Einträge ‘Klimawandel’

Energiepreis 2017 – jetzt bewerben!

Mittwoch, Juli 5th, 2017

Jetzt erst recht! So haben viele Länder auf die Ankündigung des neuen amerikanischen Präsidenten reagiert, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen. Denn sie wissen, dass ambitionierter Klimaschutz und ein rascher Umstieg auf erneuerbare Energien der einzige Weg ist, um die bereits spürbaren Folgen der Klimaerwärmung noch zu begrenzen und unsere Lebensgrundlagen nicht dauerhaft zu zerstören.

Auch im Landkreis Starnberg soll die Energiewende mit voller Kraft vorangetrieben werden. Deshalb wird der Energiepreis des Landkreises auch 2017 wieder ausgelobt, um vorbildliche Projekte, Initiativen, Aktionen oder Technologien zu würdigen und zu belohnen.

Dabei sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt – auch Kleines kann ein Meilenstein für Energiewende und Klimaschutz sein!

Hier finden Sie den Flyer zum diesjährigen Energiepreis

Information zum Energiepreis finden Sie auch auf der Seite des Landratsamtes

Wärmster Januar seit Aufzeichnungsbeginn

Donnerstag, Februar 18th, 2016

Der Januar 2016 war der heißeste Januar, der je gemessen wurde: Um 1,1 Grad Celsius übertraf der erste Monat dieses Jahres den globalen Durchschnittswert der Jahre 1951 bis 1980. In Deutschland kletterten die Thermometer laut Deutschem Wetterdienst durchschnittlich 1,7 Grad höher als in der Referenzperiode 1961 bis 1990.

Das Problem: Es gab auch sehr kalte Tage und Nächte, wodurch das Gefühl entstehen kann, dass es insgesamt ein kalter Januar gewesen sei. Es gab auch große regionale Unterschiede. Während es in Süddeutschland besonders warm war, gab es im Norden besonders zu Anfang des Monats eiskalte Phasen – teilweise betrug der Temperaturunterschied 20 Grad.

Seit der Jahrtausendwende häufen sich die Hitzerekorde. Fast jedes Jahr des 21. Jahrhunderts gehört zu den 15 wärmsten Jahren, die je gemessen wurden. Das vergangene Jahr liegt bisher an der Spitze. Nach Messungen der US-Wetterbehörde NOAA waren zudem zehn der zwölf Monate des Jahres – nämlich alle außer Januar und April – auch einzeln Hitzerekorde.

Quelle: Klimaretter.info

Grafik: WMO

Klima-Aktionstag 2014 in Herrsching

Montag, September 22nd, 2014

Mit dem „Klima-Aktionstag“ fand am vergangenen Sonntag der weltweit bisher größte Aktionstag für mehr Klimaschutz statt. In mehr als 4.300 Aktionen, verteilt über den gesamten Globus, gingen Menschen für eine saubere Zukunft auf die Straße. Kurz vor einem entscheidenden UN-Klimagipfel war es dabei das gesetzte Ziel, noch einmal ein deutliches Zeichen an die Politik zu senden und zu demonstrieren, wie sehr der Schutz des Klimas der Bevölkerung am Herzen liegt. Initiator des Klima-Aktionstages war die gemeinnützige Organisation AVAAZ.

Mit von der Partie waren auch der Energiewendeverein Starnberg sowie die Energiegenossenschaft Fünfseenland. Etwa 50 Teilnehmer trafen sich hierfür vor dem Energiewendezentrum in Herrsching. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden des Energiewendevereins Dr. Walter Kellner berichtete Landrat Karl Roth, der Schirmherr der Veranstaltung, über die Fortschritte der Energiewende im Landkreis Starnberg. Im Anschluss daran wurden die Besucherinnen und Besucher über die Arbeit und die bevorstehenden Aktivitäten und Kampagnen des Energiewendevereins sowie der Energiegenossenschaft informiert. Was darüber hinaus noch alles in Bewegung gesetzt werden kann, um das Klima und die Umwelt vor Ort zu bewahren, darüber führten die Anwesenden im Anschluss noch eifrige Diskussionen über mehrere Stunden. Gegen Ende der Veranstaltung war man sich einig: Um alles zu verändern, sind auch alle gefragt! Der erfolgreiche Klima-Aktionstag 2014 soll hierfür nur der Anfang sein!

Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt erklärt einem Besucher das Modell zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks

Vorstände der Energiegenossenschaft Gerd Mulert (li) und Rainer Sauerwein mit Landrat Karl Roth (re)

Vorstände des Vereins Energiewende Landkreis Starnberg Walter Kellner und Sebastian Pohl (li)

Begrüßung der Teilnehmer durch Walter Kellner und Landrat Roth

Teilnehmerrunde (1) vor dem Energiewendezentrum

Teilnehmerrunde (2) vor dem Energiewendezentrum

Quelle: Dr. Walter Kellner
Bilder:
Ernst Deiringer

Klima-Aktionstag in Herrsching

Freitag, September 12th, 2014

Am 21. September, nur wenige Tage vor einem entscheidenden UN-Klimagipfel, möchten Avaaz-Mitglieder in aller Welt noch einmal ein deutliches Zeichen an die Politik senden: An dem eigens initiierten „Klima-Aktionstag“ strebt man hierfür nicht weniger an, als die „größte Klima-Mobilisierung aller Zeiten“.

Mit dabei ist selbstverständlich auch der Energiewendeverein Starnberg, der an diesem Tag, zusammen mit der Energiegenossenschaft Fünfseenland, den Besuchern sowohl die globale Bedrohung durch den Klimawandel als auch die lokale Situation aufzeigen möchte. Daneben soll aber auch über aktuelle und geplante Aktivitäten und Kampagnen informiert werden, mit denen dazu beigetragen werden soll, die vom Kreistag beschlossene Energiewende 2035 vor Ort zu realisieren.

Der Startschuss zum Klima-Aktionstag fällt um 10:00 Uhr im Energiewende-Zentrum Fünfseenland in Herrsching.

 

Quelle: AVAAZ.org
Bild:
Dieter Schütz / www.pixelio.de

Vier-Grad-Grenze kann und muss vermieden werden

Mittwoch, Dezember 5th, 2012

In einer kürzlich veröffentlichten Klima-Studie, pünktlich zum derzeitigen Weltklimagipfel in Doha, heißt es, die Temperaturerhöhung von vier Grad müsse „vermieden“ werden. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschungen ist davon überzeugt, dass dies immer noch möglich ist.

Eine globale Temperaturerhöhung um durchschnittlich vier Grad würde sich beispielsweise in den Tropen mit einem Plus von fünf oder sogar sechs Grad auswirken. Die daraus entstehenden Umweltschwankungen würden die großen Regenwälder wohl kaum auf Dauer überleben. Auch die dort lebenden Menschen müssten sich neu erfinden. Die stark wachsende Bevölkerung könnte in der Vier-Grad-Welt nicht genug Nahrung erzeugen, da mit dem Verschwinden des Regenwalds auch der fruchtbare Boden verloren gingen und sich der Wasserkreislauf zum Negativen verändern würde.

Auch Deutschland wäre betroffen, wenn auch später als andere Regionen. Es kann zu Rekordtemperaturen von 42° C und mehr kommen, extreme Wetterlagen könnten die Flüsse, wie den Rhein, öfters austrocknen, aber auch Überschwemmungen würden sich voraussichtlich häufen.

Schellnhuber fasst die Einstellung der Kritiker vom Klimawandel chronologisch folgendermaßen zusammen: „Es gibt keine Erderwärmung“, die zweite „Der Mensch hat nichts damit zu tun“, die dritte „Wird so schlimm schon nicht werden.“ und nun heißt es: „Ist ohnehin alles zu spät“. Nach seiner Ansicht ist es jedoch weiterhin möglich, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Dazu muss auch künftig darum gekämpft werden, den Ausstoß der Klimagase zu reduzieren, was jedoch ohne politische Vorgaben der Regierungen nicht möglich ist. Sie sind aufgefordert, entscheidende Programme zu entwickeln und vor allem: (endlich) konsequent umzusetzen.

Die Vier-Grad-Welt kann verhindert werden, indem weltweit auf erneuerbare Energien umgestellt und der Einsatz von Kohle und Gas stark reduziert wird. Die Technologien zur CO2-Speicherung müssen zugleich intensiv weiterentwickelt und auf einen solchen Stand gebracht werden, dass sie auch verwendet werden können. Es ist höchste Zeit, die Energieeffizienz im Gebäudebereich zu steigern oder kurzlebige Treibhausgase wie Ruß zu vermeiden. Jeder noch so kleine Beitrag ist ein Teil zur Rettung unseres Klimas.

Verfasser: Energiewende Starnberg e. V. Daniela Köhler, Quelle: zeit.de

Foto: (c) AP (Joseph Napaaqtuq Sage)

Klimakonferenz in Durban – Klimaschützer hoffen auf ein Wunder

Mittwoch, November 30th, 2011

Seit vergangenem Montag bis zum 9. Dezember findet der 17. Weltklimagipfel in Durban, Südafrika, statt. 194 Staaten verhandeln erneut über Möglichkeiten die Klimaerwärmung einzudämmen. Christina Figueres, Chefin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC), beschreibt den Grund des Treffens mit „nichts Geringeres als die größte energietechnische, industrielle und verhaltensrelevante Revolution der Menschheitsgeschichte“.

Ein umfassendes, rechtlich verbindliches Abkommen soll das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ablösen. Dies ist nach dem Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen 2010 und dem darauffolgend nur mäßigen Fortschritt in Cancún allerdings schwer zu glauben. Vielmehr werden Beschlüsse zu Klimafonds oder Waldschutz erwartet.

Leider ist ausgerechnet von den energieintensiven Staaten USA und China bisher kaum eine Bereitschaft zu erkennen, sich in absehbarer Zeit auf international verbindliche Abkommen einzulassen. China setzt sich vielmehr dafür ein, gemeinsam mit Entwicklungs- und Schwellenländern, den Industrienationen die Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel zu übertragen. Die Länder Japan, Russland und Kanada fordern eine Beteiligung Chinas und der USA und meldeten bereits Widerstand an. Im Falle einer weiteren Blockade durch die USA verlangt beispielsweise die Umweltorganisation Greenpeace einen neuen Klimavertrag.

Die weltweit tätige Organisation erwartet jedoch eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Alle Staaten müssten sich dazu verpflichten bis zum Jahr 2015 innerhalb eines neuen Vertrags ihren CO2-Ausstoß zu verringern.

Industrienationen als Vorbild

Klaus Töpfer, Ex-Umweltminister, der bis 2006 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen leitete, forderte: „Wir müssen belegen, dass es geht, ohne mehr fossile Energien und ohne Kernenergie wirtschaftliche Stabilität zu erhalten.“ und ruft damit die Industrienationen auf mit gutem Beispiel voranzugehen. Gelinge das hierzulande nicht, sei es auch extrem schwer, die Entwicklungsländer davon zu überzeugen. Deutschland befinde sich mit seiner Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von über 20 Prozent bereits auf dem richtigen Weg.

BDI-Präsident fordert Entgegenkommen von China

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, spricht über CO2-Strafmaßnahmen auf Produkte aus Ländern, die beim Klimaschutz nicht mitziehen: „Diese Maßnahmen würden Vergeltungsmaßnahmen provozieren zum Schaden der europäischen und insbesondere der exportstarken deutschen Industrie“. Insbesondere von China forderte er verpflichtende Zugeständnisse zur Minderung der Treibhausgase. „Kyotos alte Zweiteilung der Welt in Industrie- und Entwicklungsländer funktioniert nicht mehr“, so Keitel weiter. In der Klimarahmenkonvention heiße es ausdrücklich, dass die Vertragsparteien das Klima „entsprechend ihren jeweiligen Fähigkeiten“ schützen sollen.

Angesichts der zahlreichen Widerstände und unterschiedlichen Interessen kommt immer wieder die Forderung nach einer Koalition der Willigen auf: Ein kleiner Kreis von Staaten, die sich für den Klimaschutz engagieren wollten, könnte allein vorangehen – in der Hoffnung darauf, dass dadurch eine Sogwirkung auf die Unentschlossenen entstehe. Von Achim Steiner, Chef des Uno-Umweltprogramms Unep, äußert jedoch Bedenken: „Wir brauchen das globale Instrument der Klimarahmenkonvention, um Klimapolitik mittel- bis langfristig auch weltweit umsetzen zu können“.

