Eintr&aauml;ge ‘Laufzeitverlängerung’

Kritik an Energiepolitik der Bundesregierung wächst

Freitag, Juni 10th, 2011

Bundeskanzlerin Angela Merkel redet vom Atomausstieg und der Energiewende. Dennoch beschleunigen ihre Truppen den Ausstieg aus den Erneuerbaren Energien.

Die Kanzlerin betonte, dass sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien davon abhängig macht, dass die EEG-Umlage nicht über den Betrag von 2011 (3,530 ct/kWh) ansteigt. Damit spricht sie indirekt von einer Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien. Zudem sprach sich Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) unmissverständlich für eine Deckelung des Ausbaus der Solarenergie aus. Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen, betont, dass eine Deckelung strikt abgelehnt werde und das Ausbauziel für die Photovoltaik von jährlich 3.000 auf 5.000 MW angehoben werden müsse.

Gestern wurden in Berlin erstmals die neuen Energiegesetze der Bundesregierung (Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), Atom-Ausstiegs-Gesetz) in den Deutschen Bundestag eingebracht. Die Klima-Allianz, ein breites gesellschaftliches Bündnis aus über 110 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, äußerte sich zur u ebenso kritisch wie das Klima-Bündnis, das größte europäische Städtenetzwerk mit 1.600 Mitgliedern in 18 europäischen Länder.

Anbei finden Sie die Pressemitteilung der Klima-Allianz und die Pressemitteilung des Klima-Bündnisses zum Thema.

Quellen: Klima-Allianz; Hans-Josef-Fell, Klima-Bündnis, Bundesverband Windenergie, Bundesverband Bioenergie

Foto: Mario Andersch, Stuttgart

Atomenergie als Brückenenergie schädlich

Freitag, Mai 13th, 2011

Regierung und Opposition sind sich derzeit uneinig darüber,  in welchem Jahr – 2020, 2025 oder 2030 – der geplante Atomausstieg möglich ist. Laut Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, wäre ein Ausstieg sogar in den nächsten zehn Jahren realistisch. Dies geht aus einem Interview mit dem Münchner Merkur hervor.

Wie schnell ein Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist, hängt wesentlich von wirtschaftlichen sowie technischen Faktoren ab. In Bezug auf die technische Frage ist Prof. Bullinger davon überzeugt, dass die Kernenergie als Brückentechnologie nicht nötig sei, sondern im Gegenteil, der ansteigende Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland durch die geringe Flexibilität der Atomkraftwerke sogar behindert werde. Bezüglich der wirtschaftlichen Frage meint Bullinger, dass die Energiewende zu schaffen sei. Bis 2015 würden die Kosten für den Umstieg steigen – auf bis zu 13 Milliarden Euro jährlich – danach sinke aber die Belastung. Bis 2050 könnten durch die Energiewende sogar insgesamt 700 bis 800 Milliarden Euro eingespart werden.

Wind- und Solarenergie – Energiealternativen mit Potenzial

Um die Energiewende schaffen zu können, sind sowohl Wind- als auch Solarenergie notwendig. In Deutschland liegt der Anteil der Windenergie derzeit bei sieben Prozent. Langfristig könne dieses Potenzial auf 30-40 Prozent ausgeweitet werden. Die Solaranlagen tragen zur Zeit zwei Prozent zur Stromerzeugung bei. Prof. Bullinger geht davon aus, dass die Preise für Solarstrom weiter sinken und in etwa fünf Jahren Solarstrom für 11 bis 16 Cent pro Kilowattstunde erzeugt werden könnte. Langfristig sei so mit einem Anteil von 14-15 Prozent zu rechnen. Gemeinsam mit der Windenergie würde dies den bisherigen Anteil der Atomenergie übersteigen, der momentan bei rund 22 Prozent liegt.

Sinnvolle Investitionen

Neben dem Netzausbau müsste vor allem in intelligente Speicher investiert werden. Für Stromspeicher gibt es mehrere Möglichkeiten: Beispielsweise könnten Batterien von Elektroautos in naher Zukunft als dezentrale Speicher dienen. Aber auch der Strom aus Windkraft könnte nach Norwegen geleitet werden, um damit Pumpspeicherkraftwerke zu betreiben. Die technischen Möglichkeiten dazu sind längst vorhanden.

Laut Fraunhofer-Präsident Bullinger würde für den Wissenschaftsstandort Deutschland die Energiewende ein enormes Potenzial bieten. In der Photovoltaik sowie in der Materialforschung, z.B. für Rotoren von Windkraftanlangen ist Deutschland derzeit führend.

Quelle: Münchner Merkur
Foto: www.brainding.de
Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., A. Opel

Bayerische Solarinitiativen: Es geht nicht mehr um fossil oder erneuerbar

Freitag, Februar 4th, 2011

Starnberg, 30. Januar 2011. Von 28.-29. Januar fand in Starnberg das 18. Treffen der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen und das 13. Treffen Bayerischer und Österreichischer Solarinitiativen statt. Fazit der zweitägigen Veranstaltung: Es geht nicht mehr um die Frage “fossile Energieträger versus erneuerbare” – der energetische Umbau ist unstrittig – es geht ausschließlich um die Frage zentral oder dezentral, um die Verteilung und künftige Struktur der Energieversorgung.

Paradigmenwechsel: Der Entscheidungskampf hat begonnen

Über 150 Teilnehmer diskutierten am Freitag und Samstag Stand und Zukunft der Erneuerbaren Energien und die Struktur der Energieversorgung im Freistaat, in Deutschland und in Europa.

Am Freitagnachmittag stand die Windenergie im Zentrum der Tagung. Der Bayerische Windatlas, der vergangenes Jahr vom Bayerischen Wirtschaftsministerium herausgegeben wurde, zeigt, dass es auch in Bayern Potenzial für diese Energieform gibt. Bayern gehört bislang zu den Schlusslichtern bei der Erschließung der Windenergie. Auch im Landkreis Starnberg könnten Windkraftanlagen errichtet werden, um die beschlossene Energiewende 2035 zu schaffen. Landrat Roth zeigte sich im Rahmen der Tagung zuversichtlich, dass dies machbar sei. Im vergangen Jahr habe man schon Flächen untersucht, auf denen Windräder stehen könnten. Laut einem Vertreter des bayerischen Wirtschaftsministeriums sind bayernweit rund 1000 solcher Anlagen geplant.

Eine sichere und nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft war zentrales Thema am Freitag. Die Vortragenden und Teilnehmer diskutierten die Möglichkeiten und Grenzen einer dezentralen, kommunalen Energieversorgung angesichts der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke und die Vor- und Nachteile von Großprojekten wie z.B. Desertec oder Off-Shore-Windparks. Auch die Auswirkungen der bestehenden zentralen Großkraftwerksstruktur auf die Stromkostenentwicklung wurde beleuchtet. Auf neue Überlandleitungen von Tausenden von Kilometern könnte, so ein wesentliches Ergebnis, weitestgehend verzichtet werden, wenn der Strom künftig dezentral erzeugt und verbraucht, und wenn der schwankende Strombedarf durch so genannte Kombikraftwerke und smart grids intelligent geregelt würde. Letzteres ist technisch machbar. Kommunale Energiewerke sind daher unverzichtbar und werden den Anforderungen an eine sichere und bezahlbare Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien besser gerecht als die bisherige Kraftwerks- und Netzstruktur. Prof. Schrimpff dazu: “Eine dezentrale und kommunale Energieversorgung ist die Alternative zur teuren “Stromdiktaktur” in Deutschland. Seit 2000 steigen die Strompreise um jährlich 6,5 %, allein im Jahr 2009 haben die 4 großen Energieversorger 23 Milliarden Gewinn erwirtschaftet, das sind pro Bürger und Jahr rund 280 Euro.”

Neugewählte ABSI-Sprecher 2011

Der Paradigmenwechsel lautet: Stromdiktatur oder Energie in Bürgerhand. “Wir sind ganz offensichtlich in einer Umbruchsphase” so unisono das Resümee der Referenten und Teilnehmer. Dieser Entscheidungskampf wird künftig Blickwinkel, Diskussion und Handeln der Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bestimmen.

Neue ABSI-Sprecher/innen gewählt

Am Samstagvormittag wurden die Sprecher der ABSI gewählt. Das neue Team besteht nun aus sechs anstatt bisher fünf Sprecher/innen. Gewählt wurden Prof. Dr. Ernst Schrimpff, MdB Hans Josef Fell, Raimund Becher, Birgit Baindl, Heide Schmidt-Schuh und Daniel Miller.

Highlight zum Abschluss der Tagung war die kontroverse Podiumsdiskussion zur aktuellen Energiepolitik, der eigenen Utopie und den tatsächlichen Erwartungen. Mit in der Runde: Horst Meierhofer (MdB, FDP) als Vertreter der schwarz-gelben Regierungskoalition, Hans-Josef Fell (MdM, Grüne) für die Opposition und der Unternehmer Klaus Gehrlicher (Gehrlicher Solar) als Vertreter der Solar-Branche. Die Statements und Einschätzungen, wie sich die Bundespolitik auf die Entwicklung der Energieversorgung bis 2020  auswirkt und was letztlich im Jahr 2050 die Folge der unterschiedlichen energiepolitischen Weichenstellungen sein könnte, fielen dementsprechend unterschiedlich aus.

Die Veranstalter werten die Tagung als großen Erfolg und sehen darin einen Ansporn für die Solarinitiativen, den Umbau der Energieversorgung mit aller Kraft voranzutreiben.  Dazu Prof. Ernst Schrimpff: “Der Klimawandel findet global statt – wir Bürger werden deshalb nicht locker lassen. Die solare Energiewirtschaft mit einer dezentral-demokratischen Stromversorgung führt zu mehr sozialem Frieden und trägt zu regionalem Wohlstand bei. Das ist und bleibt unser Ziel, dafür setzen wir uns gemeinsam ein.”

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier!

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V.                          Fotos: Evelyn Villing

Greenpeace: AKW-Laufzeitverlängerung ist verfassungswidrig

Freitag, Februar 4th, 2011

Karlsruher Richter sollen über neues Atomgesetz entscheiden.

Greenpeace hat gestern gemeinsam mit Anwohnern der sieben ältesten Atomkraftwerke Verfassungsbeschwerde gegen das 11. und 12. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes eingereicht.

Die Umweltorganisation sieht in der von Schwarz-Gelb beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung sowie der Abschwächung von Schutzansprüchen der Anwohner von Atomanlagen das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Bürger verletzt.

Greenpeace klagt gemeinsam mit Anwohnern der AKW Neckarwestheim 1, Philippsburg 1, Isar 1, Biblis A und B, Unterweser, Brunsbüttel und Krümmel. Ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts könnte die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wieder rückgängig machen.

“Der Deal mit den Atomkonzernen verletzt die im Grundgesetz garantierten Rechte der Bürger. Wenige profitieren von der Laufzeitverlängerung – das Risiko trägt die Allgemeinheit”, sagt Heinz Smital, Atomexperte bei Greenpeace.”Der Weiterbetrieb der alten Reaktoren ist hochgefährlich, eine sichere Entsorgung des radioaktiven Abfalls nicht in Sicht. Es gibt keine andere Industrie, die so ungehindert Hochrisikoanlagen betreiben und den gefährlichsten Müll der Welt produzieren darf.”

Terrorgefahr für AKW kann nicht ausgeschlossen werden

Nach Ansicht der Kläger weisen die sieben ältesten deutschen Atomreaktoren erhebliche Sicherheitsmängel auf. Kein deutscher Reaktor kann dem Absturz eines großen Passagierflugzeuges standhalten. Die sieben ältesten Meiler verfügen zudem nur über einen geringen Schutz gegen den Absturz auch kleinerer Flugzeuge. Gegen einen Terrorangriff mit konventionellen Waffensystemen sind vor allem diese Anlagen ungeschützt. Greenpeace klagt derzeit zusammen mit Anwohnern auch wegen Terrorgefahr auf Widerruf der Betriebsgenehmigung für sechs der ältesten Atomreaktoren (Biblis A und B, Isar 1, Krümmel, Brunsbüttel und Philippsburg 1).

Ein weiteres Grundrechtsproblem stellt die ungelöste Frage der Endlagerung von Atommüll dar. Eine Lösung, die den nötigen Anforderungen genügt, existiert derzeit nicht. Es ist längst bewiesen, dass der Salzstock Gorleben nicht als Endlager geeignet ist, sagt Smital. Gorleben ist ein Trugbild, mit dem Gerichte und Gesellschaft getäuscht werden sollen. Zudem sehen die Kläger die Einschränkung der Klagemöglichkeit für Anwohner in der 12. Atomgesetznovelle als verfassungswidrig an.

Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Bremen, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie die SPD und die Grünen wollen ebenfalls gegen die Änderung des Atomgesetzes vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Sie haben sogenannte abstrakte Normenkontrollklagen angekündigt und wollen prüfen lassen, ob das Gesetz ohne Zustimmung des Bundesrates verabschiedet werden durfte.

Solarenergie Förderverein fordert Ausbau der Stromspeicher

Mittwoch, Januar 26th, 2011

Aachen, den 26.01.2011. Die von der Bundesregierung geplante weitere Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom stößt auf Kritik beim Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV): “Aus Furcht vor einem Stromüberangebot will der Bundesumweltminister die Solarstromvergütung kürzen.”  Ziel von Röttgen ist, den jährlichen Zuwachs von Solaranlagen etwa auf die Hälfte (3,5 GWp pro Jahr) zu verringern. Nach Meinung des SFV ist das der falsche Ansatz: “Es ist  in der Tat absehbar, dass bald – infolge der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke und bei zugleich weiterem Ausbau der Solarenergie – an sonnigen Tagen um die Mittagszeit mehr Strom angeboten wird als die Verbraucher benötigen. Problem dabei ist: Atomkraftwerke sind keine Regelkraftwerke und auch der vielfach vorgeschlagene Ausbau der Stromnetze kann dieses Problem nicht grundlegend lösen.” Der SFV hält daher die Verlängerung der Atomlaufzeiten für einen hoch riskanten Fehler, der nicht durch einen zweiten schweren Fehler, die Verminderung des solaren Wachstums, korrigiert werden kann.

Als Alternative schlägt der SFV vor, schon jetzt mit der Aufstellung von Batteriespeichern bei den Endverbrauchern anzufangen und dies politisch zu unterstützen. Auf diese Weise könne das zeitweilige Stromüberangebot gespeichert werden, um es später – in sonnenarmen Stunden oder am Abend – zu verbrauchen. Eine aufladbare Batterie (1 kWh) von der Speicherfähigkeit einer üblichen Autobatterie pro Haushalt würde, so der SFV,  für den Anfang ausreichen. Bei weiterem Ausbau der Solarenergie müssten im gleichen Maße auch die Speicher bei den Endverbrauchern ausgebaut werden.
Durch Millionen solcher “Notstromsysteme” werde gleichzeitig die Sicherheit gegenüber Stromausfällen,  d.h. die Versorgungssicherheit, erheblich erhöht.

Hintergründe und weitere Details finden Sie auf der Homepage des SFV

Quelle: SFV, auf Basis der Presseinformation vom 26.01.2011

Atommüll – Steuerzahler tragen die Folgekosten

Freitag, Januar 14th, 2011

12. Januar 2011. 70.000 Tonnen hochradioaktiven Giftmülls sollen im staatlichen Zwischenlager Lubmin eingelagert werden. Ein großer Teil des Abfalls entstand in deutschen Kernkraftwerken. Die Brennstäbe wurden dann in der Wiederaufarbeitungsanlage Karslruhe (WAK) jahrzehntelang aufgearbeitet.  Es entstanden nach Darstellung des ARD-Polit-Magazins Kontraste “70.000 Liter hochradioaktive Säure, versetzt mit zig Tonnen Uran und Plutonium”, die nun mit hohem technischen Aufwand verfestigt  und anschließend verfüllt werden müssten. Für diese Kosten müsste nach Ansicht von Experten eigentlich die Industrie aufkommen, die den Müll verursacht hat. Dies sind vor allem die Energiekonzerne.  Doch das ist nicht der Fall – stattdessen werden die Steuerzahler zur Kasse gebeten.

Wie Kontraste am vergangenen Dienstagabend berichtete, gibt es exklusive Verträge zwischen Bund und Energiewirtschaft, die es ermöglichen, dass die Konzerne ihren Atommüll auf Kosten der Steuerzahler entsorgen können. Auch bei den jüngsten Verhandlungen zur Laufzeitverlängerung ergriff die  schwarz-gelbe Regierung nicht die Chance, die entsprechenden Verträge mit den Energiekonzernen zu ändern.

Nun wird der Industriemüll aus Karsruhe in Castorbehältern in das staatliche Lager nach Lubmin verschoben und dort auf Kosten des Steuerzahlers jahrzentelang zwischengelagert.

Prof. Wolfgang Irrek, Energieökonom an der Hochschule Ruhr-West, Institut für Energiewirtschaft, hat die Vertragsdokumente ausgewertet. Sein Fazit:

„Aus ökonomischer Sicht müsste das Verursacherprinzip gelten, dass diejenigen, die einen bestimmten Anteil an radioaktiver Belastung verursacht haben, auch einen entsprechenden Anteil an den Kosten tragen müssten. Und das haben wir hier eindeutig nicht.”

Dies wurde, wie die Autoren des Beitrags, Manka Heise und Chris Hums, in Kontraste darstellen,  möglich, weil “die Industrie den Staat überlistet hat”.

“Die Entsorgung des Atommülls wurde pro Tonne Gewicht berechnet und eben nicht nach dessen Umwelt belastender Strahlenaktivität. Da Industrie und Staat gemeinsam für die Wiederaufarbeitungsanlage verantwortlich waren, mussten die Kosten für die Entsorgung aufgeteilt werden. In den Verträgen ordnete man 40 Prozent des Mülls der Industrie zu – 60 Prozent dem Staat, so genannter Forschungsmüll,” so der Wortlaut in Kontraste.

“Auffällig ist jedoch, dass auf Seiten der Industrie mehr orange Fässer produziert wurden. Und in diesen orangenen Fässern ist die Radioaktivität wesentlich höher als in den gelben,” erklärt das Politmagazin.

Warum bezahlt die Industrie dann nur 40 % für die Entsorgung?

Dazu Prof. Wolfgang Irrek in dem Beitrag von Kontraste: „Aus meiner Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass die Quote auf 40:60 reduziert wurde. Denn der Anteil der radioaktiven Belastung, der von der Industrie verursacht wurde, beträgt etwa 70 Prozent.”

Laut Kontraste wird das auch vom Bundesumweltministerium bestätigt: 70 Prozent der strahlenden Aktivität kommt von den kommerziellen Kernkraftwerken und ist somit der Industrie zuzurechnen.  Da bei der Endlagerung die Strahlenaktivität eine zentrale Rolle spielt, wäre also eine Kostenaufteilung von 70:30 angemessen gewesen.  Letztlich geht es aber bei dem Geschiebe um Abermillionen Euro und deshalb setzte die Industrie in den Verträgen sogar durch, dass die Entsorgungskosten auf einen Höchstbetrag gedeckelt werden. Das heißt: Entstehen höhere Kosten als geplant, muss der Staat zahlen – und das ließ sich offenbar gut in die gewünschte Richtung steuern.

Prof. Irrek hält die gewählte Vertragsklausel und Vorgehensweise wörtlich “für unverantwortlich”, da es sich um radioaktive Abfälle handle, die Jahrtausende strahlten. Nach seiner Meinung werde die Industrie durch die Begrenzung auf einen Höchstbetrag ermutigt, die Entsorgungskosten auf dem Papier so gering wie möglich erscheinen zu lassen – was ihr ganz offensichtlich gelang:  In einem Terminplan, der Bestandteil des Vertrags ist, wurde das Endlager Gorleben als ab Mitte 1990 nutzbar und ab 2003 als voll einsatzfähig deklariert.  Dieser Terminplan war aber  schon damals obsolet, und Gorleben ist bis heute kein Endlager. Doch der Vertragspartner hat sich daran offenbar nicht gestört.

Nach Darstellung von Kontraste fallen insgesamt für die Entsorgung des Mülls und den gesamten Rückbau der Wiederaufbereitungsanlage nach aktueller Kalkulation zusätzlich 1,6 Milliarden Euro für den Steuerzahler an. An dieser Summe beteiligt sich die Industrie mit keinem einzigen Cent.

Fazit: Würden die Kosten der Aufbereitung, Zwischen- und Endlagerung samt der jahrzehntelangen Subventionen für Atomstrom allesamt auf den Preis für Atomstrom umgerechnet, wäre dieser augenscheinlich unrentabel. So aber müssen die Bürger die Kosten eben indirekt tragen – und diese “atomenergiefreundliche” Politik geht nicht zuletzt auf Kosten der Entwicklung der Erneuerbaren Energien.

Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V., Quelle: Kontraste, ARD, 12.01.2010

Regierungsbeschluss: Laufzeitverlängerung unter Dach und Fach

Freitag, Oktober 29th, 2010

Der Deutsche Bundestag hat gestern mit der Regierungsmehrheit gegen die Stimmen der Opposition die Verlängerung der AKW-Laufzeiten beschlossen. Trotz zahlreicher Proteste und Petitionen, die beim Bundestag eingereicht wurden, und ob der Tatsache, dass gut 2/3 der Bevölkerung gegen eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sind, wurde die Laufzeitverlängerung “programmgemäß” von den Unionsparteien und der FDP umgesetzt. Dabei ist nach wie vor die Frage der Endlagerung nicht geklärt – es gibt bislang keine sichere Option und auch mit der Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks Gorleben wird sich dies kurzfristig nicht ändern.

Im Jahr 2020 könnten Erneuerbare Energien fast die Hälfte des Stromes liefern. Das kann aber nur gelingen, wenn Atomstrom im Netz zurück gedrängt wird, um Kapazitäten für die Erneuerbaren Energien frei zu machen. Die Chance auf einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien wurde nun nach Meinung vieler Experten durch die Regierungsentscheidung vergeben, ein zukunftsfähiger Wirtschaftszweig wird in seiner Entwicklung gehemmt.

