Der Atomausstieg wird immer konkreter. Offensichtlich plant die Bundesregierung ein festes Datum für den Atomausstieg. Laut einem Bericht des Handelsblattes hat sich die Bundeskanzlerin mit Umweltminister Norbert Röttgen und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla darauf geeinigt, dass das voraussichtliche Datum für den Ausstieg im Jahr 2022 liegt.
Atomausstieg vor 2020 möglich
Vergangene Woche kamen im Rahmen der zweiten Runde der von der Bundesregierung eingesetzten Ethikkommission über eine zukünftig sichere Energieversorgung für Deutschland insbesondere Wissenschaftler zu Wort. Laut Prof. Eicke Weber vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) sei ein Atomaustieg bis 2017 möglich. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes. Die Umweltorganisation Greenpeace vertritt sogar die Meinung, dass ein Atomausstieg bis 2015 realisierbar sei.
Marktprämie und Speicheroffensive
Indes hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen zur besseren Marktintegration der erneuerbaren Energien eine optionale Marktprämie vorgeschlagen. Dies geht aus den Handlungsempfehlungen des EEG-Erfahrungsberichts hervor, die das Bundesministerium für Umwelt (BMU) nun veröffentlicht hat. Es ist geplant, dass die Marktprämie Bestandteil der nächsten EEG-Novelle wird und einen Anreiz für EE-Anlagenbetreiber liefert, ihre Anlagen marktorientiert zu betreiben, so das BMU.
De facto bedeutet das, es soll immer dann verstärkt EE-Strom eingespeist werden, wenn die Nachfrage besonders groß ist. Nach Auskunft des BMU soll die Marktprämie für sämtliche EEG-Anlagen gelten, sie ergebe sich aus der Differenz zwischen der anlagenspezifischen EEG-Vergütung und dem monatsdurchschnittlichen Börsenpreis. Eine so genannte “Managementprämie” solle darüber hinaus die Kosten von Prognose-Fehlern ausgleichen und für Biogasanlagen sei eine spezielle “Kapazitäts-Prämie” angedacht, die Investitionen in größere Gasspeicher und Generatoren ermöglichen solle.
Allgemeine Ziel der EEG-Neufassung soll ein dynamischer Ausbau regenerativer Energien mit gesteigerter Kosteneffizienz sowie einer beschleunigten Markt-, Netz- und Systemintegration der Erneuerbaren sein.
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Quelle: iwr-Pressedienst, Foto: dpa