Steiner befürchtet wenn sich die Staatengemeinschaft nicht auf einen gemeinsamen Ansatz in der Energiepolitik oder der Landwirtschaft verständige, drohe „ein Wettbewerbskampf, der die Klimapolitik nur zurückhalten wird“. Des Weiteren hätte ein Kontinent wie Afrika das Nachsehen, „wenn jeder nur noch für sich selbst agiert“.

Quelle: Spiegel online, Greenpeace

Kohlendioxid-Ausstoß steigt schneller als je zuvor

Freitag, November 4th, 2011

Der Kampf gegen den Klimawandel droht verlorenzugehen: Der CO2-Ausstoß ist 2010 erneut gestiegen – und zwar rasanter denn je. Das hat eine neue Berechnung des US-Energieministeriums ergeben. Selbst die pessimistischsten Statistiken werden damit überboten.

Der Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid hat im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht: 2010, so lautet das Fazit einer Studie des US-Energieministeriums, habe es den größten je verzeichneten CO2-Anstieg gegeben. Am Donnerstag veröffentlichte die Behörde ihre neuesten Statistiken, die damit alle Szenarien in den Schatten stellen, die es bisher zu diesem Thema gegeben hat.

Die Zahlen überbieten selbst die pessimistischsten Szenarien, mit denen Experten vor vier Jahren vor der Geschwindigkeit der Erderwärmung gewarnt haben. Und sie machen deutlich, wie kläglich die bisherigen Bemühungen zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes offenbar sind. „Je mehr wir über die Notwendigkeit reden, CO2-Emissionen zu kontrollieren, desto mehr steigen sie an“, sagte John Reilly vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.

Dem Bericht zufolge hat die Welt 2010 insgesamt 512 Millionen Tonnen mehr des Treibhausgases CO2 ausgestoßen als 2009. Das entspricht demnach einem Plus von sechs Prozent. Mit am stärksten für den Anstieg verantwortlich sind der Statistik zufolge Indien und China, die immer mehr Kohlekraftwerke bauen. Mitarbeiter des Ministeriums machten aber auch die verbesserte Wirtschaftslage 2010 mitverantwortlich. China ist der Hauptverursacher von Treibhausgasen, gefolgt von den USA und Indien.

Greff Marland, Geologe an der Appalachian State University, der zuvor an den Berechnungen für das US-Energieministerium beteiligt war, sprach von einem noch nie dagewesenen „Monster-Anstieg“.

Der Verbrauch fossiler Brennstoffe steigt

Auch Tom Borden, Leiter des Carbon Dioxide Information Analysis Center der US-Behörde, ist der Meinung, dass es sich um einen großen Sprung handelt. „Vom Standpunkt der Emissionen aus betrachtet, scheint die Weltfinanzkrise zu Ende zu sein“, sagte Borden. 2010 seien die Menschen wieder viel gereist, und die verarbeitende Industrie sei weltweit wieder auf dem Vormarsch. Das treibe den Verbrauch fossiler Brennstoffe in die Höhe – und damit den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase.

Insbesondere in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie Indien und China greift die Nutzung von Kohle zur Energiegewinnung immer schneller um sich. Allein die CO2-Emissionen, die durch die Verbrennung von Kohle entstehen, sind dem Bericht nach 2010 um acht Prozent gestiegen.

Derart düstere Szenarien beherrschen schon seit 2007 immer wieder die Schlagzeilen. Seinerzeit hatten Mitarbeiter des Uno-Weltklimarats IPCC ihren letzten großen Sachstandsbericht vorgelegt. Bereits damals berechneten die Forscher vier verschiedene mögliche Szenarien für den weltweiten CO2-Ausstoß. Doch selbst die düsterste der vier Prognosen ist nunmehr übertroffen.

Quelle: www.spiegel-online.de

Weltweit erstes Passivhaus-Hochhaus eingeweiht

Montag, Mai 2nd, 2011

Die Zertifizierung durch das Passivhausinstitut ist noch im Gange, aber Florian Kagerer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg ist sich sicher, dass der Wärmebedarf des sanierten Hochhauses im Freiburger Stadtteil Weingarten nicht mehr als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr betragen wird. „Rechnerisch liegen wir bei 14,6 kWh/m²a“, sagt er. Damit ist das sechzehnstöckige Gebäude aus den 60er Jahren das weltweit erste Passivhaus-Hochhaus. Eineinhalb Jahre hat die Sanierung gedauert und unter dem Strich etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter gekostet. Damit liegen die Kosten deutlich höher als bei einer üblichen Standardsanierung.

Lesen Sie den kompletten Artikel hier!

Quelle: EnBauSa GmbH, www.sonnenseite.com; Foto: ISE

Schienenverkehr diskutiert Risiken des Klimawandels

Mittwoch, Februar 9th, 2011

Verkehrsunternehmen und Behörden verständigen sich über Anpassungsbedarf

Berlin/Frankfurt a. M., 9. Februar 2011 – Rund 50 Fachleute aus Verkehrsunternehmen, Behörden und Wissenschaft diskutierten gestern in Frankfurt am Main, wie Unternehmen und Politik den Folgen des Klimawandels für den Schienenverkehr begegnen können. Nach Expertenmeinung werden zukünftig etwa Extremniederschläge oder Hochwasser Infrastruktur und Fahrzeuge stärker treffen.

Der von der Universität Oldenburg und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Deutschen Bahn veranstaltete Workshop brachte erstmals ein so breites Spektrum an privaten und öffentlichen Vertretern des Schienenverkehrs zum Thema Klimaanpassung zusammen.

Die Experten diskutierten den Einsatz temperaturbeständiger Materialien, veränderte technische Normen sowie neue Trassenführungen als Handlungsoptionen. „In Zukunft kommt es darauf an, Transparenz in der Kostenfrage zu schaffen. Es ist wichtig zu klären, wer bezahlt, wenn beispielsweise Gleisanlagen aufgrund häufigeren Hochwassers höher gelegt werden müssen“, unterstrich Klaus Eisenack, Juniorprofessor für Umweltökonomie an der Universität Oldenburg. Die Workshop-Teilnehmer betonten, dass Anpassungsmaßnahmen bei den Kriterien für die Vergabe von öffentlichen Geldern im Nah- und Fernverkehr stärker berücksichtigt werden müssen. Zudem wurde darauf eingegangen, wie Fragen der Klimasicherheit in Umweltverträglichkeitsprüfungen einzubinden sind.

Der Workshop fand im Rahmen des Forschungsprojektes „Chamäleon“ statt, das sich mit Anpassung an den Klimawandel in Unternehmen der öffentlichen Versorgung befasst. Auf dem Workshop stellten die Wissenschaftler eine deutschlandweite Befragung zum aktuellen Stand der Anpassung in Schienenverkehrsunternehmen vor, die sie in Kooperation mit dem VDV durchgeführt hatten. „32 Prozent der Unternehmen, die an der Befragung teilgenommen haben, sehen ihren operativen Betrieb bereits heute von den Folgen des Klimawandels betroffen. Vor allem intensivere Extremwetterereignisse machen den Unternehmen zu schaffen“, so Maja Rotter, Wissenschaftlerin am IÖW. Trotz steigenden Problembewusstseins und zunehmender Auseinandersetzung mit Klimafolgen müssen in der Branche allerdings noch konkrete Anpassungsmaßnahmen an den vom Menschen verursachten Klimawandel entwickelt werden.

Der Branchenverband kündigte an, sich weiterhin mit dem Thema zu befassen. Uta Maria Pfeiffer vom VDV: „Unsere Branche ist sich bewusst, dass in diesem Bereich noch viele Aufgaben zu erledigen und Investitionen zu tätigen sind. Um die Versorgungssicherheit im Schienenverkehr auch bei fortschreitendem Klimawandel zu gewährleisten, sind die Verkehrsunternehmen bei der Finanzierung der entsprechenden Maßnahmen auch weiterhin auf die Unterstützung der Politik angewiesen.“

Redaktionelle Hinweise:

Die Ergebnisse des Workshops und der Unternehmensbefragung zum Anpassungsbewusstsein und -handeln in deutschen Schienenverkehrsunternehmen werden in Kürze über die Projektwebseite www.climate-chameleon.de bereitgestellt.

