Einträge ‘Kohle’

Energiewende in Deutschland

Mittwoch, August 2nd, 2017

Energiewende Deutschland – zwei Begriffe, die zusammengehören. So hat sich dieser Begriff im Englischen mittlerweile als eigener Ausdruck für die Transformation des Energiesystems weg von atomar-fossilen Energien hin zu erneuerbaren Energien durchgesetzt. Ausschlaggebend hierfür waren sicher die ab 1980 in Deutschland leidenschaftlich geführten Debatten um Atomausstiegsszenarien und Laufzeitverlängerungen und der 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gefasste Beschluss des endgültigen Abschieds von der Kernenergie bis zum Jahr 2022.

 

Hier gehts zum vollständigen Artikel von caterva

Windkraft funktioniert in Oberbayern

Donnerstag, Mai 4th, 2017

In Bayern erstmals Windräder heruntergedreht

Am Wochenende sind zum ersten Mal in Bayern in großem Umfang die Rotoren von Windkraftwerken aus dem Wind genommen worden. Grund: zu viel Strom im Netz. Gleichzeitig liefen das Atomkraftwerk Gundremmingen und Kohlekraftwerke weiter

zum Beitrag des BR gehts hier

27 internationale Energie- und Klimaforscher verurteilen globale Kohle-Renaissance

Mittwoch, November 20th, 2013

Anlässlich des umstrittenen internationalen Kohle- und Klimagipfels in Warschau hat eine Gruppe aus 27 internationalen Energie- und Klimawissenschaftlern eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Sie kritisieren darin den derzeitigen globalen Trend zur vermehrten Kohlenutzung. Insbesondere wollen sie der Annahme entgegentreten, „hocheffiziente, emissionsarme Kohleverbrennungstechnologien“ könnten eine Lösung für das Klimaproblem darstellen: „Selbst die effizientesten kohlebefeuerten Kraftwerke stoßen etwa 15 mal mehr CO2 pro Kilowattstunde aus als erneuerbare Energiesysteme und mehr als zwei mal so viel wie effiziente gasbefeuerte Anlagen“, heißt es in der Erklärung.

Die globale Emissionspraxis liege im Moment oberhalb des 6°-Szenarios der Internationalen Energie-Agentur (IEA), wodurch auf kurz oder lang verheerende Folgen für die Menschheit heraufbeschwört würden. Dabei könne man bereits heute auf Alternativen aufbauen, die daneben auch durchaus bezahlbar seien: „Wenn die externen Kosten von Gesundheits- und Klimaschäden berücksichtigt werden, so ist Strom aus erneuerbaren Quellen billiger als aus fossilen Brennstoffen gewonnener Strom, einschließlich Kohle.“

Die Erklärung in voller Länge finden Sie hier!

 

Quelle: Klima Allianz Deutschland
Bild: fotolia

Neue Greenpeace-Studie: Energieversorgung Europas durch Erneuerbare Energien möglich!

Montag, Januar 24th, 2011

Ein neuer Greenpeace-Report zeigt auf, dass bis zum Jahr 2050 über 95 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien für Europa erzeugt werden können.

Die Studie „Battle of the Grids“ – zu deutsch „Die Schlacht ums Stromnetz“ – ist eine Anleitung für einen europäischen Systemwechsel. Die Netzintegration von 68 Prozent Erneuerbaren Energien in Europa ist bis 2030 wirtschaftlich und technisch möglich.

Dieser erste Schritt erfordert eine Investition von 100 Milliarden Euro bis 2030 in neue Netze – gerade mal ein Prozent mehr als bisher. Mit dem Umbau der Netzinfrastruktur könnte sich Europas Strom ab 2050 rund um die Uhr zu fast hundert Prozent aus Erneuerbaren Energien speisen.

„Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessengeleitete Angstkampagne“, sagt der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Rainer Baake.

„Die Regierungen der EU-Länder – allen voran Deutschland – müssen sich für einen Systemwechsel entscheiden, ähnlich wie er in der Kommunikationstechnik von analog auf digitale Übertragung bereits vor Jahren vollzogen wurde,“ sagt Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace International.

Die EU muss die Initiative für ein europaweites Stromnetz ergreifen, das den Austausch großer Mengen Strom aus variabel einspeisenden Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerden ermöglicht und damit auch den Bedarf an Stromspeicherkapazität reduziert.

Kostenfaktor Atomkraft

Tausende Windkraft- und Sonnenanlagen wurden im vergangenen Jahr zeitweise abgeschaltet, damit klimaschädlicher Atom- und Kohlestrom ungehindert durch die Leitungen strömen konnte. Der Grund: Atomkraftwerke sind nicht ohne Weiteres regelbar, ihr Strom verstopft regelmäßig die Netze. Um die Klimakiller Kohle und Atom vom europäischen Energiemarkt zu verbannen, muss in den Mitgliedsstaaten ein politischer Rahmen geschaffen werden. Mit der Laufzeitverlängerung setzt die deutsche Regierung das falsche Signal an Europa.

Lösungen

Der neue Greenpeace-Bericht führt die beiden Studien „Energy [R]Evolution undRenewables 24/7“ fort. Greenpeace hat gemeinsam mit dem technischen Institut „energynautics“ zwei Netzausbau-Szenarien erarbeitet und stellt fest: Das Optimum liegt zwischen beiden Optionen.

Low Grid

  • Wie? Hoher Anteil dezentrale Energien, wenig Solarstrom-Import aus Nordafrika
  • Vorteil? Geringere Netzkosten
  • Nachteil? Höhere Stromerzeugungskosten

High Grid

  • Wie? Hoher Anteil an Solarstrom-Importen aus Nordafrika
  • Vorteil? Geringere Stromerzeugungskosten
  • Nachteil? Höhere Netzkosten

Die Netzinfrastruktur ist ein Schlüsselfaktor beim Systemwechsel und erfordert mehr Innovation beim Netzausbau. Greenpeace schlägt vor, entlang von Bahntrassen oder Autobahnen Stromkabel zu legen oder teilweise Oberleitungen der Eisenbahnen zu nutzen. Diese Maßnahmen stoßen auf deutlich weniger Widerstand aus der Bevölkerung und ermöglichen ein höheres Ausbautempo.

Quelle: www.greenpeace.de, www.kwh-preis.de; Foto: © danielschoenen – fotolia.com

Studie: „Battle of the Grids“ downloaden

RWE und E.on: Die solare Energiewende rechnet sich

Sonntag, April 18th, 2010

Die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist für Europa nicht teurer als die Energieversorgung mit Kohle, Öl, Gas und Atomkraft. Dies ergab eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die in dieser Woche in Brüssel vorgestellt wurde. Ihr Titel „Fahrplan 2050: Ein praktikabler Weg für ein reiches Europa“.

Am meisten Geld müsste für den Ausbau leistungsstarker Stromnetze zwischen Nord- und Südeuropa ausgegeben werden. Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, der an der Studie mitgearbeitet hat: „Die in der aktuellen deutschen Diskussion ständig wiederholte Behauptung, Erneuerbare Energien seien sündhaft teuer und nicht in der Lage eine verlässliche Vollversorgung mit Strom sicherzustellen, erweist sich als interessegeleitete Angstkampagne“.

Überraschend ist diese Studie deshalb, weil neben Umweltverbänden auch die klassischen Energieriesen wie RWE, E.on und Vattenfall beteiligt sind, die noch vor kurzem die hundertprozentige Stromversorgung in Europa für eine versponnene Utopie gehalten haben.

Die neue Studie meint, dass künftig zu windreichen, aber sonnenarmen Zeiten Strom von Nord- nach Südeuropa fließen werde und zu windarmen, aber sonnenreichen Zeiten Strom von Süd- nach Nordeuropa. Insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen Frankreich und Spanien müssten die Stromnetze in den nächsten Jahren jedoch stark ausgebaut werden.

Der Umbau der europäischen Stromwirtschaft mit dem Ziel der solaren Energiewende würde nach der Studie pro Jahr 52 Milliarden Euro kosten. Dies sei „ungefähr dieselbe Summe“ wie die Energieversorgung aus den heutigen fossil-atomaren Energiequellen.

Die neue McKinsey-Studie beweist, dass die Vollversorgung mit Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Bioenergie und Erdwärme kostengünstig, versorgungssicher und umweltfreundlich möglich ist. Endlich hat auch die Großindustrie dieser von Umweltverbänden seit Jahren vertretenen These zugestimmt.

Ein Fortschritt, der hoffen lässt und ein starkes Argument auch für den atomkritischen Umweltminister Norbert Röttgen in Berlin. Deutschland und Europa brauchen weder längere Laufzeiten der Atomkraftwerke noch den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Wir haben bessere, innovativere und intelligentere Lösungen – ohne Klimaschäden und ohne riesige Folgekosten für künftige Generationen.

Quelle: ©Franz Alt 2010