Einträge ‘PV-Anlage’

Sonnenenergie-Tag für die Grundschüler in Inning

Donnerstag, Juni 18th, 2015

Inning, 12.06.2015. Am vergangenen Freitag veranstaltete die Ortsgruppe Inning des Energiewendevereins Landkreis Starnberg mit freundlicher Unterstützung der ortsansässigen Firma SolARenner GmbH und dem Verein ZIEL 21, den Energiewende-Aktiven aus dem benachbartem Landkreis Fürstenfeldbruck, einen Sonnenenergietag vor der Grundschule. Dabei wurden den Schülern  der Klassen 1 bis 4 bei strahlend blauem Himmel die unterschiedlichen Varianten der Sonnenenergie-Gewinnung  an anschaulichen Praxis-Modellen spielerisch erklärt.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler waren von den Möglichkeiten der Solarenergie begeistert – auch die Lehrerschaft, allen voran Rektor Pimperl, und der Inninger Bürgermeister Walter Bleimaier waren beeindruckt über die Vielfalt der Systeme und deren Wirkungsweise. An insgesamt sechs Stationen, die als Rundgang konzipiert waren, wurden unter anderem ein Solarkocher, eine solare Pumpenanlage, eine netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage und ein Modell eines Wasserkraftwerkes aufgebaut. Praxisnah wurde die Funktionsweise von den Energiespezialisten vorgeführt und erklärt. Auf dem Energiefahrrad konnten die Schüler ihre Muskeln spielen lassen und erfahren, wie viel Kraft man für die Nutzung verschiedener elektrischer Geräte aufbringen muss, und wie sie zu Hause zum Energiesparen beitragen können. Auch ein Elektroauto konnte auf dem Pausenhof besichtigt werden und die Schüler durften ein paar Runden mitfahren.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und alle Beteiligten sind rundum zufrieden. Die Energiewendevereine aus den Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck wollen deshalb diese Veranstaltung auch anderen Schulen als Projekttage anbieten, nicht zuletzt um den Nachhaltigkeitsgedanken und die Gewinnung erneuerbarer Energie an die jüngste Generation heranzutragen und so die Energiewende ein Stück schneller voran zu bringen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Energiewendeverein, Ortsgruppe Inning, Alfred Renner, Tel.:  08193/99 60 92-0, E-Mail: a.renner@solarenner.de

Energiewende: Photovoltaik vor Denkmalschutz

Dienstag, Oktober 11th, 2011

Photovoltaik-Anlagen auf denkmalgeschützten Häusern sind möglich. Der 1. Senat des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) hat mit Urteil vom 01.09.2011 entschieden, dass durch Photovoltaik-Anlagen hervorgerufene Beeinträchtigungen eines Kulturdenkmals wegen des in der Verfassung verankerten Klimaschutzes in stärkerem Maße hinzunehmen sind als Beeinträchtigungen durch andere bauliche Veränderungen.

Die Kirchengemeinde St. Urban in Emeringen (Baden-Württemberg/Alb-Donau-Kreis) beantragte 2008 die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zum Aufbau einer Photovoltaik Anlage auf ihrer Pfarrscheuer, die sich neben der katholischen Pfarrkirche und dem dazugehörigen Pfarrhaus am Ortsrand der Gemeinde Emeringen befindet.

Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis lehnte die Genehmigung nach Einholung einer Stellungnahme des Referats Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Tübingen ab. Das Regierungspräsidium hatte darauf verwiesen, dass die Pfarrscheuer sich im Ensemble von Kirche und Pfarrhaus befinde, die beide Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung seien. Die spiegelnde Glasdachdeckung der PhotovoltaikAnlage beeinträchtige sowohl das Kulturdenkmal als auch die Umgebung über alle Maßen.

Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren erhob die Kirchengemeinde Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen. Dort blieb sie ohne Erfolg.

