Einträge ‘Kommunen’

Was der Landkreis Starnberg der Bundesregierung voraus hat

Mittwoch, Mai 18th, 2016

Konkret: Der Klimapakt des Landkreises Starnberg und seiner Gemeinden.

Deutschland hat am 22. April 2016 in der UNO-Vollversammlung seinen Beitritt zum Pariser Klima-Abkommen unterzeichnet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sage dazu: „Der Geist von Paris lebt. Noch nie in der Geschichte der Vereinten Nationen hatte ein Abkommen so schnell so viele Unterzeichner. Das zeigt, dass die Welt verstanden hat, wie wichtig ambitionierter Klimaschutz ist. Jetzt kommt es darauf an, das Abkommen so schnell wie möglich mit Leben zu füllen.“ Bereits Monate vorher hatte sie wichtige Akteure und Vertreter aus Bürgergesellschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Dialogprozess geladen. Ergebnis ist ein Maßnahmenkatalog zum Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung, der ganz ähnlich dem Starnberger Maßnahmenkatalog zum Klimapakt für die verschiedenen Handlungsfelder Maßnahmen vorschlägt. Darin ist z. B. der Vorschlag zu finden, den Klimaschutz in der Verfassung oder „Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe“ zu verankern (KSP-Ü-04a). Eine „Bildungskampagne klimafreundlicher Konsum“ wird ebenso gelistet wie die „Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030“, alles Maßnahmen, die in ähnlicher Form schon im Starnberger Katalog zu finden sind. Hier geht‘s zum Maßnahmenkatalog aus dem Dialogprozess: Maßnahmenkatalog Klimaschutzplan Noch vor der Sommerpause im Juni 2016 will die Bundesregierung den Klimaschutzplan verabschieden.

Energiewende jetzt_klqDer Landkreis Starnberg ist schon einige Schritt weiter 

  • Am 12.12.2005 hat der Kreistag im sogenannten Energiewende-Grundsatzbeschluss u.a. beschlossen, die Bestrebungen zur Energiewende im Landkreis zu unterstützen mit dem Ziel, die Region bis zum Jahre 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen.
  • 2008 wurder der Verein Energiewende Landkreis Starnberg gegründet der die Energiewende durch Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen unterstützt.
  • Im Jahr 2010 hat der Landkreis in einem umfangreichen Beteiligungsprozess ein Integriertes Klimaschutzkonzept erstellt und verabschiedet. Zu dessen Umsetzung wurde im Februar 2011 die Stabstelle Klimaschutz eingerichtet und eine Klimaschutzmanagerin eingestellt.
  • Neben vielen Einzelmaßnahmen und Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen startete die Stabstelle Klimaschutz im Okt. 2014 eine Sanierungskampagne „Mit Wärme zu mehr Wert“, Erfahrungen aus zwei Jahren intensiver Öffentlichkeitsarbeit dazu liegen vor: sanierungstreff.de
  • Im Januar 2015 wurde ein Energiebericht für den Landkreis erstellt, der deutlich machte, dass die Fortschritte auf dem Weg zu 100 % Erneuerbare Energien bis 2035 höchst ungenügend sind. lk-starnberg.de/energiebericht
  • Um der Energiewende und dem Klimaschutz eine noch größere Dynamik zu verleihen, hat der Kreistag am 18.05.2015 beschlossen, eine Klimawerkstatt durchzuführen. Diese hat am 13. November 2015 stattgefunden. Beteiligt waren 45 engagierte Bürgerinnen, Ehrenamtliche und Energie- und Umwelt-Experten, darunter Bürgermeister, Gemeinde- und Kreisräte sowie Vertreter von Verbänden und Kirchen. Einstimmig hat dieser Kreis einen Klimapakt verabschiedet mit einer umfangreichen Ideensammlung an praxistauglichen Maßnahmen. Diese Maßnahmen wurden in einem Katalog ausgearbeitet und werden seitdem in verschiedenen Gemeinden erörtert: lk-starnberg.de/klimapakt
  • Am 14.03.2016 hat der Landkreis beschlossen, sich diesem Klimapakt anzuschließen und sich bereit erklärt, 2016, 2017 und 2018 mindestens drei Maßnahmen jährlich zu beginnen bzw. umzusetzen.
  • Bis zum 12.05.2016 haben sich bereits neun Kommunen und der Landkreis dem Klimapakt angeschlossen, in weiteren Gemeinden steht das Thema auf der Agenda.

Klimapakt-Maßnahmen des Landkreises 2016-2018

Nummerierung bezieht sich auf den Maßnahmenkatalog  www.lk-starnberg.de/klimapakt

Folgende Maßnahmen soll die Landkreis-Verwaltung im Jahr 2016 im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und Kapazitäten umsetzen bzw. mit der Realisierung beginnen:

  • Strukturen für effizienten Klimaschutz schaffen (Strukturelle Maßnahme 2.2.1.2); insbesondere ist anzustreben, Klima- und Ressourcenschutz als Querschnittsaufgabe sichtbar und wirksam in allen Beteiligungsgesellschaften des Landkreises festzuschreiben. Im besten Fall benennt jeder Verband und Gesellschaft eine/n Beauftragten für Klima- und Ressourcenschutz.
  • Schulung Mitarbeitermotivation im Landratsamt (Strukturelle Maßnahme 2.2.1.8)
  • Werbekampagne „E-Zweitwagen“ (Mobilität 2.2.4.3)

Zudem soll 2016 eine „Imagekampagne Klimaschutz“ (Strukturelle Maßnahme 2.2.1.10) für den ganzen Landkreis initiiert und über mehrere Jahre fortgeführt werden.

Im Jahr 2017 sollen nach derzeitigem Stand folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Mitmachaktion und Wettbewerb „Selbstversuch“ (Konsum & Lebensstil 2.2.5.3.) flankierend zur Imagekampagne
  • Solaroffensive für den Landkreis mit einem Paket aus folgenden Maßnahmen:
  • Prüfung und ggf. Erstellung eines Solarpotential-Dach-Katasters (Strom 2.2.3.3.)
  • Prüfung und ggf. Bau von PV-Anlagen auf geeigneten Dächern (Strom 2.2.3.4.)
  • Freiflächen-Photovoltaik-Kataster im Landkreis entwickeln (Strom 2.2.3.5.)
  • Stromspeicher-Systeme fördern (Strom 2.2.3.6.)
  • Ausbau der öffentlichen E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur (Mobilität 2.2.4.2.)

Für das Jahr 2018 ist nach derzeitigem Stand geplant folgende Maßnahmen umzusetzen:

  • Neue Offensive „Klimaschutz in Schulen“: (Mobilität 2.2.4.4., Konsum & Lebensstil 2.5.1-2.2.5.3)
  • Energieeffizienz-Maßnahmen für Zielgruppe Unternehmen adaptieren (LED, Solare Technik, Energiemanagement, etc)
  • Fortschreibung des Nahverkehrsplanes für den Landkreis (Mobilität 2.4.11.)

Aktuell

In Bonn treffen sich seit 16. Mai die Klimadiplomaten, um dem Abkommen von Paris Leben einzuhauchen. Die UN-Klimachefin verbreitete gute Laune, auch die Konferenzpräsidentin und ihr Nachfolger kamen kaum aus dem Schwärmen heraus. Dass die Staaten ihre Klimaziele nun an die Versprechen des Paris-Abkommens anpassen, erwartet jedoch niemand. Wie schwierig die Verhandlungen zur Klimafinanzierung künftig noch werden könnten, verdeutlicht indes eine aktuelle Untersuchung des UN-Umweltprogramms: Demnach wird die Klimafinanzierung fünfmal so teuer, wie bislang gedacht.

Quelle: www.klimaretter.info

Finanzspritze für Sanierung und Neubau

Montag, August 17th, 2015

KfW verbessert die Förderkonditionen – ab 1. Oktober wird der Neubau kommunaler Nichtwohngebäude gefördert

Die Bundesregierung will bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Dieses ehrgeizige Ziel erfordert von Gebäudeeigentümern hohe Investitionen für die Sanierung oder den Neubau. Finanzielle Unterstützung dafür bieten die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Am 1. August 2015 verbesserte die KfW für Wohngebäude die Förderkonditionen für das Programm „Energieeffizient Sanieren“ deutlich. Kommunen können zudem ab dem 1. Oktober 2015 auch Neubauten von Nichtwohngebäuden fördern lassen.

Die komplette News lesen Sie unter
http://www.bine.info/…

Kongress „Energie in Kommunen“

Mittwoch, August 29th, 2012

Am 30. Oktober 2012 findet der zweite bundesweite Kommunalkongress der EnergieAgentur.NRW in Wuppertal statt. Nach der erfolgreichen Premiere 2011 werden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Besucher aus Kommunen von ganz Deutschland erwartet, um an informativen Plenumsvorträge und Foren zu aktuellen Themen der Energieeffizienz in Kommunen teilzunehmen. Inhalt des Programms sind unter anderem Energieautarkie von Kommunen, energieeffiziente Stadtentwicklung, Windenergie, Elektromobilität sowie Einsatz erneuerbarer Energien an Schulen.

Eröffnet wird der Kongress von Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturschutz- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. „Die Landesregierung misst den Kommunen bei der Energiewende eine hohe Bedeutung bei. Unsere tägliche Beratungspraxis bestätigt das: Eine Energiewende ohne die Zusammenarbeit mit den Kommunen ist praktisch nicht denkbar“, so Dipl.-Ing. Gerd Marx, Abteilungsleiter bei der EnergieAgentur.NRW. Bundesweit nehmen Kommunen aus Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle bei der Gestaltung und Umsetzung der Energiewende ein. Seit 2008 wird durch die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministerium (BMU) Klimaschutz vor Ort gefördert. Von bundesweit über 900 geförderten Klimaschutzprojekten werden allein 170 Projekte in NRW umgesetzt. Damit liegt Nordrhein-Westfalen im deutschlandweiten Vergleich an erster Stelle.

In elf Foren befassen sich Kommunalvertreter und Fachleute mit folgenden Themen:

  • Windenergie
  • Hocheffizienz in kommunalen Nichtwohngebäuden
  • Erneuerbare Energien an Schulen – Technische und pädagogische Beispiele
  • Energieautarkie von Kommunen
  • Energieeffiziente Stadtentwicklung
  • Altbausanierung in Kommunen
  • Kraft-Wärme-Kopplung, Elektromobilität
  • Einspar-Contracting
  • Neue Kooperationsmodelle zum kommunalen Klimaschutz
  • Veränderung von Einstellungen und Strukturen als Erfolgsfaktor für den kommunalen Klimaschutz
  • Klimaanpassung

Weitere Informationen sowie zur Online-Anmeldung kommen Sie unter: EnergieAgentur.NRW/Termine . (Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl)

Informationsveranstaltung „Energieprojekte“ war ein großer Erfolg

Freitag, März 23rd, 2012

Herrsching, 23. März 2012. Am 19. März 2012 fand in Herrsching die Informationsveranstaltung „Energieprojekte: Den Ausverkauf des Landkreises Starnberg verhindern – Wertschöpfung für die Bürger sichern“ statt. Zahlreiche Gäste, darunter mehrere Bürgermeister aus dem Landkreis, hatten sich im Saal der VR Bank eingefunden, um den Vorträgen von Dr. Max Reicherzer und Oliver K. Eifertinger zu folgen. Nach einhelliger Meinung war die Veranstaltung ein großer Erfolg und vor allem für die Kommunen gab es wertvolle Hinweise.

Die Referenten hatten sich darauf konzentriert, Optionen für die Kommunen aufzuzeigen, die privaten Investoren den Zugang zu Energieprojekten im Landkreis erschweren können nach dem Grundsatz: „Konzentrationsflächen nur ausweisen, wenn die privaten Grundeigentümer einen Grundstückssicherungsvertrag mit der Gemeinde abschließen.“  In der anschließenden Diskussion offenbarte sich, dass dieser Grundsatz von einigen Gemeinden nicht konsequent verfolgt wird, in der Hoffnung, dass sowieso keine Windräder gebaut werden.

Bei der Beschreibung der Möglichkeiten, wie sinnvolle finanzielle Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten installiert werden können, die im Gegensatz zu den üblichen Investorenmodellen stehen, hoben die Referenten insbesondere die Möglichkeiten von Genossenschaften hervor. Diese hätten schon im Grundsatz bestimmte (rechtlich festgelegte) Voraussetzungen, die sie gegenüber anderen Gesellschaftsformen insbesondere für Erneuerbare Energie-Projekte, wie z.B. PV- oder Windenergie-Anlagen, in Vorteil setzten. So entfällt z.B. bei Genossenschaften eine Prospektpflicht, Ausschüttungen  können steuerfrei erfolgen und Genossenschaften bieten niedrige monetäre Beteiligungsgrenzen, so dass viele Bürger Anteile erwerben und am wirtschaftlichen Erfolg partizipieren können. Außerdem können Genossenschaften in eine Betriebsgesellschaft bspw. als Kommanditistin einer GmbH & Co.KG beitreten und den erneuerbar erzeugten Strom direkt bei den Anwohnern zu vergünstigten Preisen vermarkten.

Herr Eifertinger berichtete, dass Bürger-Genossenschaften in der Regel kein Problem hätten, viel Geld auch für größere Projekte zusammen zu tragen: In Baden-Württemberg seien bei einem von ihm betreuten Projekt in drei Wochen 2,5 Mio. € zusammen gekommen – nur 0,5 Mio. € waren gesucht.

Bürgermeister Rupert Monn aus Berg lobte die Veranstaltung und betonte, dass er viel mit nach Hause nähme. Zustimmendes Nicken und der Applaus signalisierten die Zustimmung und Zufriedenheit der Teilnehmer.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Evelyn Villing ▪ Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit ▪ Email: evelyn.villing@energiewende-sta.de

Der Vortrag Energieprojekte BBH von Dr. Max Reicherzer und Oliver K. Eifertinger, beide von der Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held (BBE) kann hier (PDF) heruntergeladen werden.

Foto: „Dr. Alzheimer“

Studie: Ausbau erneuerbarer Energien füllt kommunale Kassen

Dienstag, März 13th, 2012

Energie aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft schafft neben neuen Arbeitsplätzen vor Ort noch zusätzlich hohe Steuereinnahmen vor Ort. Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) für das baden-württembergische Umweltministerium. Selbst 1.000-Seelen-Dörfer können ihre Kassen so mit mehreren Tausend Euro im Jahr füllen.

„Kommunen profitieren vom Ausbau erneuerbarer Energien, und das um so stärker, je mehr Schritte sie vom Bau bis zum Betrieb der Anlagen übernehmen“, sagt Steven Salecki, Energieexperte beim IÖW und einer der Autoren der im Februar veröffentlichten Studie. Es wurden drei Kommunen modelliert, die über unterschiedlich viele Einwohner verfügen und beim Ausbau erneuerbarer Energien unterschiedlich weit sind: ein Bioenergiedorf mit 1.000 Einwohnern, das die Energiewende fast komplett vollzogen hat, eine Vorreiterkommune mit 50.000 Einwohnern, die beim Ausbau Erneuerbarer über dem Bundesdurchschnitt liegt und ein 250.000-Einwohner-Landkreis mit einem durchschnittlichen Ausbaugrad.

Das Bioenergiedorf versorgt sich im IÖW-Modell vollständig mit „grünem“ Strom und zu 80 Prozent mit Wärme aus erneuerbaren Quellen. Es gibt eine Biogasanlage, ein kleines Wasserkraftwerk und knapp zwei Dutzend Photovoltaikanlagen. „Über eine zwanzigjährige Laufzeit generieren diese Anlagen 4.000 Euro Wertschöpfung pro Kopf“, sagt Salecki, in Form von Gewinnen für die Anlagenbetreiber, durch Einkommen für Beschäftigte und durch steuerliche Effekte. Die Steuereinnahmen summieren sich im modellierten Bioenergiedorf auf 264 Euro für die Kommune und weitere 371 Euro für das Land – jeweils je Einwohner und über die gesamte Laufzeit der Anlagen gerechnet.

Das summiert sich: Bei 1.000 Einwohnern fließen so über zwanzig Jahre 264.000 Euro in die Kasse des Dorfes. Für ein Jahr ergeben sich 13.200 Euro. Baden-Württemberg profitiert über Gewerbe- und Einkommenssteuern vom Bau und Betrieb der Anlagen mit, womit 18.550 Euro im Jahr abfallen. Überschaubar bleiben im IÖW-Modell die Arbeitsmarkteffekte im Bioenergiedorf: Es wurde dort lediglich ein Arbeitsplatz neu geschaffen. Laut Salecki liegt das jedoch vor allem an der Einwohnerzahl und daran, dass die Anlagen in der Regel außerhalb der Kommunen konstruiert wurden und für den Betrieb vor Ort kaum Personal nötig ist.

In den modellierten Vergleichskommunen sind die positiven Arbeitsplatzeffekte wegen der höheren Einwohnerzahl sichtbarer: In der Vorreiterkommune, die 46 Prozent ihres Stroms und zwölf Prozent der benötigten Wärme erneuerbar deckt, entstehen durch Bau und Betrieb der Anlagen über deren Laufzeit 77 Arbeitsplätze, im Landkreis 221. Die Pro-Kopf-Steuereinnahmen sind in diesem Fall durch den geringeren Ausbaugrad zwar niedriger – in der Summe durch die größere Einwohnerzahl aber höher: In der Vorreiterkommune belaufen sie sich auf 655.000 Euro im Jahr, im Landkreis auf satte 1,45 Millionen Euro.

Grundsätzlich stiegen die Steuereinnahmen der Kommunen umso stärker, je mehr sie bei Ausbau und Betrieb Erneuerbarer-Energien-Anlagen eingebunden seien. Das habe steuerrechtliche Gründe. „Für die Kommunen ist es daher sinnvoll, möglichst viele Glieder der Wertschöpfungskette in der Hand zu halten.“ Das könnten sie zum Beispiel durch Anlagenhersteller, die sie für ihre Gewerbegebiete gewinnen oder durch Entwicklung örtlicher Energieparks, an denen sich Bürger direkt beteiligen können, so Norbert Allnoch, Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR).

Salecki meint es sei aus Sicht der Kommunen durchaus sinnvoll, ihre Stadtwerke mit dem Ausbau Erneuerbarer zu betrauen. Damit sind sie selbst Anlagenbetreiber, profitierten steuerlich und seien nicht auf Ansiedlung von Produzenten oder Betreiber angewiesen. Um Bürgermeistern, Stadtplanern und Kämmerern die Einschätzung der wirtschaftlichen Effekte des Ausbaus erneuerbarer Energien zu erleichtern, bietet das IÖW seit Februar einen Online-Wertschöpfungsrechner. Er ersetzt keine Wirtschaftlichkeitsberechnung für konkrete Ausbauvorhaben, bietet kommunalen Entscheidern aber eine erste Orientierung über mögliche Profite.

Quelle: Rat für nachhaltige Entwicklung

Bewerbungsfrist für Deutschen und Europäischen Solarpreis Ende Juni

Freitag, Februar 3rd, 2012

Ende des Jahres 2012 vergibt Eurosolar, die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e. V., wieder den Deutschen und den Europäischen Solarpreis für innovative und herausragende Leistungen bei der Verbreitung und Anwendung Erneuerbarer Energien. Bis 30. Juni können die Bewerbungen und Vorschläge noch eingereicht werden.

Bereits zum 19. Mal werden die Preise an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Vereine oder Gemeinschaften, Privatpersonen und Organisationen für ihr besonderes Engagement vergeben. Um die Breitenwirkung Erneuerbarer Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche zu erfassen erfolgt die Preisvergabe in verschiedenen Kategorien:

  • Städte / Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
  • Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen
  • Lokale oder regionale Vereine / Gemeinschaften
  • Solares Bauen und Stadtentwicklung
  • Medien
  • Transportsysteme
  • Bildung und Ausbildung
  • Eine-Welt-Zusammenarbeit
  • Sonderpreis für persönliches Engagement

Folgende Kategorien werden außerdem mit Plaketten ausgezeichnet:

  • Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien
  • Schulen und Bildungseinrichtungen

Neben den direkt eingehenden Bewerbungen werden der Jury auch Vorschläge der Eurosolar-Sektionen vorgelegt, die auf den nationalen Ebenen eingereicht und prämiert wurden.

Informationen zum Bewerbungsverfahren und das Online-Anmeldeformular finden Sie hier!

Quelle: Eurosolar e. V.

Windkraft im Landkreis Starnberg – Aktuelle Informationen

Donnerstag, Februar 2nd, 2012

Moderne Windkraftanlagen werden zunehmend auch im südbayerischen Raum errichtet. Für Windkraftanlagen im Außenbereich besteht nach  § 35 Abs. 1 Nr. 5 des Baugesetzbuches (BauG) privilegiertes Baurecht, das sich gegenüber öffentlichen Belangen, die nicht entgegenstehen dürfen, in der Regel durchsetzen würde. Die 13 Gemeinden des Landkreises und die Stadt Starnberg steuern deshalb die allgemeine Zulässigkeit der Anlagen über Teilflächennutzungspläne und weisen für die besser geeigneten Standorte so genannte Konzentrationsflächen aus, innerhalb derer ausschließlich Windkraftanlagen errichtet werden können.

In der Kreistagssitzung vom 30. Januar 2012 wurde, damit der erste Teilflächennutzungsplan verabschiedet werden konnte, eine Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung für die östliche Seite des Starnberger Sees beschlossen. Damit unterliegen Windkraftanlagen in diesem Bereich nicht mehr dem Bauverbot.

Am 31. Januar konnte daraufhin die Gemeinde Berg als erste Kommune im Landkreis den Teilflächennutzungsplan zur Windkraft verabschieden.  Der Beschluss erfolgte einstimmig. Die Regierung von Oberbayern muss nun als Genehmigungsbehörde dem Teilflächennutzungsplan der Gemeinde Berg zustimmen, damit dieser rechtkräftig wird. Damit wird der Weg für die Aufstellung eines Bebauungsplans frei gemacht, der als nächstes im Rahmen der Bauleitplanung ansteht. Im Rahmen dieses Genehmigungsverfahren zum Bau von vier Windenergieanlagen auf dem Höhenrücken der Wadlhäuser Gräben werden dann die Standorte konkretisiert und die Öffentlichkeit sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Weitere Informationen zum Thema finden sie hier:

•    Teilflächennutzungspläne Windkraft Lkr. Starnberg [PDF: 695 KB]
•    Windenergie Lkr. Starnberg – Beschlüsse [PDF: 34 KB]
•    Windenergie Lkr. Starnberg – Meilensteine [PDF: 40 KB]
•    Häufige Fragen und Antworten zur Windkraft
•    Detaillierte Infos (inklusive Karten) zu den einzelnen Teilflächennutzungsplänen erhalten Sie direkt bei den beteiligten Gemeinden (Homepage oder persönlich)

Quelle: Starnberger Merkur und Süddeutsche Zeitung vom 31.01.2012 und 02.02.2012, sowie Landratsamt Starnberg, 02.02.2012

Energieeffiziente Gemeindeprojekte ausgezeichnet

Dienstag, November 29th, 2011

Die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) hat letzte Woche vier vorbildliche kommunale Energiesparprojekte ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs „Energieeffizienz in Kommunen – Gute Beispiele 2011“, den die dena mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft- und Technologie (BMWi) und in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) durchgeführt hat, gingen drei erste und ein Anerkennungspreis an Projekte aus Duisburg, Rastatt, Rastede und Worms. Von den Gemeinden wurden vielfältige Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz in Kommunen gezeigt. Von Informations- und Motivationsaktivitäten, Energiemanagement, energetische Gebäudesanierung bis hin zur Integration von Energieeffizienz in das Schulleben reichten die dabei angewandten Maßnahmen, die sich auch in anderen Städten und Gemeinden sehr gut umsetzen lassen. In Berlin wurde wurden Preisgelder von insgesamt 25.000 Euro verteilt.

Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung zum Wettbewerb: „Mit Projekten zum Energiesparen können Kommunen ihre Haushalte langfristig entlasten und damit ihren Handlungsspielraum erhöhen. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele in Deutschland“.

Die Stadtwerke Duisburg AG erhielt die Auszeichnung für ihr Energiesparprogramm „e²“. Mit dem Projekt wird ein breites Spektrum an Informations- und Motivationsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz bei Privatpersonen und Unternehmen abgedeckt. Einführende Informationen im Internet, Aktionstage, persönliche Beratung und das Aufzeigen individueller Energieeinsparpotenziale gehört alles mit dazu. Zudem wird die Umsetzung konkreter Energieeffizienzmaßnahmen durch Förderungen oder Darlehen unterstützt.

Für das bereits über zehn Jahre erfolgreiche „Fifty-Fifty-Energiesparprojekt“ wurde die Stadt Rastatt ausgezeichnet. Das Projekt wird gemeinsam mit den Rastatter Schulen durchführt. Durch Verankerung des Themas im Schulunterricht und einer Bildung von Arbeitsgruppen aus Lehrern, Schulbediensteten und Schülern wurden konkrete Energiesparmaßnahmen umgesetzt und Energieeffizienz fester Bestandteil des Schullebens. Über die eine Hälfte der eingesparten Energiekosten können die Schulen frei verfügen, die andere Hälfte wird von der Stadt für Investitionen in energiesparende Maßnahmen an den Schulen verwendet. Allein in den Jahren von 2002 bis 2009 konnten die teilnehmenden Schulen zusammen über 750.000 Euro an Energie- und Wasserkosten einsparen.

Mit der Generalsanierung einer großen Sporthalle aus dem Jahr 1978 konnte der Gebäudebewirtschaftungsbetrieb der Stadtverwaltung Worms die Jury überzeugen. Es wurde eine umfangreiche energetische Sanierung der Gebäudehülle vorgenommen, sowie die Gebäudetechnik energetisch optimiert erneuert, wodurch das Gebäude einen Energieeffizienzstandard erreicht, der die gesetzlichen Vorgaben für Neubauten um über 40 Prozent unterschreitet.

Der Anerkennungspreis ging an die Gemeinde Rastede für ihr gutes, kommunales Energiemanagement. 2009 wurde von der Gemeinde ein Energiekonzept und ein darauf aufbauendes Maßnahmenhandbuch erstellt, das alle kommunalen Einrichtungen betrachtet. Aufbauend auf den Energieverbräuchen der Liegenschaften entwickelten die Rasteder einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Einsparzielen für die nächsten fünf Jahre. Auch kleinere Kommunen können in Verbindung mit einem strategischen Energiemanagement die Grundlagen für eine nachhaltige Senkung von Energieverbrauch und Energiekosten schaffen.

Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB, bemerkte: „Die vier ausgezeichneten Projekte zeigen, wie die öffentliche Hand ihre Vorbildrolle bei der Steigerung der Energieeffizienz wahrnehmen kann. Andere kommunale Einrichtungen können sich an den Preisträgern ein Beispiel nehmen, denn alle vier Projekte lassen sich gut übertragen.“

Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie unter www.energieeffizienz-online.info

Begeisterung beim Besuch der Windanlagen in Wildpoldsried

Dienstag, November 15th, 2011

Vergangenen Samstag besuchten mehrere Starnberger Kreisräte, Landrat Karl Roth, Ratsmitglieder sowie der Bürgermeister Rupert Monn aus der Gemeinde Berg die Gemeinde Wildpoldsried im Oberallgäu. Wildpoldsried gilt als Vorzeigegemeinde hinsichtlich kommunaler, regenerativer Energieversorgung und betreibt in diesem Zuge erfolgreich neun Windenergieanlagen. Dies ist auch der Grund für den Besuch aus dem Landkreis Starnberg: Die Umsetzung der Energiewende und das unlängst abgeschlossene Verfahren zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie. Die ersten vier Windenergieanlagen werden aktuell in der Gemeinde Berg geplant, sie sollen bereits kommendes Jahr umgesetzt werden. Damit betritt der Landkreis Neuland – denn Windenergie stand trotz des Kreistagsbeschlusses von 2005, bis 2035 rechnerisch energieautark sein zu wollen, bislang nicht auf der Agenda. Und auch im Klimaschutzkonzept des Landkreises und der Landkreisgemeinden ist die Windkraft im Szenario einer zukünftigen Energieversorgung nicht berücksichtigt. Das soll sich nun ändern.

In der 2.500-Seelen-Gemeinde im Allgäu funktioniert das mit der Windkraft schon sehr gut. Aus regenerativen Energien wie Sonne, Wasser, Wind und Biomasse wird inzwischen 350 Prozent mehr Strom pro Jahr erzeugt, als selbst verbraucht wird. „Dabei haben immer die Bürger den Vorteil – für die Umwelt, aber vor allem für den Geldbeutel“, so Bürgermeister Zengerle in tiefstem Allgäuer Dialekt. Fünf der neun Windkraftanlagen wurden allein von Wildpoldsriedern finanziert, die selbstverständlich vom Ertrag der Anlage profitieren. Die ersten Windräder wurden im Jahr 2000 gebaut, nächstes Jahr stehen dann schon elf. Die Berger können darüber nur staunen, doch die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Windkraft ist in der Allgäuer Gemeinde mit 92 Prozent sehr hoch.

Besonderes Interesse wurde dem Thema Schall beigemessen. Zwar gilt eine Messung mit dem i-Phone, die von einem Kreisrat durchgeführt wurde, nicht als repräsentativ, aber mit 45 dbA in 80 Meter Entfernung kann auch nicht von unerträglichem Lärm gesprochen werden. In 200 m Entfernung, so die einhellige Aussage, konnten die Windräder nicht mehr gehört werden. Besonders aussagekräftig sind die Ausführungen von Anwohnern, so von einer Frau, die 450 Meter von zwei Windrädern entfernt im Weiler Hutoi wohnt: „Die Anlagen stören uns nicht. Die Eisenbahn hinter Wildpoldsried ist lauter“. Den anderen Nachbarn hingegen stören weder Eisenbahn noch Windräder, vielmehr seien der Verkehr und der damit verbunde Parkplatzmangel aufgrund der Informationstouristen ein Problem.

Die Informationsfülle während des Besuchs war offenbar riesig, doch besonders zwei Punkte werden die Berger Kommunalpolitiker und die Kreisräte mit nach Hause nehmen: Um Windkraftanlagen erfolgreich zu betreiben, muss vorher ordentlich an den Standorten gemessen werden, das heißt „Wie stark weht der Wind und in welcher Höhe bläst er am besten“. Außerdem ist eine Umsetzung derartiger Anlagen ohne Bürgerbeteiligung und ohne intensive, transparente Informationspolitik nicht möglich. Schließlich sind die Berger und die Landkreisbürger diejenigen, welche von den Windkraftanlagen profitieren sollen.

Quellen: Münchner Merkur, Süddeutsche Zeitung

Kommunen als Vorbilder für Energieeffizienz

Dienstag, April 19th, 2011

Vorbilder gesucht!
dena startet Wettbewerb für herausragende kommunale Effizienzprojekte

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ruft auch in diesem Jahr Deutschlands Städte und Gemeinden zur Teilnahme am Wettbewerb „Energieeffizienz in Kommunen – Gute Beispiele 2011“ auf.

Bis zum 15. September 2011 können beispielsweise Verwaltungen, Rathäuser und Schulen vorbildliche Energieeffizienzprojekte einreichen, die zur Endenergieeinsparung in kommunalen Einrichtungen beitragen. Es werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 25.000 Euro ausgelobt. Der Wettbewerb findet in Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) statt und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Weitere Informationen zur Teilnahme und zum Wettbewerb unter www.energieeffizienz-online.info .

Die Bewertung der eingereichten Projekte erfolgt durch eine unabhängige Jury mit Vertretern aus Politik, Verbänden und der dena. Um sich zu qualifizieren, müssen die Beiträge überdurchschnittliche Energieeinsparungen erreicht haben und bereits evaluiert sein. Teilnehmen können Kommunen jeder Größe sowie kommunale Einrichtungen und Betriebe, die zu mindestens zwei Dritteln im Besitz der öffentlichen Hand sind. Die Preisträger werden im Herbst beim dena-Energieeffizienzkongress, der am 21./22. November in Berlin stattfinden wird, öffentlich ausgezeichnet.

Besonders in Kommunen ist das Thema der effizienten Energienutzung aktuell wie nie zuvor. Nur durch gezielte Einsparungen kann der öffentliche Sektor trotz knapper Kassen seinen Aufgaben gerecht werden. Zahlreiche Initiativen und Projekte zeigen bereits Lösungen im öffentlichen Sektor auf, zum Beispiel bei der energetische Sanierung von Gebäuden, der Senkung des Energieverbrauchs von Beleuchtungsanlagen und IT-Anwendungen oder der Umsetzung von Energiemanagementsystemen.

Mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ kennzeichnet die dena beispielgebende Aktivitäten und Projekte, die zur Endenergieeinsparung beitragen. Die Verleihung des Labels wie auch der Wettbewerb sind Bestandteil der Aktivitäten der dena zur Unterstützung der nationalen Umsetzung der EU-Energiedienstleistungsrichtlinie. Weitere Informationen zum Good-Practice-Angebot der dena unter www.energieeffizienz-online.info .

Quelle: Presseinformation des dena-infoservice, www.dena.de