Viele Bürgerinnen und Bürger und vor allem auch zahlreiche Stadtwerke und kleinere Energiebetriebe, die in die Erneuerbaren Energien hohe Summen investiert haben,  sind empört über diese Politik. Die Entscheidung soll zudem ohne Beteiligung des Bundesrats umgesetzt werden. Die SPD hat deshalb inzwischen Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Deutsche Kernkraftwerke sind sicher

100 % sichere Atomkraftwerke gibt es nicht. Außerdem ist bekannt, dass einige Reaktoren in Deutschland oft und zum Teil permanent wegen Störfällen und Schäden stillstehen. Schon im Mai dieses Jahres wurde beispielsweise bekannt, dass im Reaktor Gundremmingen (Kreis Günzburg) drei Brennelemente defekt sind und Block B abgeschaltet werden muss, was der Betreiber aber bis jetzt nicht veranlasst hat, weil bereits Block C wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet ist. Die Sicherheit der Kernkraftwerke in Deutschland wird oft als Argument bemüht, jedoch sind die Kernkraftwerke tatsächlich technisch veraltet, es gibt kaum Ersatzteile, sie sind schwierig zu beschaffen und sensible Systembestandteile, die oft nicht oder nur schwer zugänglich sind oder nicht wirklich kontrolliert werden können, sind von Verschleißschäden bedroht und damit ein Sicherheitsrisiko für den Reaktor. Die jetzt beschlossene Laufzeitverlängerung bedeutet de facto weitere 3 Jahrzehnte wachsendes Risiko für die Bevölkerung.

Quelle: Energiewende Landkreis Starnberg

Atombeschluss bringt Konzernen mindestens 50 Milliarden

Dienstag, September 7th, 2010

Die deutschen Atomkraftwerke dürfen deutlich länger laufen – aber was heißt das für die Stromkonzerne? Massive Gewinne und nur moderate Abgaben: Das jedenfalls ergibt eine Rechnung des Öko-Instituts.

Die schwarz-gelbe Regierung hat sich geeinigt: Die deutschen Atomkraftwerke dürfen offiziell um 8 bis 14 Jahre länger laufen. Für die Konzerne bedeutet dies vor allem eines: Ihre Reststrommengen, die der rot-grüne Atomausstieg eigentlich vorsah, weiten sich deutlich aus. Laut einer Schnellanalyse des Öko-Instituts im Auftrag der Umweltschutzorganisation WWF nehmen die Stromkonzerne dadurch enorme Zusatzgewinne ein – und zwar im zweistelligen Milliardenbereich.

In die Rechnung sind drei Annahmen eingeflossen, die dem ausgehandelten Atomkompromiss der Regierung entsprechen:

  • Die Laufzeit wird um 8 beziehungsweise 14 Jahren verlängert, je nach Alter der Anlage.
  • Die Einführung einer Brennelementesteuer für die Jahre 2011 bis 2016. Der Steuersatz wird aber, im Vergleich zu den bisherigen Entwürfen, reduziert und beträgt nur 145 Euro pro Gramm Kernbrennstoff (statt 220 Euro pro Gramm, wie bisher angedacht).
  • Die Betreiber verpflichten sich zu freiwilligen Sonderzahlungen für die Jahre 2011 bis 2016 sowie zu ebenfalls freiwilligen Gewinnabführungsbeträgen ab 2017. Das Geld ist für Maßnahmen zur Energieeffizienz und für den Klimaschutz gedacht.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

Reststrommengen: Die zusätzliche Reststrommenge liegt bei rund 1860 Terawattstunden (1860 Milliarden Kilowattstunden). Das bedeutet eine Ausweitung der Reststrommenge, die den Unternehmen laut rot-grünem Atomausstieg ab dem 1. Januar 2010 noch zur Verfügung stand, um 170 Prozent. Das letzte Atomkraftwerk wird demnach im Jahr 2037 vom Netz gehen.

Zusätzliche Gewinne: Den Berechnungen zufolge können die Betreiber (auf Grundlage des Geldwertes von 2010) mehr als 57 Milliarden Euro zusätzliche Gewinne einstreichen – wenn der Strompreis konstant bleibt. Unter der realistischeren Annahme, dass der Strompreis moderat ansteigt, liegt das Plus weitaus höher, bei mehr als 94 Milliarden Euro. Die deutschen Atomkraftwerke werden mehrheitlich von E.on, RWE, EnBW und Vattenfall betrieben.

Profiteure: Größter Profiteur des Szenarios ist der Energiekonzern E.on. Bei konstanten Strompreisen würde E.on ab 2011 zusätzliche Gewinne von fast 25 Milliarden Euro machen, bei moderat steigenden Preisen sogar mehr als 40 Milliarden. Dem Konzern blieben unter dem Strich rund 14 Milliarden Euro (konstante Preise) oder bei steigenden Preisen sogar fast 30 Milliarden Euro. RWE behielte bei moderat steigenden Preisen rund 17,5 Milliarden Euro, EnBW 14,3 und Vattenfall knapp fünf Milliarden Euro.

Abschöpfung der Zusatzgewinne: Bei konstanten Strompreisen müssten die Erzeuger durchschnittlich 46 Prozent ihres Gewinnes abgeben – unter die Abschöpfung fallen die Brennelementesteuer, die freiwillige Abgabe und der Gewinnausgleich ab 2017. Steigt der Strompreis aber moderat an, reduziert sich die Abschöpfungsquote drastisch: auf nur noch 28 Prozent.

Die Berechnung des Öko-Instituts steht damit im Widerspruch zur Aussage von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der am Montag noch betonte, die Betreiber müssten etwa die Hälfte ihrer zusätzlichen Gewinne abgeben. Der Liberale rühmte die Einigung auf einer Pressekonferenz als “das energiepolitisch anspruchsvollste Programm, das es bisher gegeben hat, nicht nur in Deutschland”.

Dabei ist in der Rechnung noch nicht einmal berücksichtigt, dass die Meiler vermutlich länger als die offiziell angegebenen 8 bis 12 Jahre laufen werden. Faktisch dürften es im Durchschnitt 15 Jahre sein, weil die Regierung den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ausreichend berücksichtigt.

Umweltverbände und Opposition kritisieren die Pläne der schwarz-gelben Regierung denn auch als unverantwortlich und als “Einknicken” gegenüber der Industrie. Für den Herbst planen Aktivisten Massenproteste. E.on pries die Atompläne der Regierung hingegen als “intelligent”.

Quelle: www.spiegel.de, Foto: www.oeko.de

Greenpeace: Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke unverantwortlich

Montag, September 6th, 2010

Nach monatelangem Atom-Poker haben sich die Spitzen von Union und FDP am Sonntag auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die 17 Atommeiler sollen im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben als bisher geplant – gestaffelt nach älteren und jüngeren Kraftwerken.

Die Umweltorganisation Greenpeace hat die Einigung der schwarz-gelben Koalition auf eine Verlängerung der Atomlaufzeiten um durchschnittlich zwölf Jahre als “schwarzen Tag für Deutschland” kritisiert. “Eine unverantwortliche Entscheidung”, sagte Atomexperte Tobias Münchmeyer am Sonntagabend in Berlin. Allein tausende Tonnen an zusätzlichem Atommüll würden dadurch anfallen.

“Die Laufzeitverlängerung ist ein reines Geldgeschenk der Regierung. Sie schadet Deutschland und nutzt den Konzernen”, sagte Münchmeyer. “Die Laufzeitverlängerung wird sich für die Union als Pyrrhussieg erweisen.” Das sehr lange Laufzeitplus werde vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben. Da Schwarz-Gelb keine Mehrheit im Bundesrat hat, soll die Länderkammer umgangen werden – deshalb sind Klagen in Karlsruhe sicher.

Durchbruch in Atomstreit – Kritik am Laufzeitplus von Opposition und Umweltschutzorganisationen

Nach monatelangem Atom-Poker haben sich die Spitzen von Union und FDP am Sonntag auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die 17 Atommeiler sollen im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben als bisher geplant – gestaffelt nach älteren und jüngeren Kraftwerken. Das teilten Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Abend nach knapp zwölfstündigen Verhandlungen im Kanzleramt mit.

Im Gegenzug werden die Stromkonzerne mit Mrd.-Zahlungen auch für den Ausbau von Öko-Strom zu Kasse gebeten. Röttgen sprach hier von einem “substanziellen Beitrag” für erneuerbare Energien, Brüderle nannte einen Betrag von bis zu 15 Mrd. Euro. Atomkraftgegner reagierten empört auf den schwarz-gelben Kompromiss.

Der im Kanzleramt ausgehandelte Kompromiss sieht vor, dass jüngere Kernkraftwerke – ab dem Baujahr 1980 – 14 Jahre länger am Netz bleiben als bisher geplant, ältere Meiler acht Jahre zusätzlich. Das bedeutet, dass die letzten Kernkraftwerke voraussichtlich erst im Jahr 2040 vom Netz gehen. Bisher gilt nach dem von Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg eine Laufzeit von 32 Jahren. Danach wäre der letzte der 17 Atommeiler in Deutschland nach aktuellem Stand 2025 vom Netz gegangen.

Röttgen sprach von einem “großen Erfolg” für die langfristige Versorgung mit erneuerbarer Energie. Brüderle nannte die Einigung ein gutes Konzept. Es würden in den nächsten Jahren 15 Mrd. Euro für die Öko-Energie “generiert”. Der Umbau der Stromversorgung werde somit forciert. Dies sei nicht nur wichtig für den Klimaschutz. Es gehe auch um die Technologieführerschaft Deutschlands.

Von der Verlängerung unabhängig sollen die Konzerne Eon , RWE , ENBW und Vattenfall ab 2011 eine Atomsteuer in Höhe von 2,3 Mrd. Euro pro Jahr zahlen. Die umstrittene neue Steuer wird aber auf sechs Jahre befristet und bis einschließlich 2016 erhoben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Zusätzlich sollen die Atomkonzerne einen Sonderbeitrag zum Ausbau von Öko-Strom leisten. Er beträgt jeweils 300 Mill. Euro in den Jahren 2011 und 2012. Von 2013 bis 2016 liegt er bei je 200 Mill. Euro.

Die Koalition geht davon aus, dass ihr Atomkonzept nicht vom Bundesrat gestoppt werden kann. Je länger die Meiler zusätzlich am Netz sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Länderkammer zustimmen muss. Die Opposition hat bereits mit Verfassungsklagen gedroht. Das letzte Wort dürfte wohl das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe haben.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisierte in der “Frankfurter Rundschau” (Montag): “Jetzt ist die Katze aus dem Sack, und die schwarz-gelbe Regierung zeigt, wie rückschrittlich sie in Energiefragen ist.” Dass die Kernkraftwerke bis zu 14 Jahre länger am Netz blieben, behindere den Ausbau der erneuerbaren Energien und koste deshalb langfristig sogar Geld.

Der Bundestags-Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, befürchtet angesichts des schwarz-gelben Kompromisses eine Atomkraft- Nutzung in Deutschland sogar bis zum Jahr 2050. Er sagte der “Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen” (Montag), erst in etwa 40 Jahren ginge nach den Regierungsplänen das letzte Atomkraftwerk vom Netz. “Auch unsere Kinder und Enkel hätten dann noch mit dieser gefährlichen Technologie zu tun.” Trittin begründete seine Berechnung so: “Von den alten Atomkraftwerken könnten die Betreiberfirmen Strommengen auf neuere Anlagen übertragen. Einzelne Meiler dürften dann noch mehrere Jahrzehnte Strom produzieren.”

Linke-Chefin Gesine Lötzsch sagte: “Der schwarz-gelbe Atomdeal trägt die Handschrift der Atomkonzerne. Die Stromlobby hat sich in entscheidenden Fragen durchgesetzt.” Die Atomkonzerne dürften mit abgeschriebenen Meilern billig Strom produzieren, ihn teuer verkaufen und die Gewinne zu großen Teilen einstecken. Lötzsch: “Dem Deal fehlt jede soziale Komponente. Noch nicht einmal eine gesetzliche Verpflichtung zu Stromsozialtarifen konnte Merkel den Konzernbossen als Gegenleistung abringen.”

Quelle: Handelsblatt online, dpa

Keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke!

Dienstag, August 10th, 2010

Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. unterstützt den Ausbau der Erneuerbaren Energien und hat zum Ziel, dass sich der Landkreis Starnberg bis 2035 selbst mit regenerativer Energie – aus Sonne, Wind, Geothermie und Biomasse – versorgen kann. Daher sieht der Verein in der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke keine Lösung zur Eindämmung des Klimawandels und zur Deckung des Energiebedarfs in der Zukunft. Die Laufzeitverlängerung ist vielmehr kontraproduktiv für den notwendigen und vor allem schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Auch wird in der Diskussion um den Neubau von Kernkraftwerken und die Laufzeitverlängerung ausgeklammert, dass auch Uran ein endlicher Rohstoff ist, der nach pessimistischen Expertenschätzungen nur noch wenige Jahrzehnte, nach optimistischen noch ca. 150 Jahr zur Verfügung steht.

Es gibt darüber hinaus viele gute Argumente gegen Kernkraftwerke. Eine übersichtliche Zusammenfassung finden Sie in den Atomlügen, die vom Umweltinstitut München und anderen NGOs erarbeitet und veröffentlicht wurden.

Auch die Kirche bezieht inzwischen Stellung gegen die Atomkraft. Das Forschungsinstitut für Philosophie Hannover hat im Auftrag des Bistums Hildesheim eine Stellungnahme mit dem Titel “Kirche, Kernenergie, Klimawandel” verfasst. Hier finden Sie diese  Stellungnahme der Kirche samt dazugehöriger Pressemitteilung.

Wir wollen eine konsequente Energiewende! Gemeinsam handeln –  jetzt! Machen Sie mit!