Auf ihre Berufung verpflichtete der VGH die Denkmalschutzbehörde, noch einmal über den Genehmigungsantrag zu entscheiden. Nach Einnahme eines Augenscheins kam der VGH zu dem Ergebnis, dass eine Photovoltaik Anlage das Erscheinungsbild der – wegen seiner heimatgeschichtlichen Bedeutung als einfaches Kulturdenkmal unter Denkmalschutz stehenden – Pfarrscheuer nicht erheblich beeinträchtige.

Bei dieser Einschätzung komme es auf das Empfinden des für Belange des Denkmalschutzes aufgeschlossenen Durchschnittsbetrachters an, heißt es in den Entscheidungsgründen. Dieses Empfinden werde beeinflusst durch die tatsächliche Entwicklung der letzten Jahre, in denen Photovoltaik Anlagen auf Dächern – gerade auch auf Scheunendächern – in so großer Zahl errichtet worden seien, dass derartige Anlagen in ländlich strukturierten Gegenden heute zum normalen Erscheinungsbild gehörten.

Der Durchschnittsbetrachter nehme solche Anlagen daher nicht mehr als exotische Fremdkörper wahr, die schon per se und erst recht auf einem Kulturdenkmal als störend empfunden würden, wie dies vielleicht in der Anfangszeit der Nutzung dieser Technik noch der Fall gewesen sei. Vielmehr sei ein Gewöhnungseffekt eingetreten, der durch die gewandelten Anschauungen über die Notwendigkeit der vermehrten Nutzung regenerativer Energien und die damit einhergehende positive Grundeinstellung des Durchschnittsbetrachters zu dieser Form der Energiegewinnung noch verstärkt werde.

Allerdings, so der VGH weiter, würde eine Photovoltaik Anlage auf dem Dach der Pfarrscheuer das unter besonderem Schutz stehende und wegen seiner Lage auch besonders schützenswerte Erscheinungsbild des Pfarrhauses und der Pfarrkirche – als einzelne Kulturdenkmale – erheblich beeinträchtigen. Deshalb sei der Antrag aber noch nicht abzulehnen. Vielmehr habe die Denkmalschutzbehörde nach pflichtgemäßem Ermessen zu entscheiden, ob sie die Genehmigung dennoch erteile.

Bei dieser Entscheidung sei dem Regierungspräsidium ein Fehler unterlaufen. Es habe auf eine Beeinträchtigung des „Ensembles“ aus Kirche, Pfarrhaus und Pfarrscheuer abgestellt und damit einen falschen rechtlichen Bezugspunkt gewählt. Die zuständige Behörde müsse daher erneut über den Genehmigungsantrag entscheiden. Hierbei sei die Rechtsauffassung des VGH zu beachten.

In diesem Zusammenhang führte der VGH aus, dass bei der zu treffenden Ermessensentscheidung das öffentliche Interesse an der Erschließung Erneuerbarer Energien mit dem ihm zukommenden Gewicht in die Abwägung einzustellen sei. Denn der Klimaschutz sei als Staatszielbestimmung im Grundgesetz und in der Landesverfassung verankert. Das bedeute, dass den Belangen des Denkmalschutzes auch bei einer erheblichen Beeinträchtigung nicht automatisch der Vorrang gegenüber den Belangen des Klimaschutzes einzuräumen sei.

Es spreche einiges dafür, dass das Regierungspräsidium dies bisher nicht hinreichend beachtet habe, urteilte der VGH. Dagegen sei die Gewinnung regenerativer Energien, auch wenn sie religiös motiviert sei, keine Religionsausübung. Die Kirchengemeinde könne sich daher nicht auf ihr kirchliches Selbstbestimmungsrecht oder die Religionsfreiheit berufen.

Die Revision wurde nicht zugelassen. Die Nichtzulassung der Revision kann binnen eines Monats nach Zustellung des schriftlichen Urteils durch Beschwerde zum Bundesverwaltungsgericht angefochten werden (Az.: 1 S 1070/11).

Quelle: Informationsdienst Erneuerbare Energien, Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg