eine zuverlässige Rohstoffversorgung und ein verbindliches internationales Abkommen zur Senkung der CO2-Emissionen. Das kann nur die EU organisieren und leisten!

Zum Autor

Hans-Joachim Reck ist Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) in Deutschland. Der VKU vertritt die Interessen von mehr als 1.400 Mitgliedsunternehmen, die in den Bereichen Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung und Umweltschutz tätig sind.
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Quelle: EurAktiv.de

Emissions-Vergleich zeigt: Erneuerbare Wärme schützt Klima effektiv und günstig

Freitag, Januar 14th, 2011

Berlin, 14. Januar 2011 – Der Winter macht vorübergehend Pause, der Heizölpreis nicht: Mit fast 80 Euro pro 100 Liter ist Heizöl so teuer wie noch nie an einem Jahresanfang – sogar teurer als zu Beginn des traurigen Preisrekordjahres 2008. Privathaushalte, die bereits auf erneuerbare Wärme umgestiegen sind, können in diesem frühen und harten Winter viel Geld sparen. Zudem vermindern sie ihren wärmebedingten Treibhausgas-Ausstoß pro Kilowattstunde im Vergleich zu einer konventionellen Altheizung um bis zu 95 Prozent, je nach eingesetzter Technik.

Eine neue Publikation der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) stellt die Vorteile einer regenerativen Wärmeversorgung vor und erklärt die gängigsten Technologien.

Nach Berechnungen des Öko-Instituts sind Heizungsysteme auf Basis von Bioenergie, Solarthermie oder Erd- bzw. Umweltwärme ihren fossilen Mitbewerbern in puncto Treibhausgas-Emissionen deutlich überlegen und können nahezu klimaneutral Energie erzeugen. Das gilt auch bei Berücksichtigung der Vorkette (Energieeinsatz für Anlagenherstellung und ggf. Brennstoffproduktion) und selbst dann, wenn man für den Strom, der etwa von Wärmepumpen benötigt wird, den durchschnittlichen deutschen Strommix mit seinem hohen Anteil aus Kohlekraftwerken zur Berechnung heranzieht. Noch besser würde die Bilanz ausfallen, wenn man als Hilfsenergie der Heizungssysteme ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien einsetzte.

„Ersetzt man beispielsweise einen konventionellen Heizölkessel ohne Brennwerttechnik durch eine moderne Holzpelletheizung, so sinkt der durchschnittliche Ausstoß klimaschädlicher Gase von 376 auf 25 Gramm je Kilowattstunde Wärme“, rechnet Jörg Mayer, Geschäftsführer der AAE, vor. Und selbst bei einer zeitgemäßen Erdgastherme mit Brennwerttechnik oder bei Fernwärmeversorgung (jeweils rund 250 Gramm Treibhausgase pro kWh) könne ein Solarkollektor einen Teil des Wärmebedarfs mit nur einem Zehntel der Emissionen produzieren.

„Aktuelle Berechnungen zeigen: Mit erneuerbarer Wärme wird nicht nur das Klima geschützt, sondern es sinken auch die verbrauchsgebundenen Heizkosten. Ein Durchschnittshaushalt kann durch den Umstieg von fossiler auf regenerative Wärme fast 600 Euro im Jahr an Brennstoffkosten einsparen“, so Mayer unter Verweis auf die neue Broschüre. Dennoch trugen Erneuerbare Energien im Jahr 2009 erst gut ein Zehntel zum Wärmeverbrauch in deutschen Haushalten bei. Dabei sind ausgereifte Technologien und genügend Erfahrungen vorhanden: Etwa 1,4 Mio. Solarthermieanlagen, 390.000 Wärmepumpen und 140.000 Holzpelletheizungen sind aktuell in deutschen Haushalten installiert und demonstrieren den erfolgreichen Praxisbetrieb. Deutsche Hersteller dieser Anlagen gehören zu den Pionieren und Marktführern weltweit.

Die neue Publikation der Agentur für Erneurbare Energien mit dem Titel: „Erneuerbare Wärme – klimafreundlich, wirtschaftlich, technisch ausgereift“, Renews Spezial Nr. 47, finden Sie hier zum Download.

Zum Thema Heizkostenersparnis durch Erneuerbare Energien gibt es eine  ZSW Studie vom Oktober 2010.

Einen umfassenden Überblick über die verfügbaren Heizungstechnologien gibt dieses Jahr die Weltleitmesse ISH vom 15. bis 19. März 2011 in Frankfurt / Main.

Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien, 14.01.2011