Die Forschungsgruppe „Chamäleon – Adaptation an den Klimawandel in Unternehmen der öffentlichen Versorgung“ untersucht betriebliche wie politische Anpassungsoptionen an den Klimawandel in Unternehmen des Verkehrs- und Energiesektors. Die Forschungsgruppe besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts Sozial-ökologische Forschung (SÖF) gefördert.

Fachliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Klaus Eisenack
Leiter Forschungsgruppe „Chamäleon“Universität Oldenburg
Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Fon: 0441-798-4518
Email: klaus.eisenack@uni-oldenburg.de

Dr. Esther HoffmannForschungsgruppe „Chamäleon“
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
Fon: 030-884 594-22
Email: esther.hoffmann@ioew.de

Quelle: Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), www.ioew.de

Neue Greenpeace-Studie: Energieversorgung Europas durch Erneuerbare Energien möglich!

Montag, Januar 24th, 2011

Ein neuer Greenpeace-Report zeigt auf, dass bis zum Jahr 2050 über 95 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien für Europa erzeugt werden können.

Die Studie „Battle of the Grids“ – zu deutsch „Die Schlacht ums Stromnetz“ – ist eine Anleitung für einen europäischen Systemwechsel. Die Netzintegration von 68 Prozent Erneuerbaren Energien in Europa ist bis 2030 wirtschaftlich und technisch möglich.

Dieser erste Schritt erfordert eine Investition von 100 Milliarden Euro bis 2030 in neue Netze – gerade mal ein Prozent mehr als bisher. Mit dem Umbau der Netzinfrastruktur könnte sich Europas Strom ab 2050 rund um die Uhr zu fast hundert Prozent aus Erneuerbaren Energien speisen.

„Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessengeleitete Angstkampagne“, sagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Rainer Baake.

„Die Regierungen der EU-Länder – allen voran Deutschland – müssen sich für einen Systemwechsel entscheiden, ähnlich wie er in der Kommunikationstechnik von analog auf digitale Übertragung bereits vor Jahren vollzogen wurde,“ sagt Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace International.

Die EU muss die Initiative für ein europaweites Stromnetz ergreifen, das den Austausch großer Mengen Strom aus variabel einspeisenden Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerden ermöglicht und damit auch den Bedarf an Stromspeicherkapazität reduziert.

Kostenfaktor Atomkraft

Tausende Windkraft- und Sonnenanlagen wurden im vergangenen Jahr zeitweise abgeschaltet, damit klimaschädlicher Atom- und Kohlestrom ungehindert durch die Leitungen strömen konnte. Der Grund: Atomkraftwerke sind nicht ohne Weiteres regelbar, ihr Strom verstopft regelmäßig die Netze. Um die Klimakiller Kohle und Atom vom europäischen Energiemarkt zu verbannen, muss in den Mitgliedsstaaten ein politischer Rahmen geschaffen werden. Mit der Laufzeitverlängerung setzt die deutsche Regierung das falsche Signal an Europa.

Lösungen

Der neue Greenpeace-Bericht führt die beiden Studien „Energy [R]Evolution undRenewables 24/7“ fort. Greenpeace hat gemeinsam mit dem technischen Institut „energynautics“ zwei Netzausbau-Szenarien erarbeitet und stellt fest: Das Optimum liegt zwischen beiden Optionen.

Low Grid

  • Wie? Hoher Anteil dezentrale Energien, wenig Solarstrom-Import aus Nordafrika
  • Vorteil? Geringere Netzkosten
  • Nachteil? Höhere Stromerzeugungskosten

High Grid

  • Wie? Hoher Anteil an Solarstrom-Importen aus Nordafrika
  • Vorteil? Geringere Stromerzeugungskosten
  • Nachteil? Höhere Netzkosten

Die Netzinfrastruktur ist ein Schlüsselfaktor beim Systemwechsel und erfordert mehr Innovation beim Netzausbau. Greenpeace schlägt vor, entlang von Bahntrassen oder Autobahnen Stromkabel zu legen oder teilweise Oberleitungen der Eisenbahnen zu nutzen. Diese Maßnahmen stoßen auf deutlich weniger Widerstand aus der Bevölkerung und ermöglichen ein höheres Ausbautempo.

Quelle: www.greenpeace.de, www.kwh-preis.de; Foto: © danielschoenen – fotolia.com

Studie: „Battle of the Grids“ downloaden